Frage von Trucker75, 71

Werde beschuldigt käufliche Videodateien ohne Link oder Dateikopie weitergegeben zu haben die irgendwer 2012 ins Netz gestellt hat?

Guten Morgen,

hätte mal eine Frage und zwar werde ich beschuldigt Videomaterial meiner EX Freundin verteilt zu haben? Dies habe ich aber wirklich nicht getan, bzw keine Videodateinen verschickt oder auch nicht irgendwo hochgeladen. Der Polizist sagte mir das die Verbreitung und auch wohl das Links verschicken verboten sei. Das habe ich aber auch nicht getan, sondern jemanden nur lediglich einen Tip gegeben wo dieses Video mal Online war. Wusste zu dem Zeitpunkt auch nicht ob das Video überhaupt noch Online war. Kann doch jemanden Tips geben wo man sonstige Sachen im Netz findet ohne dafür gleich ne Anzeige zu bekommen oder?

Jetzt hat diese besagte Person das wohl an den neuen Partner meine EX weiter gegeben und eventuell auch meine Sprachnachrichten. Ist das strafbar mit den Audionachrichten?

Bei dem Videomaterial handelt es sich um ein Kaufvideo was jeder frei im Netz oder sonst wo kaufen kann. Dieses besagte Video wurde auch von irgendwem schon 2012 hochgeladen.

Und wenn der neue Partner sich bei einem meldet und fragt ob das alles stimmt und man den auch nur paar Tips gibt kann das doch auch nicht verboten sein oder? Ich meine jemanden warnen ist doch kein Verbrechen. Und an der Warnung ist ja auch was dran, da sonst nicht 3 EX Väter alle 4 Kinder hätten und sich dieses gleiche Spiel immer wiederholt.

Dann hat meine EX Partnerin obwohls mit dem Jugendamt und mir abgesprochen war jetzt wiederholt Bilddateinen von unserer gemeinsamen Tochter die bei mir lebt ins Netz gestellt ohne mich zu fragen. Das ist doch strafbar, oder sehe ich das falsch? Sie kannte auch meine Ansicht dazu das ich dies ja nicht möchte das das Kind bildlich in irgendwelchen sozialen Netzwerken auftaucht auf Grund ihrer Filme bzw Vorgeschichte. Weil man ja auch nicht weiss mit welchen Leuten Sie dort zu tun hat und ob das welche sind aus ihren alten Filmzeiten.

Finde das frech den Vater Iher Tochter gleich anzuzeigen ohne den mal auf die Sache anzusprechen.

Bin mal gespannt ob Ihr mir bei der Sache helfen könnt bzw mich ein bisschen aufklären könnt.

MfG

Expertenantwort
von GerdausBerlin, Community-Experte für Urheberrecht, 9

In beiden Fällen - sowohl beim Abbild der Mutter in dem Film im Internet als auch beim Abbild der gemeinsamen Tochter in sozialen Netzwerken im Internet - geht es zunächst um das Kunst-Urheberrecht (KUrhG).

§ 22 besagt: "Bildnisse dürfen nur mit Einwilligung des Abgebildeten verbreitet oder öffentlich zur Schau gestellt werden. Die Einwilligung gilt im Zweifel als erteilt, wenn der Abgebildete dafür, daß er sich abbilden ließ, eine Entlohnung erhielt. (...)"

Die Mutter hat als Darstellerin des Films vor den Dreharbeiten mutmaßlich ihre Einwilligung zur Verbreitung ihres Abbilds in dem Film gegeben und vermutlich zudem noch eine Entlohnung erhalten. Aus § 22 ergibt sich dann kein Anspruch auf Unterlassung gegen eine (weitere) Verbreitung des Films.

Dies könnte sich aber aus dem sog. "Allgemeinen Persönlichkeitsrecht" ergeben, s. Wikipedia https://de.wikipedia.org/wiki/Persönlichkeitsrecht\_(Deutschland)

Nehmen wir an, es handelt sich dabei um Nacktbilder, um erotische Szenen oder um Pornographie. Dann schaue man sich entsprechende Urteile an zur Frage "Muss der Ex solche - auch früher freiwillig gemachte - Bilder seines Ex vernichten?" Neuerdings ja, besagt ein noch recht frisches Urteil.

Analog könnte sich daraus ergeben, dass auch ein früher freiwillig gedrehter und mit Einwilligung verbreiteter Pornostreifen zwar vom Hersteller weiterhin in einschlägigen Kanälen angeboten werden darf - dass aber ein Verstoß gegen das Allgemeine Persönlichkeitsrecht vorliegen könnte, wenn man einen neuen, eventuell nichts-ahnenden, Partner der Ex auf die Existenz - und gar noch den Ort - eines solchen mittlerweile möglicherweise peinlichen Streifens hinweist.

Zumindest wäre dies nachvollziehbar - möglicherweise auch von einem Gericht. Man bedenke, jemand stuppst deine neue Partnerin oder Angebetete mit der Nase darauf, dass du in deiner Jugend mal einen Jugendstreich begangen hast! Nicht umsonst werden alte Streiche - insbesondere aus der Jugendzeit - irgendwann sogar aus deinem polizeilichen Führungszeugnis gestrichen!

Der in seiner Privatsphäre oder gar in seiner Intimspäre Verletzte hat nun Chancen, mit Erfolg auf Unterlassung dieser Handlung in der Zukunft zu klagen und auf Schadensersatz: "Aus einer Verletzung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts, insbesondere durch Berichterstattung in den Medien oder im Fall von Schmähkritik, kann sich ein Anspruch auf Schadensersatz (§ 823 Abs. 1 BGB in Verbindung mit dem allgemeinen Persönlichkeitsrecht als „sonstiges Recht“)[8] oder ein Unterlassungsanspruch beziehungsweise Berichtigungsanspruch (§ 1004 BGB) ergeben. Der Anspruch auf Ersatz des immateriellen Schadens wird von der Rechtsprechung allerdings nur bei besonders schweren Verletzungen des Persönlichkeitsrechts zuerkannt.[9] Die Schmerzensgeldsummen erreichen aber – aus Gründen der Abschreckung – inzwischen beträchtliche Höhen. So sprach das Oberlandesgericht Hamburg 1996 bereits 200.000 DM Schmerzensgeld für ein frei erfundenes Interview zu." (Wikipedia, ebenda.)

Dies gilt auch für die Tochter, hier aber möglicherweise sogar direkt über KunstUrhG § 22, einschließlich § 23. Denn bei schwerwiegenden Entscheidungen über das Kindeswohl müssen beide Erziehungsberechtigten sich einigen!

Also könnte man mit Aussicht auf Erfolg auf Unterlassung dieser Handlung in der Zukunft klagen und (e-ven-tuell) auf Schadensersatz. Aber auch eine Änderung der Erziehungsberechtigung durch das Familiengericht ist nicht ausgeschlossen, etwa dahingehend, dass nur noch ein Elternteil das alleinige Sorgerecht zugesprochen bekommt - gerade dann, wenn auch das Jugendamt einer solchen Maßnahme zustimmt.

Gruß aus Berlin, Gerd

PS. Noch etwas zum Urheberrecht (UrhG ohne "K"!): Der Inhaber der ausschließlichen Nutzungsrechte an dem Video der Mutter hat kaum eine Handlange gegen die Verlinkung des ohne seine Zustimmung öffentlich zugänglich ins Internet gestellten Werkes - aber gegen das Stellen selbst auf jeden Fall!

Und auch der Urheber des Fotos der Tochter kann rechtlich vorgehen gegen seine öffentlich zugänglich ins Internet gestellten Werke - soweit er dafür keine Zustimmung gegeben hat! Siehe UrhG § 31 (und § 32).

Antwort
von Trucker75, 14

Die Polizei weiss glaube ich nicht das es sich hierbei um Kaufvideo handelt.

Sollte ich denen das umbedingt sagen? Weil Sie hat es denen wohl auch
nicht gesagt.

Antwort
von Lavendelelf, 24

Sorry, aber bei eurer Schlammschlacht mache ich freiwillig nicht mit.

Und nur ganz nebenbei: Wenn es sich um ein Kaufvideo handelt, verstehe ich dein Problem nicht.

Antwort
von qugart, 7

Jetzt mal Butter bei die Fische....

Das Geschreibsel hilft da nicht viel.

Was genau sollst du gemacht haben? Wenn ich das richtig verstandn hab, gehts um sog. Raubkopien, die irgendwo im Netz runtergeladen werden können.

Und nun? Du kannst hier gerne rumüberlegen, aber es gibt ja noch kein Problem. Melde dich wieder, wenn du eine Anzeige vorliegen hast.

Antwort
von Trucker75, 20

Ich habe nur bedenken das ich wegen des Tipps bzw das ich nacher irgendwie ne Strafe bekomme.

Bin alleinerziehend, krank und ohne Job da muss ich nicht noch sowas haben.

Vorallem aber habe ich keinen Ihrer neunen Partner, wobei es ja jetzt ja schon  mehrere gab nach meinem Nachfolger jemals angeschrieben.

Mir Ist das auch egal, ich will die Frau nicht wieder haben. Sie soll sich nur an unsere Absprachen halten und fertig. Aber selbst das scheint ja ein Problem zu sein wie man jetzt wieder mit den Fotos usw sieht.

Ich kannte den neuen Partner auch nicht bis der sich bei mir gemeldet hat.

Habe dem auch nur paar Tipps gegeben und das wars. Da hat kein Kontakt weiter statt gefunden. Muss jeder selbst Wissen und seine eigenen Erfahrungen sammeln.

Und ich würde niemals solches Foto oder Videomaterial irgendwo hochladen, dafür muss ich mich ja schämen das ich mit sowas zusammen ein Kind habe.

Kommentar von Trucker75 ,

Ja Wir haben beide das Sorgerecht.

Wobei die Kleine aber bei mir lebt und Sie das auch vor Gericht bestättigt hat das Sie das Kind nicht zu sich holen will.

Nur gibts da halt diese Vereinbarung beim Jugendamt... wo Sie zugestimmt hat das Sie keine Fotos mehr Online stellt, was ja jetzt nicht der Fall ist.

Antwort
von Skinman, 8

ANWALT!

Und red' um Gottes Willen nicht mit der Polizei.

Antwort
von Vyled, 36

Wenn es keine Beweise gibt, kann dir erstmal eigentlich nichts vorgeworfen werden. Nur den "Tipp" geben ohne ihm Links zu senden oder sowas ist ja erstmal nicht verboten, solang du das wie gesagt nicht hochgeladen hast oder sonst was.

Ich denke es kommt drauf an, wie man es gesagt hat. Wenn du das verbreitet hast, also in dem ihn darauf angesprochen hast, "geh mal darauf, da findest du meine Ex bla bla bla" dann könnte es ärger geben.

Hat er dich gefragt weil er eh davon wusste, sieht es evtl anders aus, wenn du ihm nur noch mal sagst wo er das finden könnte. 

Das Video wurde also zum Kauf veröffentlicht, aber nciht von deiner Ex selbst oder ähnliches? Dann kann sie es doch eh entfernen lassen? Wenn du damit nichts zutun hast und es nicht willkürlich verbreitet hast, kannste eigentlich kein Ärger kriegen. Höchstens wenn der Freund davon nicht wusste und du dem das einfach gesagt hast, ohne das er es wissen wollte z.B.

Wenn nicht die Partner einverstanden sind mit dem hochladen von Bildern des Kindes macht sie sich Strafbar ja! Das ist so nicht erlaubt, wenn es klar untersagt wurde.

Kommentar von Lavendelelf ,
Wenn nicht die Partner einverstanden sind mit dem hochladen von Bildern des Kindes macht sie sich Strafbar ja! Das ist so nicht erlaubt, wenn es klar untersagt wurde.

Wenn sie erziehungsberechtigt ist, ist dies nicht der Fall.

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