Frage von daydr3ams, 37

Wer zahlt Schulden nach einem Kreditkartenklau?

Nehmen wir an meine Kreditkarte wird geklaut oder meine Identität wie auch immer, und daraufhin habe ich mehrere 100k€ Schulden. Es wird bewiesen das meine Karte gestohlen wurde aber man findet den Täter nicht, wer zahlt dann die Schulden? Werden die erlassen, zahlt eine bestimmte Versicherung das, zahlt die Bank das sogar vielleicht??

Antwort
von dadamat, 15

Fast alle Kreditkarten unterliegen einer Versicherung. Schaue in den AGB's nach, da ist alles geregelt. Einige kostenlose Kreditkarten haben keine includierte Versicherung (oder nur mit Zusatzkosten), andere haben eine Freigrenze über 50 oder 100 Euro, noch andere zahlen alles.

Antwort
von GeriEsKey, 37

Das ist bei jedem Kreditkartenunternehmen anders und hängt von der Situation ab. Beim Erwerb der Kreditkarte hast du sicherlich ein Dokument mit den AGB´s erhalten, wo hierzu genauere Informationen stehen müssten. 

Auch sind hierfür Fragen wie grobe Fahrlässigkeit zu klären. Wenn bspw. die PIN auf der Karte notiert war, wird das Kreditunternehmen nichts zahlen. Eine Pauschalaussage gibt es hierzu leider nicht. Aber reichlich Rechtsprechung, bspw. Landgericht Berlin Urteil vom 16. November 1998 - 51 S 292/98.

Kommentar von daydr3ams ,

Wow okay, danke für die antwort !

Kommentar von mepeisen ,

Das ist bei jedem Kreditkartenunternehmen anders

Nein

hängt von der Situation ab

Ja.

Im Endeffekt gilt immer das Gesetz und das hier relevante lässt sich nicht von irgendeinem Zahlungsdienstleister aushebeln, auch wenn er das gerne machen würde. §675u BGB besagt: Das Unternehmen ist verpflichtet, das Konto auf den Zustand zu bringen, als habe es diese Zahlung nie gegeben, sollte eine nicht autorisierte Zahlung vorliegen.

Wie du richtig sagst, kann dagegen nur die grobe Fahrlässigkeit sprechen. Beispiele für grobe Fahrlässigkeit gibt es zu Hauf. Wichtig ist, dass man seine Daten nicht weitergibt (auch nicht an Verwandte u.ä.) und dass man den Verlust der Kreditkarte möglichst sofort anzeigt und sie sperren lässt.

Paypal ist ein nettes Beispiel dafür, wie mit vermeintlicher Marktmacht und Panikmache immer wieder versucht wird, dann das Geld am Ende doch regelrecht zu erpressen vom (vermeintlichen) Kontoinhaber. Vor Gericht gehen solche Fälle aber nie, da sie wissen, dass sie das nicht durchsetzen können.

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