Frage von universal1997, 145

Wer würde auch gerne in der vorindustrielle bzw. in einer anderen Zeit leben wollen ?

Die negativen Aspekte sind mir alle bekannt: Geringe Lebenserwartung ( wobei dies auf die hohe Kindersterblichkeit zurückzuführen ist), geringer Ausbau der Infrastruktur, schlechte medizinische Versorgung; um nur einige zu nennen. Zudem hatte man weniger technische Hilfsmittel zur Verfügung. Somit war man gezwungen, erfinderisch zu sein und das Leben verlief viel langsamer und weniger hektisch als heute. Es war alles ursprünglicher Um von A nach B zu kommen, hatte man keine Navigation (außer einer Karte), womit jede Reise ein Abenteuer war. Natürlich war dann die Gefahr, sich zu verirren, größer, aber auf dem Weg passierte einem viel mehr und man entfeckte auch viel mehr als heute. Heutzutage benutzt man Verkehrsmittel, um vom A nach B zu kommen. Dabei muss man schon sehr viel Glück haben, auf etwas ausergewöhnliches, natürliches zu stoßen. Darüber hinaus hatte des Leben auch einen tieferen Sinn, nämlich die eigene Existenz zu sichern und eine Familie zu gründen. Aus diesem Grund erst kam es zu den bahnbrechenden Erfindungen .Es gab auch viel mehr Idealisten als heutzutage.

Die Menschen von heute " schwimmen mit der Zeit mit " und erfreuen sich an den Innovationen, die die Menschen vor langer Zeit entdeckt haben. Ihr Leben besitzt nur noch zu einem gewissen Teil einen Sinn. Sie sind kalt, haben nur noch ein Herz für Geld und Menschen werden nur noch als Tiere betrachtet, die " Leistung " erbringen sollen. Kurzgefasst: Mehr Menschen, weniger Menschlichkeit. Ich denke auch, dass die Architektur der jeweiligen Zeit die Menschen der jeweiligen Zeit widerspieglt. "Moderne" Architektur ist kalt, monoton und hässlich, wie die heutige Gesellschaft (Ausnahmen bestätigen die Regel)

Ich entschudlige mich, wenn der Text zu lange geraten ist und danke dafür, dass du dir die Zeit genommen hast, den Text bis zum Ende zu lesen ( wenn nicht, danke ich dir trotzdem ;) Zudem entschuldige ich mich für etwaige Rechtschreibfehler Ich hoffe, man weiß, auf was ich hinauswill.

Über Antworten würde ich mich freuen.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Tanzistleben, 46
Moderne/ heutige Zeit

Da wir keine andere Wahl haben, im Hier und Jetzt. Außerdem sind wir in Mitteleuropa mit der heutigen Zeit sehr gut bedient.

Das Reisen "nur mit Karten" scheinst du ein wenig zu unterschätzen. Ich stamme noch aus einer Zeit, in der man sich GPS, Navigationsgeräte für jedermann, etc. nicht einmal im entferntesten vorstellen konnte. Trotzdem haben wir uns auch auf weiten Reisen nie "verirrt" und sind immer ans Ziel gekommen. Und wenn du bedenkst, wie lange Schiffe ausschließlich mit Seekarten und Sextanten zur Navigation auskommen mussten und trotzdem sicher ihre Häfen in vorgegebenen Zeiten erreicht haben, kann das so schlimm nicht gewesen sein! ;-)

Und von wegen weniger hektisch....ich weiß nicht. Ich fürchte, das galt nur für sehr reiche und adelige Menschen, die über ausreichend Dienstboten verfügten, die sie unter schlechtesten Arbeitsbedingungen herumscheuchen konnten. Bedenke, die einzige Freizeit war oft der Sonntagnachmittag, die normale Arbeitszeit betrug oft 14 Stunden pro Tag! Es gab keinerlei Absicherung, keine Versicherungen, keine Kammern und Gremien. Die Leute lebten ständig in Angst und Sorge von jetzt auf gleich auf die Straße gesetzt zu werden, wenn dem Dienstherren etwas nicht passte. Ich glaube kaum, dass das entspanntes, stressfreies Arbeiten und Leben zuließ.

Mein Urgroßvater war Fleischer in einem großen Wiener Schlachtbetrieb und gehörte der privilegierten Mittelschicht an. Er hatte eine geregelte Arbeitszeit von 12 Stunden pro Tag, und er hatte den ganzen Sonntag frei. Das waren schon unglaubliche soziale Errungenschaften! Mit seinem Verdienst konnte er es sich leisten, für sich und seine Familie (Ehepaar mit zwei Töchtern) eine Zimmer-Küche-Kabinett-Wohnung (Wasser und Toilette selbstverständlich am Gang) zu haben, ohne zusätzlich "Bettgeher" aufnehmen zu müssen. Außerdem konnte er seiner Frau 1 x pro Monat eine Wäscherin für die große Wäsche zur Seite stellen. Damit war die Familie weit besser gestellt, als der Großteil der arbeitenden Bevölkerung. Leicht war das Leben trotzdem nicht und meine Oma erzählte oft, wie erschöpft der Vater abends war, wenn er nach Hause kam.

Die Straße, in der sie lebten, war sehr belebt, weshalb es nahezu Tag und Nacht sehr laut war. Pferdegetrappel, Fuhrwerke, ab 4:00 früh Gescheppere von Milchfuhrwerken, Geschrei von Schaffnern der Pferdestraßenbahnen, etc. Oma lebte später in einer Straße, in der ca. im 5-Minuten-Takt städtische Busse in beide Richtungen durchfuhren und in der überhaupt reger Autoverkehr herrschte. Sie bezeichnete diese Straße immer als "ausgesprochen ruhig".......

Von der medizinischen Versorgung gar nicht zu reden. Omi bezeichnete sich immer als sehr glücklich, dass sie ihre Kinder in den 30er Jahren zur Welt bringen konnte und es damit schon viel besser hatte, als ihre Mutter zu Beginn des Jahrhunderts, als nicht nur die Säuglingssterblichkeit sehr hoch war, sondern auch jene der Mütter, entweder während den Geburten oder im Wochenbett.

Daher ganz sicher "nein, danke" zur vorindustriellen Zeit, aber auch noch zur Zeit während und kurz nach der Industrialisierung. 

Sorry, das ist jetzt auch ein wenig lang geworden, aber vielleicht hat ja jemand Lust, den Text zu lesen!

Kommentar von Schwoaze ,

Ich stimme Dir voll und ganz zu. Meine Ahnen waren Bauern und hatten  ein Fuhrwerks-Unternehmen (Pferdefuhrwerke!!!), einen Handel mit Sodawasser, also auch nicht die unterste Schicht.  Trotzdem war das Leben mühsam und so anstrengend, dass man sich das heute kaum vorstellen kann. Zumindest hungern haben sie nicht müssen. Und nicht einmal DAS war selbstverständlich!

Kommentar von Tanzistleben ,

Eben, das waren drei schwere Berufe auf einmal bei deinen Altvorderen! Und dass sogar schwer arbeitende Menschen um ihr täglich Brot zittern mussten, kann sich heute wohl wirklich niemand mehr vorstellen!

Kommentar von janfred1401 ,

Meine Grosseltern kamen auch aus der Zeit um 1880/90. Sie lebten allerdings auf dem Land. Man Opa war Maurer (wie ich) und da die Maurer im Winter weniger Arbeit hatten, war er auch Bürstenbinder und mit Leib und Seele Musiker. Außerdem hatte natürlich jeder auf dem Land auch zumindest einen Garten und jede Menge Viehzeug. Kinder wurden sehr früh mit in alle anfallenden Hausarbeiten eingebunden. Das war für die Kinder mit Sicherheit hilfreicher, als wenn die Kids heutzutage stundenlang hinter der Glotze oder PC hängen.

Meine Grosseltern sind alle um die 90 Jahre alt geworden und trotz ihrer Kriegserlebnisse usw. habe ich nie erlebt, dass sie ihre Vergangenheit negativ geschildert haben, oder im nachhinein über Strapazen gejammert haben.

Also kommt es sehr darauf an, wie jemand seine Vergangenheit schildert, bzw. wie optimistisch seine Lebenseinstellung in dieser Zeit war. Das prägt dann auch die Einstellung, die man zu der Zeit bekommt, wenn man diese Geschichten von Zeitzeugen hört.

Siehe meine Antwort.

Kommentar von Tanzistleben ,

Damit hast du auf jeden Fall recht! Meine Oma war trotz aller bosen Erlebnisse und Schicksalsschläge ein durch und durch positiver und optimistischer Mensch.

Generell möchte ich nur noch sagen, - ohne irgendwelche Leistungen schmälern oder Lebensumstände schön reden zu wollen - dass das Leben auf dem Land und in der Stadt damals doch sehr unterschiedlich waren. Die drückende Wohnungsnot in den Städten, die Schwierigkeit, an gesunde, frische Lebensmittel heranzukommen, Lärm und Gestank, etc. haben das Leben,  besonders nach den beiden Kriegen sicher nicht besser gemacht. Dazu die Abhängigkeit von schlechten Dienstgebern, aber die gab es ja auf dem Land auch.

Kurz, zurückwünschen sollten wir uns diese Zeiten nicht, und sie auch nicht romantisch-verklärt sehen.......

Kommentar von Gimpelchen ,

Tanzistleben, Danke für den Einblick! 

Kommentar von Gimpelchen ,

Ich hätte so gerne die 70'er zurück....da war ich Kind! Alles war da, es gab nicht die überreizte Zeit und es herrschten noch bodenständige Regeln und Gebote ,die uns in den letzten Jahren schlichtweg abhanden gekommen sind . 

Das waren wirklich noch gemütliche Zeiten!

Kommentar von Tanzistleben ,

Das war auch meine Kinder- und Jugendlichen-Zeit - ich war 1970 12 - und du hast sicher recht, Gimpelchen, es war noch gemütlicher. Andrerseits......medizinisch gesehen bin ich schon sehr froh, heute zu leben. In den letzten 45 Jahren hat sich da schon sehr viel zum besseren gewendet.

Auch erinnere ich mich noch sehr gut, wie wenig Toleranz es in vielen Dingen gegeben hat. Langhaarige Männer standen stets im Mittelpunkt der Kritik, Homosexualität stand zum Teil noch unter Strafe (!!!), der legale Schwangerschaftsabbruch musste erst mühsam erkämpft werden und mit den Frauenrechten war es auch noch nicht wirklich weit her. Nein, ich glaube, auch diese Zeit möchte ich nicht mehr zurück haben........

Kommentar von janfred1401 ,

ich war 1975 12j. alt und schon Hard Rock fan. Also immer die Haare bis auf die Schultern. Meine Eltern waren sehr tolerant. Später war ich wohl einer der ersten mit Irokesenschnitt in 50km Umkreis :-)

Es war eine sehr wilde Zeit aber mit Sicherheit schöner als es heute die meisten 18jährigen haben. Es war alles ehrlicher. Heute zählt nur noch die Show.

Kommentar von Tanzistleben ,

Damit hast du sicher recht! 

Kommentar von Gimpelchen ,

Hallo janfred1401,

Deine letzten Zeilen sprechen mich sehr an. Das ist ebenfalls ein Punkt, über den ich häufiger nachdenke.  Nämlich unsere Jugend Zeit... Du bist vier Jahre älter als ich, doch in den Siebzigern und Achtzigern war alles wesentlich intensiver und atmosphärischer als in der heutigen Zeit.

 Wir haben viel mehr gemeinsam gemacht , haben uns untereinander getroffen,  Frühstücke organisiert und sind abends mit selbstgemachten Salaten durch die Gegend gelaufen, um uns gegenseitig zu besuchen.

Heute wird auf GuteFrage.de gefragt,was man machen soll.Man sei zu dritt !!!! und langweile sich!!!!!

Zu unserer Zeit gab es noch richtige Cliquen/  kleine Grüppchen,   die sich so stark gefühlt haben. Es war einfach eine super Atmosphäre mit 4 oder 5 Leuten am späten Nachmittag noch irgendwo durch die Straßen zu ziehen  und nur Quatsch zu machen.🙃

Davon merke ich heute so wenig. Ich habe zwei Tageskinder, in fast jugendlichem Alter, seit  2 Jahren hocken die nachmittags vor dem PC und spielen stundenlang mit ihren Freunden aus der Nachbarschaft. Ich mit meinen damals 12 /13 Jahren, habe mich mit Nachbarskindern auf dem Feld getroffen... wir sind gemeinsam Rad gefahren zu irgendwelchen Bächen oder Teichen und haben dort irgendein irrwitziges Zeug gemacht. 

Ja, sowie ' Tanzistleben' schon schrieb, damals gab es null Toleranz anderen gegenüber, das erinnere ich auch noch. Bin froh,dass wir da weiter gekommen sind! Auch andere Errungenschaften und Fortschritte will ich nicht missen... Aber trotzdem fehlt mir diese Ruhe in der Bevölkerung ...auf dem Arbeitsplatz ....alles war nicht so furchtbar krass aufgeregt wie heute.

Das Wochenende war manchmal sehr langweilig, und wehe ich habe auf den Sonntag meinen Kaninchenstall sauber gemacht. Wow, das gab aber Ärger! Denn Sonntag hatte man nicht zu arbeiten! (Komischerweise hatte ich gerade immer am Wochenende Bock auf meinen Kaninchenstall....😎)

Ach ja....bin doch noch gar nicht so alt, könnte aber noch stundenlang schreiben. 🙈

Danke fürs Lesen! 🌼🌻🌼

Kommentar von janfred1401 ,

Ich lese das gerne weil es genauso war. Einzig mit der "fehlenden Toleranz" - das kann ich absolut nicht nachempfinden. Bei uns sind Ende der 60er Jahre die ersten Türken ins Dorf eingezogen. Am Anfang zwar die Vorurteile wie: "jeder Türke hat ein Messer einstecken und macht auch davon Gebrauch" usw. Wenn ich für meine Mutter einkaufen ging, musste ich bei ihnen vorbei und habe mir bald in die Hosen geschi***en. Aber schon kurze Zeit später waren all türkischen Kinder der drei bis 4 Familien integriert und hatten deutsche Freunde. Einige meiner besten Jugendfreunde waren Türken (aus der tiefsten anatolischen Provinz) und wir sehen uns heute noch. Die wilde, aber tolerante Jugend (hauptsächlich durch die Erziehung meiner Eltern aber auch weil uns im ganzen Umfeld Toleranz vorgelebt wurde) hat mich bis heute sehr geprägt.

Eine Story noch zu Toleranz so um die 1971 (ich war 8). Wir sind im Winter Schlitten gefahren. Steile Abhänge und ohne jede Angst auf dem Bauch liegend. Ich habe dann mit hoher Geschwindigkeit ein türkisches Nachbarmädchen "über den Haufen gefahren". Sie ist durch die Luft geflogen und hatte starkes Nasenbluten, mir ist nichts passiert und ich wollte mich einfach davon machen. Meine 3 Jahre ältere Schwester hat es aber gesehen und hat mir "befohlen" das vielleicht 5 oder 6 jährige Mädchen nach Hause zu bringen und mich bei ihren Eltern zu entschuldigen. Ich hab das dann gemacht und die Eltern des Mädchens haben mir ein Glas Tee angeboten und ich musste mich hinsetzen und wurde unwahrscheinlich nett behandelt. Im Raum auch ein Holzofen und saugemütlich. Ich war später sehr oft dort, denn 2 Brüder des Mädchens wurden sehr gute Freunde.

Ich habe da manchmal das Gefühl, das Toleranz regional sehr viel verschieden gehandhabt wird. Auch heute noch. Der Besitzer meiner Stammkneipe ist Türke. In meinem Umfeld hat keiner etwas gegen Flüchtlinge - in unserer Familie eh nicht.

Kommentar von Tanzistleben ,

Das ist eine schöne Geschichte und so sollte es ja auch sein! Allerdings macht es sicher einen großen Unterschied, ob man am Land aufgewachsen ist, oder in einer Großstadt. Mit drei, vier Gastarbeiterfamilien in Kontakt zu treten, war und ist sicher einfacher, als einer großen anonymen Masse gegenüberzustehen, die noch dazu deutlich zeigt, lieber unter sich bleiben zu wollen. Bei uns in Österreich waren es anfangs hauptsächlich Gastarbeiter aus Ex-Jugoslawien. Es gab damals eine Plakatkampagne, darauf waren ein sehr südländisch aussehender Mann und ein kleiner Junge zu sehen. Der Text lautete (ins Hochdeutsche übersetzt): "Ich heiße Kolaric, du heißt Kolaric. Warum sagt man zu dir Tschusch?" "Tschusch" war die nicht sehr freundliche Bezeichnung für jugoslawische Gastarbeiter. Die Namensgleichheit resultierte daraus, dass ja viele Menschen aus den ehemaligen Kronländern der k. & k. Monarchie schon lange in Wien ansässig waren.

Ich habe auch nichts gegen Menschen aus anderen Ländern, egal,  welcher Herkunft, Hautfarbe und Religion sie sind. Dazu habe ich selbst viel zu lange im Ausland gelebt und gearbeitet. Ich habe nur etwas gegen mangelnden Integrationswillen und fehlende Sprachkenntnisse. Beides wurde mir überall abverlangt und es war für mich immer ein Zeichen des Respekts gegenüber dem Gastland, beides mitzubringen. Aber das ist wohl eine ganz andere Diskussion....... 

Kommentar von Tanzistleben ,

Vielen Dank für das Sternchen! Das freut mich sehr!

Danke aber auch für die interessanten Kommentare hier!

Antwort
von Schwoaze, 54
Moderne/ heutige Zeit

Wir leben in einer großartigen Zeit - zumindest hier in Mitteleuropa.

Es hat noch nie so eine lange Zeit ohne Krieg gegeben. Meine Mutter ist über 80 und sie hat als Kind den 2. Weltkrieg erlebt.  Nicht um alles in der Welt würde ich gerne früher gelebt haben!

Die Zukunft ist zwar verlockend, aber unsicher - natürlich, was denn sonst.

Antwort
von FelixFoxx, 41
Zukunft

In der Zukunft, mit der Hoffnung, dass es bis dahin tatsächlich die Tabletten aus einem Star Trek Film gibt, die neue Nieren wachsen lassen...

Antwort
von janfred1401, 36
Zeit während/nach der Industrialisierung

Ich lebe gerne, auch in der momentanen Zeit. Ich sehe das Leben als eine Herrausforderung und bin Optimist.

Aber man darf ja auch manchmal träumen. Wenn ich die Wahl hätte, würde ich gerne in der Zeit vor rund 120 Jahren leben. Mit dem Beginn der Industrialisierung. Mit den immer neuen technischen Erfindungen bei Autos, Motorrädern und im Luftverkehr.

Auch wenn die Menschen, und besonders die unteren Schichten, es wirklich sehr viel schwerer hatten. Ich glaube das Leben in der Zeit war mindestens so interessant wie heute.

Als über 50 jähriger hatte ich auch noch das Glück mir von meinen Grosseltern viele stundenlange Geschichten aus deren Jugend anzuhören. Sie waren beide Jahrgang so um die 1890, konnten also erzählen, wie es war, als das erste Auto durch ihren Ort fuhr, oder wie jemand in der Verwandschaft sein erstes Motorrad bekam. Selbst die negativen Erlebnisse wie zwei erlebte Weltkriege und die Vertreibung aus dem Sudetenland wurde immer so wiedergegeben, das es sich kaum negativ anhörte, sondern wie abenteuerliche Erlebniss. Ich konnte schon als 6 jähriger meiner Oma stundenlang zuhören.

Kommentar von Tanzistleben ,

Das fehlt mir bis heute sehr! Die vielen Erzählungen meiner Omi (der Opa ist im Krieg gefallen, die anderen Großeltern habe ich auch nie kennengelernt), die sehr spannend waren, aber irgendwie immer ein positives Ende hatten.

Zudem konnte ich Omi, die ein sehr vielseitig interessierter, politisch denkender Mensch war, immer fragen, wie sie verschiedene politische Entwicklungen erlebt hat, welche Schlüsse sie daraus gezogen hat. Beim Lesen von Büchern, wie z.B. "Auch das war Wien" von Friedrich Torberg, war es sehr interessant und hilfreich,  Omi immer fragen zu können, wie das für sie in unserer Heimatstadt war, was sie geglaubt,  bezweifelt, gedacht hat. Das vermisse ich bis heute schmerzlich.......

Kommentar von janfred1401 ,

Am Anfang haben wir unsere Grosseltern 2-3 mal im Jahr besucht. Besonders gemütlich war das im Winter mit Holzofenherd in der Küche. Die Oma am stricken und am erzählen und ich hab zugehört und mich wohl gefühlt. Später haben sie bei uns in der Einliegerwohnung gelebt. Ich hab über 15 Jahre viele Geschichten sehr oft angehört, das war aber, wie wenn man ein gutes Buch mehrmals liest. Das einzigste was mich schmerzt ist, dass die auch heutige ältere Generation von Rentnern so wenig respektiert wird, für das was sie geleistet hat.

Kommentar von Tanzistleben ,

Das unterschreibe ich sofort! 

Antwort
von TimeosciIlator, 25
Zukunft

Wenn ich mir vostelle, was in der Zukunft alles möglich sein könnte und ich sie leider nicht mehr erleben darf, macht mich das schon ein wenig neidisch auf diejenigen, denen dies nicht vorenthalten bleibt.

Es könnte dann Folgendes geben:

- Musikrichtungen im Mainstream, welche aus der heutigen musikalischen Sackgasse wieder herausfinden. Es kommt zum Comeback der Good Times, welche bekanntlich in den 60er - 80er Jahre stattfand - nur eben mit völlig neuer Musik !

- Elektroautos, welche sich während der Fahrt per Wlan selbst "betanken".

- Energieerzeugung mittels Kernfusion

- 100% funktionierendes Meteoritenabwehrsystem

- Nutzung von Antimaterie so wie bei Raumschiff Enterprise

- Transporter (also Gerätschaften, welche das Beamen ermöglichen)

Klar gibt es auch jede Menge Szenarien, warum es in der Zukunft möglicherweise äußerst ungemütlich werden könnte. Rohstoffknappheit, Umweltverschmutzung sowie Überbevölkerung sprechen da allein schon eine deutliche Sprache.

Aber sind nicht gerade die scheinbar unlösbaren Probleme immer eine ganz besondere Herausforderung für unsere Forschung und Wissenschaft ?

Antwort
von Trogon, 57
Zukunft

Volles Risiko, in der Zukunft, obwohl es seit ca. 10 Jahren massiv bergab geht und die Zukunft eigentlich nicht so rosig aussieht. Vllt eine Reise in das Totale Chaos. Aber die Neugier ist größer.

Leider kann man ja nicht nonstop zwischen 1980 und 2010 leben.

Antwort
von NoNewFriends12, 75
Zukunft

Die zukunft ist natürlich sehr interessant. Neue techniken und alle die anderen kleinen veränderungen würden mich reizen. Selbstverständlich auch die Längere lebenserwartung.

Kommentar von universal1997 ,

Das ist mir auch durch den Kopf gegangen. Wenn die Menschen aber so weiter machen wie bisher, wage ich zu bezweifeln, dass die Erde, in naher Zukunft, noch existieren wird.

Kommentar von Trogon ,

Genau meine Angst. Bin jetzt 56. wäre ich jünger hätte ich nicht die Eier dazu. Und auch jetzt schwierige Entscheidung. Mit 76 wäre es klar...... Nur Zukunft.

Antwort
von schnoerpfel, 21
Vorindustrielle Zeit

Für ein paar Wochen einfach mal weg von Handy-Generve, Globalisierungsscheiß und tristen, faden Beton- und Glasbauten, die schmucklos irgendwo hochgezogen wurden. Weg von der weltweiten Vernetzung, vom gläsernen Menschen und von pseudo-sozialen Netzwerken, die statt realen Kontakten viel zu oft Isolation zur Folge haben.

Expertenantwort
von kami1a, Community-Experte für Medizin, 47
Zeit während/nach der Industrialisierung

Hallo!

Die negativen Aspekte sind mir alle bekannt

Auch richtig eingeschätzt? Nur 1 Beispiel : Gerade wenn man nicht mehr ganz jung ist hat man schon vieles bei den Zähnen erlebt.

Und das alles ohne Betäubung??

Alles Gute.

Kommentar von universal1997 ,

Jede Medaille hat eine Kehrseite. Aber prinzipiell hast du Rechz

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