Frage von Schwarzcore, 75

Wer weiss, bis zu welchem Höchstalter man Sozialstunden bekommen kann und wie die Obergrenze an Stunden lautet?

Ich meine es gibt oder gab zumindest Grenzen für beides wie auch für Bewährung, oder?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von furbo, 44

Eine Obergrenze in Zahlen gibt es nicht, die Anzahl der Sozialstunden muss  angemessen und zumutbar sein. 

Sozialstunden sind in erster Linie im Jugendstrafrecht anzutreffen.

Allerdings kann auf Antrag eine Geldstrafe in Sozialarbeit umgewandelt werden. Basiert auf § 43 EGStGB, wonach die Bundesländer selbst entscheiden, ob sie es zulassen.  Ein Tag Ersatzfreiheitsstrafe entspricht normalerweise 6 Stunden Sozialarbeit. Damit können auch lebensältere Straftäter Sozialstunden leisten.

Antwort
von grubenschmalz, 46

Sozialstunden bekommt man nur nach Jugendstrafrecht, hier ist die Grenze 21 Jahre.


Wobei im Alter von 18-21 Jugendstrafrecht angewendet werden kann, nicht muss. 

Kommentar von Schwarzcore ,

Ich mein das Jugendstrafen in Ausnahmefällen auch bis zu einem höheren Alter verhängt werden können. Aber jemand sagte mir er hätte 1200 Sozis bekommen. Ein andererer sagte mit 50 kann man noch Sozialstunden bekommen. 

Kommentar von Jurius ,

Jugendrecht kann bis einschliesslich 20 Jahre angewendet werden, ab dem 21. Geburtstag nicht mehr. Wobei es dabei auf das Alter zum TATZEITPUNKT ankommt. Es kann also auch ein z.B. 25jähriger noch nach Jugendrecht verurteilt werden, wenn er wegen einer Tat verurteilt wird, die er 5 Jahre zuvor (als 20jähriger) begangen hat.

Sozialstunden gibt es auch im Erwachsenenrecht (nur nicht als "direkte" Sanktion wie im Jugendrecht). Aber als z.B. Bewährungsauflage oder Auflage zu einer Verfahrenseinstellung nach § 153a StPO. Ferner können, wie schon erwähnt wurde, Geldstrafen in Sozialstunden umgewandelt werden. Daher kann auch ein 70jähriger noch Sozialstunden bekommen, nur eben nicht nach Jugendrecht.


PS: 1200 Stunden wären bei einer umgewandelten Geldstrafe von 200 Tagessätzen denkbar. Als Sanktion im Jugendrecht eher nicht, es sei denn aus mehreren Urteilen zusammengerechnet.

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