Frage von MargaretB, 54

Wer war Isebel (Jezebel)?

Hi! Wer war Isebel? 

Ich habe nämlich gelesen.....Als Isebel vom Turm fiel...

Um was geht es dabei? Ich habe das nicht in der Bibel oder so gelesen.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von kdd1945, 54

Hallo MargaretB,

vielen Dank für deine interessante Frage: Wer war Isebel (Jezebel)?

In 1. Könige 16:30, 31 (NWÜ Studienbibel) wird erklärt, woher Isebel kam.

30 Und Ạhab, der Sohn Ọmris, trieb es dann schlimmer in den Augen Jehovas als alle, die vor ihm gewesen waren.+ 31 Und es geschah — [als ob es] das Geringste+ für ihn [gewesen wäre], in den Sünden Jerọbeams,+ des Sohnes Nẹbats, zu wandeln —, dass er jetzt Ịsebel+, die Tochter Ẹthbaals, des Königs der Sidọnier+, zur Frau nahm+ und begann, hinzugehen und dem Baal zu dienen+ und sich vor ihm niederzubeugen. 

Der König des 10-Stämme-Reichs Israels nahm sich die den Baalskult fördernde lsebel zur Frau, wahrscheinlich aus politischen Gründen.  

Nachdem er diese Verbindung eingegangen war, bestand der nächste Schritt erwartungsgemäß darin, dass er seiner dem Baalskult ergebenen Frau zu gefallen suchte, indem er einen Tempel und einen Altar für Baal baute, einen „heiligen Pfahl“ (ein Phallussymbol) errichtete und sich dann mit ihr an diesem Götzenkult beteiligte.

Isebel gab sich damit, dass der Baalskult vom Thron offiziell anerkannt worden war, nicht zufrieden, sondern bemühte sich, die Anbetung Jehovas aus dem Land auszurotten. Sie befahl daher, alle Propheten Jehovas zu töten, doch Gott forderte Elia auf, in das Gebiet jenseits des Jordan zu gehen; und Obadja, der Palastverwalter, hielt 100 andere Propheten in Höhlen versteckt (1Kö 17:1-3; 18:4, 13).

Als Ahab starb, folgte ihm zunächst Isebels Sohn Ahasja auf den Thron, der zwei Jahre regierte. Ihm folgte Joram, ein anderer ihrer Söhne, der 12 Jahre regierte, bevor Ahabs Dynastie schließlich endete (1Kö 22:40, 51-53; 2Kö 1:17; 3:1).

Während der Herrschaft ihrer Söhne beeinflußte Isebel — jetzt als Königinmutter — das Land weiterhin durch ihre Hurereien und Zaubereien (2Kö 9:22). 

Als Isebel erfuhr, dass Jehu ihren regierenden Sohn Joram getötet hatte und auf dem Weg nach Jesreel war, schminkte sie sich kunstvoll die Augen, machte ihr Haar schön zurecht und setzte sich in ein Fenster, von dem aus sie auf den Palasthof hinabschaute. 

Sie begrüßte den Sieger bei seinem triumphalen Einzug mit den Worten: „Ist es Simri, der seinen Herrn getötet hat, gut ergangen?“ Dieser sarkastische Gruß war vermutlich eine versteckte Drohung, denn Simri hatte — 7 Tage nachdem er seinen König getötet und den Thron an sich gerissen hatte — Selbstmord begangen, als sein Leben in Gefahr war (2Kö 9:30, 31; 1Kö 16:10, 15, 18).

Jehus Antwort auf diesen feindseligen Empfang lautete: „Wer ist mit mir? Wer?“ Als zwei oder drei Hofbeamte herausschauten, befahl er: „Laßt sie herunterfallen!“ 

Durch die Wucht des Aufpralls bespritzte ihr Blut die Mauer und die Pferde, und sie wurde niedergetreten, wahrscheinlich von den Pferden. Kurz danach, als Männer kamen, um diese „Tochter eines Königs“ zu begraben, stellten sie fest, daß Straßenhunde mit ihr bereits so gut wie vollständig aufgeräumt hatten, wie dies durch „das Wort Jehovas, das er durch seinen Knecht Elia“ geredet hatte, vorhergesagt worden war. Nur der Schädel, die Füße und die Handflächen waren von ihr übriggeblieben als Beweis, daß alles, was Jehova sagt, eintrifft (2Kö 9:32-37).

In Off 2:18-23 wird "ein Weib" mit Isebel verglichen.

Grüße, kdd

Kommentar von kdd1945 ,

Anhand von Daten aus der Wachtturm ONLINE-BIBLIOTHEK

Antwort
von Whitekliffs, 38

Hallo Margaret

hab mich schon gefragt wie es dir geht :-)

Die Geschichte von Isebel könntest du in der Bibel nachlesen. Hier hab ich dir alle Stellen herauskopiert, wo Isebel drin vorkommt. Willst du es im Zusammenhang lesen, fang dann vielleicht bei 1.Könige 18 an. Das gehört zum Alten Testament. Das Alte Testament ist für beginnende Bibeleser schwierig zu verstehen.

http://www.bibel-online.net/suche/?qs=isebel&translation=3

Kommentar von MargaretB ,

danke fürs Antworten :D Mir gehts gut! Ich lese es mir heute noch durch. Ach, mir ist vor ein paar Tagen etwas total tolles passiert (seit dem ich mich richtig zu Gott "gewand" habe) bloss manchmal habe ich immer noch etwas negatives (das es ihn nicht gibt,alles Zufall ist... bin ja Atheistisch augewachsen) im Hinterkopf, naja und das nicht so toll...denkst du das geht nach einiger Zeit weg??? LG Margaret :D

Antwort
von mmolthagen, 26

Hallo Margaret,

zu Isebel siehe 1. Könige 16,31; 18,4-19; 19,1-2; 21,5-25; 2. Könige 9,7-37.

Der Tod Isebels wird in 2. Könige 9,30-37 beschrieben (http://www.bibleserver.com/text/HFA/2.K%C3%B6nige9). 

Der "Turm" ist ein balkonartiges Präsentationsfenster am Königspalast. Zwei oder drei Hofleute stoßen Isebel auf Befehl des neuen Königs Jehu aus dem Fenster.

Dabei ist zu beachten, daß Isebel den neuen König bewußt verspottet und ihm ihre Verachtung gezeigt hat.

Isebel war Tochter des Königs von Sidon, Etbaal, der ein früherer Priester der Astarte gewesen sein soll. Die Nichtjüdin heiratete den israelischen König Ahab, förderte sowohl den Baalskult als auch den Ascherakult in Israel und trachtete danach, die israelischen Propheten auszurotten. Sie wurde etwa 60 Jahre alt.

Grüße

Michael

Antwort
von tinimini, 37

Isebel – Die Powerfrau . Es ist ein politisches Thema im Mittelpunkt, bei dem eine Frau eine wesentliche Rolle spielt,das Thema Isebel führt uns in eine  politische Situation .928 bis 720 vor Christus gab es in Israel zwei Königreiche: Israel und Juda waren die beiden getrennt nebeneinander existierenden Reiche. Das ging so bis zum Untergang Samarias, der neuen Hauptstadt des Nordreichs namens Juda. In diesem Nordreich herrscht ein König, der einen Sohn hat: Das ist der König Omri und dessen Sohn Ahab, der sich eine ganz besondere Frau leistet. Wieso hat es eigentlich diese zwei Königreiche gegeben? Haben die Juden damals vergessen, dass ihnen Jahwe eigentlich nur einen König zugedacht hatte, der der Gesalbte des Herrn sein sollte? Es geht hier um die Wiedervereinigungsproblematik. Unter Saul waren versuchsweise diese schwierigen zwölf Stämme Israels, die wir seit Jakobs Zeiten kennen, unter einen Hut gebracht worden. Diese ganze Sache ist aber sehr kompliziert und es deuteten sich auch schon Schwierigkeiten zwischen Thron und Altar, also zwischen Saul und Samuel an, denn zwischen den beiden klappt es überhaupt nicht. Das Volk aber schrie: "Wir wollen eins sein!" Das kommt uns auch heute noch bekannt vor. Der Wiedervereiniger schlechthin, dem die Wiedervereinigung in ganz großem Stile gelingt, war David. 40 Jahre lang ist David der große Wiedervereiniger. Sein Sohn Salomo genießt nach ihm die Früchte des Davidischen Reiches. Alles ist vereinigt: Israel erstreckt sich vom heutigen Eilat bis in den Norden zu den Golanhöhen. Auch ganz Jordanien gehört dazu und es herrschte Friede.Aber die großen Männer versagen häufig bei der Bestellung ihrer Nachfolger zu ihren Lebzeiten. Denn Nachfolger muss man sich erst mal heranziehen: Sie fallen nicht wie Schnee vom Himmel. Salomo und all die anderen versagen auf diesem Gebiet total. Als Salomo stirbt, ist sein Sohn Rehabeam nicht in der Lage, dieses vereinigte Königreich zusammenzuhalten. Es bricht auseinander und es gibt wie zuvor wieder zwei Reiche. So kam es zur Situation. In der Zwischenzeit sind mehrere Jahrhunderte vergangen. Die Könige des Nordreichs aus der Samaria, dem heutigen Nablus, und die judäischen Könige aus dem heutigen Hebron, die dann später nach Jerusalem gehen, vertrugen sich mal besser, mal weniger gut: Wenn es einen gemeinsamen äußeren Feind gibt, können sie recht gut miteinander. Und solche Feinde von außen gibt es noch eine ganze Menge. Da gab es z. B. die Bedrohung durch Aram: Das ist die Gegend des heutigen Syriens. Das waren große Könige, die in der Stadt Damaskus herrschten. Wenn es äußere Gefahren gibt, dann schließen sich diese beiden Reiche zusammen. Wenn es aber keine äußere Gefahr gibt, dann schlagen sie sich untereinander. Genau diese Situation herrschte zu Zeiten des Omri. Man kann das genau Datum heute nicht mehr feststellen, aber ich glaube, dass die Isebel als Tochter des Königs von Sidon, dem heutigen Tyrus, das im Libanon liegt, circa 800 vor Christus geboren wurde. Ihr Geburtsland war ebenfalls ein großes Königreich, denn wir wissen ja schon von Salomo, dass es dieses große. wohlhabende Reich von Sidon gegeben hat: Man handelte von dort aus mit Zedern und betrieb überhaupt vor allem Holzwirtschaft – so wie heute die Finnen oder die Schweden. Man lebte auch damals schon von Export und Import: Das hat es auch schon früher gegeben. Dieser Omri betreibt jedenfalls eine ganz präzise dynastische Politik, eine Politik, die in den Großraum hineinfühlt: Seit dem 9. Jahrhundert vor Christus ist z. B. Assyrien eine aufsteigende Macht, die die ganze Region bedroht. Dies scheint der Grund dafür zu sein, dass Omri sich gesagt hat, er bräuchte nun eigentlich gute Verbündete. Er schaut also nach Tyrus, zu den Sidoniern und deren wichtigem Herrschaftsbereich. Er meint, dass es das Beste wäre, mit den Leuten eine Verwandtschaft zu begründen. Wenn wir die damalige politische Großwetterlage betrachten .bräuchten wir eine große Landkarte. Es gibtdies aufstrebende Reich Assyrien: Das ist für damalige Verhältnisse sehr weit weg, denn dieses Reich lag da, wo sich heute in etwa Teheran und Persien befindet. Das war das Ende des bekannten Landes: Hinter dem Hindukusch wusste man nichts mehr. Man dachte, dort sei die Erde zu Ende. Die Welt erstreckte sich wie ein Brett vom östlichen Ende Persiens, vom Hindukusch, bis nach Gibraltar. Rechts und links davon befand sich der damaligen Ansicht nach das Nichts. Dieses neue Reich Assyrien bedroht den ganzen Mittleren Osten. Assyrien erobert dann später auch dieses Gebiet. Dazwischen saß damals vor der Eroberung noch das Reich Aram,mit der Hauptstadt Damaskus. Im Süden saß das alte Ägypten, das mit dem heutigen Ägypten allerdings nichts mehr zu tun hatt. –

Kommentar von tinimini ,

 Dies gilt höchstens für die heute christlichen Kopten, die zumindest ihrem Namen nach auf dieses alte Ägypten verweisen. So sah damals die politische Großwetterlage aus. In dieser Lage besaß Salomo so viel Verstand – deswegen hatte er ja auch den Erfolg –, ringsherum Verbündete zugewinnen. Er schloss z. B. die geschäftlichen Verbindungen mit Tyrus. Auf dem Handel aufbauend konnte man damals schon Frieden schaffen. Damit wächst der Wohlstand. So war das zur Zeit Salomos arrangiert. Omri spürteebenfalls die drohenden Gefahren weit im Osten. Aus diesem Grund möchte er die bestehenden Verbindungen weiter ausbauen. Sein Nachfolger wird dann Ahab. Das ist sein Sohn. Es geht darum, eine Handlungsbasis gegen den drohenden Feind aufzubauen. Dieses winzig kleineLand der zehn Stämme erstreckte sich in etwa nur auf dem Gebiet der heutigen Westbank. Es gibt damals dort mehrere Hauptstädte: Schilo, Tirza usw. Das ging so lange, bis man sich auf Samaria einigte. Samaria hatte im Laufe der Geschichte viele verschiedene Namen: Sebaste, Nablus, Napoli usw. Das waren all die Namen für diese Stadt Samaria, von der wir sprechen. Napoli nannten sie z. B. die Römer: Das war die "Neustadt". Omri hatte Samaria als Hauptstadt neu gegründet: als Hauptstadt des Nordreichs. Wegen der andauernden Kämpfe mit allen möglichen Völkern bis dahin ist die Hauptstadt von Fall zu Fall schon mal verlegt worden. Omri entschied sich für Nablus. Nablus, damit wir uns das geographisch leichter vorstellen können. Diese Stadt liegt auf einem Erdrücken und befindet sich in der Mitte zwischen Galiläa und Hebron bzw. Jerusalem. Sie liegt an diesem Weg, der das Land verbindet. Von Jesus wird im Evangelium erzählt: "Und er begab sich abermals von Galiläa nach Jerusalem..." Auf dem einfachsten Weg dorthin kommt man immer in Schomron, also in Samaria vorbei. Im Hebräischen hieß diese Stadt darum Schomron, weil Omri den Boden einem Mann namens Schemer abgekauft. Das ist wie auf dem Lande, wo über Jahrhunderte der Name des Urinhabers haften bleibt. Dieses Land gehörte einem gewissen Schemer und Omri hat dann die Stadt darauf gebaut, die letztlich eine Konkurrenz zu Jerusalem sein sollte. Tyrus ist die Hauptstadt und Isebel die Königstochter in einem Reich, das von den Juden her eigentlich ein Reich der Heiden darstellt. Wie kommt denn ein gesalbter König Israels dazu, für den Sohn eine solche Frau auszusuchen? Omri war quasi..längst säkularisiert. Vielleicht ist man in der Zeit noch nicht beim Ein-Gott-Glauben angekommen. Das ist demnachder umgekehrte Fall, denn Säkularisation bedeutet ja, dass ein Gott, der vorhanden war, verschwindet. Gesalbt waren nur die judäischen Könige in Jerusalem. Jerusalem bleibt auch immer das Zentrum: Darum dreht sich die Sache. Die Könige von Juda halten sich für die Träger der Verheißung, die sich von Jakobs Segen über den Stamm Jehuda ableitet. Das wissen wir bei Jesus. Er ist der "Sohn" Davids. Die Salbung ging immer nur auf die Könige in Jerusalem über. Diese Teilung sollte aber gar nicht sein: Denkt man dabei immer an die Jahrzehnte der Teilung in Deutschland. So passt es, dass der Sohn von Omri die Tochter eines ehemaligen Astartepriesters heiratet, denn ein solcher Priester ist der Vater von Isebel wohl gewesen: Er war ganz in diese Kulte einbezogen, denn der Baalskult war am Hof in Tyrus üblich. Dessen Tochter bestimmt Omri als seine Schwiegertochter. Das war nicht der einzige Fall, denn das war gang und gäbe. Auch Salomo hatte schon Prinzessinnen von rings herum geheiratet: Die Hauptfrau Salomos war eine Prinzessin aus Ägypten. Diese Heiraten waren wichtig zur Befestigung des Handels. Denn nach dieser Heirat hat Salomo z. B. Pferde aus Ägypten importiert. Das Pferd war damals das Kriegsgerät. Die Propheten am Hof Salomos rügen diesen Handel. Aus dem Grund kommt z. B. auch bei Jesus der Esel als Tier des Friedens vor. Dass man an den Königshöfen die Söhne und Töchter untereinander verheiratet hat, war auch in unserer Kultur aus politischen Gründen normal.Denken Siehe Maria Theresia. Isebel kommt an den Hof nach Samaria. Ahab, der Sohn von Omri, übernimmt in dessen letzten Jahren mehr oder weniger die Herrschaft über das Land. Das mag vielleicht auch der Grund für die unterschiedlichen Zahlenangaben bei seiner Regentschaft sein: Man spricht da entweder von 871 oder 875 bis 852 bzw. 854 vor Christus. Isebel etabliert sich am Hof. Sie war eine großartige aber auch eine böse Frau, und gut aussehend. Die Geschichte fängt recht schön an: Ahab verliebt sich in sie. Diese Ehe ist nicht nur eine politisch-rationale Verbindung. Hinzu kam , dass das politisch zusammenpasst." Tyrus ist eine Stadt im heutigen Libanon. Der Vater von Isebel war ein mächtiger Mann und ein Heide, dem der Monotheismus fremd war. In Samaria ging es zu der Zeit auch nicht besonders "heilig" zu. Die Heirat mit Isebel stellte daher kein  Problem dar und so tat sich für Ahab mit der Heirat eine gute Zukunft auf.

Kommentar von tinimini ,

 Am Anfang der Geschichte stellt sich bereits heraus, dass Ahab ein Schwächling ist. Isebel aber war schon seid der Wiege an für die große Zukunft erzogen worden. Omri und all diese anderen Könige vor ihm oder nach ihm mussten alle erst ihre Vorgänger wegjagen, mit den Brüdern ihre Kämpfe austragen usw. Man hatte dort keine friedliche Tradition. Ganz nebenbei: Isebel hat einen klingenden Namen. Dieser Name geht zurück auf Zebul und heißt auf kanaanäisch wiederum "Gottheit". Sie ist also eine Tochter der Gottheiten. Leicht verstümmelt geht dieses Wort in das Wort "Beelzebub"über, der wiederum ein wichtiger Gott war. All das steckt schon in dem Namen "Isebel". Schön und energisch war sie obendrein. Ein bestimmtes Siegel, das man in Israel ausgegraben hatte, standen ihre vier Buchstaben drauf. Das Ganze war noch ohne Punktierung, denn im Hebräischen wurde die Punktierung erst im 9. Jahrhundert nach Christus entwickelt und eingeführt. Man hatte also damals dieses Siegel mit ihren vier Buchstaben gefunden.Das ist wie ein Gruß aus uralten Zeiten. Sie hat dann später mit diesem Siegel auch einiges angestellt. Zunächst kommt sie an den Königshof in Samaria und ihre erste Tat scheint wohl die Errichtung eines Baal-Tempels zu sein. Es werden von ihr gleich in Bet-El, also an der Grenze zum Südreich und damit zum Konkurrenzreich in Jerusalem, und im Norden an der Grenze zum heutigen Libanon und zu Syrien wieder zwei goldene Kälber aufgestellt. Es geht mit Volldampf zu dem zurück, was sie von zu Hause kennt. Ahab ist damit einverstanden, denn wir lesen nichts davon, dass er dagegen Widerstand leistete. Sie erzieht auch ihre zwei Söhne in dieser Richtung: An dieser Stelle können wir lesen, dass Ahab das eigentlich nicht so wollte. Diese beiden Söhne, Joram und Ahasja, wollte er an sich schon in seiner eigenen Tradition erziehen: Man merkt nämlich, dass in den Namen der beiden Söhne auf Hebräisch der Name Gottes und damit der Monotheismus als Programm drinsteckt. Nein, die Erziehung übernimmt dann aber sie. Sie haben auch eine Tochter, die Atalja: Sie ist noch ärger als die Mutter. Diese Kinder werden also von Anfang an gleich so erzogen, wie die Mutter das will. Es geht bei dieser ganzen Angelegenheit nicht um Religion: Das ist eine wichtige Feststellung. Denn der Begriff "Religion" kommt im Alten Testament nicht vor. Es geht stattdessen um eine politische Weltanschauung.Isebel wollte eine andere Politik!Sie wollte auf der Tradition von Tyrus aufbauen, auf der Tradition des Vorderen Orients. Ahab selbst interessiert sich schon lange nicht mehr für Jahwe: Ihm ging es lediglich um den wirtschaftlichen Fortschritt. Es scheinen sich in dieser Zeit in Israel auch zwei Klassen gebildet zu haben: die Oberklasse der Besitzenden, denen es aufgrund dieser politischen Konstellation immer besser geht, und die Schicht von eher einfachen Menschen, die am Jahwe-Glauben festhalten. Heute würde man sagen, dass sich die Schere immer weiter auftut. Isebel war dies völlig egal. Sie hat sogar Hunderte Baals-Priester aus Tyrus geholt, die in diesen Tempeln dann ihren Dienst verrichteten. Wer ist der einzige, der den Mut hat, sich dagegen aufzulehnen und das alles zu blockieren? Das ist Elija ,ein Prophet, der sagt, dass es so nicht weitergehen könne. Diese Propheten tauchen auch sonst immer wieder in der mahnenden Rolle auf. Dieser Prophet Elija scheint seinen Rückhalt eher unter den einfachen Leuten besessen zu haben, weil sie an diesem Ein-Gott-Glauben festgehalten haben und wir sehen auch, mit wem er es zu tun hat: z. B. mit der Witwe von Sarepta. Das sind alles einfache Leute, die am Hungertuch nagen. Dieser Mann steht auf dagegen: einsam und ohne Hausmacht, wie man heute sagen würde. Er steht auf gegen die Isebel und sagt: "Das ist nicht das Erbe von Israel und du bist nur eine Angeheiratete!" Den Ahab schreit er an: "Wo bist du, Ahab?" Aber Ahab ist eben ein Schwächling. Isebel und Elija hingegen sind vom gleichen Schlag: Da prallen zwei starke Charakter aufeinander. In einer Apokryphenquelle findet sich z. B. das Zitat von ihr: "Du bist Elija, ich bin Isebel, wir sind vom selben Stoff!" Während der ganzen Zeit ist es ihr wichtig, was er macht – und umgekehrt. Wir hören nie davon, dass sich Ahab einmischen würde, obwohl er der König ist. Sie hingegen versucht den Elija auszurotten: Sie verfolgt ihn bis aufs Blut. Bei ihr wird die Ermordung von Elija wirklich zu einer fixen Idee.Es geht also um die Auseinandersetzung zwischen dem monotheistischen Gott Jahwe und den Baals-Göttern. Dies ist im Grunde genommen der Kern der Geschichte. Elija sagt z. B.: "Wozu haben wir denn diese ganze Geschichte? Wozu sollte sie denn dann gut gewesen sein?" Sie wirft ihm  entgegen: "Ich bin hier die Königin!" Ahab tritt hier kaum auf. Isebel lässt Elija verfolgen. Eine politische Verfolgung, Elija wird müde, aber Isebel gibt nicht auf – und er gibt dann  auch nicht auf. Es kommt zu diesem casus belli, bei dem alles zusammenprallt: Das ist der Fall Nabot.

Kommentar von tinimini ,

Davor gibt es aber noch diese Opferszene der Baals-Priester und der Herbeirufung Jahwes. Wir können bei der Geschichte von Nabot weitermachen. Nabot ist ein typisches Beispiel für den Durchsetzungswillen der Isebel. Ahab ist bereits ein müder, älterer Mann und Isebel macht alles alleine: Sie erzieht die Kinder, sie lenkt den Staat usw. Man sagt ja immer, dass die Frauen damals nichts zu sagen hatten. Hier ist es ganz anders. Sie ist sogar für die Außenbeziehungen des Staates zuständig. Der Ahab will irgendwann nur noch seine Ruhe haben: Er zieht sich aus der schönen Stadt Samaria zurück und baut sich außerhalb des Stadt einen Landsitz.Das ist ein Zweitwohnsitz, ein Winterquartier, ein Ruheort. Er lebt dort in einem Tal in einer ganz anderen Atmosphäre: ruhig und schön gelegen mit Weinbergen rund herum. Das alles ist aber verloren gegangen im Laufe der Geschichte: Aus dem Alten Testament können wir lernen, dass es im Heiligen Land z. B. auch noch Urwälder und Weinberge gegeben hat. Neben seinem Besitz gibt es jedenfalls einen Weinberg, der einem anderen gehört. An sich ist sein Besitz dort in Jesreel schon riesig: Er bekommt dort einen Palast hingestellt. Dieser Palast ist vor Jahren ausgegraben worden: Man fand dort tatsächlich Reste dieses Palastes. Neben diesem Palast gibt es einen winzig kleinen Weinberg, den Weinberg des Nabot. Dieser Weinberg nun stört den Ahab. Da hat man selbst riesige Ländereien und mitten drin befindet sich das Grundstück eines gewissen kleinen Nabots. So etwas passiert häufiger. Denken wier nur mal anFrankfurt oder New York, wo sich neben den riesigen Wolkenkratzern manchmal noch Häuser finden, die nur ein oder zwei Stockwerke haben. Das sind meist Häuser, die seit 200 Jahren im Familienbesitz sind. Da gibt es dann Ärger und da wird durch alle Instanzen prozessiert, um diese Leute dort weg zu bekommen. Ahab bietet dem Nabot jedenfalls sehr viel Geld an, aber Nabot sagt: "Nein, ich will kein Geld, ich lebe hier wie meine Vorfahren gelebt haben. Ich bin zufrieden, ich will so weiterleben." Solche Fälle gibt es ja bis heute: Ahab hat alles in seinem Leben, aber genau dieser eine kleine Mosaikstein macht ihn fertig. Er will dieses Grundstück haben, schafft es aber nicht, den Nabot zum Verkauf zu überreden. In dem Moment schaltet sich die Isebel ein. Sie kommt hinaus und findet in ganz grau und krank vor. Sie fragt: "Was hast du denn schon wieder?" - "Dieses Grundstück, ich kann es nicht bekommen!" -"Was, sonst hast du keine Probleme? Ich sorge dafür, dass du dieses Grundstück bekommst, dann muss aber Ruhe sein!" Sie geht zurück nach Samaria und bringt falsche Zeugen. Nabot hat angeblich gelästert gegen Gott und den König. Es ist interessant, dass in der hebräischen Fassung an dieser Stelle ein merkwürdiges Wort vorkommt, denn es heißt dort, er habe "gesegnet": Das Wort lautet "berech". Es gibt in der Bibel mehrere solcher Fälle, u. a. auch bei Jesus oder bei Hiob. Es kommt immer wieder dieses Wort "berech" vor. Der bzw. die Schriftsteller der Bibel bringen es also nicht über sich zu schreiben, er hätte Gott verflucht. Auch bei Hiob steht das nicht. Die Frau von Hiob sagt doch zu ihm an dieser Stelle: "Segne Gott und mach Schluss!" In Wirklichkeit kann von Segnen aber gar nicht die Rede sein. Nein, sie fordert ihn eigentlich auf, Gott zu verfluchen und seinem Herzen endlich Luft zu verschaffen. Hier steht also auch, er hätte "Gott gesegnet": Das ist ein umgekehrter Euphemismus, also beschönigend, verhüllend oder verschleiernd dargestellt. Deswegen gibt es einen Schauprozess gegen ihn unter Aufbietung dieser falschen Zeugen. Es wird ihm kurzer Prozess gemacht, er wird schuldig befunden und anschließend hingerichtet. Die Isebel kann so hinterher zu Ahab sagen: "Da, da hast du deinen Weinberg!" Nabot wird vor dem Tor gesteinigt.Er wurde für schuldig befunden, den König verflucht und Gott gelästert zu haben. Hier taucht erneut Elija auf, der hart auf Konfrontationskurs zu Isebel geht. Er schleudert ihr diesen berühmten Satz entgegen. An sich kann man von dieser Tatsache sehr beeindruckt sein. Diese Konfrontation zwischen ihm und ihr geht schon seit Jahren so, wie wir überall lesen können. Er beschimpft sie, dass sie Götzenkulte wieder einführt, dass sie den Monotheismus in Gefahr bringt usw. All das ist aber nicht so schlimm wie diese soziale Frage. Er wirft ihr nämlich diese drei klassisch gewordenen Worte an den Kopf: "Harazachtah ve gam jaraschtah", also "Du hast gemordet und willst auch noch erben?" Das sind diese berühmten drei Worte. Hier geht es also um diese soziale Frage: Sie lässt diesen armen kleinen Mann ermorden, um ihn dann auch noch zu beerben. Er wirft ihr vor, dass sie sich seinen Besitz angeeignet hat.

Kommentar von tinimini ,

Als es damals in den Gesprächen zwischen Adenauer und Ben Gurion um die so genannte Wiedergutmachung ging, ist dieses Wort ebenfalls oft zitiert worden: Diese drei Worte sind oft als Motto in die Verhandlungen eingebracht worden auf jüdischer Seite. Denn Wiedergutmachen kann man ein so schreckliches Unheil ja nicht. Es konnte stattdessen nur um Restitution gehen. Es gab damals auf jüdischer Seite auch einige Leute, die gesagt haben, dass sie von diesem Blutgeld nichts haben wollen. Ben Gurion sagte dann eben auch immer diese drei Worte: "Es ist gemordet worden, aber es besteht kein Grund dafür, dass wir die Güter der Ermordeten nicht wieder zurückbekommen. "Harazachtah ve gam jaraschtah!" Mit diesen Worten überschritt damals jedenfalls Elija seine Grenzen: Heute würde man sagen, dass er dabei hysterisch wird. Er prophezeit nämlich der Isebel ein schreckliches Ende: "Du wirst es noch so weit bringen, dass die Hunde dein Blut lecken werden und du keineBeerdigung haben wirst." Die Beerdigung ist ja seit der Genesis etwas sehr Wichtiges: Der Mensch kommt von der Erde, ernährt sich von der Erde und geht zurück zur Erde. Er wird also quasi recycelt. Schon damals gab es also dieses Gedankengut. Elija sagt also zur Isebel, dass sie einst nicht einmal das erleben wird, nein die Hunde würden dann ihr Blut lecken. Diese Vorstellung war für den damaligen Menschen natürlich eine schreckliche Vorstellung. Die Konfrontation zwischen Elija und Isebel findet ja auch auf der Ebene der Baals-Priester und einer ganz bestimmten Opferszene statt. Das ist diese Szene, bei der die Baals-Priester dann auch verlieren.Wir müssen ganz einfach berücksichtigen, dass das alles Legenden sind, die im Lauf der Jahrhunderte dann auch mit der Übertreibung spielen. Wenn es zuerst heißt, einer hätte Hundert besiegt, heißt es beim nächsten schon, er hätte Hunderte besiegt usw. So ist es ja auch heute noch. Bei all diesen Legenden und Heiligengeschichten ist es so. Ich will niemanden kränken, aber übertrieben wird eben z. B. auch in der Geschichte um den irdischen Jesus oder in den Geschichten um berühmte Rabbiner. So entstehen diese Legenden: aus lauter Verehrung. Elija will ein Gottesurteil herbeiführen. Ich versuche das ganz nüchtern zu verstehen und deswegen ist diese Geschichte auch so glaubwürdig. Wir befinden uns in Haifa, das damals schon existierte, dort auf demBerg Karmel. Elija bringt diese Konfrontation nun zum Äußersten. Isebel hatte, wie gesagt, Hunderte von Baals-Priestern importiert und wollte damit massiv den früheren Götzenkult wieder einführen. Dieses zarte Pflänzchen Monotheismus war damit natürlich in großer Gefahr, denn es wurde ja nicht wie bei uns heute die Kirche durch ein Gesetz des Bundestags oder per Grundgesetz geschützt.Damals war das alles frei und diese kleine Pflanze vertritt Elija alleine ohne Geld, ohne Kirchensteuer usw. Es kam damals jedenfalls eine schreckliche Dürre über das Land. Der Mensch in der Antike führte solche Katastrophen natürlich immer auf irgendein menschliches Versagen zurück. Einer muss schuld sein. So eine Katastrophe wurde als Strafe für irgendein Vergehen oder Verbrechen gesehen. Die Menschen sind heute auch noch so, wenn man sagt, dass die Menschen ihr Leid in sich hineinfressen oder sie magersüchtig werden usw. Die Leute fragten sich damals also, woher diese grausame Dürre kommt. Wir meinen heute ja manchmal, Umweltkatastrophen würde es nur in unserer Zeit geben. Nein, auch damals hat es sie bereits gegeben.Es hat sogar solche Dürren oder Überschwemmungen gegeben, dass ganze Völker zugrunde gingen oder sie sich an andere Völker ausliefern mussten. Die Dürre war damals jedenfalls so groß, dass die Menschen auf der Straße verhungerten. Die Baals-Priester sagen in dieser Situation, dass sie eine Zeremonie veranstalten und damit dieses Problem lösen werden: "Unser Baal wird helfen!" Machen wollen sie das in Haifa auf dem Berg Karmel. Elija, ganz alleine wie er war, sagt jedoch: "Nein, mein Gott wird helfen!" Diese Konfrontation sucht Isebel natürlich: Sie will den endgültigen Sieg Baals erleben und eine vernichtende Niederlage für Hauptkonkurrenten Elija. Denn sonst hat sie in ihrem Reich keine Probleme. Die Baals-Priester bringen ihre Opfer und fügen sich selbst auch Wunden bei. Diese Art des Rituals gab es auch bei uns bis ins Mittelalter hinein: Denken Sie nur mal an die Flagellanten,also Geißler oder die Barfüßler usw. Warum fügen sie sich Wunden bei? Um ihrem Gott einen Gefallen zu tun! Und um sich selbst in Hysterie, in einen Blutrausch zu bringen. Es gab also zwei Opferaltäre. Es ging dann darum, an welchem sich das Feuer zuerst von selbst entzündet.

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Es kam dann dieser Blitz, der in den Altar von Elija fuhr. Seine Gegner wollten ihn davor aber noch austricksen mit ein paar ganz unverschämten Methoden. Sie brachten sich selbst in einen Blutrausch durch ihre Wunden. In dieser Situation kommt ein riesiger Blitz und schlägt auf den Altar von Elija ein, wodurch er das Holz anzündet. So sehen es jedenfalls die Menschen – nicht Gott. Das Opfer von Elija ist also angenommen worden und sein Holzstoß brennt. In so einem Moment schaut man natürlich nach oben: Man sieht eine kleine schwarze Wolke und gleichzeitig kommt Regen auf. Das Feuer verzehrt den ganzen Altar. Es kommt Regen auf und Elija gerät in einen Rausch. Er hat keinen Blutrausch wie die anderen, aber er ist doch völlig berauscht: Es hatte einen Eingriff von oben gegeben mit diesem Blitz und der schwarzen Wolke, die diese dreijährige Dürre beendet. In diesem Rausch schlägt Elija die anderen Priester alle tot. Ich weiß aber nicht, ob er sie selbst alle tot geschlagen hat. Die Augenzeugen sagten, dass Elija gesiegt hat. Wörtlich heißt es, dass er sagt: "Ergreift sie, lasst sie nicht entkommen!" Daraufhin führt er sie dann hinunter an einen Bach und richtet sie alle hingerichtet .Gott will das nicht und Gott rügt ihn auch nachher. Er sagt nämlich immer wieder zu ihm: "So nicht. Wir dürfen die Gegner nur mit dem Geist und nicht per Gewalt bezwingen!" Quasi in Klammern möchte ich hier hinzufügen, denn wir sprechen ja eigentlich von Isebel: Nach dieser gewalttätigen Geschichte kommt es durch Gott zu einer leisen Abberufung des Propheten Elija. Dies geschieht zwar nicht von heute auf morgen, aber Gott sagt ihm tatsächlich, dass es so nicht geht und dass Elischa sein Nachfolger werden wird. Das alles bahnt sich hier bereits an. Gott will diese Gewalt nämlich nicht. Alle anderen Interpretationen haben wir Menschen im Laufe der Jahrhunderte nur in diese Geschichten hineingedichtet. Nein, Gott will die Gewalt nicht. Isebel ist außer sich vor Zorn. Es ist immer wieder das Gleiche: Es wird gefragt, wer das Ganze veranstaltet hat und immer wieder bekommt sie die Antwort zu hören, dass es dieser Elija gewesen ist. Weil er also von ihr bedroht wird, flieht er weit, weit fort von ihr. Die ideologische Auseinandersetzung ist also vorbei, jetzt geht es ihr nur noch um die Eliminierung von Elija. Sie kann sich dieses Verhalten sogar erlauben, denn das Land hat ja wieder genug Wasser: Der Notstand ist überwunden. Elija vollzieht in dieser Situation einen ganz wunderbaren Geniestreich: Er flieht in ihre Heimat. Er war davor auch schon diverse Male vor ihr geflohen: Einmalfloh er vor ihr in ein Wadi, an den Bach Kerit. Es gibt in Israel bis heute diese Bäche, die man "unzuverlässige Bäche" nennt, weil sie mal vorhanden und mal verschwunden sind. Im einen Moment rauscht in diesen Bächen sehr viel Wasser und im nächsten Moment kann dieses Wasser schon wieder weg sein. In so einem Bach hielt er sich also einmal vor ihr versteckt. Das ist die Geschichte, in der die Raben zu ihm kommen und ihn verwöhnen, weil sie ihm Fleisch bringen. Bei der anderen Flucht im Sinaigebiet hat er jedoch nur Brot mit dabei, sodass er immer magerer und magerer wird. Es kommt dabei sogar so weit, dass er sich das Leben nehmen will. Er flüchtet vor dieser Frau und wegen dieser Frau will er sich das Leben nehmen! Alles nur wegen Isebel. So eine Frau ist das gewesen! Er flieht diesmal in ihre Heimat: in die Nähe von Sidon, nach Sarepta. Dort erleben wir beinahe schon einen ganz anderen Elija: Er fühlt sich endlich einmal geborgen vor dieser schrecklichen Frau. Die Frau, die er dort in Sarepta trifft, ist eine liebe und goldige Bäuerin. Er kommt dort an und bittet sie um etwas Einfaches zu essen: Er hätte gerne Brot von ihr. Solche Bitten kommen in der Bibel immer wieder vor, wie z. B. auch bei David auf seiner Flucht. Diese Bäuerin antwortet ihm jedenfalls: "Ich habe nichts, ich bin noch ärmer als du." Er sagt ihr daraufhin: "Es wird dir daran nie mehr mangeln. Du sollst immer Öl und Mehl haben." Daran können wir sehen,dass ein Orientale, wenn es sein muss, auch nur von Öl und Mehl leben kann. Es kommt also so weit, dass sie ihm ein Zimmer gibt. Dadurch bringt sich diese Witwe von Sarepta wegen Isebel in große Gefahr. In ihrem Obergeschoss bekommt er ein Zimmer und wird mit Essen versorgt. Ich nenne das eine konspirative Wohnung. Denn Isebel hat ja die Suche nach ihm noch nicht aufgegeben: Für sie wird es zur Staatsaffäre, ihn zu finden und zu vernichten.

Kommentar von tinimini ,

In der Zwischenzeit kommt es dort so weit, dass das Militär Isebel nicht mehr trägt. Es gibt dort einen Obersten mit Namen Jehu. Dieser Oberst ist ein flotter Mann im besten Alter und hat die Kraft des Militärs hinter sich. Sie hatte in der ganzen Zeit ja notgedrungen ein großes Militär aufgebaut: Sie musste aufrüsten aufgrund der geographischen Lage, in der sich ihr Reich befand. Im Norden ist das feindliche Aram , die Assyrer drängten z. B. auch nach Westen zum Mittelmeer. Von Süden wurde dieses kleine Land von den Ägyptern bedroht usw. Es war wegen dieser via maris der Zankapfel all dieser Völker, wegen des Weges von Haifa am Meer nach Osten und retour. Der Weg von Tiberias nach Haifa führt durch die Schlucht von Megiddo im Land Israel, im Reich Isebels. Aus diesem Grund brauchte sie das Militär, das war bestimmt kein Luxus. Während sie intern diesen Krieg gegen Elija führt, gibt es nach außen hin permanent Kriege mit anderen Mächten. Dabei hören wir die ganze Zeit kein Wort von Ahab: Er sagt kein Wort und sitzt schön brav in Jesreel, also in diesem "Castel Gandolfo". Sie, Isebel, macht alles alleine. Jehu wird aber im Laufe der Zeit immer bitterer gegen diese Frau. Letztlich kommt es zu dem, was wir heute auch kennen: Es kommt zu einem Militärputsch. Aber Elija arbeitet ja auch noch mit an eine Intrige. Elija ist noch nicht am Ende, obwohl es auch mit ihm langsam zu Ende geht. Bleiben wir aber bei Jehu: Das Wichtige dabei ist, dass er gesegnet wird, dass er unterstützt wird. Sagen wir mal so: Die Schrift bzw. die Leute vom Hofe sagt uns das so. Er wird im Geheimen gesalbt und bekommt Öl über sein Haupt gegossen. Dort haben wir die Ansätze der Salbung, die sich ja quer durch die ganze Bibel erstrecken: von Aaron bis z. B. zu David, der auch gesalbt worden ist, oder den Jüngern Jesus, die ansatzweise ebenfalls gesalbt worden sind, weil sich in dieser Geschichte selbstverständlich auch diese jüdischen Traditionen finden. Was mich an dieser Geschichte, sehr inspiriert, ist die Tatsache, dass sich Elija und nach ihm dann Elischa sehr um die Völker der Umgebung kümmern. Elija hat also eine Prophezeiung für den Offizier Jehu, gleichzeitig hat Elija aber auch ein Friedensangebot für den König von Aram, also den absoluten Gegner. Elija will integrativ wirken und dem Nahen Osten Frieden bringen. Er organisiert dann einen Umsturz aber Elija gibt mit der Zeit die Zügel aus der Hand, so dass Jehu die Führung übernimmt. Denn Elija wird alt und schwach: Er tritt ab von der Szene. Jehu übernimmt an seiner Stelle die Führung: mit der Bevollmächtigung, die er von Elija erhalten hatte. Zunächst einmal hat er auch Recht damit: Die Ansätze sind schon richtig. Es kommt dann aber doch zu einigen Kriegen und Kämpfen. Die Isebel sucht sich ihre eigenen Verbündeten: z. B. den Bruderkönig von Juda aus Jerusalem. Aber diese Verbündeten sind meistens nur genauso schwach wie sie. "Pack schlägt sich, Pack verträgt sich": Sie machen teilweise mit bei diesem Krieg und teilweise nicht. Das Hauptproblem ist jedoch, dass Isebel ihre zwei Söhne schlecht erzieht. Ahab hatte sie zu Beginn immerhin noch auf den richtigen Weg bringen wollen, wie man zu seiner Ehrenrettung anfügen muss. Mit Isebel kommt er schon lange nicht mehr klar, daran ist nichts mehr zu ändern: Seine Söhne jedoch wollte er richtig erziehen. Ahab kommt recht schlecht weg. Denn in Wirklichkeit heißt es ja, dass er schon auch ein sehr erfolgreicher König gewesen ist: Er war wirtschaftlich erfolgreich und er war mit seiner Kooperationspolitik recht erfolgreich. Ganz so schwach kann er also gar nicht gewesen sein. Schwach war er höchstens der Isebel und ihren Einflüssen gegenüber.Vor allem aber ist es so, dass er sich zurückzieht und sie einfach machen lässt. Aber man muss schon zugeben, dass das Königreich in seiner Amtszeit wirklich blüht. Dass es zu solchen Kriegen kommt, ist ganz einfach das Schicksal dieses kleinen Landes. Das Land rafft sich dann aber doch zu einem relativ großen Krieg auf: Es ist von 10000 Infanteristen die Rede, von Streitwägen usw. Weil Israel dies nun alles aufbringt, stoßen auch die Verbündeten mit dazu. Es geht alles furchtbar durcheinander. Aber Jehu erweist sich in dem ganzen Chaos als der Stärkste: als Mann und aufgrund seiner Erfahrung. Er ist derjenige, der als Militär geschult ist. Jehu ist dann der Sieger und macht auch gar kein Geheimnis daraus, dass er eine Palastrevolution will. Er will nicht nur als General erfolgreich sein, sondern – so wie heute manche Generäle in Südamerika – er will auch König werden. Dafür hat er auch den Segen des Elija.

Kommentar von tinimini ,

 Damals in Israel war es  so, dass auch alle vorherigen Könige auf diese Art  ans Ruder kammen – auch z. B. Omri, der Vater von Ahab. Die beiden Söhne stehen gegen den an--greife--nden Jehu aber sie sind ihm nicht gewachsen. Ahab erlebt das alles nicht mehr, weil er bereits vorher gestorben ist. Die Schrift sagt ausdrücklich – dass Ahab am Ende seiner Tage eingesehen hat, wie falsch manche seiner Taten bzw. Unterlassungen gewesen sind. Er bittet daher um Vergebung und übt Umkehr: Deshalb sagt die Schrift – –, dass er genau aufgrund seiner Umkehr dieses große Desaster nicht mehr erleben musste. Denn er fällt schon in der ersten Schlacht aufrecht stehend in seinem königlichen Wagen Nach dem Treffer blieb er aber noch aufrecht in seinem königlichen Wagen stehen. Und hier kommt es nun zu einer ähnlichen Szene wie bei Saul: Er will nicht vom Feind ge--tötet werden und bittet daher jemanden vom eigenen Hof, ihm den Gn-aden--stoß zu geben. Er erlebt  dieses ganze Desas--ter nicht mehr. Aber seine Söhne müssen es erleben, Jehu kommt  mit seinem Heer an den Hof und sucht die Konfrontation mit den Söhnen.  Es ist so, dass Jehu   einen Trick macht: Er tut so, als wenn er verhandeln wollte. und die beiden Söhne verwenden bei diesem Treffen  immer  dieses Wort "schalom". : Das ist nicht nur ein Tagesgruß. Jehu ist als jemand von der schnellen Truppe bekannt. Von weiten schon kann man sehen, dass am Horizont der Sand aufgewirbelt wird und die Höflinge sagen deshalb zu Joram, dem König: "Da kommt garantiert der Jehu, denn nur Jehu fährt seinen Streitwagen so rasend." 

Kommentar von tinimini ,

Joram will es   mit friedlichen Mitteln  versuchen. Sie schicken ihm drei Mal Boten entgegen, um ihn zu fragen, ob er in friedlicher Absicht kommt. Aber Jehu trickst sie aus, ignoriert  die Boten und zeigt damit, dass er auf sie alle "pfeift". Joram schreit dann seinem Volk zu, "mirmah, mirmah", also "Betrug, Betrug", aber es ist  zu spät. Jehu richtet dann die Frage an Joram, ob am Königshof  alles in Ordnung sei. Jehu sagt ihm, warum nichts in Ordnung ist. Und damit wären wir wieder bei der Isebel angelangt. Isebel ist in dem Moment aber gar nicht anwesend. Jehu sagt, dass nichts in Ordnung sein kann, weil man am Hofe dieses und jenes ge-trie--ben hat, weil sie das Wort Gottes mis..sachtet haben.

Kommentar von tinimini ,

 Er befindet sich  ganz auf der Linie des Elija. "Diese Königin tre--ibt Un-zu-cht usw." Und es ist so, dass Jehu dem Joram das unz-ü-chtige Leben von Isebel vorwirft. Er sagt : "In Ordnung wird das alles erst sein, wenn diese Frau w-eg ist!" Zuvor aber fallen noch diese beiden Söhne von ihr. Es wird genau geschildert, wie sie in ihren königlichen Wagen fallen, wie  sie von den Pfeilen getroffen werden. Wenn man nun denkt, dass Isebel in dieser ausweglosen Situation nachgeben würde, dann lernt man sie nun erst recht kennen : Sie gibt nicht nach. Jehu rückt jetzt vor ihren Palast. Er hat zwar Samaria, die Hauptstadt erobert, Isebel sitzt aber immer noch in Jesreel, in dieser anderen Residenz. Von dort aus gibt sie um keinen Preis der Welt auf: Das macht den Charakter dieser Frau aus. Nicht umsonst wurden  so viele Theater- und Musikstücke um ihre Person geschrieben, denn es kommt letztlich zu dieser schrecklichen und berühmten letzten Szene um sie. Sie sitzt am Fenster und schaut hinaus.

Kommentar von tinimini ,

Vielleicht denkt sie nach, was denn nun zu tun sei. Ihre Bediensteten wandeln dabei im Haus herum wie Schatten. Sie sind im Übrigen alle Eunuchen. Sie schminkt sich und macht sich erst fertig, als Jehu kommt. Sie sitzt in Jesreel und die Eunuchen wandeln dort in ihrem Haus hin und her. Jehu kommt dort an und sie schminkt sich noch rasch, denn eine Königin empfängt so jemanden nicht ungeschminkt. Sie will nur als Königin sterben: geschminkt. Das schätzt Jehu auch. Jehu steht vor ihrem Haus, sieht nach oben zu ihr und ruft:"Das hast du dir selbst eingebrockt. Jetzt ist es so weit!" Er fragt dann, wer ihm helfen mag. Zwei, drei Diener von ihr packen sie daraufhin. Verrat, Verrat! Jehu ruft, sie sollen sie aus dem Fenster nach unten werfen, damit endlich Schluss sei mir ihr.Sie wird also hinunter geworfen und die Pferde zertrampeln sie. Das ist ein schreckliches Bild, und die Hun-de le-cken ihr Blut. Es heißt auch noch, dass bei ihrem Aufprall auf den Boden das Bl-ut an die Mauer spritzte. Später sagt Jehu dann aber doch: "Sie war eine Königin, begrabt also doch ihre Reste!" Ein Drama!

Kommentar von Alanbar31 ,

Sidon ist heute immer noch Sidon !

Antwort
von chrisbyrd, 15

Auf Bibelkommentare findet sich folgendes über Isebel: "Tochter Etbaals (1. Kön 16,31), des Königs der Sidonier, und Ehefrau Ahabs, des Königs von Israel, sowie Mutter von Ahasja, Joram und Athalja. Sie war eine kühne, böse Götzendienerin, die ihren Mann dazu aufstachelte, Böses gegen den Herrn zu tun. Sie rottete die Propheten des Herrn aus (1. Kön 18,4.13) und hatte selbst 450 Propheten des Baal und 400 Propheten der Aschera, die an ihrem Tisch aßen (1. Kön 18,19). Als diese von Elia getötet wurden, bedrohte sie das Leben des Propheten, aber er entkam ihrer Hand (1. Kön 19,1-2). Als Ahab den Weinberg verlangte, den Nabot ihm zu verkaufen verweigerte, sorgte Isebel dafür, dass Nabot fälschlicherweise angeklagt und zum Tod gesteinigt wurde. Danach sagte sie ihrem Mann, er solle hingehen und sich das Gewünschte aneignen. Elia war bald zur Stelle, um Ahab seinen Untergang mitzuteilen und über seine Frau vorauszusagen: „Die Hunde sollen Isebel an der Vormauer von Jisreel fressen" (1. Kön 21,5-29). Jehu sollte dazu das Instrument der Rache werden. Er tötete Joram und verwundete den König von Juda. Als er dann nach Jisreel kam, schaute Isebel - mit geschminktem Gesicht und geschmücktem Kopf - aus einem Fenster und verhöhnte ihn: „Erging es Simri gut, dem Mörder seines Herrn?" Auf Jehus Frage hin, wer an seiner Seite wäre, schauten die Hofbeamten heraus. Seinem Aufruf folgend stürzten sie sie herunter auf den Boden. Ihr Blut spritzte an die Wand, und sie wurde unter Füßen zertreten. Als Jehu ihnen befahl, die „Verfluchte" zu begraben, stellte sich heraus, dass die Hunde sie gefressen hatten - so wie durch den Propheten vorausgesagt. Nur ihr Schädel, ihre Füße und Hände blieben übrig (2. Kön 9,7-37). Im Neuen Testament wird sie erwähnt als Symbol für ein böses, verführerisches System in der bekennenden Kirche, das andere in götzendienerische Verbindungen führt (Off 2,20). 

Antwort
von Georg63, 47
Kommentar von MargaretB ,

Ja, die mein ich.

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