Frage von LuzifersBae, 339

wer wäre schuldig, der Vergewaltiger oder die Frau?

Wenn eine Frau kurz davor ist mit Gewalt vergewaltigt zu werden, und sich selbst wehren möchte und es doch irgendwie schafft und den Mann absticht oder eben körperlich stark verletzt, vllt sogar umbringt, wer wäre dann hier eher schuldig?

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Antwort
von RudiRatlos67, 237

In dem Fall geht es um zwei Delikte zum einen die versuchte oder vollzogene Vergewaltigung über die ein Richter entscheiden muß und zum anderen um einfache oder gefährliche Körperverletzung mit oder ohne Todesfolge die aber zum Zweck der Abwehr der Vergewaltigung oder der versuchten Vergewaltigung als Notwehr gerechtfertigt ist.

Antwort
von TheErdnuss, 60

Die Frage, wer eher schuldig ist, kannst du so nicht stellen.

Der Vergewaltiger wird nach § 177 StGB auf jeden Fall bestraft, nach dem die sexuelle Nötigung einer anderen Person unter Strafe steht. Natürlich vorausgesetzt, er wurde von der Frau nicht getötet. Tote bestrafen ist ineffektiv. 

Vor Gericht wäre dann noch zu klären, ob die Frau vielleicht auch zu bestrafen ist.
Grundsätzlich gilt nach § 32  Abs. 1 StGB, dass eine Person, die eine Tat aus Notwehr begeht, nicht rechtswidrig handelt. Als Notwehr wird in Absatz 2 desselben Paragraphen die Verteidigung bezeichnet, die nötig ist, um einen gegenwärtigen Angriff von sich oder jemand anderen abzuwenden.

Hierbei musst du natürlich beachten, dass du deine Grenzen nicht überschreiten darfst. Wo genau diese Grenzen liegen, ist für jeden Fall neu zu definieren.

Wenn mich zum Beispiel ein Taschendieb überfällt und ich ihm, um ihn abzuwehren, mit einem schweren Stein den Schädel zertrümmere, werde ich damit vor Gericht wahrscheinlich nicht durchkommen.

Im Falle der Vergewaltigung ist das aber was anderes. Meines Erachtens nach gilt hier § 33 StGB, nachdem du auch für's Überschreiten dieser Grenzen nicht bestraft wirst, wenn dies aus Verwirrung, Furcht oder Schrecken passiert. 

In deinem Beispiel erhält also der Vergewaltiger (wenn er noch lebt) eine Freiheitsstrafe von mindestens 1 Jahr, während die Frau freigesprochen wird.

MfG, TheErdnuss

Antwort
von rampe6, 88

es gibt keine abschließende Katalogaufzählung was durch Notwehr abgedeckt ist - das wird immer eine Richterentscheidung bleiben.

Schließlich sind die Gesamtumstände zu prüfen.

Angemessene Mittel sehen bei einer Kickboxmeisterin und einem Vergewaltiger mit 55 kg sicher anders aus wie bei einer Frau mit 48 kg und einem "Brecher" der ihr böses will.

Der Einzelfall muss entschieden werden -

Antwort
von FrankCZa, 124

Kommt vermutlich auf den einzelfall an, aber prinzipiell würde ich sagen solltest du dir in solch einem fall keine sorgen um die rechtlichen folgen machen... Das macht dann schon dein anwalt :D

Antwort
von AssassineConno2, 63

Bei einer Vergewaltigung würde dies als Notwehr bzw. Überzogene Notwehr durchgehen.

Antwort
von Still, 32

Notwehr hat auch ihre Grenzen. Wenn die Gefahr gebannt ist, muß Notwehr eingestellt werden.

Antwort
von gehweg, 95

Wenn die Antwort eine andere als "der Vergewaltiger" ist, dann ist deutsches Recht mal wieder voll daneben!

Kommentar von KingaPL ,

Ja!! Eindeutig beste Antwort. sehe ich genauso.

Antwort
von ArcadiaMcDowell, 105

Naja, so schrecklich wie es klingt, aber das ist/war eine Grauzone, soweit ich weiß. Tötung aus Notwehr ist es erst, wenn man sein Leben bedroht sieht, wobei man dies bei einer Vergwaltigung sicherlich annehmen kann. Abwarten, ob der Typ einen "nur" vergewaltigen oder auch noch umringen will, wird wohl keiner, der bei klarem Verstand ist. 

Kommentar von ettchen ,

Das ist so nicht richtig.
Aber es gilt grundsätzlich, dass die Frage, ob eine eigentlich strafrechtlich verbotene Tat durch Notwehr abgedeckt wird und somit straffrei bleibt, erst durch das Gericht entschieden wird.

Die in Internetdiskussionen oft zu lesende Ansicht, alles und jedes sei mit "Notwehr" gerechtfertigt und man könne jeden abstechen, totschlagen, erschießen und so weiter, so lange man nur irgendwie behauptet, es sei Notwehr, ist fern jeder Realität.

Kommentar von ArcadiaMcDowell ,

Vielen Dank für die Aufklärung. Meine Antwort sollte jedoch nicht implizieren, dass die reine Behauptung eine Tötung / schwere Körperverletzung aus Notwehr rechtfertigen würde. In o. g. Fragestellung ging es darum, ob die Frau verurteilt werden könnte, wenn ihre Gegenwehr bspw. den Tod des Täters zur Folge hätte - in diesem Fall ließe sich die (versuchte) Vergewaltigung sicherlich an diversen Verletzungen nachweisen. Und dann würde es sich doch um Notwehr handeln, oder nicht?

Kommentar von Akainuu ,
Die in Internetdiskussionen oft zu lesende Ansicht, alles und jedes sei mit "Notwehr" gerechtfertigt und man könne jeden abstechen, totschlagen, erschießen und so weiter, so lange man nur irgendwie behauptet, es sei Notwehr, ist fern jeder Realität.

Es darf kein krasses Missverhältnis gegeben sein. Berühmt ist bekanntlich der Fall mit dem alten Senioren, der Kinder mit seiner Schrotflinte erschießt, die seine Kirschen klauen.

Die Notwehrhandlung muss dem Verhältnismäßigkeitsprinzip entsprechen. Unter der Rücksichtnahme der Erforderlichkeit muss es das mildeste (gleich effektive) Mittel sein. 

Antwort
von Meandor, 23

Die versuchte Vergewaltigung kann nicht mehr bestraft werden, wenn der Täter tot ist; und Notwehr ist nicht strafbar.

Antwort
von Unbekannt2411, 80

Der Vergewaltiger denke ich, die Frau hat das nur aus Notwehr getan. 

Antwort
von ettchen, 62

Das kann pauschal nicht gesagt werden.

Es kommt immer auf die ganz genauen Umstände an. Ich kenne einen Fall, in dem eine Frau, die glaubte, von einem Vergewaltiger verfolgt zu werden, einen Mann mit einer Gaspistole attackierte und verletzte. Der Mann war aber völlig harmlos und wollte nur nach dem Weg fragen. Die Frau wurde wegen gefährlicher Körperverletzung angeklagt und meines Wissens auch verurteilt.

Kommentar von LuzifersBae ,

Sowas ist damit natürlich nicht gemeint. 

Ich meinte eher, wenn der Mann wirklich gewalttätig wurde und kurz davor war.

Kommentar von ettchen ,

Wenn er "kurz davor war". hat er ja nichts getan.  Drohungen oder fiese Worte rechtfertigen keine Gewalt.


Aber es gilt grundsätzlich, dass die Frage, ob eine eigentlich
strafrechtlich verbotene Tat durch Notwehr abgedeckt wird und somit
straffrei bleibt, erst durch das Gericht entschieden wird.


Die in Internetdiskussionen oft zu lesende Ansicht, alles und jedes
sei mit "Notwehr" gerechtfertigt und man könne jeden abstechen,
totschlagen, erschießen und so weiter, so lange man nur irgendwie
behauptet, es sei Notwehr, ist fern jeder Realität.



Antwort
von TheKn0wledge, 22

Die Frau ist unschuldig, Notwehr.

Antwort
von T1Mde, 23

Wer Gewalt anwendet, um ein Verbrechen, das das Leib oder Leben von anderen oder von sich selbst bedroht, zu verhindern, handelt i.d.R. aus Notwehr und kommt straffrei davon. Aber gleich erstechen/töten ist doch etwas übertrieben. Ein Tritt zwischen die Beine oder kräftig mit den Fingern in die Augen macht doch viel mehr Spaß...

Expertenantwort
von Sirius66, Community-Experte für Polizei, 13

Jeder für sich. Eine Tat löscht ja nicht die andere.

Gruß S.

Antwort
von malour, 79

Notwehr ist wenn du dich vor Gewalt schützen willst.

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