Frage von HappyWeekend, 841

Wer von euch ist Single und geht gelegentlich ins Bordell?

Würde mal gerne wissen wie ihr zu diesem Thema steht. Schiesst einfach mal los und gebt eure Meinung zu diesem Thema ab. Danke

Expertenantwort
von Kajjo, Community-Experte für Sex & Sexualitaet, 809
  • Ich bin Single, aber war noch nie in einem Bordell oder ähnlichen Etablissements und habe auch noch nie für Sex bezahlt.
  • Ich finde die Vorstellung von Sex mit einer Prostituierten absolut widerwärtig und unästhetisch. "Der nächste Mann, dieselbe Dame", brrr. Ach, ist das eklig!
  • Für mich persönlich ist Prostitution widerwärtig und verachtenswert, weil sie Sexualität zu einer Beliebigkeit macht, statt zu etwas Besonderem, was einem Partner vorbehalten sein sollte. Intimität und Beliebigkeit widersprechen sich für mich grundlegend.
  • Die meisten Frauen widert es an, wenn der Mann käuflichen Sex hatte und sie sich dann quasi als die kostenlose Variante davon sehen. Als Freier müsste man daher damit leben, entweder seine nächste feste Partnerin dauerhaft zu belügen und den früheren käuflichen Sex zu verheimlichen oder aber zu riskieren, dass die Partnerschaft an der Offenbarung dieser Widerwärtigkeit scheitert.
Kommentar von RFahren ,

Schade, dass über solch einem persönlichen Statement "Expertenantwort" steht. Von einem "Community-Experten für Sex" würde ich mir diesbezüglich eine offenere Einstellung wünschen!

Der eigentliche Zweck von Sex ist ja die Vermehrung - und die meisten (Moral-) Vorschriften haben den Zweck selbige in geordnete Bahnen zu lenken. So soll die Jungfräulichkeit bis zu Ehe sicherstellen, dass der Mann nicht versehentlich die Nachkommen eines Konkurrenten groß zieht und eine unverheiratete Frau mit Kind aber ohne Versorger auf der Strecke bleibt.

Die eheliche Treue soll ebenfalls sicherstellen, dass der Mann seine Ressourcen nicht für "fremdes Blut" aufwendet.

Zu Zeiten, als die Lebenserwartung um die 30 Jahren lag, mag das "bis dass der Tod Euch scheidet" ja öfters funktioniert haben. Die uns heute lebenslang eingeimpfte, Moral, die zumindest im Unterbewusstsein oft tiefe Spuren hinterlassen hat, steht dann vielen modernen Menschen immer noch im Wege.

In Zeiten von Empfängnisverhütung, Vaterschaftstests, Kondome und Antibiotika sind die ursprünglichen Gründe für diese strikte Regelung jedoch weggefallen und öffnen den Menschen neue Möglichkeiten. So können heute schon Jugendliche straf- und gefahrlos Sex mit verschiedenen Partnern haben und schon vor der Ehe potentielle Partner auch auf sexuelle Kompatibilität prüfen. Wer mag sich nun zum Richter aufschwingen und beurteilen ab wie vielen Sexpartnern die Unmoral einsetzt und eine Person "widerlich" wird? 1? 10? 100? 

Ebenso können Männer und Frauen aber auch z.B. einen Swingerclub besuchen und dort unverbindlichen Sex mit anderen Menschen haben, von denen sie in der Regel kaum mehr wissen, als den Vornamen. Natürlich geht es dort um Lust und nicht um Liebe - aber Spaß macht das den Gästen trotzdem - auch wenn es manche Theoretiker "widerlich" finden. Manch einer regt sich erst auf, wenn Geld fliesst - wie eben im Bordell. Ist Prostitution also "widerlicher" als ein Swingerclub-Besuch? 

Wenn eine Frau die Paysex-Erfahrungen ihres Partners "widerlich" findet, so geht es ihr dabei oft weniger um den einvernehmlichen Sex, der dort stattgefunden hat, sondern das von Feministinnen gerne beschworene Bild vom brutalen Freier (viele Prostitutionsgegner sprechen ja grundsätzlich von "Vergewaltigung"), der hilflose Zwangsprostituierte voller Krankheiten in schmuddeliger Umgebung missbraucht - und SOLCH EINEN Partner möchte natürlich keine Frau. (und ich keinen solchen Sex!)

Ich selbst bin heterosexuell und finde andere Männer sexuell nicht erregend und habe es daher auch noch nie ausprobiert. Trotzdem posaune ich nicht in der Welt herum Schwule seien "widerlich". Ich lebe nach dem Motto "Leben und Leben lassen" und wer weiss - vielleicht komme ich auf meine Alten Tage noch "auf den Geschmack"?!

Seid nett aufeinander!

R. Fahren

Kommentar von mychrissie ,

Da hast natürlich Recht. Trotzdem können auch die richtigsten, detailreichsten und sogar von vielen Forschungsergebnissen gestützten Ausführungen eines nicht widerlegen:

Dass es nicht besonders toll ist, Sexualität zur Ware zu degradieren. Nicht alles, was geht, ist auch gut.

Expertenantwort
von RFahren, Community-Experte für Sex & Sexualitaet, 709

Ich bin zwar kein Single, gehe aber seit gut 10 Jahren mit Wissen und Einverständnis meiner Frau regelmäßig in gute FKK-Clubs.
Für mich gibt es kein besseres Geschäftsmodell in der Welt des Paysex, da Dienstleisterin und Gast sich hier auf Augen begegnen können, kein Animieren auf Getränke erfolgt, ich keine Termine ausmachen oder erst umständlich den Leistungsumfang verhandeln muss.
Fern von Schmuddel und Zwang hält sich im Club auch das Betrugs- und Abzockrisiko in Grenzen, bezahlt wird erst nach der Nummer.
Leider kann man sich über dieses Hobby kaum unterhalten ohne auf Moralapostel und Theoretiker zu stossen, die - obwohl sie es noch nie selbst erlebt oder gar mit einer Dienstleisterin gesprochen haben - diese Branche pauschal verteufeln und alle Geschäftsmodelle in einen Topf werfen.
Wer wirklich wissen will, wie es in modernen Bordellen usw. zugeht, sollte mal "Wir sehen uns im Puff!" (Amazon) lesen statt den Feministinnen zuzuhören, die in erster Linie um ihr Lieblings-Erziehungs- und -Druckmittel fürchten: Sex...

Seid nett aufeinander!

Reinhart

Kommentar von HappyWeekend ,

und was hälst du von klassischen Laufhäusern ? :-)

Kommentar von RFahren ,

Das Erotikniveau von Laufhäusern liegt meist auf Höhe einer Darmspiegelung. Um sich erst einmal in Ruhe kennenzulernen fehlt der notwendige Rahmen, die Session ist meist hektisch und Zielorientiert, wirkliche Nähe kommt selten auf. Zungenküsse gibt es fast nie, Streicheln und Schmusen meist nur oberflächlich. Es gibt zwar Männer, die zum schnellen Druckabbau in ein Laufhaus gehen - ich nutze Paysex allerdings um mich zu amüsieren - und da habe ich andere Ansprüche...

Kommentar von HappyWeekend ,

kann ja jeder selbst für sich entscheiden. Ich gebe dir jedoch recht, dass Laufhäuser eher etwas für den schnellen Druckabbau sind, und dementsprechend auch am billigsten für den Kunde.

Kommentar von RFahren ,

Der Preis für die eigentliche Session ist in Laufhäusern gar nicht mal unbedingt billiger. Hier im Rhein/Main-Gebiet werden im Laufhaus meist 30 Euro für BFA (Blasen, Fi...en, Anfassen) aufgerufen - was dann innerhalb von 15-20 Minuten abzulaufen hat. Eine halbe Stunden soll dann meist schon 50 Euro kosten, eine Stunde 100.

Im Club ist die kleinste Buchungseinheit eine halbe Stunde, die dann mit 50 Euro zu Buche schlägt. Dafür geht dann aber auch keine Zeit für Aus- und Anziehen ab und der Service ist deutlich besser. So gehören beispielsweise Zungenküsse fast ausnahmslos zum Standardservice. Es gibt sogar Clubs, bei denen die halbe Stunde nur 30 Euro kostet.

Somit macht finanziell dann eigentlich nur noch der Eintritt den Unterschied. Je nach Club geht es ab 20 Euro los, in Berlin werden sogar bis zu 80 € aufgerufen. Dafür bekomme ich jedoch - wenn ich möchte - den ganzen Tag Getränke und Essen und kann auch wirklich entspannen - im Laufhaus stehe ich 5min nach der Nummer schon wieder vor der Türe...

Selbst für den schnellen Druckabbau würde ich einen Club bevorzugen. Viele Clubs, die sonst mehr Eintritt nehmen, haben einen speziellen Kurzzeit-Tarif, wo man dann z.B. bis zu 2 Stunden Zeit hat.

Kommentar von Kajjo ,

Hat deine Frau denn auch Sex mit anderen Männern oder nur du mit anderen Frauen?

Hast du sie mal wirklich gefragt, ob sie das gut findet oder duldet sie es nur, weil sie weiß, dass es für dich unverzichtbar ist? 

Stelle ihr doch bitte mal die Frage, ob es, wenn sie es frei wählen könnte, nicht doch lieber wäre, du hättest keinen Sex mit anderen Frauen.

Kommentar von RFahren ,

Meine Frau und ich haben seit über 10 Jahren die Abmachung, dass wir BEIDE uns auf Swinger-, FKK- und Saunaclubs beschränken und dafür Affären "Mit Herz" bleiben lassen.

Seitdem sind wir entspannt wie noch nie, denn wir beide wissen, dass der Partner einen nicht wegen etwas so profanem wie Sex mit Dritten die Ehe aufkündigen würde. Ich finde es schade, dass außer "Bis dass der Tod Euch scheidet" einzig die "serielle Monogamie" als Konzept anerkannt ist - also man zwar beliebig viele Partner haben darf - aber immer hübsch nacheinander und mit absolutem Exklusivitätsanspruch. Wenn dann mal einer der Beteiligten Lust auf fremde Haut verspürt, muss man gleich zur nächsten Station dieses Modells aufbrechen und alles, was man vorher aufgebaut hat, hinter sich lassen.

Meine Frau und ich sind seit über 30 Jahren zusammen und haben damit die allermeisten Beziehungen in unserem Bekanntenkreis weit überlebt. Hätte man uns in jungen Jahren gefragt, ob wir uns mit solch einem Lebensmodell anfreunden können, so hätten wir dieses Ansinnen wahrscheinlich entsetzt zurückgewiesen. Mit den Jahrzehnten ändert sich jedoch die Einstellung in vielen Bereichen - unter anderem zu Sex. Ein gewisser Erfahrungsschatz bringt auch viel frischen Wind ins eigene Ehebett... . Meine Frau sieht daher auch keine Veranlassung mich einzutauschen oder sich unser früheres, monogames Leben zurückzuwünschen - DA haben wir schon häufig 'drüber gesprochen!

Die Clubbesuche nennen wir manchmal scherzhaft "Impfen gegen die Midlife-Crisis", denn gegen die junge, hübsche Mitarbeiterin, die mir schöne Augen macht, bin ich längst immun, da ich weiss, dass ich jederzeit mit einer jungen, hübschen Frau Sex haben kann - ohne das Gefühlschaos drumherum!

Sieh' es mal so: Im Bordell bezahlt man ja eigentlich auch nicht für den Sex - sondern dafür, dass einen die Gespielin hinterher in Ruhe lässt - einen also nicht den Eltern vorstellen möchte, die Wohnung umräumt, Rechenschaft über den Verbleib fordert oder gar die Scheidung verlangt... ;-)

Seid nett aufeinander!

R. Fahren

Antwort
von mychrissie, 759

Ich glaube, dass nur sehr, sehr schüchterne oder absolut potthässliche Männer ins Bordell gehen. Es macht doch heutzutage keinerlei Schwierigkeiten, eine Frau für einen One-Night-Stand zu finden, die kein Geld verlangt, der es selber auch Spaß macht und bei der man nicht in ein zwielichtiges und überteuertes Milieu abtauchen muss, um sie zu treffen.

Ich war in meinem Leben manchmal jahrelang Single und war trotzdem noch nie im Bordell, ich hatte auch in diesen Phasen nie Probleme, Kontakte mit attraktiven, interessanten und an sexuellen Abenteuern interessierten Frauen zu knüpfen.

Kommentar von RFahren ,

Leider beruht Dein "Glaube" auf gängigen Vorurteilen, denn es sind weder die hässlichen noch die perversen Männer oder gar nur die schüchternen Männer, die ins Bordell gehen.
Im FKK-Club usw. trifft man einen Querschnitt durch alle Alters-, Berufs- und Bevölkerungsschichten, die einfach etwas Spass und Abwechslung suchen - und zwar ohne einen One-Night-Stand mit irgendwelchen Lügenmärchen rumzukriegen ("Natürlich bin ich Single...", "Selbstverständlich rufe ich Dich an...", "Ich such' 'was Festes...").
Im richtigen Laden ist es weder schmuddelig noch teuer - und in der freien Wildbahn - wo kein fester Preis aufgerufen wird - und man "lediglich" durch großzügige Einladungen versucht seinen Sexappeal  zu steigern, muss man eben auch oft investieren - mit ungewissem Ausgang...

Kommentar von mychrissie ,

Was hat denn FKK mit dem Thema Bordell zu tun? Ich kenne keine Situation, in der Menschen nackt sind, und die zugleich weniger erregend ist. Oder verwechselst Du gar FKK mit Sex-Clubs?

Und dann lese ich in deinem Kommentar den Begriff "investieren". Gefühle investiert man nicht, man verschenkt sie. Und wenn überhaupt nicht das geringste Maß von Gefühlen im Spiel ist – dann lässt man den Schniedel eben in der Hose. Ohne jedes Gefühl macht es eh keinen Spaß.

Kommentar von RFahren ,

Da habe ich nix "verwechselt": Die als "FKK-Club" oder "Sauna-Club" firmierenden Unternehmen gelten im Amtsdeutsch als "bordellähnlicher Betrieb" und verbinden Wellness (Sauna, Pool, Whirlpool, Massage usw.) mit sexueller Entspannung indem sie die Infrastruktur bereitstellen.

Weibliche Dienstleisterinnen sind ebenso wie die männlichen Freier zahlende Gäste und im Club können sie sich auf Augenhöhe begegnen, sich in Ruhe kennen lernen und bei Sympathie eines der bereitgestellten Zimmer aufsuchen (auch diese sind im Eintrittspreis abgedeckt). Für die auf dem Zimmer verbrachte Zeit zahlt der Freier dann nach der Session der Dienstleisterin die clubübliche Gage von meist 50 Euro pro halbe Stunde.

Während die Männer üblicherweise in Handtuch oder Bademantel gehüllt sind, zeigen sich die Damen nackt (FKK-Club) oder in Dessous (Sauna-Club) - daher der Name...

Zum Thema "Gefühle" - Sex kann man tatsächlich auch ohne Gefühle geniessen - eine gute Massage kann ich ja auch geniessen, wenn ich die Masseurin nicht liebe! Ebenso wie ein gutes Essen. Wenn "mit Liebe gekocht wird" schmeckt es zwar am Besten - aber hin und wieder mal ein Restaurant ist schon 'was Feines...

Kommentar von HappyWeekend ,

Wie hast du die Kontakte zu den Frauen geknüpft?

Kommentar von mychrissie ,

Ich bin in Cafés oder Discos zu ihnen hingegangen und habe ein nettes Gespräch angeknüpft. In Discos ist das leider nicht so leicht, weil man danach drei Tage lang heiser ist.

Antwort
von FrauStressfrei, 617

Ich glaube, Singles gehen gar nicht so oft. Denn Singles könnten ja quasi immer, wenn sie wollten, jemanden für ein Date oder etwas Spaß treffen. Denke das 90% der Besucher verheiratet sind, die sich holen, was sie zu Hause nicht bekommen.

Kommentar von HappyWeekend ,

Vermute ich Leider auch, man sieht dort sogar Familienväter. Meiner Meinung nach nicht in Ordnung von denen.

Antwort
von Amyka89, 560

Ich find, dass das 'ne gute Sache ist..
Als ich noch Single war, wollte ich aus Spaß mal mit ein paar Jungs ins Bordell..
Wir waren blau, hatten Geld und wollten Spaß..
Ich war mega neugierig, wie eine Frau, die das Ganze beruflich macht,  so im Bett ist..
Leider durfte ich nicht rein..
Meine Jungs wollten mich nicht im Stich lassen, also sind wir, anstatt ins Bordell zu gehen, was Trinken gegangen.
Empfinde es auf jeden Fall als ne coole Sache..

Kommentar von HappyWeekend ,

solange niemand gezwungen wird oder zu Schaden dabei kommt, find ichs auch Okay. Man sollte eben Single sein. In einer Beziehung ins Bordell zu gehen finde ich persönlich nicht in Ordnung.

Kommentar von Amyka89 ,

Dem stimm' ich absolut zu!
Keiner sollte zu Schaden kommen!

Antwort
von Semiria, 529

Bordell wäre nichts für mich. Der Gedanke, das der Mann (es gibt ja auch Männer dort ?! xD) mit sovielen Frauen schläft und es eigentlich schon als Routine macht.. nein totaler abturner.

Für mich gehört da immer noch mehr dazu ...vllt kitschig, aber ist so :)

LG

Kommentar von HappyWeekend ,

Ja kann ja jeder zum Glück selbst für sich entscheiden ;-)

Kommentar von Semiria ,

Genau

Kommentar von RFahren ,

Da kann ich Dich beruhigen: Bordelle richten sich praktisch ausschliesslich an männliche Kundschaft, als Frau wirst Du daher erst gar nicht in Versuchung kommen.
In guten FKK- und Saunaclubs kannst Du dort allerdings mal zusammen mit Deinem Partner hingehen, wenn ihr mal einen unverbindlichen Dreier mit einer zweiten Frau erleben möchtet.
Frauen, die unverbindlich Sex haben möchten, wissen genau, wo sie hingehen können um sich aufreißen zu lassen...
Seid nett aufeinander!
Reinhart

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