Frage von mawibo1, 30

Wer übernimmt die entstandenen Mehrkosten bei Nichtabnahme eines bestellten Fahrzeuges, wenn der Kauf des Kfz durch falsche Angaben zu standen gekommen ist?

Hallo Ich hatte einen schweren Unfall. Lag selbst schwer verletzt im Krankenhaus. Heute nach vier Monaten benötige ich und meine Frau sehr dringend ein anderes Kfz. Laut Angaben des Anwalts bekomme ich in den nächsten Tagen einen Betrag von der Versicherung (Schmerzensgeld - Vorschuss, Lohnausfall, Entstandene Kosten, u-s-w.) von 20.000 €. Darauf hin habe ich mir ein Auto bestellt. Nun ist das Auto da, nur das Geld nicht. Auch nach mehrmaligem nachfragen ist keines in Aussicht. Für das Fahrzeug habe ich eine Anzahlung geleistet. Nun droht mir der Autohändler mit Auflösung des Kaufvertrag mit Verlust der Anzahlung plus Stand-gebühren. Ich habe aus gutem Gewissen gehandelt. Wer kommt für die Unkosten auf? Muss ich nun alle Kosten selber tragen? Ich bin kein reicher Mann und kann das nicht überbrücken. Was kann ich tun?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von PoisonArrow, 28

Du hast einen Kaufvertrag abgeschlossen, das ist Fakt.

Bei diesem Geschäft auf eine zugesagte Zahlung zu bauen, war riskant und eine schlechte Basis. Der KFZ-Händler kann nichts dafür, ER hat seine Seite des Vertrages erfüllt und stellt zum vereinbarten Termin das Fahrzeug zur Abholung (gegen Bezahlung) bereit.

Ob Du nun "im guten Gewissen" gehandelt hast, oder (was nicht der Fall zu sein scheint) den Verkäufer arglistig getäuscht hast, ist derzeit noch nicht erheblich, weil im Moment (noch) kein Rechtsstreit aus der Sache geworden ist. Der Verkäufer macht schlicht von seinem Vertragsrecht gebrauch und fordert, was ihm zusteht. Diese Forderung gilt es jetzt zu erfüllen, damit diese Geschichte nicht zu einem Rechsstreit wird. Solltest Du auch tun, weil, so wie Du die Sachlage schilderst, wirst Du im Streitfall schlechte Karten haben.

Jetzt zu den "zugesagten" Zahlungen der Versicherung:

Welchen Quellen bedient sich denn Dein Anwalt, wenn er Dir gegenüber solche Zusagen tätigt? Hast Du irgendetwas schriftlich?

Ist schon sehr ominös, dass Du in Deiner Frage eingangs schreibst:

bekomme ich in den nächsten Tagen einen Betrag von der Versicherung

und weiter unten heißt es dann ins Sachen "Geld":

ist keines in Aussicht.

Wie kann sich dieser Sachverhalt denn SO wandeln? In dieser Sache würde ich dem Anwalt mal gründlich auf den Zahn fühlen.

WAS JETZT?

Erstens: Anwalt - hingehen und klären, warum kein Geld kommt. Ist die Schuldfrage beim Unfall doch eine ganz andere, als von Dir zunächst angenommen? Weshalb erst die Zusage auf Zahlung, dann "doch nicht"?

Zweitens: Je nachdem, wie die Antwort des Anwalts ausfällt und wie Deine finanzielle NAHE Zukunft aussehen wird, einen Termin bei der Bank machen, und fragen, welche Möglichkeiten Du hast, einen Kredit in Höhe der Forderung des Autohauses aufzunehmen.

Drittens: Mit dieser Gewissheit, über diese Summe verfügen zu können, beim Autohaus die Situation retten.

Diesen Rat kann ich Dir aufgrund dessen, was Du geschrieben hast, geben. Ist der Sachverhalt letztendlich doch ein anderer, und Infos zum Thema "Anwalt", "Verfahren Unfall", "Zusagen..:" fehlen an dieser Stelle, kann der Lösungsweg ein anderer sein!

Grüße, ------>

Kommentar von mawibo1 ,

Ich habe auf meine Frage drei Antworten erhalten. Alle waren gute Antworten. Diese jedoch hat mir am meisten geholfen. Vielen Dank dafür. Ich habe alles so gemacht wie der Ratgeber vorgeschlagen hat. Es hat sich alles geregelt. Nur wer Schaden trägt, ist leider nicht bekannt. Der wird wohl an mir hängen bleiben. Eines jedoch habe ich gelernt ich werde nie wieder auf ein Wort Vertrauen geben.

Vielen Dank an Alle die mir geholfen haben. "Danke"

Kommentar von PoisonArrow ,

Das ist sehr freundlich, vielen Dank! Natürlich: gern geschehen - so spreche ich mal auch für die anderen Ratgeber - denn dafür ist gute.Frage gemacht. Alles Gute bei der Regulierung der Geschichte! Liebe Grüße, ------>

Antwort
von schleudermaxe, 30

... das verstehe ich nicht, denn der Verursacher bzw. seine Versicherung bezahlt doch den Schaden, den Dein Gutachter ermittelt hat. Der Rest, wie von Dir angegeben, kommt dann später. Wo ist denn das Geld geblieben von denen? ... setze ggf. Deinen Anwalt auf den Topf.

Kommentar von mawibo1 ,

Die Versicherung muss zahlen, ja ist schon richtig. Nur wann wird das geschehen?  Ich habe nur die Zusage von meinem Anwalt.

Antwort
von Sivsiv, 3

Du hast leider einen gültigen Kaufvertrag geschlossen. Der Verkäufer darf hier einfach annehmen dass du deinen Teil des Vertrages auch einhalten kannst (Geld bezahlten). 
Wenn du den Vertrag geschlossen hast ohne das zu gewährleisten bist du zumindest fahrlässig. Dass der Händler jetzt allerdings deine Anzahlung kassiert ist nur möglich wenn ihr das auch vertraglich vereinbart habt. Dass er Schadensersatz von dir fordert ist allerdings korrekt. Immerhin ist er finanziell in Vorleistung getreten in dem er dir das Auto bestellt hat.

Sollte eine Versicherung dir eine Zahlung zugesichert haben (terminlich angegeben? schriftliche Belege?) ist sie allerdings dir gegenüber möglicherweise zum Schadensersatz verpflichtet. Ich würde allerdings nicht sofort den Kaufvertrag platzen lassen. Möglicherweise lässt sich das durch eine Zwischenfinanzierung deutlich günstiger regeln und der Schaden reduziert sich auf den anfallenden Darlehenszins. Du bist verpflichtet den Schaden zu minimieren.


Antwort
von Pfaffenhofener, 24

Hm, Du hast kein Geld, kaufst Dir aber ein Auto. Somit kann ich schon mal keine Schuld beim Händler sehen.

Hast Du es schriftlich vom Anwalt, wann das Geld kommt?

Evtl. Kredit aufnehmen und diesen mit dem Schadenersatz tilgen. Mehrkosten wirst Du aber auf jeden Fall haben.

Oder nochmal mit dem Händler reden, falls das Geld wirklich demnächst kommt.

Kommentar von mawibo1 ,

Ja, ich habe es schriftlich von Anwalt erhalten.

Kommentar von Pfaffenhofener ,

Wenn er Dir einen Termin genannt hat, muß er ihn auch einhalten. Was sagt er denn dazu?

Sprich auch mal mit dem Autohaus und zeig Ihnen ggf. das Schreiben, da sollte sich die Frist doch verlängern lassen. Oder geht zur Bank mit dem Schreiben und hol Dir einen Überbrückungskredit.

Kommentar von RudiRatlos67 ,

Ja, ich habe es schriftlich von Anwalt erhalten.

Möglicherweise ist der Jurist bei der geschilderten Sachlage sogar haftpflichtig. Für solche Fälle hat jeder Anwalt eine Vermögensschadens- Haftpflichtversicherung.

Auf jeden Fall mit dem Händler reden, kleine Brötchen backen und mit Ihm eine Lösung finden, mit der der Händler und auch Du leben kannst. Da Du eine schriftliche Bestätigung vom Anwalt über ein zu einem festen Zeitpunkt zur Verfügung stehende Geldsumme hast, sollte man dir keine Straftat unterstellen können. Hättest Du die Aussage des Anwalts nicht schriftlich, würde in Deinem Fall ein Betrug nach § 263 BGB im Raum stehen.

Wegen der Brisanz Deines Falls, empfehle ich Dir so schnell wie möglich eine Klärung herbei zu führen. Notfalls ist auch ein weiter Anwalt von Nöten um Deinen Hintern zu retten.

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