Frage von me712 16.02.2012

Wer übernimmt Bestattungskosten?

  • Hilfreichste Antwort von Auskunft 16.02.2012

    Wird ausführlich hier beantwrtet:

    "Wer muss die Beerdigungskosten tragen?

    Muss auch ein Nichterbe oder derjenige, der eine Erbschaft ausgeschlagen hat, Beerdigungskosten tragen?

    von Armin Abele

    Rechtsanwalt in Reutlingen

    Fachanwalt für Erbrecht

    armin_abele.jpg

    Das Zivilrecht gibt in Bezug auf die Beerdigungskosten zunächst eine scheinbar klare Regelung vor. Nach § 1967 BGB hat der Erbe die Beerdigungskosten zu tragen. Nicht selten, bleibt aber zunächst unklar, wer Erbe geworden ist oder aber die Erbschaft wird wegen Überschuldung des Nachlasses ausgeschlagen.

    Da die Beerdigung keinen Aufschub duldet und nicht so lange gewartet werden kann, bis der Erbe oder eine sonstige für die Beerdigung verantwortliche Person ermittelt wurde, hat der Gesetzgeber Vorsorge getroffen. Nach den Bestattungsgesetzen der Länder kann und muss bei Vorliegen bestimmter Voraussetzungen die zuständige Behörde selbst die Beerdigung veranlassen. Hier ergibt sich dies aus § 31 II BestattG Baden-Württemberg vom 21.7.1970 in der Fassung vom 7.2.1994. Nach dieser Vorschrift hat die zuständige Behörde die Bestattung auf Kosten des Bestattungspflichtigen selbst zu veranlassen, wenn nicht oder nicht rechtzeitig für die Bestattung gesorgt wird. Die Bestattung muss grundsätzlich spätestens 96 Stunden nach dem Eintritt des Todes erfolgt sein (§ 37 I BestattG).

    Nach Veranlassung der Beerdigung kann die Behörde per Leistungsbescheid die erstattungsfähigen Kosten von dem oder den Bestattungspflichtigen einfordern. Die Bestattungspflicht ist unabhängig von der Erbenstellung. Nach § 31 I BestattG müssen die „Angehörigen“ für die Bestattung sorgen. In Betracht kommen der Ehegatte, die volljährigen Kinder, die Eltern, die Großeltern, die volljährigen Geschwister und Enkelkinder des Verstorbenen in der genannten Reihenfolge (vgl. § 21 I Nr. BestattG). Die Bestattungs- und Kostentragungspflicht besteht auch für nichteheliche Kinder, selbst dann, wenn sich der Erblasser nie um sein Kind gekümmert hatte, vgl. Urteil des VGH Mannheim vom 19.10.2004, 1 S 681.

    Die öffentlich-rechtliche Pflicht, für die Bestattung eines Verstorbenen zu sorgen, ist nicht mit der zivilrechtlichen Pflicht identisch, die Beerdigungskosten zu tragen. Auch wenn ein Angehöriger, der nicht zugleich Erbe geworden ist, öffentlich-rechtlich in Anspruch genommen wurde und zunächst die Beerdigungskosten verauslagen musste, bedeutet dies nicht zwangsläufig, dass er auf diesen Kosten sitzen bleibt.

    Ist der Nachlass werthaltig, kann er von dem oder den Erben, ggf. im Wege der Zivilklage, die Beerdigungskosten erstattet nach § 1967 BGB verlangen. Daneben gibt es auch in zahlreichen weiteren Fällen andere zivilrechtliche Ausgleichsansprüche auf Übernahme der Bestattungskosten (vgl. §§ 844 I, 1360 a III, 1615 II, 1615 m BGB).

    In Fällen, in denen Ausgleichsansprüche nicht gegeben sind, insbesondere wenn der Erblasser völlig mittellos verstirbt, besteht schließlich nach § 74 SGB VII die Möglichkeit, die erforderlichen Kosten einer Bestattung vom Sozialhilfeträger des Bestattungsortes zu verlangen, soweit dem hierzu Verpflichteten nicht „zugemutet“ werden kann, die Kosten selber zu tragen. Bereits nach dem Wortlaut der Bestimmung ist für das Bestehen dieses Anspruchs nicht entscheidend, dass der Bestattungspflichtige die Kosten nicht tragen kann, also selbst bedürftig ist. Der Begriff der “Zumutbarkeit“ von § 15 BSHG ist nach den Umstände des Einzelfalles zu bestimmen. Insbesondere spielt hier eine Rolle welche Nähe und Beziehung zum Verstorbenen bestand. Hier kann es sich z. B. auswirken wenn, der Erblasser sich nie um sein Kind gekümmert hatte. In diesen Fällen kann es also, ebenso wie wenn der Angehörige selbst hilfebedürftig wäre, doch noch zur Erstattung der Beerdigungskosten kommen (vgl. zum Ganzen BVerwG, Urteil vom 29. Januar 2004, Az: 5 C 2/03)."

    Quelle:

    http://www.kp-recht.de/aid=48.phtml

  • Antwort von geckobruno 16.02.2012
    1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

    wenn keine Ehefrau da ist, sind die Kinder bestattungspflichtig. Das hat auch mit dem Ausschlagen des Erbes nichts zu tun. Das sollten sie dann sowieso machen.

    Die Kinder müssen nach dem Versterben zu einem Bestatter gehen, dort bestenfalls gleich sagen, das sie eine ganz einfache Bestattung wollen. Und dann gehen sie, wenn sie selbst kein GTeld haben, zum Sozialamt und beantragen dort Beihilfe zur Bestattung.

    Die Kosten des KKH übernimmt die Krankenkasse..........

  • Antwort von Bluete232 27.02.2012

    Für die Bestattung müssen die nächsten Angehörigen, also die Bestattungspflichtigen oder ein festgelegter Totenfürsrogeberechtigter aufkommen. Die Bestattungspflicht hat mit dem Erbrecht garnichts zu tun. Selbst wenn das Erbe ausgeschlagen wird, muss man dafür sorgen, dass Verstorbene unter die Erde kommt.

    Wichtig: Die Krankenkasse übernimmt die Krankenhausgebühr schon lange nicht mehr, zumindest in Hamburg!! Viele liebe Grüße!

  • Antwort von imager761 16.02.2012

    Zunächst fallen die Bestattungskosten dem Nachlass des Verstorbenen zur Last. Wäre der hoch verschuldet, haben alle Angehörigem im Rahmen ihres verfügbaren Einkommens dafür zu sorgen. Auf ihren Erbenstatus kommt es dabei nicht an. Können alle dies ebenfalls zusammen nicht aufbringen, müssen sie unter vollständiger Offenlegung ihrer Vermögenslage beim Sozialamt Übernahme der Kosten beantragen, bevor sie eine Bestatter beauftragen.

    HTH

    G imager761

  • Antwort von Avocados 16.02.2012

    Kosten der Bestattung trägt der Erbe.

    Steht in § 1968 BGB

    Oder hier:

    http://www.erbrecht-ratgeber.de/erbrecht/erbschaft/kosten_beerdigung.html

  • Antwort von brummhummel 16.02.2012

    Die Mutter wenn noch vorhanden - dieKinder nur wenn vermögend- aus der Erbmasse . Notfalls das Sozialamt .

  • Antwort von Kekziiii 16.02.2012

    Die Bestatttungskosten kann sie von der Steuer absetzen wenn das Erbe nicht höher ist.

    Krankenhaus - normalerweise die Krankenkasse. Sonst hätten die sich schon längst bei deiner Freundin gemeldet.

  • Antwort von mefsio 16.02.2012

    Das Erbe solltet ihr ausschlagen da man (afaik) keinen Einblick ins Testament/ Das zu vererbende Gut hat, man sozusagen also die Katze im Sack erbt.

    Für die Bestattung muss trotz allem die Familie aufkommen. Das Begräbnis muss nicht wunderschön und im Teak-Sarg stattfinden aber die Basics müssen von Angehörigen finanziert werden.

  • Antwort von Hexenblut66 16.02.2012

    Wenn er eine Lebenversucherung hatte diese zahlt dan,ansonsten die Familie.

Du kennst die Antwort? Frage beantworten
Bitte noch eine Antwort ... Frage erneut stellen
Diese Frage und Antworten teilen:

Verwandte Fragen


Verwandte Tipps

Fragen Sie die Community –

anonym und kostenlos!