Frage von Tabaluga92, 61

Wer trägt bei sowas eigentlich den Schaden?

Ich habe auf Youtube dieses Video gesehen:

https://www.youtube.com/watch?v=IkM3clv_wpo

Bei zwei Autos ist hier die Rechtslage ja eindeutig, genau so die Schuldfrage. Wie aber ist das in dem Video?

Welche konsequenzen hätte es (bei Polizeieinsatz) für den Schuldigen, wenn es zwei autos seien? Welche Konsequenzen hätte es in dem gezeigten Fall (bei Polizeieinsatz) Warum wurde in dem Video nicht die Polizei gerufen? Das ist doch Pflicht!

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Antwort
von ichbinpascal34, 6

Es ist nicht Pflicht die Polizei zu rufen. Sie dient eigentlich nur dazu, die Spuren aufzunehmen und bei einem Prozess werden die Protokolle als Beweismaterial angesehen, weil die Polizisten unabhängig sind. Damit ist der Polizeiruf keine Pflicht.
Anders sieht es aus, wenn der Unfall mit dem Vorsatz, eine andere Person zu töten passiert oder eine Person stark verletzt worden ist. Vorsatz: Beim Vorsatz eine Person zu töten oder stark zu verletzen handelt es sich um versuchten Mord/Totschlag oder (versuchte) gefährliche Körperverletzung.
Beides sind Offizialdelikte. ( Das StGB definiert erst die Straftat und sagt später, dass der Versuch strafbar ist.) Die Staatsanwaltschaft ist also zu Ermittlungen verpflichtet. Also ist es eure Bürgerpflicht diese zu informieren. Und das tut ihr, indem ihr die Polizei, die hier als Hilfsorganistation der Staatsanwaltschaft dient, ruft.
Das könnt ihr damit vergleichen, als ob ihr eine Leiche findet und ignoriert.
Sollte eine Person verletzt sein, und dann ist es aus meiner Sicht ebenfalls eure Pflicht. Unabhängig davon, wie stark Sie verletzt ist. Wenn die Verletzung unmittelbar durch das Auto des Unfallverursachers entstanden ist, (UV rammt UO und das Auto von UO verletzt ihn.)
handelt es sich um gefährliche Körperverletzung. (Die Verletzung wurde durch eine Waffe zugefügt.)
Auch dies ist ein Offizialdelikt.
Ähnlich, wenn der Fahrer so schwer verletzt ist, dass er bleibende Schäden davon trägt. Dann sprich man von schwerer Körperverletzung, einem weiteren Offizialdelikt.

Wenn die KV aber nur leicht ist nicht durch den Wagen des Verursachers zugefügt wurde (Wir gehen davon aus, dass das Unfallopfer auch Opfer der Verletzung ist.) , müssen beide Beteiligten solange am Unfallort bleiben, bis geklärt ist, ob sie die Polizei rufen. Der Geschädigte könnte zum Beispiel wegen fahrlässiger KV Strafanzeige erstatten. (Das kann er auch 2 Monate später noch.)
Einigen sich beide Parteien darauf, dass die Polizei nicht nötig ist, werden die Personalien ausgetauscht (wegen der Versicherung) und beide ziehen ihres Weges. Das ist dann keine Fahrerflucht.

Kleine Richtigstellung für dich😉
Pascal

Antwort
von peterobm, 14

Schuld trägt der Ausparker; man braucht keine Polizei wenn man sich einigt. Es gibt sogar Unfallprotokolle. 

Auch Kutschen sind Verkehr. Den hat man durchzulassen. 

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