Frage von jsnrz, 313

Wer spricht, wenn ich spreche? -?

Klar, das ist Ihre Stimme, unverwechselbar, auf jeder Mailbox sofort zu erkennen. Aber was ist mit dem, was Sie sagen? Was immer Sie anderen mitteilen, Sie werden es in einer Sprache tun. Und zwar in einer Sprache, die aus Wörtern und Regeln besteht, auf die Sie keinen prägenden Einfluss hatten. Jedes Wort, jeder Begriff, jeder Gedanke, der Ihren Mund verlässt, ist zuvor schon durch zahllose Münder gegangen. Sind Sie also wirklich sicher, dass Sie es sind, der spricht? Haben Sie wirklich eigene Gedanken? Nennen Sie einen, einen einzigen!

Antwort
von Panazee, 142

Wenn es keine eigenen Gedanken gäbe, dann gäbe es keinerlei Fortschritt, denn es gäbe ja rein gar nichts neues. Da wir aber definitiv Fortschritte sehen können, wird es auch eigene, ganz innovative Gedanken geben.

Irgendwann muss ja jemand zum ersten mal auf einen Gedanken gekommen sein. Das ist aber wie ich zugeben muss nicht immer die Regel. Meistens wird wohl entweder etwas wiederholt, was aber an dem Wahrheitsgehalt des gesagten nichts ändert. Wenn ich eine Aussage wiederhole, die einfach wahr ist, dann macht es ja keinen Sinn diese umzuändern, damit sie nicht "abgekupfert" ist. Da müsste ich sie ja weniger wahr machen, nur um originell zu sein. Das macht keinen Sinn.

Viele Gedanken/Ideen sind aber ein Remix aus schon bekannten Einsichten. Bei einem Remix kann aber auch etwas heraus kommen, was vorher so noch nie zu hören war. Beim Kochen nimmt man ja auch lauter Zutaten her, die schon bekannt sind und die schon von Millionen von Leuten verwendet wurden, aber der eine kreiert daraus etwas noch nie dagewesenes, was super schmeckt und ein anderer serviert immer wieder den selben labberigen Batz, der einfach nach nix schmeckt.

Es kommt nicht darauf an was man als Ausgangszutaten (seien es Worte oder Kochzutaten) hat, sondern was man daraus macht.

Antwort
von TimeosciIlator, 102

Eine gute Frage ! Habe mich selber schon dabei ertappt, wenn ich etwas sagte, wie ich es sagte. Beispielsweise genau in demselben Tonfall, wie ich es woanders mal irgendwann aufgeschnappt habe.

Die Frage, ob man wirklich etwas von sich selber mal wiedergibt, möchte ich bewusst im Raum stehen lassen. Denn ich kann sie nicht beantworten. Es könnte durchaus sein, dass wir niemals etwas wirklich Eigenes von uns geben.

Bleibt die Frage, wer denn überhaupt etwas Neues zu erfinden vermag ? Und wie er das schafft ?

Vielleicht sind ja beide Thesen auch vereinbar. Also, dass jeder nachplappert. Und jeder erfindet. Klar, ein Widerspruch. Aber mit der hauseigenen Logik des Menschen konnte noch nie alle Ursachen geklärt werden :)


Antwort
von kiniro, 117

Es gibt Gedanken und Wörter, die könnten von mir aus schon vorgestern in der Versenkung verschwunden sein.

Dafür fände ich es gut, wenn andere Gedanken durch viele Münder gehen würden.

Ich nenne nur zwei Wörter und was sehr viele daraus machen:

  • Kinder
  • Grenzen

"Kindern muss man Grenzen setzen"

Für mich ein Ding der Unmöglichkeit.

Bessere Gedanken in meinen Augen (immer noch die beiden Begriffe von oben)

"Die Grenzen der Kinder achten (respektieren)".

Bestimmt findet der eine oder andere seine eigenen Begriffe, die unterschiedlich zusammen gebracht werden können.

Zu 100 % eigene Gedanken zu produzieren, ist schwierig - schließlich haben wir von klein auf diese durch andere empfangen.
Das seit Menschengedenken.

Außerdem: Wer will kontrollieren, ob es meine eigenen Gedanken sind oder die anderer?

Antwort
von RitterAltebur, 116

Jeder zusammenhängende Satz den man spricht (und der sinnvoll sein soll) wird von der Summe der Erfahrungen und Eindrücke des Lebens beeinflusst. Also sind Sätze die etwas bedeuten,etwas bewirken oder etwas bewegen sollen unsere Eigenen. Allerdings ist es in unserer Gesellschaft mittlerweile zu 99.9% so, dass nachgeplappert oder dummgelabert wird... ohne Bedeutung, ohne Hirnaktivität.

Also: nur sprechen wenn man was sagen will und ansonsten Klappe halten.

Kommentar von Etter ,

Mittlerweile?

Wirf mal einen Blick Richtung Mittelalter ^^.

Antwort
von DoktorBlues, 44

Achte auf deine Gedanken denn sie werden Worte.

Kommentar von suziesext10 ,

und aus Worten werden Taten und Verhaltensweisen. Außer bei Politikern.

Antwort
von dhammo, 57

Stimmt! Denn was wir sagen oder denken wird von bestimmten inneren Persönlichkeitsapekten angeführt.

Da gibt es den Kontroleur, den Beschützer, das Opfer, der Freundliche und der Ärgerliche - usw usw -

 [+++ durch Support editiert +++]



Antwort
von dasistsparta5, 92

Sprache ist Logik, Logik können auch Computer. Was uns ausmacht sind Emotionen, jeder hat welche, auch Hitler, sie bestimmen, was wir tun, Logik ist unser Werkzeug.

Kommentar von RitterAltebur ,

Lebe lang und in Frieden Vulkanier

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