Frage von DerChacker, 39

Wer sind die 'player' in der Finanzbranche?

Die Chefs der privaten Großbanken (Goldman Sachs, Deutsche Bank, Lehmann Brothers) oder Börsen Gurus wie Warren Buffet, Susan Levermann oder Chefs von privaten Finanzberatern-/ Dienstleistern wie Carsten Maschmeyer mit seinem AWD?

Was genau bitte haben letztere gelernt und was ist deren genaues Kerngeschäft?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von DinoSauriA1984, 10

Finanzbranche ist mit zu allgemein. Da gehören Notenbanken, Banken, Versicherungen, Fonds aller Art und auch die Länder/Regierungen zu. Die "spielen" aber nicht alle dasselbe "Spiel".

Wenn Du die Wertpapiermärkte meinst, sind es sicher die Notenbanken und die großen Investmentgesellschaften, die Einfluss nehmen.

Einfluss, den die Notenbanken auf die Aktienmärkte nehmen, ist aber eher sekundär und gar nicht unbedingt gewollt. Gutes Beispiel ist die aktuelle Geldpolitik der EZB. Sie pumpt z. Zt. Monat für Monat 80 Mrd. Euro in die Märkte. Eigentlich braucht dieses Geld aber niemand. Die Banken können es nicht als Kredit ausleihen (zu wenig Kreditnachfrage bzw. zu strenge Kreditbonitätsanforderungen), sie können es aber auch nicht gewinnbringend anders anlegen - außer in Aktien. Wenn sie also auf Teufel komm raus Aktien kaufen, steht da eine riesige Nachfrage hinter. Das Angebot wächst nicht im gleichen Maße mit (wo sollen jeden Monat 50 - 60 Mrd. Euro neue Aktien herkommen) also steigt der Preis.

Die wirklich großen Fondsgesellschaften, wie z. B. Blackrock können den Markt beeinflussen, tun dies aber sehr vorsichtig: jeder künstlich erzeugte Aufschwung birgt die Gefahr, als Kursblase zu enden, die schließlich platzt. Die haben mehr Interesse daran, lukrative Firmen zu kaufen, eventuell deren Firmenpolitik zu beeinflussen und einen konstanten, langfristig hohen Ertrag aus ihren gutlaufenden Investments zu erzielen.

Die sogenannten Hedgefonds können eigentlich so nicht gut zusammengefasst werden, weil sie die unterschiedlichsten Strategien verfolgen. Hier gibt es aber eben auch viele, die nur auf kurzfristige Rendite schauen. Das kann über Derivate laufen, die überhaupt keinen Einfluss auf die Unternehmenspolitik selbst haben, oder auch über den Erwerb von großen Unternehmensteilen mit dem Ziel, die Unternehmen zu zerschlagen und die "Sahnestückchen" bestmöglich zu verkaufen - die sogenannten Heuschrecken. HegdeFonds sind oft schon in der Lage, "Lawinen" auszulösen und haben nicht unbedingt Probleme damit, da sie, wenn die Konsequenzen ihres Tuns wirksam werden, ihr Investment schon wieder beendet haben können.

Einzelpersonen treten als Player eher weniger in Erscheinung (Ausnahmen bestätigen die Regel). Carl Icahn, amerikanischer Milliardär und Großinvestor, z. B. fällt oft dadurch auf, dass er sich aktiv ins Management der Firmen einmischt, bei denen er Großinvestor ist. Den Markt als ganzes kann jedoch auch er nicht nachhaltig beeinflussen, ebensowenig wie Warren Buffet, das "Orakel von Ohama", den Gründer und Manager der Fondsgesellschaft Berkshire Hathaway. Dieser verfolgt eine "buy and hold"-Strategie und mischt sich auch eher nicht in die Unternehmen ein, an denen er beteiligt ist. Buffet wird ein außerordentlicher Spürsinn nachgesagt, was künftige Entwicklungen angeht und daher verfolgen viele Anleger und Journalisten seine Investments und versuchen, von seinem "Riecher" zu profitieren. Insofern beeinflusst er natürlich indirekt auch die Entwicklung einzelner Aktien (nicht aber den Gesamtmarkt).

Antwort
von dan030, 24

Ich würde einerseits die Notenbanken, zum anderen die Großinvestoren wie Blackrock, oder auch diverse Hedgefonds, als die wichtigsten "Player" ansehen. Und zwar aus einem ganz einfachen Grund: die genannten Organisationen haben die meiste Macht, das Geschehen an den Märkten tatsächlich proaktiv zu beeinflussen.

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