Frage von fazula11, 117

Wer nichts weiß, muss alles glauben?

Also selbst den größten Blödsinn und gefährlichen Schwachsinn?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von DieterSchade, 38

Wir Menschen können nur sehr wenig wirklich wissen. Wissen und Glauben unterscheiden sich nur in der Wahrscheinlichkeit des Irrtums.

Wenn es z.B. um 9/11 geht, kann man nur die bekannten Fakten sammeln und ordnen.  Wer mächtig ist, kann noch mehr Fakten sammeln und andere vertuschen, aber es gibt nicht viele, die diese Macht haben. Danach muss man die Fakten einschätzen. Ich z.B. bin Festkörperphysiker und Festkörperchemiker. So einigermaßen kann ich die Fakten einschätzen, mache aber bestimmt mehr Fehler dabei als jemand der Physiker, Chemiker und zugleich Bauingenieur ist. Danach muss man alles sortieren gemäß passt dazu, passt dazu, passt zu beiden Theorien, passt zu keiner.  Bei mir kommt am Ende dann raus, dass es mit Wissen und Billigung der US-Administration geschehen ist, aber 100%ig wissen, dass es so war, kann auch ich nicht. 

Dagegen lässt sich z.B. die "flache Erde Theorie" ganz leicht widerlegen. Da weiß ich 100%ig , dass die Erde nicht flach ist.

Kommentar von DieterSchade ,

Danke für den Stern.

Antwort
von drachenfreund, 48

Ja und nein,

gerade im Bereich von Verschwörungstheorien glauben viele das Richtige zu wissen. ;)

Die Frage ist also was Wissen ausmacht und wo Glauben anfängt. Unsere Erkenntnis ist in vielen Bereichen sehr begrenzt und trotzdem können wir z. B. mit Hilfe der Quantenphysik Geräte bauen die so funktionieren wie wir es vorhergesehen haben. Also scheint unsere Theorie möglicherweise zu stimmen, aber wir wissen es nicht zu 100%.

Das eigene Wissen muss also immer hinterfragen werden, am Besten in dem man sich logischer Methoden wie "Ockhams Rasiermesser" - https://de.wikipedia.org/wiki/Ockhams_Rasiermesser - bedient

Expertenantwort
von Enzylexikon, Community-Experte für Religion, 22

"Müssen" steht in diesem Zusammenhang nicht für eine Verpflichtung,  sondern für die weitgehende Alternativlosigkeit.

Es gibt kein Gesetz das einem vorschreibt, dass man glauben "muss".

Aber wer über kein Wissen verfügt, ist eben entweder dazu gezwungen, sich doch zu informieren und somit Wissen anzueignen - oder einfach pauschal zu glauben, bzw. kategorisch Behauptungen abzulehnen.

Man kann die Behauptung ohne Wissen nicht widerlegen.

Eine Quelle behauptet "Alle Atome sind blau".

Wenn ich keine Ahnung habe, was Aufbau und Struktur von Atomen angeht, dann bleiben mir an dieser Stelle drei Möglichkeiten

  • ich informiere mich, um die Behauptung prüfen zu können
  • ich zweifele grundsätzlich alles an, ohne Beweise zu suchen
  • ich glaube ungeprüft, was diese Quelle behauptet.

Somit ergibt sich also die Erkenntnis

"Wer nichts weiß und sich nicht informiert (oder keine Möglichkeit hat sich zu informieren) kann eine Behauptung nur schwer widerlegen".

Antwort
von Nashota, 40

Müssen muss keiner was. Wer sich für nichts interessiert und hinterfragt, glaubt aber sehr viel, was ihm erzählt wird.

Antwort
von Fontanefan, 11

Der Spruch stimmt natürlich nicht, sondern soll nur darauf verweisen, dass man eine Technik entwickeln sollte, wie man zwischen leeren Behauptungen und gut begründeten Aussagen unterscheiden kann.

Da alles menschliche Wissen vorläufig ist (auch alle wissenschaftlichen Erkenntnisse gelten nur bis zu ihrer Falsifizierung bzw. - wie z.B. Newtons Erkenntnisse - bis zu einem Einbau in eine allgemeinere Theorie), ist freilich die Grenze zwischen leeren Behauptungen und gut begründeten Aussagen fließend. Was früher gut begründet war (z.B. das ptolomäische Weltbild), kann heute völlig überholt sein. 

Kommentar von Fontanefan ,

Außerdem verweist der Spruch natürlich auch darauf, dass die Vorstellung, nichts zu wissen, äußerst irritierend sein kann.

Dabei macht es einen Unterschied, ob man nur nach außen hin behauptet, von nichts wirklich überzeugt zu sein, und sich dabei
in der normalen Lebensumwelt völlig sicher fühlt oder ob man zwischen Träumen, Halluzinationen und der Realität nicht unterscheiden kann oder ob man aufgrund von Gedächtnisverlust ganz seine eigene Identität verliert. 

Natürlich braucht man auch dann nicht alles zu glauben. Aber wenn man sich bei nichts mehr sicher fühlt, ist es fürchterlich.

Ein Bekannter von mir verlor kurzfristig sein Gedächtnis und musste sich von seinem Sohn tagelang erklären lassen, wer er war, wer zu seiner Familie gehörte, mit welchen wissenschaftlichen Themen er sich seit Jahrzehnten befasste etc.. 

Danach konnte er wieder normal weiterleben, freilich, die Erfahrung blieb ihm.

Jetzt noch eine heitere Geschichte zu wissen und glauben: Mein Sohn entdeckte als Kind einen Wissenstest eine alte Zeitschrift aus der Zeit vor seiner Geburt. Als es an die Auswertung der Antworten ging, wurde ihm mitgeteilt: Leider ist fast die Hälfte aller Antworten falsch. Man darf sich eben nicht auf sein Schulwissen verlassen, was man sich vor Jahrzehnten angeeignet hat. 

Er wusste schon so viel, dass er recht vieles korrekt beantworten konnte. Und die Zeitschrift war noch nicht so überholt, dass nicht das meiste, was damals als richtig galt, auch zum Zeitpunkt, als mein Sohn die Fragen beantwortete, noch korrekt war. 

Andererseits hat er mir, als er 8 Jahre alt war, anhand eines aktuellen Schulbuchs der 9. Klasse erklärt, dass meine Kenntnisse über chemische Bindungen aufgrund eines neuen Atommodells inzwischen überholt waren. 

Gerade in den Naturwissenschaften sind wissenschaftliche Ergebnisse nicht selten schon nach wenigen Jahren oder sogar Monaten überholt. Da glaubt mancher Fachwissenschaftler noch, etwas zu wissen, was inzwischen schon nicht mehr Forschungsstand ist, nur weil er die neusten Aufsätze eines Teilgebiets nicht gelesen hat.

Andererseits wird manchmal erst nach Jahrzehnten entdeckt, dass Wissenschaftler Versuchsreihen gefälscht haben, um ein Ergebnis zu bekommen, weil die Versuchsergebnisse selbst leider zu keiner neuen Erkenntnis geführt hatten.

Antwort
von Derhase19, 65

Ich glaub das kommt auf die Person an, wenn man wenig weiß und etwas erfährt hat man ja noch immer die Möglichkeit nachzuschlagen :-)
Lg

Antwort
von Eselspur, 24

Und wer Gott nicht vertrauen kann, verwechselt religiösen Glauben mit nichts Wissen!

Antwort
von GravityZero, 53

An dem Satz ist was dran...

Antwort
von MrMiles, 40

Wer nichts weiß, fragt auch nicht nach.

Fragen entstehen erst mit Wissen.

Antwort
von FooBar1, 28

du meinst soetwas wie Religion? Schau dich in der Welt um.

Antwort
von DerBuddha, 14

jaein, es kommt auf das eigene verständnis der dinge an, denn nicht immer ist ein unwissender ein gläubiger und ein wissender ein ungläubiger.......:)

die neugierde war es letztendes, dass uns zu dem gemacht hat was wir heute sind und neugierde steckt in jedem von uns, auch in einem unwissenden, dabei kommt es dann nur noch darauf an, für was sich dieser dann interessiert und wenn sein interesse geweckt ist, versucht er wissen darüber zu erlangen............:)

Antwort
von joergbauer, 25

Wer sich informiert, muss nicht alles glauben. Und wer glaubt, der kann auch so manches wissen - vor allem sicherlich in Bezug auf Gott, Jesus und Bibel. Der Weg zu Gott führt nicht explizit über das Wissen, sondern immer in Kombination mit dem Glauben. Zudem kann man durch Erfahrungen auch so manches als falsch und richtig sowie nützlich und überflüssig erkennen und bewerten.

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