Frage von Daisy80, 141

Wer muss Schlüsseldienst und neues Schloss zahlen?

Hallo! Am Samstag um die Mittagszeit wollten wir unsere Mietwohnung verlassen, doch wir konnten die Tür nicht öffnen. Nach einigem Probieren sahen wir uns gezwungen, den Schlüsseldienst zu rufen, zumal um diese Zeit die Hausverwaltung nicht besetzt ist. Der Schlüsseldienst öffnete die Tür und stellte fest, das eine Feder bei der sog. Falle gebrochen war. Deswegen reagierte die Türschnalle nicht auf ein Drücken. Er meinte, dass die Ursache eine Materialermüdung war und wir keinesfalls daran schuld seien. Das Schloss wäre auch nicht mehr reparabel und müsste ausgetauscht werden (Kosten 480€ plus Montage- und Anfahrtskosten, ist eine Sicherheitstür). Ich wollte das Ganze jedoch zuvor mit der Hausverwaltung abklären und somit bezahlte ich "nur" die bisherige Leistung (276€). Der Schlüsseldienst meinte weiters, dass es ein ganz altes Schloss sei, welches gar nicht mehr hergestellt werde, aber er noch eines auftreiben könne. Nun weigert sich jedoch die Hausverwaltung zu bezahlen. Diese meint, dass wir die Schlüsseldienstkosten von unserer Haushaltsversicherung zurückholen sollen. Auch das neue Schloss erscheint ihnen überteuert und wir müssten doch verstehen, dass der Eigentümer leider nicht dafür aufkommen könne. Derzeit haben wir in der Tür noch das alte Schloss drinnen, jedoch ohne Falle, d.h. die Tür ist nur mit Schlüssel schließbar, sonst würde sie nicht zubleiben und z.B. beim kleinsten Windstoß aufgehen. Aber wenn die Hausverwaltung kein neues Schloss zahlen möchte, würde ich es so lassen, bevor ich noch ca. 700€ zahlen muß. Was kann ich tun, um mein Geld zurück zu bekommen? (österr. Recht)

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Antwort
von Interesierter, 137

Zunächst mal bezahlt derjenige, der bestellt. Das bist in diesem Fall erst mal du.

Die Türe mitsamt Schloss gehören zur Mietsache und sind natürlich auch vom Vermieter instand zu halten. Zeigt sich ein Mangel, der sofort behoben werden muss und die Hausverwaltung bzw. der Vermieter sind nicht erreichbar, musst du zur Ersatzvornahme greifen und selbst handeln. Das hast du gemacht.

Nun steht dir Ersatz für die entstandenen Kosten durch den Schlüsseldienst und eine Instandsetzung des Schlosses zu. Wie der Vermieter das anstellt, ist seine Sache.

Falls sich der Vermieter weigert, deine Auslagen zu erstatten und/oder das Schloss instand zu setzen, bleibt dir letztlich nur der Weg zum Gericht.

Kommentar von vierfarbeimer ,

...bleibt dir letztlich nur der Weg zum Gericht.

Traurig aber wahr.

Antwort
von schleudermaxe, 141

... also, ob dies als Notfall durchgeht, ergibt sich aus den Urteilen der örtlichen Gerichte. Die Kosten und Lasten für einen Austausch hat der Vermieter zu wuppen und somit einfach einen kleinen Dreizeiler mit Termin aufsetzen unbd wenn er sich nicht rührt (Terminabsprache, Kostenzusage), einen örtlichen Schlüsseldienst beauftragen und die Kosten von der Miete einbehalten. Im Terminschreiben bereits darauf hinweisen. Eigentlich alles ganz einfach, so jedenfalls hier bei uns. ... zudem lassen sich unsere Türen auch mit dem Schlüssel öffnen!

Kommentar von Daisy80 ,

Was hätten wir denn sonst machen sollen, wenn wir nicht aus der Wohnung kommen? Es war Samstag Mittag und die Hausverwaltung wäre erst wieder am Montag erreichbar gewesen.

Kommentar von vierfarbeimer ,

Also deutlicher als in dem vorliegenden Fall, kann man wohl kaum einen echten Notfall definieren! Selbstverstänlich ist es ein echter Notfall, wenn man in der Wohnung eingesperrt ist und kann die Tür nicht öffnen. Und selbstverständlich ist es dann legitim sofort einen Notdienst zu rufen. Die Sache hätte ja noch weitaus dramatischer werden können, wenn es z.B. in der Wohnung gebrannt hätte. Was dann ?!!!!?

Lass dich von deinem sehr dreisten Vermieter nicht einschüchtern und fordere massiv dein Recht ein.

Kommentar von schleudermaxe ,

... na, nun mal nicht so kühn. Ein Mietgegenstand hat bei Notfällen wie Feuer mindestens zwei Fluchtwege, so zumindest hier in Deutschland. ... und wenn die Tür mit einem Schlüssel geöffnet werden kann, so wie in unseren rd. 1.000 Hütten, benötige ich keinen externen Notdienst. ... und wenn denn gar nicht versucht wird, den Vermieter zu erreichen, wird auch das Gericht hier dem Mieter nicht beistehen, so auch meine Erlebnisse. Also bitte!

Kommentar von Sheireen1990 ,

Es wäre mir neu, dass es bei Mietwohnungen in Deutschland 2 Fluchtwege gibt. Normalerweise hat eine Mietwohnung nur eine Wohnungseingangstür über die man in den Hausflur entkommen kann. Insofern würde ich schon sagen, dass hier ein Notfall vorgelegen hat.

Außerdem lese ich die Frage so, dass sich die Tür auch mit Schlüssel nicht öffnen ließ. Also hätte der Schlüsseldienst so oder so kommen müssen. Und man kann es einem Mieter nicht zumuten (fast) das ganze Wochenende in seiner Wohnung eingesperrt zu sein.

Kommentar von schleudermaxe ,

... aber das ist doch nicht schlimm, wenn Du so eine baurechtliche Vorgabe erst heute erfährst, oder?

Antwort
von lohne, 115

Ich weis nur, dass ca. 90% der Notschlüsseldienste reine Abzockerbetriebe sind. Für eine "Notöffnung" mit 4 Minuten "Dauereinsatz" des Monteurs sollte ich 500 € berappen. Deine Hausverwaltung kann ich gut verstehen. Aber es ist eindeutig dass Schloss gehört zum Haus und damit der VM zuständig.

Antwort
von Blindi56, 126

Wenn an einer Mietwohnung was kaputt geht, und nicht der Mieter das verschuldet hat (dann dessen Haftpflicht), zahlt der Hausbesitzer. Dann hätte er aber den Schlüsseldienst auch beauftragen müssen, Ihr also einen Notdienst o.ä. benachrichtigen.

ich geh mal davon aus, das das in A genau so ist.

Kommentar von Daisy80 ,

Es war aber Samstag und da ist die Hausverwaltung nicht besetzt. Hätten wir bis Montag Morgen in der Wohnung ausharren müssen?

Kommentar von schleudermaxe ,

... viele Verwaltungen leisten sich einen Hausmeister und einen Bereitschaftsdienst, zudem wird ja auch die Rufnummer des Vermieters bekannt sein, so jedenfalls in unseren Hütten. --- war wirklich keiner am Telefon?

Kommentar von uschifragen ,

Vorausgesetzt, er ist erreichbar.

Kommentar von Blindi56 ,

Dann hinterlässt man zumindest eine Nachricht. Wäre jedenfalls bei unserem Vermieter so. Die Kosten für den Schlüsseldienst, könnte man evtl. wirklich von seiner Hausratversicherung zurück bekommen. Ein neues Schloss muss der Vermieter bezahlen.

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