Frage von Teddyle,

Wer muss Lohnfortzahlung zahlen?

Folgender Sachverhalt:

Ein Fernfahrer in der Probezeit lehnt am Freitagmittag eine weitere Fahrt mit der Begründung ab, dass er bereits über 60 Stunden in der Woche unterwegs war und die Fahrt am Freitag nicht mehr schaffen würde. Er wird zum Betriebshof zurück beordert und erhält dort mit Wirkung vom nächsten Dienstag die Kündigung.

Am Montag wird er für mehrere Wochen krank geschrieben und schickt den Krankenschein zu dem AG. Der sagt, ab Mittwoch interessiert mich das nicht mehr. Das Arbeitsamt sagt, kommen Sie wieder, wenn Sie gesund sind.

Wer ist denn nun tatsächlich für die Lohnfortzahlung zuständig?

Hilfreichste Antwort von lenzing42,
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Erfolgte die Kündigung mündlich oder doch schriftlich?

Handelt es sich um eine fristlose Kündigung,müsste geprüft werden,ob sie gerechtfertigt war.

Bei einer ordentlichen Kündigung sollte geprüft werden,welche Kündigungsfrist während der Probezeit im Arbeitsvertrag vereinbart wurde.Gibt es keine entsprechende Vereinbarung,gilt die gesetzliche Kündigungsfrist lt.BGB § 622 Abs.3 : Während einer vereinbarten Probezeit,längstens für die Dauer von sechs Monaten,kann das Arbeitsverhältnis mit einer Frist von zwei Wochen gekündigt werden.

Der Arbeitgeber hat ordnungswidrig gehandelt,da er den Arbeitnehmer über die Grenzen der Arbeitszeit hinaus beschäftigt.

Empfehlenswert ist die Beratung durch einen Fachanwalt für Arbeitsrecht.

Die Krankenversicherung zahlt Krankengeld.

Kommentar von Teddyle,

Ein Anwalt ist schon eingeschaltet, denn die schriftliche Kündigung hat zwar eine Unterschrift, die zwar von den Buchstaben her vom Chef ist, aber der Schriftzug ist vollkommen anders.

Antwort von Gianna6,
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Hier ist ein Rechtsrat vonnöten, den Kraft Gesetz (siehe dazu "Rechtsberatungsgesetz") nur ein Anwalt geben darf.

Aber ganz allgemein dazu: Wenn es hier einschlägige Vorschriften gibt, die eine Fahrtzeit von mehr als 60 Stunden pro Woche untersagt, so hat sich der Arbeitnehmer hier verantwortungsbewußt verhalten, was ihm nicht negativ (belastend) ausgelegt werden darf. Eine Kündigung hierauf Bezug nehmend wäre mithin nichtig, nicht rechtswirksam. Es kommt nun aber noch genau darauf an, wie das Gespräch im Betriebshof mit dem Arbeitgeber konkret verlief ... und ob es dafür Zeugen gibt...

Zunächst aber muß die Kündigung ja auch schriftlich ausgesprochen werden (Formzwang ist regelmäßig in Arbeitsverträgen vereinbart) und damit geht man dann halt zu einem Fachanwalt für Arbeitsrecht.

Antwort von Wishmaster69,
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Es kommt darauf an wie lange der Fernfahrer schon beschäftigt ist. Der Anspruch auf Entgeltfortzahlung (Lohnfortzahlung) entsteht erst nach vierwöchiger ununterbrochener Dauer des Arbeitsverhältnisses (§3, Abs. 3 Entgeltfortzahlungsgesetz). Ist das gegeben, ist der Arbeitgeber für die Dauer des Arbeitsverhältnisses zuständig. Danach die Agentur für Arbeit. Ich vermute, dass die aber erst einmal auf Zeit spielt und abwartet bis die Rechtmäßigkeit der Kündigung festgestellt wurde.

Antwort von stelari,
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In den ersten 4 Wochen nach Jobantritt hat man keinen Anspruch auf Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber - in der zeit würde die KK einspringen müssen.

Eine Kündigung von Heut auf Morgen ist auch im Speditionsgewerbe nicht machbar - es gelten die Fristen der §622 BGB von 14 Tagen in dem Fall - somit muss der AG noch für 14 Tage bezahlen - ich würde Ihm aber eine Anzeige drücken wegen Verstoß gegen das Arbeitszeitgesetz nach § 9 u. 10 ... Ich sitze selbst auf dem Bock mit Schichtzeiten von 14 - 15 Stunden am Tag und ca. 280 Stunden im Monat, käm ich nicht aus dem Hartz4 wäre ich am dritten Tag schon abgehauen - und die Beziehung geht auch den Bach runter, weil ich praktisch nur zum Übernachten nachhause komme

Kommentar von Teddyle,

Er war die ganze Woche über auswärts, hat auf dem Bock geschlafen, war frühestens Freitagabend zu Hause und musste Sonntagabend wieder los, damit er am Montag in aller Herrgottsfrühe starten konnte.

Antwort von thairu,
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Das kommt mir sehr bekannt vor, mein Bruder hatte das selbe Problem, er wurde in der Probezeit krank, wurde gekündigt, und weder das Unternehmen für das er gearbeitet hatte, noch die Krankenkasse (in dem Fall AOK) wollte zahlen. Einen Unterschied gab es aber: Mein Bruder war damals schon solange krankgeschrieben, dass er schon vor der Kündigung Krankengeld der AOK bekam, also musste die letztlich auch weiterzahlen, was sie mit viel mucken und murren dann tat. Arbeitslos melden konnte er sich auch nicht, solange er krank geschrieben war. Ich fürchte fast, in deinem Fall kannst du dich nur arbeitslos melden, wenn es keine länger andauernde Krankheit ist.

Antwort von Welfensammler,
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Die Krankenversicherung.

Kommentar von Teddyle,

Warum die?

Kommentar von Welfensammler,

Weil der Fernfahrer krankgeschrieben ist.

Kommentar von Teddyle,

"Gesegnet seien jene, die nichts zu sagen haben und trotzdem den Mund halten" K.Vallentin

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