Frage von Salchen83, 131

Wer muss für Umzugsschaden aufkommen - hat unser Vermieter das Recht den Betrag von der Kaution einzubehalten?

Hallöchen,

mein Mann und ich sind im November von Hamburg nach Frankfurt gezogen; dieser Umzug wurde durch eine Umzugsfirma erledigt. Während der Verräumung der Möbel ist ein Schaden durch das Unternehmen entstanden, es wurde eine Türzarge beschädigt. Dies haben wir auch alles schriftlich und die Umzugsfirma hat den Schaden bereits ihrer Versicherung gemeldet. So weit so gut.. unser ehemaliger Vermieter hat dieser Versicherung einen Kostenvoranschlag für eine neue Türzarge geschickt, dieser beläuft sich auf ca. 560 Euro. Die Versicherung widerrum hat diesen Kostenvoranschlag/Schaden wegen Unverhältnismäßigkeit abgelehnt, da es sich bei der beschädigten Zarge um eine Zarge aus dem Jahr 1990 handelt und unser Vermieter keine Originalrechnung mehr vorlegen kann. Die Versicherung hat ihm eine Regulierungssumme von 150 Euro überwiesen.

Unser Vermieter hat aber uns den vollen! Betrag des Kostenvoranschlags von unserer hinterlegten Kaution einbehalten mit der Begründung dass dies der Wiederbeschaffungswert ist. Das kann doch nicht rechtens sein? Er kann uns doch keinen Schaden abrechnen, den wir nicht verursacht haben? Ich bitte um Antworten -.- Es geht hierbei immerhin um 410 Euro...

Vielen Dank schonmal :-)

Antwort
von kevin1905, 22

Der Vermieter ist so zu stellen, wie er stand, unmittelbar bevor der Schaden passiert war.

Um diese Zustand wiederherzustellen hat er Anspruch auf Erstattung der Kosten des günstigst möglichen Weges, o.g. Ziel zu erreichen (Schadensminderungspflicht).

Antwort
von Menuett, 36

Dein Vermieter hat Anspruch auf den Zeitwert, da sind 150 € für ne Tür aus 90 doch sehr kulant von der Versicherung.

Hm, gute Frage, normalerweise wehrt eine Haftpflichtversicherung auch unberechtigte Forderungen ab, das ist aber nicht eure Haftpflichtversicherung.

Die Forderung macht ihr bei der  Umzugsfirma geltend. Deren Versicherung wehrt dann euren Anspruch ab.

Eine Rechtschutzversicherung würde hier leisten. Habt ihr eine?

Kommentar von Menuett ,

Upps, nee, falsch. Intersierte hat Recht.

Hier geht es nicht um den Zeitwert.

Kommentar von Apolon ,

Wie kommst du denn auf diese Idee?

Antwort
von DolphinPB, 52

Nein, hat er nicht. Er hat ein Recht darauf dass Ihr /bzw. die Versicherung) ihn so stellt wie es ohne den Schaden war. D.h. er hatte eine 26 Jahre alte Zarge, und nicht eine brandneue. Schadenersatz hat i.d.R. nichts mit Neuwert (Wiederbeschaffung) zu tun, hier spielt m.E. nur der Zeitwert eine Rolle.

Vorgehen gem. bohemianflowers ist gar nicht mal so schlecht.

Kommentar von Interesierter ,

Ok, dann soll die Versicherung ihm eine 26 Jahre alte, unbeschädigte Zarge auf ihre Kosten einbauen lassen. Glaubst du, das ist praktisch möglich? Wohl eher nicht.

Ich hoffe, du erkennst, dass dieser Ansatz nicht zielführend sein kann.

Kommentar von Menuett ,

Wie gesagt, es geht hier nicht um Wiederbeschaffung.

Der Vermieter einen Anspruch auf den Zeitwert - sprich er bekommt den jetzigen Wert der Zarge ersetzt.

Kommentar von Interesierter ,

Deine Aussage wird durch die dauerhafte Wiederholung nicht richtiger.

Dem Vermieter steht die Beseitigung des Schadens zu. Vertragspartner dafür ist der Mieter. Wie das geschieht und was das kostet ist dabei zunächst mal irrelevant. Zur Sicherung seiner Ansprüche ist die Kaution da, an die er sich hält.

Relevant wird es allenfalls dann, wenn die Kosten in einem eklatanten Missverhältnis zur Leistung stehen. Das aber kann ich selbst bei 560 € nicht erkennen.

Kommentar von Apolon ,

@Interessierter,

du bist doch derjenige der sich ständig wiederholt.

Deine Kommentare werden dadurch aber nicht richtig, sie bleiben weiterhin falsch.

Kommentar von Apolon ,

Ok, dann soll die Versicherung ihm eine 26 Jahre alte, unbeschädigte Zarge auf ihre Kosten einbauen lassen.

Weshalb sollte eine Versicherung dies tun?

Tatsache ist, dass er nur einen Rechtsanspruch hat auf den Zeitwert der Türzarge.

Die restlichen Kosten muss er dann halt aus seinem Sparschwein nehmen.

Kommentar von Interesierter ,

Nochmals zum Mitschreiben: Hier geht es um Schadensersatz. Dieser bemisst sich nach dem Aufwand zur fachgerechten Instandsetzung der Zarge.

Das hat mit dem Zeitwert der Zarge nichts zu tun.

Kommentar von Apolon ,

Du irrst. schau meine andere Antwort auf deinen Kommentar hier im TE.

Kommentar von bwhoch2 ,

Du hast Recht, denn ist zu unterscheiden zwischen dem Preis einer neuen Zarge und der Arbeit, die für einen fachgerechten Tausch zu leisten ist.

Selbst wenn die Versicherung nicht den Neupreis der Zarge zahlen will, muss sie dennoch die Arbeit bezahlen. Die alte Zarge, die sicher auch noch gut ausgesehen hat und es vermutlich locker nochmals 10 Jahre gemacht hätte, hatte allenfalls Auswirkung auf den Mietpreis bei Neuvermietung, wenn auch nur gering.

Möglicherweise hätte der Vermieter irgendwann alle Türen ausgetauscht. Vielleicht im Zuge einer Komplettsanierung der Wohnung. Die Position "Türzargen setzen" wäre dabei mehr oder weniger unter allen anderen Positionen ziemlich untergegangen. Beim Tausch einer einzelnen Tür ist jedoch der volle Handwerkereinsatz nur für diese Tür notwendig. Also Anfahrt, Arbeitsvorbereitung, Abdeckungen und ggf. Absaugen von Staub, Alles passend zum vorhandenen wieder Einputzen und Malern.

Dieser Schaden ist zu ersetzen. Wenn die Versicherung der Umzugsfirma dazu nicht bereit ist, ist sie ggf. zu verklagen und zwar von Dir als Geschädigtem. Bis dahin behält der Vermieter mindestens soviel von der Kaution ein und zwar völlig zurecht.

Antwort
von Interesierter, 47

Doch das kann der Vermieter. Der Umzugsunternehmer handelte in eurem Auftrag.

Fakt ist, dass du noch Mieter zum Schadenszeitpunkt warst. Du hast die Wohnung mit einem Schaden zurückgegeben. Daraus resultieren zunächst mal die Ansprüche des Vermieters gegen dich. Werden die Ansprüche von dritter Seite aus beglichen, dann kommst du aus dieser Haftung raus.

Werden die Ansprüche jedoch nur zum Teil beglichen, dann kommst du aus der Sache nicht raus, denn der Anspruch richtet sich gegen dich und kann somit auch mit deiner Kaution verrechnet werden.

Ob nun der Schaden tatsächlich 560 € oder doch nur 150 € ausmacht, kann ich aus der Ferne nicht beurteilen. Fakt ist aber, dass dem Vermieter die kompletten Reparaturkosten zustehen.

Kommentar von Menuett ,

.....

Kommentar von Interesierter ,

Auf das Alter der Zarge kommt es gar nicht an. Dem Vermieter steht die fachgerechte Instandsetzung des Schadens zu. Nicht mehr, nicht weniger.

Wir wissen nicht, ob die Zarge überhaupt getauscht werden muss. Wenn sie aber getauscht werden muss, kann das aus logisch nachvollziehbaren Gründen nur durch Einbau einer neuen Zarge geschehen. Du wirst keine gebrauchten Zargen am Markt bekommen können.

Falls also ausgetauscht werden muss, ist auch eine neue Zarge zu bezahlen.

Kommentar von Apolon ,

Werden die Ansprüche jedoch nur zum Teil beglichen, dann kommst du aus der Sache nicht raus, denn der Anspruch richtet sich gegen dich und kann somit auch mit deiner Kaution verrechnet werden.

Sorry - aber auch dieser Kommentar ist falsch.

Dann kann der Mieter den Schaden seiner Privathaftpflichtversicherung vorlegen und diese lehnt den Schaden dann für ihn ab.

Bedeutet der Vermieter bleibt auf seinen Differenz Kosten sitzen.

Für den Einbehalt der Kaution wird dann die Rechtsschutzversicherung mit RA  eingeschaltet und dann darf der Vermieter sogar noch die Gerichtskosten zahlen.

Kommentar von Interesierter ,

Du gehst bei deiner Betrachtung davon aus, dass die Forderung des Vermieters unberechtigt ist. Das möchte ich so nicht im Raum stehen lassen. Die Forderung des Vermieters bezieht sich auf den Betrag, der zur fachgerechten Instandsetzung notwendig ist.

Ob dazu die Zarge getauscht werden muss und wie hoch die hierfür tatsächlich anfallenden Kosten sind, wissen wir nicht.

Eines ist aber eindeutig: Der Schaden kann vom Mieter in voller Höhe gefordert werden. Wie der Mieter diesen dann reguliert, steht auf einem anderen Blatt. Das ist aber nicht Sache des Vermieters.

Kommentar von Apolon ,

zur Klarstellung noch einmal der Text des TE:

durch das Unternehmen entstanden, es wurde eine Türzarge beschädigt.

Eine Türzarge kann man nicht reparieren. Diese muss ausgetauscht werden.

Möglich wäre, dass dir nicht bekannt ist, was man unter einer Türzarge versteht, daher ein Link.

http://www.tuer-und-zarge.de/tuerzargen/

Und auch bei einer Reparatur einer Tür, bzw. Austausch einer Türzarge kommt es darauf an in welchem Zustand die Tür ist, bzw. wie alt sie ist.

Und eine Rechnung für den Austausch einer Türzarge in Höhe von 560 € finde auch ich überteuert.

Kommentar von Interesierter ,

Zu deiner Information: Ich bin seit über 23 Jahren im schlüsselfertigen Bau tätig und ich weiss wohl über Türzargen recht gut Bescheid.

Je nachdem, um was für eine Zarge es sich handelt und wie die tatsächliche Beschädigung aussieht, können manche von diesen sehr wohl repariert werden, andere nicht.

Deckend lackierte Zargen können meist problemlos repariert werden. Furnierte Zargen können, wenn die Beschädigung nicht zu groß ist, meist auch repariert werden. Lediglich die billigen folierten Zargen werden regelmässig ausgetauscht.

Um was für eine Zarge es sich handelt, ob es eine Umfassungszarge, eine Winkel- oder eine Blockzarge ist, ob sie aufgesetzt oder ins Mauerwerk eingelassen ist und wie die Beschädigung tatsächlich aussieht das alles wissen wir nicht. Daher sind auch alle Spekuationen, die wir über die Höhe des Schadens anstellen, reine Makulatur.

Nur zur Info. Viele Blockzargen sind eingeputzt. Zum Austausch müssen dann auch Gipser und Maler ran. Da sind 500 € ruck zuck weg.

Und nochmals: Dem Vermieter steht fachgerechte Instandsetzung zu. Ist dies nicht möglich  oder nicht wirtschaftlich, steht ihm auch der Tausch der Zarge zu, unabhängig vom Zeitwert der Türe.

Antwort
von Seeteufel, 52

Nein, das darf er nicht. Er darf höchstens den Zeitwert berechnen.

Neues für altes bezahlen. Die Versicherung hat ihm ja schon mitgeteilt, das diese Forderung unverhältnismäßig ist. Das gilt auch die Forderung auch die Forderung euch gegenüber.

Lässt er nicht mit sich reden, erkundigt euch bei einem Anwalt für Mietrecht.

 

Kommentar von Interesierter ,

Das stimmt so nicht. Der Vermieter kann die Aufwendungen für die Beseitigung des Schadens verlangen. Die Erstattung des Zeitwertes käme lediglich bei austauschbaren und nicht fest mit der Wohnung verbundenen Dingen zum Tragen.

Mit der Versicherung muss sich der Vermieter gar nicht rumärgern. Vertraglich ist die Rückgabe der Wohnung in ordnungsgemässem Zustand geschuldet. Dies hat der FS nicht getan.

Antwort
von herja, 37

Hi,

nein, das kann der Vermieter nicht so ohne weiteres mach, daher empfehle ich, euch durch einen Anwalt in dieser Sache vertreten zu lassen.

Antwort
von MKausK, 52

Das ist unverhältnismäßig, es gibt Holzkitt und Lack. Du hast mit diesem Schaden nichts zu tun sondern das Umzugsunternehmen...

Antwort
von aribaole, 36

Geht zum Anwalt, denn die Umzugsfirma ist bei diesen Schäden verantwortlich. Der Vermieter darf NICHTS von eurer Kaution einbehalten, sondern muss sich jetzt mit der Vers. des Unternehmens auseinander setzen!

Kommentar von Menuett ,

Nein, die Umzugsfirma hat keinen Vertrag mit dem Vermieter.

Der Mieter ist dafür zuständig, die Wohnung mängelfrei zurückzuggeben.

Kommentar von Apolon ,

bedeutet aber nicht, dass die Privathaftpflichtversicherung des Mieters mehr als den Zeitwert an den Vermieter zahlt.

Und den Rest mit der Kaution wird dann bei Gericht verhandelt.

Kommentar von bwhoch2 ,

Die Privathaftpflichtversicherung des Mieters wird überhaupt nichts bezahlen, denn der Mieter hat nichts angestellt. Der Mieter muss ggf. den Umzugsunternehmer oder seine Versicherung verklagen, dass sie auch die Arbeiten bezahlt. Es ist nicht Sache des Vermieters, einen Rechtsstreit mit der Umzugsversicherung zu führen.

Antwort
von SiViHa72, 51

Nein, das ist nicht korrekt. Das Doofe: da bleibt wohl nur Anwalt oder Mieterschutzbund.

Wenn er denn überhaupt ein Anrecht auf die Differenz hätte, dann vom ihm bekannten Verursacher= Umzugsunternehmen.

Bzw. notfalls müsstet Ihr Euch das von dort wiederholen. Echt toll.

Ich glaube, ohne fundierten Rechtsrat wird das nichts.

Antwort
von Kuestenflieger, 67

Nichts machen , das ist Sache der  Versicherung bzw. der Umzugsfirma . Sie sind da außenvor .

Kommentar von bohemianflowers ,

Ähm die Versicherung wird sich SICHERLICH nicht um rechtliche Angelegenheit bzw. die Kautionszahlung zwischen Mieter und Vermieter kümmern.

Antwort
von bohemianflowers, 77

Haha. Sachlichen Brief (als Einschreiben und am besten zeitgleich noch per Mail), dass er die Angelegenheit mit der Versicherung/Umzugsunternehmen klären soll. Und ihr die sofortige Rückzahlung der gesamten Kaution fordert innerhalb einer gewissen Frist und sonst alles an einen Anwalt weiter geben werdet. Selbst wenn IHR den Schaden verursacht hättet, wird der Zeitwert ersetzt.

Kommentar von Interesierter ,

Das stimmt so nicht und zwar in doppelter Hinsicht.

1. Der Mieter schuldet die mängelfreie Rückgabe der Wohnung. Die Wohnung wurde mit Mängeln zurückgegeben, also schuldet der Mieter dem Vermieter Schadensersatz. Die Versicherung des Transportunternehmers wäre nun gehalten, dem Mieter seinen entstandenen Schaden zu ersetzen.

2. Bei einer Türzarge geht es nicht um Neu- oder Zeitwert sondern um den tatsächlich entstandenen Schaden. Du wirst keine Türzarge aus dem Jahr 1990 bekommen. Daher muss eine adäquate, altersgerechte Reparaturmethode gefunden werden. Ob nun die 560 € des Vermieters oder die 150 € der Versicherung korrekt sind, wissen wir alle nicht zu beurteilen. Wenn aber die Zarge komplett getauscht werden musste, wird das mit 150 € sicher nicht erledigt sein.

Kommentar von Menuett ,

Ich nehme alles zurück und behaupte das Gegenteil.

Du hast Recht.

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