Frage von lachs4709, 64

Wer muss für die Hausgeldabrechnungen aufkommen. Alter Eigentümer oder neuer Eigentümer?

Ich wollte wissen wer für die Kosten aufkommen muss. Ganz kurz: Am 1.4.15 habe ich meine Wohnung verkauft und war Besitzübergabe. Am 7.7.15 war erst der Eigentumsübergang da der neue Erwerber Monate lang nicht bezahlt hat. Am 7.4.16 war Eigentümerversammlung. Der neue Eigentümer hat zu seinem Vorteil und meinem Nachteil über zwei Hausgeldabrechnungen abgestimmt eine von 2014 (1.7.14 bis 31.12.14) und die andere Abrechnung vom 1.1.15 bis 31.12.15 Am 21.5.15 war eine Rohrverstopfung, welche auch auf mich umgelegt wurde. Zählt hier Besitzübergabe oder Eigentumsübergang und wer muss die Kosten übernehmen? Er hat alles auf mich umgelegt.

Folgendes wurde im Notarvertrag geregelt:

"Mit der Besitzübergabe tritt der Erwerber in die Rechte und Pflichten aus der Wohnungseigentümergemeinschaft ein, so wie sich diese aus der Teilungserklärung, nebst Beschlüssen der Wohnungseigentümerversammlung, dem Verwaltervertrag sowie nach dem Gesetz ergeben. Der Notar hat darauf hingewiesen, das seither gefasste Beschlüsse auch für und gegen den Erwerber wirken. Erfolgt die Abrechnung zu einem anderen Stichtag als dem Tag der Besitzübergabe werden laufende Kosten zeitanteilig und andere entsprechend dem Zeitpunkt des tatsächlichen Anfalls zwischen Erwerber und Veräußerer aufgeteilt."

Ich verstehe nicht was laufende Kosten zeitanteilig heisst. Wenn der Hausverwalter erst im 7.4.16 die Eigentümerversammlung gemacht hat, muss ich dann diese ganzen Kosten tragen oder wie ist das? Das widerspricht sich mit der Besitzübergabe. Dann könnte der Verwalter im Jahre 2020 über eine Hausgeldabrechnung abstimmen lassen und ich müsste immer noch zahlen. Ist es überhaupt zulässig, dass der neue Eigentümer zu seinen Gunsten über meine Belange abstimmt. Es kann der Verwalter auch schreiben dass ich 1 Million an den neuen ET bezahlen muss und wäre dann auch rechtens. Wie lange gehen laufende Kosten zeitanteilig, 10 Jahre, 100 Jahre...? Der Verwalter muss ja nur die Abrechnung hinauszögern und dann bezahle ich lebenslänglich oder wie ist das zu verstehen? Mit Eigentumsübergang steht hier nichts im Vertrag nur Besitzübergabe. Aber was sind laufende Kosten zeitanteilig? Wie lange geht das? Und warum will der Verwalter von mir bis morgen 1568 Euro aus den Abrechnungen. Beide Abrechnungen sind falsch und die Miteigentumsanteile sind nicht nach der Teilungserklärung so wie es auch im Notarvertrag beim Verkauf steht. Und in der Abrechnung von 2014 stehen 3300 Euro Reparaturen und ich habe nach Belegeinsicht gefragt und er hat mir noch keine gegeben. Ich weiß nicht was da repariert worden ist. Wahrscheinlich wieder ohne Beschluss von einem Eigentümer der dann eine Rechnung nachgeschoben hat, was schon ganz oft so war.

Antwort
von Redfield83, 34

Zeitanteilig heißt :

Du bist Eigentümer bis 31.03.2015. 

Bei einer Rechnung von 365 Euro trägst du 91 Tage somit in diesem Beispiel 91 Euro. Die Rechnung kann hierfür auch am 30.12.2015 bezahlt sein.

Aber: 

Meines Erachtens musst der Verwalter vom neuen Eigentümer den Betrag fordern und dieser im internen Verhältnis mit dir die Erstattung klären.  

Für den Verwalter ist immer der im Grundbuch eingetrage Eigentümer Ansprechpartner. Oftmals sind kaufvertragsinhalte speziell und dem Verwalter nicht bekannt. 

Kommentar von lachs4709 ,

Eigentumsübergang war am 7.7.15

Besitzübergabe war am 1.4.15

Was zählt, Eigentumsübergang oder Besitzübergabe?

Kommentar von lachs4709 ,

Eine Rechnung war Heizöl und wurde am 12/15 gekauft aber es wurde die Heizung am 31.3.15 abgelesen. Kann er dann das überhaupt umlegen und kann er eine Rohrverstopfung vom 21.5.16 auch auf mich umlegen wenn Besitzübergabe am 1.4.15 war? Dies hat er auch zeitanteilig abgerechnet. 

Kommentar von lachs4709 ,

Eine Rechnung war Heizöl und wurde am 12/15 gekauft aber es wurde die  Heizung am 31.3.15 abgelesen. Kann er dann das überhaupt umlegen und kann er eine Rohrverstopfung vom 21.5.16 auch auf mich umlegen wenn Besitzübergabe am 1.4.15 war?

Muss ich die Rohrverstopfung am 21.5.16 zeitanteilig auch tragen wenn ich ab 1.4.16 kein Eigentümer mehr war?

Das Problem ist, dass der Hausverwalter die Rechnung der Rohrverstopfung bis zum 31.3.15 auf meine Hausgeldabrechnung umgelegt hat.

Antwort
von DietmarBakel, 42

Kannst Du eigentlich noch schlafen? 

Lass den Mahnbescheid doch kommen. Der beißt nicht. Ein Mann mit Handschellen kommt auch nicht mit.

Ob Du im recht bist, wird dann vor Gericht geklärt.

Kommentar von schelm1 ,

Genau das ist die richtige Auffassung!

Kommentar von lachs4709 ,

Was mich aufregt, ist die Tatsache, dass der Verwalter mir im letzten jahr gedroht hat Hausgeld über 1015 Euro zu bezahlen. Dies habe ich gemacht und da waren von Oktober 14 bis Februar 15 Verwalterkosten in diesen 1015 Euro.

In der Abrechnung 2014 (1.7.14 bis 31-12-14) hat er wieder Verwalterkosten abgerechnet und in der Abrechnung 1.1.15 bis 31.3.15 hat er für 3 Monate Verwalterkosten abgerechnet, obwohl ich im Vorjahr mit Zahlung der 1015 Euro die schon bezahlt habe.

Ist das nicht Betrug oder Veruntreuung von Geldern wenn der Verwalter in seine Tasche wirtschaftet?

Ich bin nämlich am überlegen, die Staatsanwaltschaft einzuschalten. Im übrigen habe ich dem das im letzten Jahr schon mitgeteilt. Wenn ich willentlich und wissentlich was mache, dann ist es Vorsatz und meiner Meinung nach Betrug. Um das geht es hier und nicht um einen Mahnbescheid. Den kann er ohnehin nicht machen wenn ich nicht Eigentümer bin. Hier versucht der Verwalter seine Taschen voll zu machen.

Kommentar von lachs4709 ,

Ich habe jetzt keinen Mahnbescheid bekommen, sondern eine Klage vom Rechtsanwalt vom Gericht.

Dass der Beschluss vom 7.4.16 rechtskräftig ist bei dem der neue Eigentümer zugestimmt hat und nicht ich. Besitzer der Wohnung war ich bis 31.3.15. Eigentümer der Wohnung war ich bis 7.7.15 und was kann ich jetzt machen?

Es gab z.B. eine Rohrverstopfung am 21.5.15 wo ich kein Eigentümer der Wohnung mehr war und diese wurde mir auf die Hausgeldabrechnung drufgeschlagen, ebenso eine Rohrvertopfung vom 14.1.15 und mein Mieter schreibt, bzw. sein Rechtsanwalt, dass er nichts in die Toilette reingeworfen hat was da nicht reingehört. Trotzdem hat der Verwalter mir 1400 Euro auf die Hausgeldabrechnung gerechnet und der neue Eigentümer hat einfach zugestimmt, obwohl ich ihn angeschrieben habe, dass er dagegen stimmen soll und ich die kosten der Anfechtungsklage tragen werde.

Das regt mich auf. Was kann ich jetzt noch machen?? Muss ich da haften für den Beschluss wenn jemand hinter meinem Rücken unterschreibt?? Das ist doch die entscheidende Frage.

Kommentar von DietmarBakel ,

Dass der Beschluss vom 7.4.16 rechtskräftig ist bei dem der neue Eigentümer zugestimmt hat und nicht ich.

Das mag ja sein, wenn er ordentlich herbeigeführt und kein Widerspruch wirksam wurde.

Was sagt eigentlich Dein Anwalt? Oder möchtest Du Dich vor Gericht selbst vertreten?

Gruß

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