Frage von fredixzy, 9

Wer liegt im Recht - Ich oder Verkäufer?

Guten Abend ihr lieben,

habe folgendes: Habe ein S6 edge+ erworben als Geschenk. Nun ist dies bei Ankunft auf Funktionsfähigkeit überprüft worden von mir. Nun stellte sich herraus, dass das Frontglas einen Riss hat. Das Handy wurde weder in eine solche Situation gebracht dass es hätte sich so einen Riss zuziehen können noch ist es runtergefallen. Nun meinte der Verkäufer, dass dies kein Gewährleitungsanspruch ist, bzw. Garantie. Nun liege ich noch in den 14 Tage widerruf, nur halt wurde es schon getartet. Des Weiteren meinte er, esist jetzt ein Fall für Samsung und nicht für Ihn.

Wie kann ich jetzt weiter vorgehen?

Danke :)

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Antwort
von Friedel1848, 4

Wenn du ein mangelhaften Gerät bekommen hast, hast du einen Anspruch auf Nacherfüllung, §§ 434, 437 Nr. 1, 439 BGB.

Du kannst entweder verlangen, dass das Gerät repariert oder dir ein neues, mangelfreies Gerät gesendet wird. Das ist in § 439 Abs. 1 BGB geregelt. Abs. 2 regelt auch, dass du dafür keine Kosten zu tragen hast.

Der Verkäufer ist wahrscheinlich ein Unternehmer (nach § 14 BGB), du (bzw. der Käufer) ein Verbraucher (§ 13 BGB). Dadurch wird der Kauf zum Verbrauchsgüterkauf und die Vorschriften der §§ 474 ff. BGB kommen zur Geltung. Daher gilt auch § 476 BGB, die Beweislastumkehr:

"Zeigt sich innerhalb von sechs Monaten seit Gefahrübergang ein Sachmangel, so wird vermutet, dass die Sache bereits bei Gefahrübergang mangelhaft war, es sei denn, diese Vermutung ist mit der Art der Sache oder des Mangels unvereinbar."

Gefahrübergang ist im Verbrauchsgüterkauf erst dann, wenn dir (bzw. dem Käufer) die Sache von dem Speditionsunternehmen etc. übergeben wurde (§§ 447, 474 Abs. 4). Der Mangel "Riss im Glas" ist, so würde ich vermuten, nicht unvereinbar mir der Vermutung, dass der Riss schon von Anfang an im Glas war. Der Verkäufer muss also beweisen, dass das Handy, als er es verschickt und als es bei dir angekommen ist, noch komplett in Ordnung war. Das dürfte er wahrscheinlich nicht hinbekommen.

Du hast also einen Anspruch auf Reparatur oder Neulieferung.

Das Argument des Verkäufers, es sei eine Sache für Samsung und nicht für ihn, ist schlicht und einfach falsch. Der Kaufvertrag ist zwischen dem Käufer (nicht dir, weil du es ja geschenkt bekommen hast) und dem Verkäufer zustande gekommen. Samsung hat damit nichts zu tun. Jedenfalls dann nicht, wenn der Verkäufer nicht für Samsung verkauft, sondern die Geräte von Samsung kauft und sie anschließend weiterverkauft, er also kein Händler ist, der nur stellvertretend für Samsung die Teile weiterverkauft.

Du kannst also von ihm (und nicht von Samsung) Nachlieferung verlangen. Was er dann mit dem kaputten Handy macht und ob er von Samsung ein neues Handy fordert, ist seine Sache, nicht deine.

Noch kurz zum Widerrufsrecht. Natürlich hast du das noch, auch wenn du das Handy schon angemacht hast. Allerdings würde ich dir empfehlen, es nicht zu nutzen, sondern über die Gewährleistungsrechte zu gehen. Denn wenn du es zurückschickst, nachdem du den Vertrag widerrufen hast, dann wird es kontrolliert und der Riss festgestellt. Dann würde es so aussehen, als hättest du den Riss verursacht und wolltest es nur schnell wieder zurückschicken. Lass das also sein, sonst kommst du hinterher in die Situation, dass dir eine Rechnung für das kaputte Handy geschickt wird.

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