Frage von CreativeBlog, 111

Wer kennt sich sehr gut mit Autos aus?

Einen schönen guten Morgen,

Mein Vater hat eine Freundin, die bei uns lebte. Leider entschied sie sich wieder in hier heimatland zu reisen. Das nicht gerade um die Ecke ist, doch sie ließ ihr Auto hier und andere Dinge, ich darf es wohl behalten. Leider hinterließ sie keine Papiere (nahm sie mit) und da der Kontakt weg ist, bringt mir das ganze nichts mehr.

Da das Auto kein deutsches ist, macht es das ganze etwas schwierig. Es kommt aus Norwegen. Wie komm ich da an die Papiere dran? Einfach mein Verkehrsamt? Weil stehen darf es dann hier eigentlich auch nicht mehr auf der Straße.

Mfg

Antwort
von IXXIac, 9

Hallo

nun ja dazu muss man sich nicht bei Autos auskennen sondern in Rechtsangelgenheiten

- das Problem ist lösbar. Bei dem Auto handelt es sich um eine passive oder aktive Besitzaufgabe
- Kaufverträge oder Schenkungen können auch mündlich ohne Schriftstücke erfolgen bedürfen keiner Schriftform
- man darf sich aufgelassenes Eigentum zur "Sicherung" aneignen
- Primär sollte man in Finnland die dortige Zulassungstelle über die Situation informieren und die norwegische Versicherung. Man sollte versuchen zu verstehen wie das in Norwegen gehandhabt wird und zu Kopien der Norwegischen Papiere zu kommen. Evtl bekommt man Ersatzpapiere ausgestellt. Man kann die norwegische Zulassung evtl. "übernehmen" wenn man dortige Steuer und Versicherung übernimmt. Der Norwegische Staat wird dann versuchen die Frau zu erreichen. Evtl. macht man eine Vermisstenanzeige das geht meines Wissens bei der lokalen Polizeistation.
- Man kann auch aus dem Serviceheft die letzen bekannten Werkstätten kontakten ob die evtl. eine Kopie der Norwegischen Zulassung haben.
- Achtung das Benutzen eines nicht in der EU zugelassen Autos wird als Steuerhinterziehung betrachtet.
- Zeitgleich würde ich einfach bei der KBA die FGST Nummer aufbieten lassen danach ist dann klar ob es irgendwo als gestohlen/unterschlagen gemeldet wurde oder evtl. einer Leasingfirma/Bank gehört. Falls ja kontaktet man die Eigentümer oder bei Diebstahl die Polizei. Falls nein geht es weiter.
- vom Hersteller/Importeur eine EU Typsierung anfordern oder auch direkt zum TÜV dort eine Vollabnahme machen lassen der TÜV wird dafür um 100€ kassieren. Die Hersteller versenden Typisierungen von ohne Gebühr bis etwa 50€
- unbedingt nachsehen ob das Typschild der EU Norm entspricht (Achslasten, Gesamtgewicht) und die Lichtanlage sowie die Reifen EU konform sind.
- Da Norwegen nicht zum EU Raum gehört muss man denn Zoll kontakten. Der will meist die "Lampensteuer". Da der Gebrauchtwagen "geschenkt " wurde ist er ohne "Handelswert". Einige Zooldienststellen werden dann einen Vergleichswert (Gebrauchtwagenpreis) heranziehen und darauf Zoll und Steuer erheben andere werden Einfuhrpapiere verlangen also muss man zu einer Spedition welche dann die offiziele Einfuhr übernimmt. Und es gibt wohl auch Zollämter die das einfach als Umzugsgut anerkennen.
- Mit der KBA Freigabe, Zollpapieren, Typsierung/Vollgutachten, Versicherungsbestätigung und denn Original Kennzeichen zur Zulassungstelle. Dort wird man dann als Ersatz des Kaufvertrags eine eidesstattliche Versicherung ausfüllen und abgeben dürfen (Kann man vorher online runterladen). Manche wollen dann ein polizeiliches Führungszeugniss. Ist das "belastet" dann macht man die EV bei einem Notar oder Rechtsassesor. Bei denn Bürokraten sind notariele Schreiben  "überrangig" und so was wie eine Abkürzung weil es von jeder weiteren Prüfung entbindet (Das macht ja der Notar). Danach wird das Auto umgemeldet und die norwegischen Kennzeichen eingezogen (evtl. bekommt man die nach dem entstempeln zurück).
- Es gibt Landkreise die bei Gebrauchtwagen eine Typiserung beim TÜV verlangen (Der TÜV stellt denn KFZ Brief aus) oder die Typisierung nur mit einer frischen HU/AU Untersuchung erstellen. Es gibt auch welche wo man das Auto ohne diese zulassen kann aber gleich eine Mängelkarte bekommt und dann 5-14 Werktage zum Nachweiss der HU/AU hat. Dazu muss aber die norwegsiche Prüfstempelung "anerkannt" werden.
Es gibt Zulassungsstellen die wollen das Auto vorgefahren haben und die FGST# selber abgleichen.

Ämter lieben eindeutige Aufgabenstellungen, daher ist eine mündliche Schenkung ohne Kaufvertrag und Papierübergabe (evtl liegen die ja im Auto ?) eine "einfache" Sache zum abarbeiten. Eine Besitzaufgabe ebenso wie ein Eigentumsübertrag bei einem Vermisstenfall ist "heikel" weil der Eigentümer keine willentliche Entscheidung zum Besitzübertrag getätigt hat.

Wenn die Situation aber so ist dass die Frau das Auto willentlich übereignet hat. Nach Norwegen zurückwollte um dann die Papiere per Post zuzusenden aber seither vermisst wird ist die Situation plausibel und der eigentliche Besitzübertrag ist ja erfolgt du hast das Auto mit Schlüsseln also der Verfügungsgewalt und willst jetzt das Auto legal nutzen bzw denn "schwebenden" Rechtszustand beenden.

Wenn Sie wieder zurückkommt und Ihr Auto zurückwill kannst du es zurückschenken oder Sie kann die rechtlichen Mittel ausschöpfen also auf Herausgabe wegen Unterschlagung klagen. In dem Fall ist zb von Vorteil wenn man keinen Pro Forma Kaufvertrag "Baut" um das Verfahen zu vereinfachen weil das wäre Betrug und Urkundenfälschung. Deine Eidestatliche Versicherung kann ja auf einem Irrtum oder Fehlinformation basieren. Kann auch sein das Sie ihre Meinung danach geändert hat ohne dich zu Informieren. Zudem wird jeder Richter (Wenn es überhaupt so weit kommt) die Zwickmühle der Situation erkennen und dass ohne Besitzübernahme das Auto öffentlich beschlagnahmt worden wäre mit anschliessender Versteigerung durch denn Zoll oder Verschrottung.

Aber es gibt schon einen Grund warum eine "Übereignung" in der Form hohe Hürden hat.

Kommentar von xeupidoser ,

Diesen Kfz-Versicherung Vergleich https://is.gd/Sxzmf rate ich Dir. LG

Antwort
von Dampfschiff, 6

Ich wüsste ein Lösung für Dich, aber Details müsstest Du mit Deinem örtlichen Amtsgericht klären.

1. Fahre das Auto (das wohl noch gültige norwegische Kennzeichen hat?) auf einen Stellplatz, wo es auch im nicht-angemeldeten Zustand länger stehen darf. Z. B. auf Deinem eigenen Grundstück. Oder auf dem Grundstück Deines Nachbarn, der Dir dafür die freundliche Erlaubnis gegeben hat. So vermeidest Du, dass das Auto irgendwann von der Ordnungsbehörde abgeschleppt wird.

2. Wenn Du keinen Kaufvertrag, Schenkungsbeleg oder dergleichen beschaffen kannst, dann hast Du nur die Chance, das Auto vom Amtsgericht als "aufgegebenes Eigentum" erklären zu lassen - und Du bist der "Finder" dieses "aufgegebenen Eigentums". Erkundige Dich beim Amtsgericht, welche Voraussetzungen dafür erfüllt sein müssen. Dafür wirst Du ein paar Euro Gerichtsgebühren bezahlen müssen.

Das ist die Voraussetzung für alles weitere. Wenn Du das nicht schaffst, dann wird das Auto irgendwann in einer amtlichen Versteigerung oder bei einer Verschrottung von Amts wegen enden.

3. Für die deutsche Zulassung brauchst Du eine Versicherung für das Auto (mindestens Haftpflicht). Dafür brauchst Du erstmal nur den genauen Typ des Autos. Details kannst Du mit der Versicherung klären.

4. Sobald das Auto amtlich als Dein Eigentum als "Finder" festgestellt ist, kannst Du mit Hilfe der bekannten Daten (Autohersteller, Typ, Fahrgestellnummer - die ist irgendwo am Fahrzeug im Blech eingeschlagen oder aufgenietet) bei der Kraftfahrzeugzulassungsstelle Deiner Stadt/Landkreis Ersatz-Fahrzeugpapiere ausstellen lassen, also neue Zulassungsbescheinigung Teil 1 und 2. Wenn Du gar nichts an alten Papieren hast, wird das etwas teurer, weil die Zulassungsstelle dann ein bisschen Detektivarbeit betreiben muss. Außerdem beantragst Du ein neues Kennzeichen, und lässt das anfertigen. Für die Zulassung brauchst Du auch die vorläufige Versicherungsbescheinigung (eVB).

5. Mit den neuen Papieren und den neuen Kennzeichen muss das Auto zur Hauptuntersuchung (TÜV) und Abgasuntersuchung. Termin von der Prüfstelle schriftlich geben lassen! Mit dem noch nicht geprüften Auto darfst Du nämlich NUR auf direktem Weg zur nächsten Prüfstelle und zurück fahren!

6. Mit bestandener TÜV-Prüfung gehst Du wieder zur Zulassungsstelle, dann bekommen die neuen Kennzeichen das Zulassungssiegel, und Du darfst das Auto regulär fahren. Deiner Autoversicherung musst Du für den endgültigen Versicherungsvertrag noch das neue Kennzeichen des Autos mitteilen.

Antwort
von LiselotteHerz, 49

Wenn Du keinen Fahrzeugbrief hast, gehört das Auto auch nicht Dir.

Das war kein Geschenk, wenn Du keine Fahrzeugpapiere hast. Ihr müsst versuchen, diese Frau zu finden und nur, wenn sie Dir den Fahrzeugbrief und den Fahrzeugschein schickt, dann kannst Du das Auto auf Dich anmelden lassen.

Wenn es noch eine Weile da rum steht, wird es irgendwann einfach abgeschleppt werden, denn es kommt der Tag, dass die TÜV-Plakette  dann nicht mehr gültig ist. Ein Auto ohne gültigen TÜV darf nicht monatelang auf der Straße stehen. Sollte das passieren, bekommt der Fahrzeughalter, in dem Fall die Freundin, ein Schreiben. Vielleicht kümmert sie sich dann um ihr Auto.

Im Grunde kann man sagen, dass Dich das ganze eigentlich gar nichts angeht. Da steht ein Auto, was eine Frau einfach hat stehen lassen und Du musst Dich nicht darum kümmern.

Dass das Auto aus Norwegen kommt, ist völlig unerheblich. lg Lilo


Kommentar von CreativeBlog ,

Mein Vater hat ja eine Versicherung für sein Auto... damals wurde ihr Auto mit über seine übernommen, als 2. Wagen. Glaub ich (muss ich ihn selbst nochmal fragen). Ändert aber nichts an der Situation oder ?

Antwort
von CaptnCaptn, 15

Ich würde mich nicht weiter drum kümmern. Der Wagen wird abgeschleppt sobald der TÜV abgelaufen ist und dann wird die Eigentümerin benachrichtigt, also kanns dir egal sein wenn das Teil dort rumsteht. Sie wollte das Auto offensichtlich einfach nur loswerden ohne größere Umstände.

Antwort
von Joergi666, 55

Das wird schwierig. Auf jeden Fall brauchst du einen Eigentumsnachweis- erst wenn du dem Amt belegen kannst, dass du Eigentümer des Autos bist wird sich auch irgendeine Regelung für die Zulassung finden. Ohne Eigentumsnachweis brauchst du garnicht erst zum Amt zu gehen.

Kommentar von CreativeBlog ,

Wie stellt man das denn an? Ich meine sie meldet sich nicht mehr. Und ich glaub nicht, das sie wegen einem Auto zurück kommt. (das nicht den hohen wert hat)

Kommentar von Joergi666 ,

Sie müsste dir dann zumindest so etwas wie eine schriftliche Bestätigung schicken, dass sie dir das Auto schenkt - ggf. auch noch weitere Unterlagen wie Ausweiskopie. Ohne diese Unterlagen kannst du absolut nichts machen. Meldet sie sich nicht mehr, wird das Auto irgendwann halt von öffentlicher Seite eingezogen und versteigert / verkauft werden (wenn es im öffentlichen Raum parkt).

Kommentar von CreativeBlog ,

Mies. Den Schlüssel hab ich ja

Antwort
von SamMcCrock, 54

Klar geh mal zum Verkehrsamt und erklär deine Situation, die können dir sicher weiterhelfen oder dich ggf. an den richtigen Ansprechpartner weiterleiten.

Antwort
von peterobm, 40

also norwegische Kennzeichen? 

weder Abmeldung noch Ummeldung geht. 

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