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Wer kennt sich mit sog. Dachfonds aus?

gefragt von daddafreund am 30.04.2008 um 14:54 Uhr

In allen Zeitungen steht z. Zt., dass man sein Geld in Dachfonds anlegen sollte, da diese bei Verkauf ab 2009 nicht der Abgeltungssteuer von 25 % unterliegen.


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anonym
beantwortet von Auskunft am 30. April 2008 15:02
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Im Zusammenhang mit der Abgeltungssteuer werden derzeit vor allem Dachfonds mit großem Aufwand beworben.

Das sind Produkte, die selbst nur in Investmentfonds investieren.

Wenn Dachfondsmanager von einem Fonds in den nächsten umschichten, wird keine Abgeltungssteuer fällig. Wechselt der Anleger hingegen selbst innerhalb seines Depots Fonds aus, muss er Gewinne voll versteuern.

In jüngster Zeit ist bereits eine Vielzahl neuer Dachfonds unter den verschiedensten Bezeichnungen auf den Markt gekommen. Experten gehen davon aus, dass das Angebot in den nächsten Monaten geradezu explodieren wird.

Finanztest-Expertin Karin Baur vom Magazin „Finanztest“ der Stiftung Warentest rät jedoch zur Vorsicht. Zum einen würden bei Dachfonds sehr hohe Gebühren fällig, außerdem sei das Anlagerisiko bei neuen Fonds grundsätzlich höher, da es noch keine Erfahrungswerte gebe.

Auch die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen hält die Dachfonds für überteuert, da hier gleich auf bis zu drei Ebenen abkassiert werde.

(http://www.welt.de/finanzen/article1685306/ClevererUmgangmitderAbgeltungssteuer.html)

Kommentar von richmaus am 6. Mai 2008 23:55

Das mit den Gebühren ist doch Schmäh von gestern. Es gibt genügend Dachfonds, die ohne Gebühren einkaufen, ETF's nutzen, Derivate einsetzen u.v.m. Auch können Kosten auf drei Ebenen einen guten Grund haben - nämlich Diversifikation, Streuung und Sicherheit. Das gibt es nicht gratis.

Höheres Risiko bei neuen Fonds... Was soll das? Wenn die Strategie passt, der Fondsmanager passt, das Volumen passt etc. dann ist ein neuer Fonds gut, genauso wie ein neues Auto.

Aber das ist, was die Herren und Damen "Tester" immer vergessen Geldanlage ist kein Fernseher, das ist BERATUNG. Gute Beratung war noch nie billig zu haben. Billig sind vielleicht diverse Finanztest's - weil 08/15 und nicht passend für den Einzelnen.

Billig, oft unpassend und damit schlecht und damit sind 3,50€ für den Test schon viel zu teuer.

Kommentar von Auskunft am 8. Mai 2008 12:35

Der "Schmäh" gilt auch heute noch. Die Gebühren der meisten Dachfonds sind nach wie vor hoch. Einen neu aufgelegten Fonds mit einem neuen Auto zu vergleichen, ist voll daneben. Ob der gut ist oder nicht, zeigt sich in 5-10 Jahren, dann sieht man, ob dauerhaft eine gute Wertsteigerung erbracht wird. Jemandem, der im Hinblick auf die Abgeltungssteuer langfristig, d.h. über Jahre, wenn nicht Jahrzehnte, in einem Fonds investiert bleiben will/sollte, einen neuen Fonds, der noch keinerlei Bewährungsprobe überstanden hat, zu empfehlen, ist zumindest leichtsinnig! Und was die Beratungsqualität von "Profis" angeht, ist das z.Z. ein großes Thema an der Presse, z.B.in der Zeitschrift "Capital" (7/08) oder auch hier:

http://www.gutefrage.net/frage/wo-soll-ich-jetzt-anlegen

Das Verbraucherschützer manchem ein Dorn im Auge sind, ist allgemein bekannt.


andreas48
beantwortet von andreas48 am 30. April 2008 14:57
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ergoogle dir mal Dachfonds und lies das am besten selbst nach, den das alles in wenige Worte zu fassen ist ein bissel schwierig, du darfst allerdings auch davon ausgehen, das Dachfonds mit zu den hohen Risikoklassen der fonds gehören..


Niklaus
beantwortet von Niklaus am 30. April 2008 15:35
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Bis jetzt haben mich die Dachfonds von ihrer Performance noch nicht überzeugt. Zugegeben sie hatten einen schlechten Start in 1999. Doppelte Verwaltungsgebühr ist klar eine Nachteil. Die Risikostreuung ist eigentlich nicht erforderlich. Denn ein Fonds an sich hat ja schon eine sehr große Streuung mit über 100 Einzeltiteln. Wenn man sich einzelne Fonds kauft, kann man sie auch wieder einzeln verkaufen. Bei Dachfonds ist außerdem zu unterscheiden, ob nur Zielfonds der eigenen Gesellschaft enthalten sind oder ob auch Fremdfonds im Dachfonds sind. Die Bankentöchter wie Deka, DWS, cominvest, Union, adig etc. verwenden vielfach nur eigene Fonds als Zielfonds in ihren Dachfonds. Aber hier gibt es auch schon ein Umdenken. So das einige DF dieser Gesellschaften auch schon Fremdfonds haben. Es gibt aber auch Gesellschaften, die nur Fremdfonds als Zielfonds im DF haben. Im Hinblick auf die Abgeltungssteuer ab 2009, kann es unter Umständen Sinn machen in einen DF zu investieren, weil die Umschichtungen innerhalb des DF nicht der Abgeltungssteuer unterliegen. Wohl aber bei einzelnen Fonds.


anonym
beantwortet von Pumuckel100 am 30. April 2008 20:00
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Hallo daddafreund, ja, Deine Aussage, bzw. die Aussagen in der Zeitung stimmen.

Wer ab 2009 in seinem privaten Depot Aktien verkauft (die er nach dem 01.01.2009 gekauft hat), zahlt darauf die Abgeltungssteuer. Diese hohe Steuer behält die Bank gleich ein und führt sie an das Finanzamt ab.

Deshalb solltest Du Dein Geld unbedingt noch dieses Jahr investieren und danach nicht mehr anrühren. Wenn Du Deine Geldanlagen dann nach 5 oder 50 Jahren verkaufst, sind die Gewinne steuerfrei, da für dich noch das alte Recht gilt.

So, nun die Frage, in was man investieren sollte: Möglichkeiten gibt es grundsätzlich viele (ich gehe hier mal nicht auf sichere Geldanlagen wie Rentenfonds u.a. ein): 1. Einzelaktien 2. Aktienfonds 3. Dachfonds 4. Indexfonds

Zu 1. Wenn Du Dich mit Einzelaktien sehr gut auskennst, ist das lohnend. Aber denke daran: diese Aktien solltest Du eigentlich nie mehr verkaufen und in andere Werte umschichten, da ansonsten für die nachgekauften Aktien die Abgeltungssteuer greift

Zu 2. Aktienfonds sind eine gute Anlagemöglichkeit. Achte hier immer auf das TER (Total Expence Ratio). Das drückt die GEsamtkosten des Aktienfonds aus. Sie sollten auf jeden Fall unter 1,5% liegen. Wenn der Aktienfond selbst in seinem Depot Aktien umschichtet, so zahlt er darauf keine Abgeltungssteuer. Wenn Du dann aber Deine Anteile an dem Aktienfonds verkaufst, wird bei Dir die Abgeltungssteuer fällig. Deshalb gilt auch hier: möglichst in 2008 kaufen und nie mehr verkaufen

Zu 3. Dachfonds sind eine nicht so gute Alternative, da sie sehr viele Kosten haben. Ein Dachfonds besteht aus einigen Aktienfonds. Es entstehen also Kosten bei den einzelnen Fonds und dann noch beim Dachfonds selbst.

Dachfonds werden momentan gerne von Banken verkauft.

Vergiss aber nicht: Banken empfehlen Dir (meistens) oft die Produkte, die ihnen am meisten Provisionen einbringen

Zu 4. Indexfonds sind in meine Augen die beste Anlageform. Die Kosten sind sehr gering und liegen jährlich bei rund 0,15% Deiner Anlagesumme. Ein Indexfonds baut haargenau einen Index nach, z.B. den Euro Stoxx 50 (also die 50 größten europäischen börsennotieren Unternehmen) oder den Dax oder den Dow Jones oder 100 andere Indizes.

Die Kosten sind gering, was sich im Laufe der Jahre positiv auswirkt, da sich nicht so viele Menschen ein Stück aus Deinem Kuchen, äh Geld, herausschneiden. Bei einem Indexfonds müssen keine großen Abteilungen beschäftigt werden, da im Grunde ein PC dafür sorgt, dass der Indexfonds genau seinen Index nachstellt.

Wenn Du diesen Indexfonds dieses Jahr kaufst und in 5 oder 50 Jahren verkaufst, sind die Gewinne für Dich steuerfrei. Hier gibt es übrigens noch ein paar Informationen zu Indexfonds: http://www.geld-magazin.info/investmentfonds/indexfonds

Fazit: Dachfonds sind gute Verdienstmöglichkeiten. Aber nicht für Dich, sondern für andere (-:


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