Frage von mieter23, 100

Wer kennt sich mit Mietrecht aus?

Hallo zusammen. Ich und meine Freundin haben uns entschieden eine gemeinsame Wohnung zu suchen. Haben Anfang Januar eine Wohnung besichtigt und da sie uns zugesagt hat haben wir uns entschieden diese auch zu nehmen. Haben den Vermieter gefragt was sonst noch für Leute im Haus wohnen und was das für Leute sind. Darauf sagte dieser dass über uns eine alleinerziehende Mutter mit 2 Kindern und unter uns ein älterer Herr wohne. Jetzt haben wir am Wochenende zufällig erfahren dass die alleinerziehende Mutter über uns öfters was mit Drogen zu tun hat und ihr Freund ein 2 facher Ex Knasti ist und der unter uns auch ein recht unangenehmer mann ist. Dass bisher 2 Mietparteien aus dem Haus ausgezogen sind da es öfter zu Ruhestörung en kommt und wegen den beiden über uns öfters die Polizei aufkreuzt.

Was können wir nun tun? Sollen laut Mietvertrag ab 1.4.2016 einziehen und da haben wir ehrlich gesagt keine Lust drauf. Mietvertrag haben wir Ende Januar unterschrieben jedoch jetzt am Wochenstunden von dem Zuständen erfahren

Mit freundlichen grüßen 

Antwort
von bwhoch2, 12

Jetzt haben wir am Wochenende zufällig erfahren dass die alleinerziehende Mutter über uns öfters was mit Drogen zu tun hat

Getratsche. Was davon ist wahr und wenn wahr, wie wirkt sich das im Haus aus?

ihr Freund ein 2 facher Ex Knasti ist

Strafe verbüßt? Zweite, äh dritte Chance?

und der unter uns auch ein recht unangenehmer mann ist.

Was heißt unangenehm? In welchem Sinne? Zu wem? Es ist doch so, dass jeder, der in ein Mehrfamilienhaus zieht, potentiell alle Mitbewohner des Hauses als Unangenehm, weil fremd, empfindet, bis er/sie die Leute mal kennen gelernt hat. Warum ist jemand unangenehm und auf welche Art äußert sich das? Man könnte, so vorgewarnt, doch auch einfach mal so ran gehen, dass man nach dem Einzug den Kontakt sucht und vielleicht so guten Kontakt bekommt, dass der Mensch gar nicht mehr unangenehm ist. Vielleicht sogar froh ist, endlich jemand zu haben, der auch mal den Mund aufmacht, freundlich grüßt, wenn nötig mal was hilft usw. usw. Stellt sich dann immer noch raus, dass der Mann trotz allem unangenehm ist, kommt es auch noch darauf an, ob einem selbst daraus wirklich Nachteile entstehen. Man kann sich auch aus dem Weg oder gruß-/wortlos begegnen, über-/untereinander wohnen, ohne sich wirklich zu behelligen.

Stell Dir vor, Du ziehst in die Wohnung ein, verstehst Dich prima mit dem Bewohner einer Nachbarwohnung, aber dieser zieht aus und stattdessen zieht ein wirklich unangenehmer Typ ein. Wäre das ein Grund zur fristlosen Kündigung? Wohl kaum!

Dass bisher 2 Mietparteien aus dem Haus ausgezogen sind da es öfter zu Ruhestörung en kommt

Ruhestörungen welcher Art? Wenn Du das Forum hier durchschaust, wirst Du viele Fragen von Leuten finden, die sich in einem MFH grundsätzlich durch Geräusche aus anderen Wohnungen belästigt fühlen. Es kann auch mal laut werden und vielleicht ist es sogar notwendig, dass man ab und zu auch die Polizei zu Hilfe holen muss, aber das muss man erst einmal auf sich zukommen lassen. Es gibt keinen Grund, dass ein Vermieter vor solchen Situationen warnen muss, denn was in der Vergangenheit war, muss in der Zukunft nicht wieder passieren. Vielleicht waren Deine Vormieter einfach nur zu empfindlich.

und wegen den beiden über uns öfters die Polizei aufkreuzt.

Die beiden sind also der Polizei bekannt und die Polizei kümmert sich. Aber das hat doch mit Euch nichts zu tun.

jedoch jetzt am Wochenstunden von dem Zuständen erfahren

Du meinst wohl Wochenende. Wer hat Euch das erzählt? Jemand, der nicht will, dass ihr die Wohnung bezieht? Der die Wohnung vielleicht selbst haben will? Der Euch neidisch ist auf Euer demnächst beginnendes Zusammenleben? Es war noch nie besonders klug, sich von solchen Vorurteilen und Gerüchten verrückt machen zu lassen. Ihr wisst nun Bescheid, was sein kann, aber lasst es doch einfach auf Euch zu kommen. Möglicherweise könnt ihr schon nach kurzer Zeit feststellen, dass alles nur böswillig war. Viel Glück im neuen Heim!

Antwort
von Genesis82, 21

Habt ihr denn gezielt danach gefragt, ob Drogenabhängige oder Vorbestrafte im Haus wohnen? Vermutlich nicht. Und da es darüber keine Auskunftspflicht gibt, gibt es auch keine Möglichkeit für eine vorzeitige Vertragsauflösung. Und selbst wenn ihr danach gefragt hättet, halte ich es für sehr fragwürdig, ob der Vermieter darauf hätte antworten müssen, immerhin gibt es in Deutschland so etwas wie Datenschutz.

Sollte es zu Ruhestörungen kommen, dann hat der Vermieter natürlich dafür zu sorgen, dass die Störungen in Zukunft unterbleiben.

Kommentar von bwhoch2 ,

so etwas wie Datenschutz.

Mit Datenschutz hat das aber nichts zu tun. Hier geht es eher um Vertrauensschutz, Diskretion, Verleumdung etc., also im Grunde schon so etwas, wie Datenschutz, aber in anderem Sinne.

Als Vertragspartner (Vermieter mit vorhandenen Mietern) hat man schließlich auch die Pflicht, Informationen, die sich aus dem Vertragsverhältnis ergeben und die einen der beteiligten Vertragspartner persönlich betreffen, für sich zu behalten. Das erwartet jeder vernünftige Mensch und mieter23 mit Sicherheit auch.

Beispiel: Mieter und Vermieter/in sitzen freundschaftlich zusammen und tauschen sich locker über die Vergangenheit aus. Lustige, rein private Unterhaltung bei etwas Wein und Bier, bei dem der Mieter dann erzählt, dass er als ganz junger mehrfach seine Autos crashte, weil er zuviel gesoffen hatte, damals auch schon das ein oder andere mal gekifft hat, aber das wäre ja alles längst vorbei usw.

Innerhalb der nächsten Tage verbreitet sich dann im Haus das Gerücht, dass es sich beim Mieter um einen ehemaligen Alkoholiker handelt, der außerdem drogensüchtig ist und vor dem man sich in Acht nehmen müsse.

Sicherlich war der Inhalt der Unterhaltung nicht dazu bestimmt, auf diese Weise Verbreitung zu finden.

Antwort
von ChristianLE, 33

Eine arglistige Täuschung liegt hier nicht vor. Der Vermieter hat ja offensichtlich nur mitgeteilt, dass im Haus eine alleinerziehende Mutter und ein älterer Mann wohnt.

Das entspricht ja weitestgehend der Wahrheit.

Ihr könnt nur fristgemäß kündigen, sofern kein beidseitiger Kündigungsverzicht vereinbart wurde. Wenn die Kündigung bis zum 04.04.16 beim Vermieter liegt, endet das Mietverhältnis zum 30.06.2016.

Kommentar von mieter23 ,

Ja aber von den ex Knasti hat er kein Wort drüber verloren?

Kommentar von ChristianLE ,

Wenn dieser kein Vertragspartner ist und nur dort wohnt, muss er das auch nicht erwähnen.

Der Vermieter muss nur ordnungsgemäß auf Eure Fragen antworten, was er wohl auch getan hat.

Kommentar von mieter23 ,

Er hat aber auf unsere Nachfrage ob es ruhig zugeht im Haus geantwortet dass alles geregelt und ruhig verläuft. Und nicht dass nachts des öfteren Polizei im Haus ist ujd schon etliche Ruhestörungen vorgefallen sind

Kommentar von ChristianLE ,


Zwei Fragen stellen sich hier:

  • Könnt Ihr nachweisen, dass tatsächlich aktuell regelmäßig die Polizei im Haus wegen Ruhestörung ist?
  • Weiß der Vermieter überhaupt von diesen Vorkommnissen, bzw. könnt Ihr nachweisen, dass er Kenntnis davon hat?

Der Vorwurf der arglistigen Täuschung steht hier auf sehr wackeligen Beinen. Da kommt ihr mit einer fristgemäßen Kündigung besser weg.

Kommentar von bwhoch2 ,

Was Du schreibst, ist Vergangenheit. Das alles geregelt verläuft, bedeutet, dass im Falle einer Ruhestörung, die vielleicht mal in der Vergangenheit vorgefallen ist, die Polizei kam, um die Sache zu regeln. Was ist daran falsch?

Antwort
von anitari, 49

Fachanwalt für Mietrecht, Mieterbund und einige User bei gutefrage.net.

Kommentar von anitari ,

Was Ihr tun könnt?

Den Vertrag fristgerecht kündigen. Das ist noch bis 4.4.16 zum 30.6.16 möglich.

Sofern der Vertrag unbefristet und ohne Kündigungsverzicht ist.

Kommentar von mieter23 ,

Hat der Vermieter in diesem Fall nicht arglistig geantwortet um uns als Mieter zu bekommen?  Da wir ja mit sicherheit die Wohnung nicht genommen hätten wenn wir davon gewusst hätten. Er hat ja auf unsere Nachfrage noch gesagt es geht ruhig im Haus zu

Kommentar von anitari ,

Arglistige Täuschung wäre es nur wenn er von einem schweren Mangel wüßte und den bewußt verschweigt oder behauptet es gäbe in nicht.

Kommentar von bwhoch2 ,

Du glaubst doch nicht im Ernst, dass ein Vermieter beim Versuch, eine Wohnung zu vermieten, den Mietinteressenten erzählt, dass es auch mal laut werden kann. Er muss es nicht und wird es nicht und was in der Vergangenheit vorkam, muss sich in der Zukunft ja nicht wiederholen.

Wenn vielleicht schon dreimal die Polizei wegen Ruhestörung da war, kann es auch sein, dass beim letzten Mal Sanktionen angedroht wurden, die dazu führen, dass nun wirklich Ruhe ist.

Antwort
von TreudoofeTomate, 37

Um deine Frage zu beantworten, ein Anwalt.

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