Frage von mali1234, 23

Wer kennt sich mit der Sozialhilfe vor der Agenda 2010 von Schröder und Fischer aus?

Kann mir jemand etwas dazu sagen? Wie hoch war sie und was wurde bezahlt? Gab es Sanktionen? Wer musste diese mal beziehen? Gab es Sanktionen?

Was hat sich seid Hartz4 verändert?

Antwort
von GerdausBerlin, 12

Der Regelsatz betrug in etwa zwischen 293 und 297 Euro, je nach Bundesland. Hinzu kam Hilfe für Miete, Heizung und einmalige Bedarfe wie Waschmaschine oder Kühlschrank.

"(...) zumutbare Arbeit musste angenommen werden", schreibt https://de.wikipedia.org/wiki/Bundessozialhilfegesetz

Genaueres steht im BSHG:

§ 25

"(1) Wer sich weigert, zumutbare Arbeit zu leisten oder zumutbaren Maßnahmen nach den §§ 19 bis 20 nachzukommen, hat keinen Anspruch auf Hilfe zum Lebensunterhalt. Die Hilfe ist in einer ersten Stufe um mindestens 25 vom Hundert des maßgebenden Regelsatzes zu kürzen. Der Hilfeempfänger ist vorher entsprechend zu belehren." http://www.gesetzesweb.de/BSHG.html

Bitte dort weiterlesen, da steht alles drin, auch über sonstige Hilfen in Notfällen vor dem SGB II, also vor dem ALG II, dem sog. Hartz IV.

Gruß aus Berlin, Gerd

Kommentar von mali1234 ,

ok, danke für die info. dann war allerdings die sozialhilfe damals höher als das h4 heute? wenn man dien inflation berücksichtigt....

nach meinen berechnungen mindestens 462 euro....

Kommentar von GerdausBerlin ,

Der Regelsatz der Sozialhilfe war damals knapp 50 Euro niedriger als der Regelbedarf beim ALG II (= H4). Der lag damals bei 344,- Euro. Diese knapp 50,- ,mehr hießen "Ansparbetrag", um für einmalige Bedarfe anzusparen, also für Anschaffungen wie Ersatz für Kleidung oder für eine kaputte Waschmaschine. Diesen Ersatz gab es früher bei der Sozialhilfe nach dem BSHG spendiert, heute nur noch als Darlehen nach SGB II § 24 Absatz 1, und als Zuschuss nur noch beim Erstbezug einer eigenen Wohnung usw. laut Absatz 3 ebenda.

Damals wurde also mehr auf Fürsorge gesetzt, heute mehr auf Eigenverantwortung, zumal H4 ja für Erwerbsfähige gedacht ist, Sozialhilfe eher für Leute, die zur Arbeit (oder zur Selbst-Organisation) nicht mehr imstande sind.

Gruß aus Berlin, Gerd

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