Frage von Bumochris, 52

Wer kennt sich etwas aus mit Musik Mastering und weiß, wie ein Song "voller/breiter" klingt?

Auf dem Bild sieht man oben die Waveabbildung eines professionell gemasterten Songs und unten eines amateurhaften. Es sind deutlich die Unterschiede der Lautstärke zu erkennen und auch die mittlere Wave ist breiter als die Waveabbildung des unteren Songs. Mit welchen Effekten kann man bzw. Tools kann man soetwas selbst hinbekommen oder kann das wirklich nur ein Profi? Auch beim unteren Song wurden einige Tools, Effekte etc. wie z. B. Kompressor eingesetzt. Wie nennt man das, wenn man den Song "breiter" macht (ich glaube das ist der richtige Ausdruck dafür) so wie bei dem oberen Song zu sehen. Bin für jede sinnvolle Antwort dankbar auch wenn du eine Möglichkeit kennst, einen Song kostengünstig "aufpumpen" zu lassen. Danke

Antwort
von jailbreaker6899, 32

Du musst natürlich rein vom Mix schon vor dem Mastering eine gewisse Fülle sowie Frequenz Abdeckung haben. Am besten geht so etwas wenn du Synths usw. Layerst. Beim Mastern kann man viel an Lautstärke mit guten Limitern rausholen. Ebenso benutzte ich gerne Tape Effekte um eine gewissen Headroom im oberen Frequenzbereich und eine gewisse wärme zu bekommen. Am liebsten benutze ich dazu iZotope Ozone 7 (Advanced), ebenso gute Limiter und dazu wirklich gute EQ's bieten fabFilter

Expertenantwort
von Beatinfected, Community-Experte für Musik, 25

kostengünstig geht das nur mit freeware und das ist relativ aufwändig sich da alles zusammenzusuchen. Im Prinzip funktioniert Mastering so:

Wie jailbreaker schon sagte, sollte der Mix natürlich schon gut und ausbalanciert sein - you cant polish turd. und Mastering ist nur polishing.

Lautstärke gewinnt man durch Multibandkompression (-> sorgt für balance zwischen den Frequenzbändern) + am ende der Kette durch einen Limiter/Maximizer.

Die "Breite" stellt man mit einem Stereo-Imager ein.

Dazwischen kann man noch andere Effekte benutzen, die sich auf den Klang auswirken: EQ, Tape-/Analog-Emulatoren, Glue-Kompressoren (um den mix kompakter/zusammengehöriger zu machen), Exciter (um Obertöne hinzuzufügen und bestimmte Frequenzbereiche voller zu machen), manche verwenden sogar noch stark in den Klang eingreifende Effekte wie Amps, Saturator, Reverb etc - damit sollte man aber vorsichtig sein.

Im Grunde ist das gar nicht schwer, aber man brauch gute Ohren und viel Erfahrung, um das vernünftig und sauber hinzubekommen. Auf gar keinen Fall sollte man einfach alles in den Maximizer schicken und bis zum Tod clippen lassen - es sind vielmehr viele Kleinigkeiten, die dazu beitragen, dass nach dem Mastering der Song besser (und nicht bloss lauter) klingt.

Kommentar von 77soundstudio ,

Finde ich eine gute Erklärung! Ja nicht einfach Ein Maximiser drauf hauen 😀.

Antwort
von Agiltohr, 19

Der Song wurde nur komprimiert, vermutlich mit einem Limiter (spezieller Compressor). Dass der Teil in der Mitte breiter wirkt liegt nur daran dass die leisen Stellen nun auch lauter sind und deshalb alles wie ein Block aussieht. Mit einem Compressor kannst du nur eine hohe Lautstärke rausholen, indem die durchschnittliche Lautstärke erhöhst (dadurch wirkt es lauter). Hierfür kannst du eigentlich jeden Limiter nehmen. Wenn es um Breite (width) geht, muss man nur Instrumente schön verteilt pannen, für Tiefe (depth) nimmt man Reverb.

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