manni1937 am 03.11.2007 um 12:36 Uhr
Die Politiker ,und hier besonders die CDU- Politiker betonen trotz PISA und OECD Studien immer wieder , daß unser dreigliedriges Schulsystem noch Zukunft hat.Sie sprechen sich vehement gegen bessere Lösungen aus wie z.B.die schöne Barbara Sommer,die für die Schulpolitik in NRW verantwortlich ist.Aber welcher Politiker schickt seine Kinder oder auch Enkelkinder zu einer Hauptschule ?
Man könnte die Frage auch auf Führungskräfte der Deutschen Wirtschaft ausweiten.
Ich kann mir unter keinen Umständen vorstellen, dass ein Politiker seine Kinder oder Enkel auf die Hauptschule schickt. Konservative Schulpolitik erliegt dem Irrglauben, dass man die Elite vom gemeinen Pöbel trennen muss. Eher schickt ein Politiker seine Kinder auf eine Privatschule als in die soziale Einbahnstaße. Auch wenn er aus ideologischen Gründen die frühkindliche Selektion nach sozialer Herkunft verteidigt, spürt auch ein konservativer Politiker, dass sein Kind ausgerechnet auf der niedrigsten Bildungsstufe nichts zu suchen hat.

Je differenzierter ein Schulsystem ist, umso besser kann auf die einzelnen Schüler eingegangen werden. Wenn ein Schüler "nur" das Zeug für die Hauptschule besitzt, dann bringt es doch nichts ihn woanders hinzuschicken wo er nicht mit dem Lehrstoff mitkommt. Nicht jeder Mensch hat nun mal die Fähigkeit, z.B.höhere Mathematik oder eine 2. Fremdsprache zu verstehen bzw. zu lernen. Für solche Schüler ist die Hauptschule genau der richtige Platz.
Ich weiß zwar nicht welche Politiker-Kinder zur Hauptschule gehen, aber es gibt einige Politiker die selbst diese Schulform besucht haben.
Ich selber bin auch zur Hauptschule gegangen um dann nach der Lehre mein Fachabitur machen und mit einem Studium zu beginnen.
Also...sooo schlecht kann diese Schulform ja wohl nicht sein.
manni1937 am 3. November 2007 14:21 Warum gibt es aber Menschen die eine 2.Fremdsprache oder höhere Mathematik nicht verstehen ? Kann es vielleicht daran liegen , daß gerade diese wieder aus bildungsarmen Schichten kommen ? Oder haben z.B.Ärzte und andere Akademiker ganz besondere Gene die sie ihren Kindern vererben damit sie nicht die Hauptschule besuchen müssen ?
Lola60 am 3. November 2007 15:00 ich heiße nicht Mendel und kenne mich auch nicht sonderlich gut mit seiner Vererbungslehre aus, aber es gibt nun mal intelligente und weniger intelligente Kinder bzw. Mwnschen. Das Kinder aus der Oberschicht eher das Gymnasium besuchen und dann studieren liegt daran, das die Eltern das nötige Kleingeld haben und das sie natürlich wollen das ihre Kinder ähnliche Positionen im Beruf besetzen wie sie selbst.
manni1937 am 3. November 2007 16:01 weniger Intelligenz und mehr "Kleingeld" führt also auch zum Abitur.

Ich stimme MathiasMünch zu 99,9% zu. Nur "soziale Einbahnstraße" stimmt nicht mehr so ganz, weil man ja auch nach der Hauptschule (theoretisch) noch weiterführende Schulen besuchen kann. Aber Tatsache ist leider, dass es die wenigsten schaffen. Ich arbeite seit Jahren im Elternbeirat und Förderverein einer Grund- und und Hauptschule mit und wir haben die Erfahrung gemacht, dass die Eltern der Hauptschüler spätestens ab Klasse 7 geistig abschalten, weil die Kinder halt "Loser" sind und nichts besseres hinkriegen. Ab da fehlt die elterliche Unterstützung fast komplett. Traurig aber wahr. Wenn alle miteinander auf einer Art Gesamtschule wären, würden die "Loser" halt nicht gleich so auffallen und könnten bis Klasse 9 im Klassenverband bleiben. So sind sie halt direkt abgestempelt.
"Einbahnstraße" war natürlich etwas zugespitzt. Es gibt immer Kinder, die trotz des Systems fehlender Förderung genug eigenen Antrieb entwickeln und aus sich etwas machen.

Wo besteht Deiner Meinung nach ein Zusammenhang? Ich war auch nicht auf einer Hauptschule und meine Eltern auch nicht, trotzdem bin ich für dieses System. Man kann doch auch so darüber informiert sein...
manni1937 am 3. November 2007 12:48 Leute die wissen wo der Hammer hängt werden ihre Kinder niemals in diese Einbahnstrasse schicken und ihnen damit ihre Zukunft verbauen.Vielleicht gilt aber auch der Spruch noch den man früher bei den Zwergschulen oder auch Dorfschulen( alle Jahrgänge in einer Klasse)angewendet hat und der lautete "Deppen lassen sich leichter regieren"
koira1975 am 3. November 2007 13:08 Stimmt! Das ist bestimmt wieder eine Verschwörung!;-) Der Wunsch das Konzept Hauptschule zu erhalten, beeinhaltet ja nicht die Auflage, dass jetzt alle zur Hauptschule gehen sollen! Sicherlich muss dort viel verbessert werden, wobei sicherlich nicht an allen. Wir haben hier eine, die schon viele Preise gewonnen hat und wo die Schüler sehr gefördert werden. Aber nun den Namen zu ändern, ändert ja nichts am Intellekt der Kinder.
Biggi2000 am 3. November 2007 18:21 Es liegt in den meisten Fällen sicherlich nicht am Intellekt der Kinder.Denke nur einmal an Migrantenfamilien.Aber es ist schon so wie Mathias Münch schreibt , bzw. manni1937 kommentiert.
koira1975 am 3. November 2007 18:44 Viele Migrantenkinder haben mit mir Abi gemacht und ich schrieb ja, dass sich an der Förderung der Kinder einiges ändern muss, aber da hilft es ja nicht, der Schulform einen anderen Namen zu geben.
manni1937 am 17. November 2007 12:18 Ausnahmen haben immer die Regel bestätigt.
Bravo ! so ist es DH