Frage von Janouschka, 100

Wer kennt auch dieses Unverständnis von Freunden und Familie bei Depression?

Hi. Mich regt das immer so auf. "Du solltest zumindest versuchen, damit umzugehen", "Ja, dann musst du dich mal auf den Hosenboden setzen", "Es gibt Menschen, die Ähnliches oder Schlimmeres durchmachen", so nach dem Motto "Stell dich mal nicht so an". -_- Ist es denn so schwer zu verstehen? Wenn man dann sagt, dass es einfach nicht geht, wird nur mit den Augen gerollt. Das gibt einem so manches Mal das Gefühl nicht ernst genommen zu werden. Spätestens dann, wenn wieder über die Antriebslosigkeit gemeckert wird, als ob man etwas dafür kann, dass man "krank" ist. Wer kennt's? Wie kann man es ihnen verständlich machen?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von webezo, 31

Hallo,

zunächst einmal wünsche ich dir Gute Besserung. Das Thema Depressionen wird leider heute von den meistens nicht als Krankheit angesehen weil.....man sieht ja NIX. Ein gebrochener Arm oder eine starke Erkältung ist für alle sichtbar, deshalb ist es für viele sehr schwer es einzuordnen. In meiner Familie gibt es leider auch ein Fall von Depressionen und auch Border Line (mein ´Sohn). Anfangs wusste ich auch nicht wie ich mit der Situation umgehen soll. Es sah einfach immer nur faul aus. Ich kam von der Arbeit und mein Sohn lag im Bett (am frühen Abend). Den ganzen Tag wohlgemerkt. Irgendwann gab er sich zu erkennen und schilderte seine Situation(da konnte man wenigstens mit einer Behandlung anfangen). Trotzdem dauert eine sichtbare Besserung sehr sehr lange (und Rückfälle gab es zur Genüge). Ich habe es erst mal auch alles nicht verstehen können. Dann bin mit dem Einverständnis meines Sohnes mit zu dem Therapeuten gegangen und habe mich ausführlich informieren lassen. Ab diesem Zeitpunkt fing ich langsam an dieses Krankheitsbild zu verstehen. Falls du in Behandlung bist (wenn nicht bitte such die Hilfe) dann nimm eine Person der du großes Vertrauen schenkst nach einiger Zeit mit zum Therapeuten und  lass ihn über das Krankheitsbild aufklären. Wenn du nicht möchtest das dein Familienangehöriger speziell über deine Probleme etwas erfährt wird der Therapeut auch nichts sagen, aber er kann über das Krankheitsbild aufklären, so dass es besser für deine Mitmenschen zu verstehen ist (und...auch wenn du es vielleicht jetzt noch ablehnst...lass sich behandeln und unter Umständen akzeptiere auch für eine gewisse Zeit unterstützende Medikamente)

 

Alles Gute für dich

Antwort
von NoReturn96, 71

Kenne es auch entweder sind die Leute dafür offen und lassen sich das Thema näher bringen und versuchen es zu verstehen oder sie weigern sich absolut. In dem Fall lässt sich leider nicht viel machen ausser laufen lassen, auch wenn das bei Familie schwer wird

Antwort
von skogen, 41

Kenne ich! Nicht nur mit Depression, auch mit Psychosen, Angststörungen, etc.

Meine Familie waren diese typischen Kindesmisshandler. Wer nicht macht was man sagt, anders ist oder sich gegen einen erhebt - wird verprügelt oder anderes. Meine Geschwister die typischen ''Mama und Papa haben IMMER Recht"-Kiddies. Ich in jungen Jahren Schizophrenie und Depressionen - damit kam natürlich keiner zurecht.

Egal was du hast oder machst, dir passiert - "Reiß dich am Riemen! Mach nicht immer nen Elefanten aus ner Mücke! Bischt doch krank im Kop.." 

Bei deinen Eltern hilft wahrscheinlich Aufklärung von deinen Psychiater.

Antwort
von labertasche01, 53

Hier sind zwei links für Angehörige. Drucke es ihnen aus und leg es ihnen hin.  Wenn man keine Depressionen hat kann man es schwer verstehen. Ich kenne das. Ich habe es anfangs keinem erzählt.
Mittlerweile haben es die meisten akzeptiert ,die anderen sind mit egal.

http://www.depressionen-verstehen.de/angehoerige

/www.bundesaerztekammer.de/fileadmin/user_upload/downloads/WI-Angehoerige-Depress...

Antwort
von Tragosso, 50

Das kann man Menschen die es nicht verstehen wollen und denen die Empathie dafür fehlt nicht erklären. Aber ja, ich kenne das nur zu gut.

Antwort
von Cola80, 26

Kenne ich gut. Manche wollen es auch nicht verstehen. Am besten eine Selbsthilfegruppe aufsuchen. Die können Dich immer wieder bestärken.

Antwort
von derapfelbaum, 30

Bei mir ist das nicht anders, dieses Verhalten kennen bestimmt viele Leute mit Depressionen und anderen psychischen bzw "unsichtbaren" Krankheiten.

Zeig ihnen mal das Video "Mein schwarzer Hund", das hilft, zu verstehen.

Gruß und viel Glück

Kommentar von Janouschka ,

Das Video ist echt gut!

Antwort
von Dthfan00, 26

Ja, ich (männlich 15 punk) leide au unter depressionen und ritze mich.

Anstatt mir zu helfen sagen alle nur "wie unverantwortlich", lern es zu akzeptieren blablablupp...

Es nervt...

Du bist scheinbar ned die einzige der es so geht

Grüße

Dthfan00

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