Frage von RobertBecker, 39

Wer kauft Strom zu negativen Preisen?

Am Pfingstsonntag soll es wieder passiert sein: "Um 14 Uhr betrug der Preis am Spotmarkt für eine Megawattstunde Strom minus 35 Euro." (Quelle: www.handelsblatt.com/technik/energie-umwelt/stromproduktion-deutschland-ist-grue...). Und epexspot.com sagt: "Sind negative Preise ein theoretisches Konzept oder erhält der Käufer für den Stromkauf tatsächlich Geld? Negative Preise sind kein theoretisches Konzept. Käufer bekommen tatsächlich Strom und Geld vom Verkäufer. Jedoch akzeptieren Erzeuger in diesem Moment die negativen Preise, da diese nach ihrer Rechnung günstiger sind als ein Abschalten und erneutes Hochfahren ihrer Kraftwerke."

Meine Fragen:

  1. Wer kauft diesen Strom und bekommt sogar noch Geld dafür? Privatverbraucher wohl nicht, denn die kaufen ihren Strom ja nicht an der Strombörse.
  2. Was machen diese Käufer mit diesem Strom zu diesen speziellen Zeiten (also z. B. Pfingstsonntag um 14 Uhr)? Dasselbe, das sie auch drei Tage zuvor tagsüber gemacht haben, z. B. Aluminium-Produzieren, aber nur mit deutlich höherer Intensität?
  3. Warum "verbruzzeln" die Energieerzeuger nicht ihren Strom, z. B. durch eigentlich sinnlose Aktivitäten wie z. B. "Außenluft erhitzen", nur damit sie keine Strafgebühr zahlen müssen? Wäre zwar volkswirtschaftlich und ökologisch schädlich, dürfte sich doch aber betriebswirtschaftlich für den einzelnen Stromerzeuger rechnen, oder?
Antwort
von wollyuno, 16

zu 2,der strom geht oft nach österreich da da sich wasserkraft schnell runterregeln lässt im gegensatz zu schwerfälligen braunkohlekraftwerken.die lachen sich ins fäustchen strom und geld dazu bekommen.das überangebot entsteht immer dann wenn es der wind oder die sonne gut meint und die herkömmlichen kraftwerke brauchst um die grundlast zu halten

zu 3 selbst verbruzzeln geht fast nicht da bräuchtest riesen heizanlagen von ungeahnten dimensionen die dann die meiste zeit rumstehn

Antwort
von jorgang, 16

Das ist der Preis für subventionierte Überkapazitäten zu Tageszeiten, wo kein Strom gebraucht wird. Bei vernünftig (und nicht aus dem grünen Bauch) gesteuerter Energiepolitik und stabiler Grundlasterzeugung ist dieses Verfahren nicht notwendig. So muss man den Strom mit negativen Preisen bei Übermengen abgeben und dafür dann zu anderen Zeiten teuer einkaufen, wenn nachts die Sonne nicht scheint und auch noch Windflaute ist.

Antwort
von Reanne, 22

Meine Stadtwerke würden den liebend gern kaufen, aber sicher nicht an mich weitergeben. Das ist doch eine nette Gewinnspanne.

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