Frage von sanpi, 86

Wer kann mir mit Informationen über Sonntags- und Feiertagszuschläge weiterhelfen?

Ich spiele mit dem Gedanken für einige Zeit an einer Tankstelle zu jobben. Zu Beginn meines Studiums habe ich in der Gastronomie gearbeitet und am Sonntag immer 25% Zuschlag bekommen. Mein Chef meinte, er müsse das gesetzlich zahlen. Daher ging ich sonntags immer gerne arbeiten, weil es sich wirklich gelohnt hat.

Der potentielle Tankstellen-Chef (OMV) meint: er zahlt KEINE Zuschläge für Sonntags-Arbeit und 100% Zuschlag am 1. und 2. Weihnachtsfeiertag. Erst wenn man länger bei ihm arbeitet, würde er an anderen Feiertagen Zuschläge zahlen.

Ein guter Bekannter meinte eben zu mir, er sei sich sicher, dass einheitlich bei jedem Arbeitgeber an Feiertagen 125% gezahlt werden müssen und am Sonntag 25%. Er meinte, ich solle das durchsetzen oder aufstehen und gehen ohne Vertrag.

Ich möchte an der Tanke ja nicht alt werden, aber müsste doch sehr oft am Wochenende arbeiten. Da er nur den Mindestlohn zahlt, finde ich, dass Sonntag 25% durchaus angemessen sind.

Darf jeder Tankstellen-Betreiber selbst bestimmen, welche Zuschläge er bezahlt oder ist das wirklich gesetzlich geregelt? Ist Sonntags 25% und Feiertags 125% richtig? Würdet ihr den Job annehmen, wenn er Sonntags keinen Zuschlag bezahlt?

Antwort
von Warg1, 86

Bei "keine Zuschläge" käme es halt auch drauf an,w as er überhaupt zahlt. Mir jedenfalls.

Kommentar von sanpi ,

Er zahlt eben nur den Mindestlohn, was wenig attraktiv ist. Würde ich weiter suchen, fände ich bestimmt was besser bezahltes. Weißt du, ob man Zuschläge zahlen muss? Steht das irgendwo im Gesetzbuch?

Kommentar von Warg1 ,

Hab grad mal gegoogelt, dachte es mir schon:

http://www.lohn-info.de/zuschlag.html#

Guck mal unter Sonn- und Feiertagsarbeit

>>

Sonntags- und Feiertagsarbeit

Nach § 9 Arbeitszeitgesetz dürfen Arbeitnehmer an Sonn- und gesetzlichen Feiertagen von 0 bis 24 Uhr nicht beschäftigt werden.Der § 10 Arbeitszeitgesetz lässt aber viele Ausnahmen zu.

Das Bundesarbeitsgericht hat am 11.01.2006 entschieden, dass es einen gesetzlichen Anspruch auf Lohnzuschlag fürSonn- und Feiertagsarbeit nicht gibt (BAG, Urteil vom 11.01.2006 - 5 AZR 97/ 05).
Nach §11 Abs. 3 Arbeitszeitgesetz gilt folgendes:

Arbeitnehmer die an einem Sonntag beschäftigt werden, müssen einen Ersatzruhetag haben, der innerhalb eines den Beschäftigungstag einschließenden Zeitraums von zwei Wochen zu gewähren ist. Arbeitnehmer die an einem auf einen Werktag fallenden Feiertag beschäftigt werden, müssen einen Ersatzruhetag haben, der innerhalb eines den Beschäftigungstag einschließenden Zeitraums von acht Wochen zu gewähren ist.

Hat der Arbeitnehmer Anspruch auf Zuschläge für Sonntags- und Feiertagsarbeit bestehen dafür Regelungen zur Steuerfreiheit(Zuschläge nach § 3b EStG). Der Anspruch kann sich nur aus einem Tarifvertrag, einer Betriebsvereinbarung,einer betrieblichen Übung oder einem Arbeitsvertrag ergeben.

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