Frage von wischiwaschi1, 51

Wer kann mir durch den Pflegegeld-Dschungel in vereinfachter Form helfen?

Ich Pflege meinen Vater (Pflegest.2)von Mo-Fr,immer morgens,abends nach Bedarf.Um mir eine Auszeit zu gönnen,da ich auch noch Familie habe,selbst auch gesundheitlich angeschlagen bin, gönne ich mir Sa u So einen Pflegedienst,auch nur morgens( Teilwaschung und wieder den Schlafanzug anziehen).Ich pflege im Monat ca 20- 23 mal und der Pflegedienst ca 8 - 10 mal (auch wenn Feiertag ist).Ich fahre meinen Dad auch noch zu den Ärzten und Behandlungen,geh mit ihm spazieren.Fahre jeden Tag immer 38 km.Die km zu den Behandlungen rechne ich schon nicht mehr mit.Wie kann es sein,dass ich das Gefühl nicht los werde,für meine Arbeit nichts zu bekommen und der Pflegedienst alles?Buttere zur Zeit nur dazu.Mache ja auch noch die wöchendl. Einkäufe für meine Eltern,welches ich ja auch gerne mache,sind halt meine Eltern. Frage: Was mache ich falsch? Welche Abrechnung mit dem Pflegedienst und mir und Pflegekasse wären von Vorteil?

LG wischiwaschi1

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von froscheee, 27

Soweit ich hier gelesen habe machst Du sehr viel. Es kommt natürlich auch auf den Vertrag an den Du mit dem Pflegedienst abgeschlossen hast. Der Pflegedienst hat hier übrigens auch eine beratende Funktion.

Ich kann von hier aus beim besten Willen nicht beurteilen, ob Du was "falsch" gemacht hast. Wenn der Pflegedienst Leistungen erbringt, die ja auch vertraglich festgelegt sind, kann es leider auch sein, daß der monatliche Pflegesatz der KK ausgeschöpft ist und Du deshalb "zubuttern" mußt.

Ich habe unter diesem Link meine Erfahrungen mal zusammen getragen. Vielleicht hilft Dir das ein bißchen weiter:

http://www.Heiko-homepage.de/pfleg.htm

Kommentar von wischiwaschi1 ,

Danke für die Liste.

Wenn ich vergleiche,macht der Pflegedienst Punkt 3 und 9  Samstags - und Sonntagsmorgen reglmässig,wenn Feiertag ist und ich tageweise nicht kann.Da ich bis ende März täglich dort war und auf dem Zahnfleisch ging,habe ich den Pflegedienst von Mo-So jeden Abend und Sa- So morgens kommen lassen für Punkt 3 u 9,incl. Medikamentengabe und Frühstücksvorbereitung.Ich bin dann von Mo-Fr morgens hin und habe diese Arbeit gemacht.Bekam dann noch 300 € für April nach mehreren Anrufen erst mitte Juni ausgezahlt.Waren wenigstens die Fahrkosten mit abgedeckt.War ja auch ok.Der Pflegedienst hat auf Kombileistung abgerechnet und ich musste dann diesen Monat noch ca 8,- nachzahlen.Er sagte mir,dass das Geld für die Verhinderungspflege aufgebraucht wäre von diesem Jahr.Ab 1.Mai kommt der Pflegedienst nur noch Sa-So morgens für Punkt 3 u 9.Meine Mutter gibt jetzt am Wochenende Medikamente und Frühstück.Von Mo - Fr morgens fahre ich und mache alles.Abends komme ich dann nur nach Bedarf.
Habe das Pflegegeld aber immer noch offen von Mai und Juni.Weiss noch nicht mal,ob ich was bekomme.Mein Vater wollte,dass der Pflegedienst das Pflegegeld direkt auf mein Konto überweist.ich fahre ihn ja auch noch zu allen Ärzten und kümmere mich um die Lebensmittel und noch die Arztbesuche meiner Mutter.Lieber wäre mir,wenn ich das Geld wieder ende Vormonat für den Folgemonat bekäme.Habe ja meinen Job aufgegeben um meinen Vater zu pflegen,bin also auch darauf angewiesen.

Kommentar von froscheee ,

Mein Vater wollte,dass der Pflegedienst das Pflegegeld direkt auf mein Konto überweist

Der Pflegedienst überweist kein Geld. Zuständig für die Abrechnung ist die Krankenkasse Deines Vaters. Der Pflegedienst rechnet mit der Krankenkasse ab. Erst wenn danach was übrig ist, wird Pflegegeld ausgezahlt. Auf welches Konto muß auch mit der KK geklährt werden. Üblicherweise bekommt das Geld der Pflegebedürftige.

Du hast gelesen, daß bei Pflegestufe 2 Fahrten zum Arzt abgerechnet werden könnem? Formulare gibt´s bei der KK.

Danke für den Stern!

Antwort
von Griesuh, 27

Wird ein pflegebedürftiger von seinen Angehörigen gepflegt, so erhält er Pflegegeld. Das Pflegegeld ist keine Bezahlung für die Angehörigen.

Denn: die Pflegeversicherung ist keine Vollkasskoversicherung, sondern eine Teilkasskoversicherung mit hoher Selbstbeteiligung.

Wird ein Pflegebedürftiger von einem ambul. PD und von angehörigen versorgt, so steht ihm Kombileistung zu.

Der Pflegedienst bekommt nicht mal einfach so das kompl. Geld der Kombileistung.
Ihr kauft bei einem ambul. PD Leistungen ein und  der Pflegedienst rechnet seine erbrachten Leistungen direkt mit der Pflegekasse ab.

Den nicht verbrauchten Anteil der Kombileistung bekommt der Pflegebedürftige prozentual auf das Pflegegeld ausgerechnet von der Pflegekasse ausbezahlt.

Zu deiner Entlastung gibt es noch die Verhinderungspflege. Dafür stehen jährlich 1612€ für 6 Wochen bereit. Zusdätzlich gibt es noch die Kurzzeitpflege, auch hier stehen grundsätzlich im Jahr 1612€ für 6 Wochen zur Verfügung.

Zu deiner Entlastung kannst du die Verhinderungspflege im häuslichen Bereich durch den ambul. PD erbringen lassen. Wird die VHP nur Stundenweise erbracht, so entfällt die 6 Wochenreglung und der volle Geldbetrag kann ausgeschöpft werden.

Nun gibt es noch die Moglichkeit an die VHP , 50% der KZP anzuhängen. das bedeutet letzendlich deinem vater stehen nochmals 1612€ aus der VHP plus 50% der KZP , 806€ für 3 Wochen bereit.

Somit kannst du Entlastung für 9 Wochen und einen Betrag von 2418€ im Jahr einkaufen.

Weiterhin stehen deinem Vater mtl. 104€ so genannter Entlastungsleistungen zur Verfügung. Dieses Geld kann angespart werden, dazu muss jedoch ein Antrag auf die Entlastungsleistung nach $ 45 SGB XI gestellt werden.

Diese Gelder dürfen jedoch nur von zugelassenen Pflegeeinrichtungen mit den Kassen abgerechnet werden.

Mit dieser Entlastungsleistung könnt ihr beim ambul. PD hauswirtschaftliche Versorgung und oder Betreuungsleistungen ( spazieren gehen, Arztbesuche usw.) einkaufen. Somit stehen nochmals 1248€ zur Entlastung bereit.

Weitere Optionen wären die Tages und oder die Nachtpflege in stationären oder Tagespflege einrichtungen.

Du siehst es gibt genug Entlastungsmöglichkeiten, die nur genutzt werden müssen.

Ach und noch was: warum der Pflegedienst mehr als Pflegende Angehörige von der Kasse bekommen,ist der: Ein ambul. Pflegedienst muss sein Personal, die Fahrzeuge, Büromieten, versicherungen und CO bezahlen. Eine Pflegeeinrichtung erbringt zwar soziale Leistungen, ist aber ein Wirtschaftsunternehmen. Denn für umme wird keine Pflegekraft arbeiten gehen und die Kosten des Pflegedienstes ( diese sind nicht unerheblich ) müssen abgedeckt werden.

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