Taipan888 am 15.03.2009 um 11:33 Uhr
Wer kann mir die Todsünden beim Namen nennen, sind es 7 oder mehr und wo stehen diese in der Bibel?

Als Protestant darf ich bei dieser Frage betonen, dass die sieben Todsünden - wie so vieles in der katholischen Tradition - ein kirchlich-theologisches Konstrukt darstellen, das gerade nicht biblisch begründet ist.

* Superbia: Hochmut (Übermut, Eitelkeit, Ruhmsucht)
* Avaritia: Geiz (Habgier, Habsucht)
* Luxuria: Genusssucht, Ausschweifung (Wollust)
* Ira: Zorn (Wut, Vergeltung, Rachsucht)
* Gula: Völlerei (Gefräßigkeit, Unmäßigkeit, Maßlosigkeit, Selbstsucht)
* Invidia: Neid (Missgunst, Eifersucht)
* Acedia: Trägheit des Herzens/des Geistes (Faulheit, Feigheit, Ignoranz)
Taipan888 am 15. März 2009 11:40 SUPER-Danke....,würde mehr als einen Daumen geben)))))

Ich empfinde es als eine Todsünde der Kirche, mit der "Hölle" als Strafe zu drohen. Das ist eine üble Fehlinterpretation der Natur und Qualität Gottes. Wenn und wo die Verlautbarungen der Kirche (auch unwidersprochenen Mißverständnisse!) Angst auslösen oder fördern könnten, ist die Kirche quasi "teuflisch" - denn Angst ist das Gegenstück zur - göttlichen - Liebe. Angst ist der "Antichrist". Und in Angst zu leben bedeutet Abtrennung von der Liebe, Abtrennung von Gott = Sünde. Die Kirche fördert also die Sünde. Die Kirche ist in dieser Sache der Teufel, der Versucher und Verführer.
Taipan888 am 16. März 2009 09:08 Hast mich jetzt auf eine andere Sichtweise gebracht...vielen herzlichen Dank)))) DH))))

Sünde in der Bibel bedeutet "Trennung von Gott". Es ist weniger das Tun, als die geistige Einstellung. So kann einer die 10 Gebote alle richtig halten, aber trotzdem sein ganzes Leben ohne Gott zu fragen, führen. Gott nennt alle die Menschen "Heilige", die auf dem Weg zu ihm sind. Egal, wie oft sie dabei stolpern oder fallen. Ein Sünder ist der, der bewußt aus der Hand Gottes gegangen ist und mit Gott nichts mehr zu tun haben will. Doch diejenigen, die auf dem Weg mit/zu Gott sind, bekommen Sünden (etwas was anderen wehtut) immer wieder vergeben. Es gibt einen Unterschied zwischen dem Sünder (das ist im griechischen der Pfeil, der das Ziel verfehlt) und einem "Heiligen", der sündigt.
Taipan888 am 16. März 2009 09:12 Danke für die Antwort))) DH

Die stehen so nicht in der Bibel, weil die Unterscheidung zwischen Sünde und "Tod"sünde eine menschliche ist. Sünde trennt in jedem Fall von Gott. Da ist es vollkommen egal, ob man jemanden tötet oder die Versicherung besch... In jedem Fall handelt man lieblos und das trennt uns von Gott.
Die Aufzählung der "Tod"sünden ist aber trotzdem bedenkenswert, weil es sich dabei um innere Haltungen handelt, mit denen wir uns selbst und unsere Beziehungen vergiften.
Taipan888 am 16. März 2009 09:11 Danke...)) DH

Man sollte den Begriff Sünde oder gar Todsünde auf sich selber oder jemand anderes NICHT anwende, denn andere GEWICHTIGE biblische Aussagen und Werte stehen dagegen!!
Wenn ich selbst mich als "Sünder" bezeichne, begreife, verstehe, "versündige" ich mich damit gegen das Gebot des Vaterunsers "geheiligt werde dein Name". Der Name Gottes ist "ICH BIN" - und wenn ich sage, ICH BIN SÜNDER - wird der Name Gottes damit NICHT geheiligt - im Gegenteil!!
Der Name Gottes "ICH BIN" kann als "bewußtes Sein" = "Bewußtsein" gedeutet werden. Auch ich, der Mensch, bin im geistigen Bereich Bewußtsein, also göttlich. Wenn ich diesen Teil des göttlichen Bewußtseins, mein Bewußtsein, mit der Idee (und dem Schuldgefühl) belaste / beschmutze, daß ich "Sünder" bin, heilige ich auch insofern den Namen Gottes nicht. Ganz im Gegenteil. "Gottes Auge ist zu rein, um das Böse zu sehen".
Ich glaube, kein Mensch sollte sein - göttliches - Bewußtsein auf das "Böse", auch nicht auf die "Sünde" oder das Schuldgefühl oder ähnliche "negative" Bewußtseinsinhalte oder Gefühle richten, sondern wenn immer und so konsequent wie es eben geht, auf das positive, auf das Gute, auf das Göttliche, auf die bedingungslose Liebe.
Der Mensch hat ZWEI Identitäten: er/sie ist Menschensohn (analog: -tochter), das ist die "materielle" Identität) und gleichzeitig Gottessohn (analog: -tochter), das ist die geist-energetische Identität. Auf der materiellen Ebene sind und bleiben wir "fehlbar", das ist die Natur dieser Dimension des Seins; nur auf der geistigen Ebene existiert Vollkommenheit. Da wir uns aber als zweidimensionale Wesen nicht nur in der geistig-energetischen Dimension aufhalten können (also unsere materielle Existenz nicht verleugnen können - und auch nicht sollten! - sondern diese bedingungslos lieben/annehmen sollten!) - ist es gar nicht möglich, frei von "Sünde" in dieser Welt zu leben. Wir sollten ANSTREBEN, es - nach Möglichkeit und Kräften - zu tun, aber wir sollten uns auch keinesfalls dafür gering achten oder Selbstvorwürfe machen, wenn und wo es uns nicht gelingt. DAS ist nach meinem Verständnis die richtige, angemessene Umsetzung der göttlichen - BEDINGUNGSLOSEN - Liebe.
Taipan888 am 16. März 2009 09:10 Toll...das ist mehr als eine super-Antwort)))))) DANKE...und DH))))))))))))

http://www.efg-hohenstaufenstr.de/downloads/bibel/todsuenden.html
Stolz,
Habsucht,
Neid,
Zorn,
Unkeuschheit,
Unmäßigkeit,
Trägheit oder Überdruß

Maßlosigkeit Habsucht Trägheit Zorn Hochmut Wollust Neid
katechismus | völlerei | wollust | habsucht | zorn | neid | trägheit | hochmut
... katechismus gehört da aber nicht rein, oder?
weiß grad nicht...schau mal wikipedia!
Danke...sehr ausführliche Antwort))) DH
sind die nicht bei den tafeln welche gott mit seiner eigenen hand geschrieben und mose gegeben hat? mfg-
Nein, sind sie nicht. Das sind die Zehn Gebote.