Frage von christin1945, 130

Wer kann mir da gut raten - ANdrohung der Räumungsklage?

Ich suchte eine neue Wohnung, bekam eine Zusage (noch kein Mietvertrag!) und habe daraufhin meine Wohnung gekündigt. Einen Tag vor Vertragsunterzeichnung stand die Wohnung so katastrophal unter Wasser das sie nicht mehr bezugsfähig war. Meine alten Vermieter habe ich informiert, das unser Auszug sich noch hinauszieht auf unbestimmte Zeit und wir unsere Kündigung zurückziehen. Jetzt droht sein Rechtsanwalt (Haus & Grund) schon mit der Räumungsklage, weil er ANGEBLICH!? die Wohnung schon neu vermietet habe. Das aber ist mit Sicherheit unrichtig, weil sich da noch niemand hier die Wohnverhältniss angeschaut hat. Was kann ich tun. Kann mir vielleicht jemand auch gesetzliche Gegenargumente geben. Ich wäre froh wenn mir jemand helfen könnte

Antwort
von Nemisis2010, 35

bekam eine Zusage (noch kein Mietvertrag!) und habe daraufhin meine Wohnung gekündigt.

Den besten Rat den man Dir geben kann ist in Zukunft die Wohnung erst zu kündigen, wenn der neue Mietvertrag unterschrieben wurde.

Meine alten Vermieter habe ich informiert, das unser Auszug sich noch
hinauszieht auf unbestimmte Zeit und wir unsere Kündigung zurückziehen.

Eine Kündigung kann man in der Regel nicht zurückziehen. Du bist hier ausdrücklich auf den "guten Willen" oder die Kulanz des Vermieters angewiesen. Ein gesetzlicher Anspruch darauf, daß der Vermieter das Mietverhältnis Dir fortführen muß der Dir einen neuen Mietvertrag mit veränderten Konditionen anbieten muß besteht nicht.

Ein Widerruf der Kündigung wäre nur möglich, wenn die Widerrufserklärung dem Vermieter vor oder gleichzeitig mit dem Zugang der Kündigung zugeht. Er kann nicht bis zum Ablauf der Kündigungsfrist erfolgen.  Dies dürfte hier aber nicht der Fall sein.


Der RA des Vermieters hat bereits deutlich gemacht, daß der Vermieter mit einer Fortsetzung des Mietverhältnisses nicht einverstanden ist. Ob der Vermieter tatsächlich einen Nachmieter hat oder nicht ist diesbezüglich irrelevant.

Der Vermieter kann dann bei Deinem Nichtauszug eine Räumungsklage erheben. Dein Kündigungsschreiben wirkt vor Gericht diesbezüglich wie ein Anerkenntnis.

 http://www.mietrecht.org/kuendigung/ruecknahme-kuendigung-eines-mietvertrages-zu...

Einen berechtigten und wirksamen Anfechtungsgrund Deiner eigenen Kündigung - wie im o.g. Link beschrieben - sehe ich in Deinem Fall nicht.

Kommentar von christin1945 ,

Tja - ich möchte mich erst einmal bei Dir und allen anderen bedanken für die Infos. Obwohl ich selbst mit betroffen bin, kam die Idee  "ganz spontan"  von meiner Lebensgefährtin. Um ihr einen Geafallen zu tuin habe ich dann mit unterschrieben. Die Folgen wie von Euch beschrieben habe ich kommen sehen. Aber was tut man nicht alles wenn man seine Ruhe haben möchte. OK! Jetzt heißte es suchen und jeden der nicht mitmacht in den ( Haalooo - Wecker!!) Po treten. Nochmal vielen Dank für die Infos. Die nächste Frage kommt bestimmt bald wieder. Ich würde mich freuen wieder so eine rege Hilfestellung zu bekommen. An Alle Danke und liebe Grüße Christin

Expertenantwort
von anitari, Community-Experte für Mietrecht, 52

Ob der Vermieter einen neuen Mieter hat oder nicht ist egal.

Du hast gekündigt und mußt die Wohnung nach Ende des Mietverhältnisses zurück geben.

Tust Du das nicht oder verspätet kann der Dich schadensersatzpflichtig machen oder/und Zwangsräumen lassen.

Räumungsklage kann er etwa 2 Wochen nach Ende des Mietverhältnisses, wenn Du nicht ausgezogen bist, einreichen.

Eine Kündigung kann man nicht zurückziehen/widerrufen.

Gesetzliche Gegenargumente, keine.

Antwort
von TrudiMeier, 45

Es gibt keine gesetzlichen Gegenargumente. Ob er die Wohnung neu vermietet hat oder nicht, ist völlig irrelevant. Du hast die Wohnung gekündigt und musst mit Ablauf der Kündigungsfrist ausziehen. Eine Kündigung kann nicht mehr zurückgezogen werden. Wenn deine neue Wohnung nicht bezugsfertig ist, ist das nicht das Problem des Ex-Vermieters. Da bist du auf seinen guten Willen angewiesen, wenn er dir die Wohnung weiterhin zur Verfügung stellt.  Der neue Vermieter wäre hier in der Pflicht, Schadensersatz zu leisten, bzw. dir eine Ersatzunterkunft zu stellen. Aber du hast ja offensichtlich nicht einmal einen Mietvertrag. Warum kündigt man ohne einen neuen Mietvertrag unterschrieben zu haben seine Wohnung?

Meine alten Vermieter habe ich informiert, das unser Auszug sich noch
hinauszieht auf unbestimmte Zeit
und wir unsere Kündigung zurückziehen.

Sorry, so bedauerlich die Sache mit der neuen Wohnung auch ist, finde ich diese Ansage doch ziemlich dreist. Es ist die Wohnung des Vermieters, über die ihr hier verfügen wollt, nicht eure.  Es wäre wahrscheinlich effektiver und vermutlich auch erfolgreicher gewesen, mit dem Vermieter darüber zu sprechen und um Zustimmung zu bitten, anstatt zu bestimmen. Wenn mein Mieter mich so davon informiert, hätte der auch am nächsten Tag meinen Anwalt vor der Tür stehen.

Kommentar von christin1945 ,

Tja - ich möchte mich erst einmal bei Dir und allen anderen bedanken für
die Infos. Obwohl ich selbst mit betroffen bin, kam die Idee  "ganz
spontan"  von meiner Lebensgefährtin. Um ihr einen Geafallen zu tuin
habe ich dann mit unterschrieben. Die Folgen wie von Euch beschrieben
habe ich kommen sehen. Aber was tut man nicht alles wenn man seine Ruhe
haben möchte. OK! Jetzt heißte es suchen und jeden der nicht mitmacht in
den ( Haalooo - Wecker!!) Po treten. Nochmal vielen Dank für die Infos.
Die nächste Frage kommt bestimmt bald wieder. Ich würde mich freuen
wieder so eine rege Hilfestellung zu bekommen. An Alle Danke und liebe
Grüße Christin

Expertenantwort
von johnnymcmuff, Community-Experte für Mietrecht, 20

Meine alten Vermieter habe ich informiert, das unser Auszug sich noch hinauszieht auf unbestimmte Zeit und wir unsere Kündigung zurückziehen.

Eine Kündigung ist eine einseitige Willenserklärung und die kann man weder widerrufen noch zurückziehen.

E spielt auch keine Rolle ob die Wohnung schon neu vermietet ist oder nicht.

Antwort
von WosIsLos, 70

Und die Kündigung hast du natürlich NICHT schriftlich widerrufen und auch keine schriftliche Bestätigung des Vermieters über die Annahme des Widerrufs.

Entweder ausziehen, Mitglied im Mieterverein werden oder drauf spekulieren, daß keine Räumungsklage ins Haus flattert.

Übrigens: Zusage ohne Mietvertrag = NIX.


Kommentar von anitari ,

Eine Kündigung kann man nicht widerrufen.

Antwort
von Schneewitcheen, 62

Hoffe das hier hilft dir weiter :

Hat es der Vermieter versäumt, den Mieter zusammen mit der Kündigung oder wenigstens zwei Monate vor Ablauf der Kündigungsfrist darauf hinzuweisen, dass er ein Recht zum Widerspruch gegen die Kündigung hat, kann der Mieter der Kündigung auch noch im ersten gerichtlichen Termin widersprechen. Anmerkung: Nach § 568 Abs. 2 BGB soll der Vermieter den Mieter auf die Möglichkeit, die Form und die Frist des Widerspruchs nach den § 574 BGB, § 574a BGB und § 574b BGB rechtzeitig hinweisen.

Wird der Mieter zur Räumung verurteilt bzw. hat er sich vergleichsweise zu einer Räumung verpflichtet, kann ihm das Gericht eine angemessene Räumungsfrist gewähren. Diese Frist kann auf Antrag sogar später noch einmal verlängert werden, darf jedoch insgesamt nicht mehr als ein Jahr betragen. Während dieser Zeit muss der Mieter natürlich die bislang vereinbarte Miete weiterzahlen. Das Gericht kann auch entscheiden, dass stattdessen die ortsübliche Vergleichsmiete zu zahlen ist, wenn diese höher ist.

Die Zwangsräumung darf nicht vor Ablauf der eingeräumten Frist erfolgen (§ 721 ZPO, § 794a ZPO, § 765 ZPO). Das Räumungsurteil wird auch erst nach einem Monat rechtskräftig und muss dem Mieter zugestellt worden sein (§ 725 ZPO, § 750 ZPO).
Zieht der Mieter innerhalb der Räumungsfrist nicht aus, stehen dem Vermieter Schadenersatzansprüche zu, wenn er eventuell deswegen die Wohnung nicht nahtlos weitervermieten kann. § 721 ZPO

Kommentar von Zumverzweifeln ,

Schneewittchen: triffst das auch zu, wenn der Vermieter gekündigt hat?

Kommentar von Schneewitcheen ,

Es ist meistens so, dass die Mietverträge auf unbestimmte Zeit geschlossen sind. Und da es sich um eine ordentliche Kündigung handelt, kann der Mieter mit einer Frist von 3 Monaten kündigen. Außerdem darf der Vermieter juristisch gesehen die Kündigungsfrist ohne weiteres nicht verkürzen. D.h. Selbst wenn der Mieter sich nach Kräften bemüht, einen Leerstand der Wohnung durch einen Auszug zu vermeiden und einen neuen Vermieter schon gefunden hat, MUSS sich der alte Vermieter keinesfalls drauf einlassen !!

Kommentar von Zumverzweifeln ,

Danke

Kommentar von Schneewitcheen ,

Gerne :) 

Kommentar von ChriChar ,

Hat es der Vermieter versäumt, den Mieter zusammen mit der Kündigung oder wenigstens zwei Monate vor Ablauf der Kündigungsfrist darauf hinzuweisen,.........

Aber der Mieter hat doch  gekündigt!  Es liegt dann doch gar keine Kündigung vom Vermieter vor, in der er auf irgendwas hinzuweisen hat.

Kommentar von Gerhart ,

Tja, da hat wohl Schneewittchen im Glassarg gelegen.

Kommentar von KaeteK ,

Du hättest sie zeitig wachküssen können ;-)

Kommentar von Schneewitcheen ,

Sorry Leute mein Fehler 😅 aber man weiß ja worauf man hinaus will oder ?

Kommentar von christin1945 ,

Tja - ich möchte mich erst einmal bei Dir und allen anderen bedanken für die Infos. Obwohl ich selbst mit betroffen bin, kam die Idee  "ganz spontan"  von meiner Lebensgefährtin. Um ihr einen Gefallen zu tun habe ich dann die Kündigung mit unterschrieben. Die Folgen wie von Euch beschrieben habe ich kommen sehen. Aber was tut man nicht alles wenn man seine Ruhe haben möchte. OK! Jetzt heißte es suchen und jeden der nicht mitmacht in den ( Haalooo - Wecker!!) Po treten. Nochmal vielen Dank für die Infos. Die nächste Frage kommt bestimmt bald wieder. Ich würde mich freuen wieder so eine rege Hilfestellung zu bekommen. An Alle Danke und besonders an Dich Schneewittchen. Das war die freundlichste Antwort mit den meisten §§§ Infos liebe Grüße Christin

Antwort
von grubenschmalz, 42

Du kannst eine Kündigung nicht widerrufen.

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