Frage von mha1213, 220

Wer kann - neben Hamed Abdel-Samad - noch zu einer Reformation des Islam beitragen?

Es gibt etliche "Islamexperten", doch nur wenige legen geeignete Ansätze dar, den Islam so zu reformieren, so daß auch der Islam zu den friedlichen Weltreligionen gezählt werden kann.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von SibTiger, 127

Es gab schon immer Reformer im Islam. Neben dem derzeitig sehr bekannten Prof. Mouhanad Khorchide würde ich noch auf Nasr Hamid Abu Zaid verweisen

https://de.qantara.de/content/interview-mit-nasr-hamid-abu-zaid-vielfaltige-lesa...

Kommentar von SibTiger ,

oder auch noch auf Muhammad Asad

http://www.welt.de/welt_print/kultur/literatur/article6035089/Ein-freundlicher-I...

Man kann nur hoffen, dass sich die Gedanken dieser Reformer mittelfristig weiter in der Religion verbreiten werden.

Kommentar von Alanbar33 ,

Ich hoffe die gehen unter weil das falsche das Richtige nicht weg machen kann

Kommentar von SibTiger ,

Ich denke, die schönere Sichtweise ist auch sehr viel eher die richtigere.

Kommentar von uyduran ,

Ich hoffe die gehen unter weil das falsche das Richtige nicht weg machen kann 

Interessant, dass Du Dir das Recht herausnimmst zu bestimmen, welche Auslegung des Islam die richtige ist...

Kommentar von 3plus2 ,

Wie soll man solche Weisungen reformieren??  Der Koran ist Gotteswort, da darf nicht ein Buchstabe geändert werden, dann bist du kein Moslem mehr oder euch ist der Kampf vorgegeben bis die Welt Allah gehört und wenn ihr im Kampf getötet werdet, dann kommt ihr ins Paradies, in goldenen Palästen direkt neben Allah und als Belohnung gibt es 72 Jungfrauen u.a.m

Kommentar von robi187 ,

@ 3plus2 oh mann so eine aussag kommt doch von menschenhand und nie von einem gott? denn gott ist allmächtig? wozu braucht ein allmächtiger göttlich denkender denn menschen um seine wille geschähen zu lassen? immer das gleiche die religionen die religon mißbrauchen um menschliche macht zu leben?

auch die neider schriften kommen nur von meschen? und menschen bringen so viel unglück über die menschen? nie aber ein allmächtiger gott?

Kommentar von SibTiger ,

Danke für das Sternchen!

Antwort
von uyduran, 109

Ich bin ebenfalls der Auffassung, dass die islamische Rechtslehre reformiert und die theologischen Fakultäten der arabischen Welt dringend erneuert werden müssen.

Hamed Abdel-Samad finde ich für Reformierungsprozesse jedoch absolut kontraproduktiv. Er verschiebt Diskussionen über den Islam von einer sachlichen auf eine emotionale Ebene. Sein letztes Buch über den Propheten liest sich wie ein Pamphlet. Damit erreicht er diejenigen, die er eigentlich erreichen müsste, nämlich die Konservativen, kein bisschen. Ganz im Gegenteil gilt er in konservativen Kreisen als Islamhasser und wird somit mit dem westlichen Feindbild gleichgesetzt.

Jemand, der selber nicht an Allah glaubt, sondern im Gegenzug provokante Bücher schreibt, wird niemals die Autorität haben, Reformen in der islamischen Welt durchzusetzen. Viel mehr erschwert er anderen reformorientierten Muslimen ihre Arbeit, da Reformierungsversuche als ein von der westlichen Welt gewollter Angriff auf den Fortbestand und des Islam bewertet wird. Um einen Vergleich mit dem Christentum anzusetzen: Martin Luther wäre es auch niemals gelungen, seine Reformen durchzusetzen, wenn er bekennender Atheist gewesen wäre und in seinen Schriften Jesus verbal attackiert hätte.

Es gab schon in Vergangenheit Stimmen für einen in seiner Auslegung reformierten Islam, beispielsweise vom 1988 verstorbenen Fazlur Rahman oder 2010 verstorbenen Nasr Hamid Abu Zaid. Ansonsten fallen mir jetzt spontan Abdou Filali-Ansary (marokkanischer Professor für islamische Philosophie und islamische Studien in Rabat und Casablanca), Asma Barlas (pakistanische Professorin für Politikwissenschaften und muslimische Feministin), in Deutschland Lamya Kaddor und in Österreich Ednan Aslan ein.

LG



Kommentar von luggels ,

Lamya Kaddor hat in ihrem Verein liberaler Muslime etwa 150 Mitglieder. In Worten: Einhundertfünfzig! Das ist nichts, gar nichts. In D gibt es 4-5 Millionen Muslime.

Frau Kaddor ist völlig unbedeutend, auch wenn sie gern in  Talkshows eingeladen wird.

Kommentar von uyduran ,

Das sehe ich anders. Die von Dir aufgeführte Gegenüberstellung lässt die Tatsache außen vor, dass von den gut viereinhalb Millionen Muslimen in Deutschland gerade mal 20% überhaupt in islamischen Verbänden vertreten sind. Diese 20% splittern sich dann wiederum auf in verschiedene Gruppierungen, von konservativ (DITIB) bis mittig (ZMD) bis liberal (LIB). Klar ist der Liberal Islamische Bund einer der kleineren Verbände, aber wie Du schon angedeutet hast, genießt Lamya Kaddor dafür z.B. größere Aufmerksamkeit in den Medien und erreicht dadurch einen großen Personenkreis, der gar keinen Organisationen angehört.

Selbstverständlich muss der entscheidene Paradigmenwechsel aber von ganz oben kommen, weswegen ich ja, wie erwähnt, für eine Reformierung der Rechtslehre plädiere.

Antwort
von hertajess, 94

Da zeigst Du dass Du absolut keine Ahnung vom Islam hast. Denn im Gegensatz zu unserer westlichen christlichen Glaubenslehre gibt es im Islam keinen Anführer, Vordenker, keine Institution welche bestimmt. 

Im Islam ist Glaube eine persönliche Angelegenheit die auf den Überlieferungen beruht. Der einzelne Mensch entscheidet sich für einen Imam, einen Gelehrten, einen Ratgeber. Je mehr Menschen sich für eine solche Person entscheiden, je mehr Ansehen genießt sie innerhalb des Islam. Und je mehr Macht hat sie innerhalb dieser Glaubensrichtung. 

Umgekehrt: 

Steigt einem Imam die Zustimmung der Gläubigen in den Kopf und bleiben deshalb die Menschen weg, geht auch das Ansehen und die Macht verloren. 

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Wir hier neigen eher dazu einem Titelträger unbesehen Macht zuzugestehen, auch Kompetenz - wo ist die Lupe um sie oft genug bei unseren Titelträgern zu finden? - . Das führt zu einer eher statischen Führungsstruktur während sie im Islam eher fließend ist. 

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Ein besonderes Problem ist vor allen Dingen auch innerhalb des Islam die massive Einmischung der USA in ausländische Angelegenheiten die oft genug mit massiver Gewalt verläuft. Die USA sind seit spätestens der Gründung von Taliban sehr eng mit Saudi-Arabien befreundet welches dazu einen Königssohn losschickte. Es waren dann die USA welche Taliban mit Waffen und Geld massivst ausstatteten. Und zwar so lange wie es den USA in Afghanistan nützlich erschien. 

Die gut ausgebildeten und nun arbeitslosen angelernten Mörder suchten nach einem neuen Betätigungsfeld und fanden es in Al Quaeda. 

Heute verteilt diese neue kriminelle Vereinigung an ihre Anhänger Pillen die erstmals im Jugoslawien-Krieg genutzt wurden um aus friedlichen Menschen Kampfmaschinen zu machen. 

Schon die Taliban versuchten in andere Staaten einzufallen. Allerdings mit mäßigem Erfolg. Was vor allen Dingen der Tatsache geschuldet war dass ein Afghane keinen Grund darin entdecken konnte wildfremde Staaten durch Terror zu destabilisieren. Die wollten einfach nur ihren Staat gegen jede Einmischung von außen verteidigen. Womit sie übrigens nun seit 30 Jahren beschäftigt sind. 

Al Quaeda nun lehrte die Menschen ausschließlich den Wahabismus als islamische Lehre anzusehen und diesen verbreiten zu wollen. Der Wahabismus ist Staatsreligion in Saudi-Arabien. Weshalb dieser Staat schon vor Ausbruch all des Elends innerhalb des Islam arg schräg ansehen war. Nur die besondere Allianz mit USA hat ihnen eine hörbare Stimme in der Welt verliehen. 

Als vor einigen Jahren dann in Saudi-Arabien ein angeblich reiner Frauensender eröffnete waren es zunächst muslimische Frauenrechtlerinnen die starke Kritik äußerten. Der Sender mag einige gute Beiträge liefern. Es ändert Nichts an der Tatsache dass ihr Kopf ein Mann ist. Und die Frauen das Kopftuch als islamische Vorschrift verbreiten wollen. Wovon sehr viele muslimische Frauen absolut nicht überzeugt sind. Und es sehr gut begründen können anhand des Koran und seiner Entstehungsgeschichte. 

Die BBC strahlt regelmäßig seit Jahren Diskussionen zwischen den Religionen aus. Oft genug geht es dabei um den Islam. Da findest Du immer hoch angesehene muslimische Frauen die sich sehr stark öffentlich für einen modernen, friedlichen Islam einsetzen. 

Hier in D haben wir mindestens eine Imammin. Sie ist hoch gesehen innerhalb ihrer Glaubensrichtung, gibt regelmäßig Kurse, veröffentlicht, engagiert sich auch interkulturell. 

Die Kollegin die vor aggressiven Kirchgängern warnt warnt nicht vor dem Christentum sondern vor der Ungläubigkeit da nach ihrer Meinung auch das Christentum eine friedliche Religion ist. 

Schaust Du ins Archiv des Deutschlandfunk wirst Du manchen Menschen muslimischen Glaubens finden der sich für einen friedlichen Islam und die Nichteinmischung vor allen Dingen der USA in Angelegenheiten auf anderen Kontinenten einsetzt. 

Suchst Du eine spezielle Führungskraft innerhalb des Islam wirst Du scheitern. Denn dazu ist er nicht gemacht. Da ändern auch alle Versuche vor allen Dingen der C-Parteien in diese Richtung zu beeinflussen Nichts. 

Zuletzt möchte ich einfach an das Stichwort Kreuzzüge erinnern. Und die Frage aufwerfen wer eigentlich all die Mordwerkzeuge herstellt. 

Antwort
von 1988Ritter, 62

Nur jeder einzelne Muslim kann dazu beitragen.

Was nutzen große Redner.....es sind allesamt Leute die von ihrem Geschwätz gut leben. Mehr ist es nicht.

Hat Gott je Schwätzer gebraucht ?

Gott hat immer nur Menschen gebraucht, die in ihrem Herzen und dem Verstand beurteilten, was richtig und falsch ist.

Solange ein Schwätzer eine Frau zur Steinigung verurteilen kann, und solange dazu eine grölende und pöbelnde Masse zum Stein greift, solange ändert sich gar nichts.

Antwort
von Fabian222, 62
Irans Präsident Hassan Ruhani fordert die Muslime zum Kampf gegen das schlechte Image der Religion auf. 

Hassan Ruhani hat Gewalt und Terror in vielen islamischen Ländern kritisiert. Die Muslime müssten sich dagegen erheben und so gegen das negative Islambild ankämpfen, so der iranische Präsident.

Der iranische Präsident Hassan Ruhani hat "die Ideologie und den Gewaltdiskurs" der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) und anderer bewaffneter Islamistengruppen kritisiert. Bei der Eröffnung einer internationalen Konferenz in Teheran zur "derzeitigen Krise der islamischen Welt" sagte Ruhani am Sonntag, die muslimischen Länder hätten die Aufgabe, sich dagegen zu erheben und das "negative Islambild" in der weltweiten öffentlichen Meinung zu korrigieren. Am meisten "Gewalt, Terror und Massaker" gebe es "leider in der islamischen Welt in Afrika, Nordafrika, im Nahen Osten und in Westasien".

Kommentar von Gambler2000 ,

Jemand der Meinungsfreiheit bekämpft, Steinigung als legitime Strafe anerkennt und die vom Islam abgefallenen töten läßt kann doch nicht euer Reformator sein.

Kommentar von Fabian222 ,

Ich bin nicht sein Fan aber da wo er Recht hat, hat er Recht. 

Antwort
von Byakugan, 83

In welcher Welt trägt Abdel-Samad zu einer Reformation des Islam bei? Lediglich die religiösen Gefühle der deutschprachigen Muslime zu verletzten in dem er Mohammed als eine Art seelisch gestörten Psychopathen darstellt und Mohammed sogar mit Adolf Hitler vergleicht, führt "bestenfalls" zur einer protestradikalisierung junger Muslime aber ganz sicher nicht im geringsten, zu einer Reformation die wenn überhaupt nur aus dem Inneren einer religiösen Gruppe erfolgen und keines Wegs von aussen aufgestülpt werden kann.

Antwort
von Jogi57L, 22

Konkret bezweifle ich, dass dies (er) zu einer Reformation des Islams beitragen wird.

Er meint es sicher gut, und hofft darauf, dass manche seiner ehemaligen Brüder und Schwestern dasselbe Verständnis erlangen, wie er selbst....

Sicher hat er in vielen Punkten Recht, und kann auch den Mann "Mohammed" aus heutiger Sicht recht gut beleuchten und analysieren....

( btw.. ich selbst kann Mohammed ganz gut verstehen, in manchen Dingen.. vor allem, was die Beziehung älterer Männer zu jüngeren Frauen angeht... und die "Verbote"..und Bekleidungsempfehlungen.... die man(n)  sich dabei gerne aus den Fingern saugt....)

ABER.. ob die "Holzhammer-Methode" so gut ankommt.. hm... hmmm hmmmmm ...? !

Ansonsten würde ich mich den Empfehlungen von "SibTiger" anschließen....

Aber:

Selbst Aisha hatte ja wohl mal geäußert, dass ihr auffiel, dass Allah recht schnell damit ist, die Wünsche und Vorstellungen Mohammeds zu erfüllen....

DAS sollte doch zu denken geben.....

Antwort
von askiMenzil, 81

Der islam braucht keine reformation.

Wenn der westen aufhoeren wuerde terroristen zu finanzieren die den islam missbrauchen, wuerden die menschen auch nichtmehr fâlschlicherweise den islam als terrorreligion sehn.

Kommentar von uyduran ,

Da muss ich Dir aber widersprechen. Es stimmt zwar, dass die Stellvertreterkriege der Großmächte im Nahen Osten dazu geführt haben, dass radikalislamische Organisationen wie Taliban, Al-Qaida oder Daesh überhaupt so stark wurden. Aber die Ideologie existiert unabhängig davon. Wenn man sich die religiösen Institute der arabischen Welt einmal anschaut, dann fällt auf, dass sie sich seit je her nur mit der "islamischen Wissenschaft" (Studium des Korans, der Hadithen, des Rechts) beschäftigten. Bis heute wird keine Theologie (Kalâm) gelehrt. Theologie war viel mehr Privatsache und stand sogar oft unter dem Verdacht der Ketzerei, da sie von griechischem Gedankengut beeinflusst war, das als "fremde Wissenschaft" abgetan wurde. Insofern ist eine Modernisierung der theologischen Fakultäten und die damit verbundene reformierte Interpretation der Rechtslehre schon sehr wichtig, um einen aktuellen Islam leben zu können und Islamismus vorzubeugen.

Kommentar von askiMenzil ,

Da liegst du falsch. İlm al kalam wird in sufi schulen gelehrt. Dort werden die schueler ueber 10 jahre ausgebildet. Diese schulen bzw internate (kp wie man das auf deutsch nennt) gibt es inzwischen selbst in deutschland, belgien, frankreich etc

Antwort
von 3plus2, 56

Der Koran ist Gotteswort und daran darf nicht ein Buchstabe geändert werden !!!! Wenn Teile des Korans geändert werden, dann bricht alles zusammen.

Kommentar von SibTiger ,

Um die Aussagen eines alten Buches neu zu interpretieren müssen nicht unbedingt Buchstaben oder ganze Teile geändert werden.

Antwort
von Spuky7, 103

Nach meiner Meinung ist der Islam friedlich nur solange, bis er die politische Macht in einem Land innehat. Dann wird er leider intolerant. Deswegen sind in der BRD auch alle Muslime äußerst anpassungswillig. Sollten sie jedoch eines Tages in ferner oder naher Zukunft die Regierung stellen, ändert sich das Blatt womöglich. Schreib du doch ein Buch.

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