Wer kämpft gegen wen in Syrien?

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5 Antworten

Guten Abend Jasen,

in der Tat ist es auch aufgrund der schlechten deduktiven Wahrnehmung der Geschehnisse in Syrien vor Ort, schwierig den Überblick zu behalten.

Ursächlich für diesen Konflikt sind viele Parameter, hauptsächlich
jedoch der starke Wunsch nach politischen Reformen auf Seiten der
(späteren) Rebellen und die vehemente Weigerung Baschar Al-Assads auf
der anderen Seite.

Die Rebellen, setzen sich aus weiten Teilen des syrischen Volkes und auch aus militanten Gruppen aus dem Ausland zusammen. Hier gibt es verschiedene Interessensgruppen. Die Golfstaaten sind beispielsweise an einem schwachen Syrien interessiert, da sie Syrien nichtsunnitischen Feind
ansehen. Aus diesem Grunde unterstützt auch die Türkei die Gegner des Assad-Regimes, zu welchem es keine diplomatischen Beziehungen mehr unterhält. Zudem werden die Gegner des Assad Regimes auch von den USA und der EU unterstützt, die auch beide mehrfach geäußert haben, dass es keine Zukunft mit Assad gibt.

Die Regierung um Regierungschef Baschar Al-Assad wird von ihren engsten Verbündeten unterstützt. Diese sind traditionell die libanesische Hizbollah, der Iran sowie Russland.

Des Weiteren nehmen aus die Kurden Einfluss in den syrischen Konflikt.
Jeder versucht nun quasi die Ausgangslage für die Nachkriegszeit in eine
Richtung zu lenken, die ihm selbst zu Pass kommt.

Ebenso wittert auch der Islamische Staat (IS) seine Chance, in einem Land wie Syrien, welches nahe an der Handlungsunfähigkeit steht, seinen Machtbereich auszudehnen, was solange gut funktioniert hat, bis Russland entschieden in diesen Krieg eingegriffen hat.

Inwiefern der IS und die Rebellen kooperieren ist unklar. Hierzu gibt es keine unabhängigen Berichte, allenfalls der Verdacht drängt sich auf.

Ich hoffe, das verschafft dir einen groben Überblick.

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Kommentar von kayo1548
02.12.2016, 18:21

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Inwiefern der IS und die Rebellen"

anfangs und sicher auch heute noch zum Teil bekämpfen sie sich.

Dann gab es allerdings diverse Splittergruppen, Überläufer usw so das man letztendlich sagen kann, dass es auch Teile der z.b. freien syrischen Armee mit der Al Nusra Front sympathisieren.

Daher würde mich auch eine Zuneigung mancher Gruppen zum IS nicht wundern.

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Oh,ganz grob,der Ami um Resourcen in Syrien.Dies wird gut getarnt und im Augenblick wenig verfolgt aus Furcht vor einem großen Konflikt mit Russland.Auch die Wahl Trumps sorgt für Entspannung.An und für sich Schiieten gegen Sunniten.Die Schiieten, und Aleviten so auch die Staatsführung,als Assad oder Regierungstruppen bezeichnet,gegen Sunniten,zumeist als gemäßigte Rebellen bezeichnet.Da Kurden,Terroristen,wie auch der IS eine eigene Partei ist,die sich teilweise auch untereinander bekämpfen ist das ganze extrem unübersichtlich .Man kann grundsätzlich sagen,das versucht wurde,in Syrien,so wie schon in vielen Ländern davor,Unruhe und Aufruhr zu stiften,mit der Begründung einen unmenschlichen Diktator zu beseitigen.Das greift allerdings zu kurz.Man kann erstens westliche Anschauungen nicht in Ländern wie Afghanistan,Ägypten oder Syrien anwenden.Im Augenblick ist das Problem dergestalt,das sich viele Soldaten und Zivilisten ergeben würden,oder Parteinahme für eine andere Konfliktpartei einnehmen würden.Das ist allerdings kaum möglich,weil Sprengfallen eingerichtet sind,und Scharfschützen das jeweilige Quartier bewachen.Die Luftangriffe,bevorteilen im Augenblick die Regierungstruppen,so das eine Einnahme des gesamten Staates durch Kurden und Regierungstruppen möglich erscheint.Da Luftangriffe in Großstädten allerdings zu extremen Schäden und zu sehr vielen zivilen Opfern führt,ist der Krieg besonders grausam.Es fehlt an allem lebenswichtigen und Verletzte können nicht mehr versorgt werden.Ich lehne es ab,die Unterstützung Russlands und Irans zu verurteilen.Andere Luftangriffe gingen voraus.Assad ist der legitime Herrscher in Syrien.Diejenigen,die Ihn beseitigen wollen oder wollten sind Hauptkriegspartei und Hauptschuldiger.Danach erst IS und andere Terrororganisationen.Liebe Grüße

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Kommentar von kayo1548
02.12.2016, 18:16

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Oh,ganz grob,der Ami um Resourcen in Syrien

"

Das die USA sich möglicherweise deshalb eingemischt hat ist richtig.

Der Konflikt an sich entstand aber aus einem Bürgerkrieg heraus;

inzwischen kämpfen da Assad, der IS und zig Rebellengruppen um die Macht und die meisten bekämpfen sich auch wieder untereinander (z.b. Rebellen und IS), wobei die meisten Gruppen wiederum aufgesplittet sind und kaum noch gemeinsame Ziele teilen - sehr unübersichtlich.

Und wenn man die USA als Außenstehenden aufzählt darf man auch Russland nicht vergessen: denen geht es ja auch primär um ihren Militärstützpunkt (und indirekt damit auch um Assad als Verbündeten) und sekundär wie bei vielen anderen auch um die Bekämpfung des IS.

Die Türkei mischt natürlich auch mit; anfangs hatte sie noch eine gute Beziehung zur syrischen Regierung; als dann diese Aufstände zu eskalieren drohten änderte sich das;

Neben diversen militärischen und sonstigen Aktionen (auf beiden Seiten) und Anschuldigungen spielte sich die Situation dann auch hoch.

Alles in allem kann man sagen, dass es sich um einen Bürgerkrieg handelt (der natürlich vielfältige kulturelle und gesellschaftliche Gründe hat), bei der Oppositionsgruppen Assad stürtzen wollte.

In dieser Situation sah dann der IS seine große Chance (wobei natürlich das destabiliserte Irak sicher eine Rolle gespielt hat), Russland hat Angst um seinen Stützpunkt und die USA möchte ebenfalls wie die Türkei eigene Interessen vertreten.

Dann darf man nicht vergessen das der jahrelange Konflikt zwischen Russland und USA auch eine Rolle spielt und man oft einfach nur zeigen möchte das man besser ist und mehr kann - Muskelspielereien eben.

Das alle außenstehenden Parteien die da eingreifen eigene Ziele verfolgen und es nicht (immer) primär um humanitäre Hilfe o.ä. geht mag für denjenigen der sich mit Politik auskennt wenig überraschen, denn so funktioniert Politik halt nunmal und so funktioniert der Mensch.

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Auch die Wahl Trumps sorgt für Entspannung

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Ich glaube in Syrien ändert das jetzt erstmal gar nichts;

und wie die Politik von Trump aussieht und was für Auswirkungen das hat sieht man erst in näherer Zukunft;

ich denke nicht, dass sich da allzuviel ändert, schon alleine deshalb weil Trump ja (zum Glück?) nicht alleine regiert.

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.Man kann erstens westliche Anschauungen nicht in Ländern wie Afghanistan,Ägypten oder Syrien anwenden.

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Das ist natürlich richtig, aber man merkt ja auch, dass viele Teile der Bevölkerung da offenbar unzufrieden waren;

Mit Gewalt ein System aufzuzwingen ist etwas, von dem ich nicht viel halte.

Und das die USA in dieser Hinsicht eine sehr aggressive Außenpolitik betreibt und betrieben hat lässt sich kaum leugnen.

Das die USA sich als "Weltpolizei" sieht dürfte in Syrien aber denke ich nicht der ausschlaggebende Punkt gewesen sein.

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Da Luftangriffe in Großstädten allerdings zu extremen Schäden und zu
sehr vielen zivilen Opfern führt,ist der Krieg besonders grausam

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ganz genau und man darf auch nicht vergessen, dass solche Aktionen möglicherweise zuvor zivile Bevölkerungsteile radikalisert, also den Krieg weiter anheitzt.

Wenn man da wirklich eine langfristige Lösung, auch für die Bevölkerung, finden möchte müssen zumindest die großen außenstenden Parteien erstmal an einem Strang ziehen und gemeinsam planen.

Weil auch wenn diese nicht die Ursache sind, so ist das eingreifen doch etwas, das sich negativ auswirken kann.

Mit den Parteien in Syrien wird man kaum noch verhandeln oder reden können, dafür ist das einfach viel zu weit eskaliert, daher denke ich auch nicht, dass das in absehbarer Zeit besser wird

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.Ich lehne es ab,die Unterstützung Russlands und Irans zu verurteilen

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Das sich da Russland einmischt ist natürlich nachvollziehbar, aber die Art und Weise und vor allen Dingen die bewusste Hinnahme zivile Opfer in der Größenordnung (wenn aufgrund der Situation nachvollziehbar) lehne ich entschieden ab und verurteile es auch.

Das kann und darf meiner Meinung nach nicht passieren.

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Diejenigen,die Ihn beseitigen wollen oder wollten sind Hauptkriegspartei und Hauptschuldiger.

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Sicher ist das die Ursache;

"Schuldiger" klingt allerdings nach Verurteilung und ob das was sie machen gut oder schlecht ist, liegt im Auge des Betrachters.

Für die regierungstreuen ist es sicher schlecht; für diejenigen die das tun oder aber unter der Regierung gelitten haben sieht es anders aus.

Das sich das anders entwickelt hat, als von diesen Gruppierungen geplant wurden ist allerdings klar

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Danach erst IS und andere Terrororganisationen."

kausal betrachtet hast du da auf jedenfall recht;

diese haben die Unruhen ausgenutzt und dadurch versucht (und auch geschafft) sich zu etablieren.

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Ganz einfach und nicht vollständig, mehr als Einstieg in die Materie:

1.) Assad  = der gewählte alte Präsident und Diktator. Er gehört zur Baath-Partei, die seit vielen Jahren die herrschende Klasse in Syrien war und hauptsächlich aus Mitgliedern der religiösen Minderheit der Alewiten besteht 

- möchte  seine Macht möglichst lange erhalten und geht mit harten Mitteln gegen die eigene Bevölkerung vor

2.) die Rebellen = da gibt es ganz verschiedene Gruppen, die verschiedene politische Ansichten haben und schwer zu fassen sind: Manche sind demokratisch-westlich orientiert (die, die die Revolution, den "Arabischen Frühling" angefangen haben), andere eher religiös bis extremistisch. 

Die meisten gehören der sunnitischen Mehrheit an.

- sie haben verschiedene Ziele

3.) der IS = möchte einen radikal-islamischen sunnitischen Gottesstaat errichten, der u.a. Syrien beinhaltet. Terrororganisation, die auch global Anschläge verübt.

4.) die Kurden = Volk ohne Staat, das u.a. im Norden Syriens lebt - möchte mehr Rechte und Autonomie, evtl. einen eigenen Staat.

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Mehrere syrische Opositionen gegen den Diktator Assad , zum einen als Diktaturgegner zum anderen als Interessenvertreter verschiedener Islam-Ideen.

Daher haben diese Gruppen keinen Sprecher für Friedensverhandlungen , sind eben nur einfältige Machtausüber . Dazu kommt dann noch der IS .

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