Frage von ilohor, 29

Wer ist schuldig, wenn Radfahrer in Mann mit Hund fährt auf dem Gehweg?

Im August 2014 gegen 21:30Uhr waren wir, meine Hündin, 12 J. alt und ich, 76J. alt unterwegs auf dem Bürgersteig. Hündin ordnungsgemäß durch Zeugin belegt angeleint im Abstand von etwa 60-80cm.

Ein Fahrradpaar kam uns entgegen: Er, etwa 30J. alt, kräftige Gestalt , kam uns auf dem Bürgersteig entgegen, sie auf der Fahrbahn weiterfahrend.

Radfahrer erwartete unser Beiseitetreten und fuhr mit hoher Geschwindigkeit meine Hündin und mich an, so, als wollte er gewaltsam sich Bahn brechen, uns über den Haufen fahren.

An der Tatstelle, an der ich mich und mit Hündin befand, ist ein Abstand zwischen Anliegerzaun und Birke von ca. 2,3m. Ein Ausweichen ist unmöglich.

Meine Hündin jaulte und bellte. Sie war erschreckt. Vielleicht hat sie auch in Panik und verständlicher Reaktion quasi als Verteidigung eimal ins Bein gezwickt. Habe ich nicht bemerkt. Jedenfalls notierte die von mir gerufene Polizei drei rote Punkte in Reihe, die evtl. vom Zuschnappen stammen könnten.

Radfahrer reagierte lautstark und überaus aggressiv wie folgt: Wiederholend mit beiden Armen wild gestikulierend, Fäuste ballend, vor meinem Gesicht pausenlos herumfuchtelnd, so, als wollte er jeden Augenblick zuschlagen. Beherztes Eingreifen einer Zeugin hielt den Tobsüchtigen davon ab, es zu tun.

Habe hingewiesen, dass Bürgersteig zu Befahren unzulässig ist, dafür sind Fahrbahnen vorgesehen, bzw. der gut eingezeichnete, nicht zu übersehene Hinweis auf den Fahrradweg.

Darauf stiess er andauernde Beleidigungen aus, wörtlich: Nazischwein, Rassist, Tier und andere. Und dabei immer wiederkehrendes Aufmichzugehen in äusserst bedrohlicher Weise.

Angesichts dieser kurz vor Ausführung stehenden Körperverletzung bekam ich Angstzustände, die letztendlich zu meinem Ruf nach Polizeischutz führten. Als Herzkranker mit mehreren Bypässen seit 1988 ist das wohl kein Wunder. Ein Menschenauflauf war die Folge. Diese Menschen hatten eines gemeinsam, nämlich beim Geshehen nicht anwesend, nicht dabei gewesen zu sein. Nur die zuvor genannte Zeugin.

Dann vor ein paar Tagen der Höhepunkt: Zustellung eines Strafbefehls über € 600,--. Falsche und unbewiesene Begründung, wonach Hündin nicht genügend kurz gehalten worden ist.

Bin vom Opfer zum Täter geworden. Mir dreht sich der Magen um. Einspruch ist erhoben. Wie sehen das andere?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von LuVinz, 26

Hallo erstmal,

In diesem Fall ist definitiv der Radfahrer schuld. Es ist Radfahrern die das zehnte Lebensjahr überschritten haben, nicht gestattet auf dem Bürgersteig zu fahren, seiden es handelt dich um eine Notsituation, was offenbar nicht der Fall war.

Zum Hundebiss kann ich rechtlich nicht weiter helfen, finde aber, dass dieser Biss nicht Schlimm ist, da es ja keine größere Wunde war und der Radfahrer die Situation herausgefordert und provoziert hat. Der Hund hat dies ja nicht aus Aggressivität oder Absicht gemacht, eine völlig normal Stresssituation.

Ich hoffe ich konnte weiter helfen.

LuVinz

Kommentar von ilohor ,

Danke, sehr hilfreich Dein Beitrag, weil er ergänzend Argumente liefert, nicht nur zur eigenen Beruhigung. Sammeln z.Z. Zeugen, die Friedfertigkeit und Wohlverhalten der Hündin bestätigen.

Enttäuschend ist die Begründung des Richters, der Zeugen aufführt, die allesamt nicht zugegen waren und die Zeugin, die zugegen war, wird eingeschüchtert durch Polizei, man müsse das Temperament eines Südeuropäers ( Spanier ) Rechnung tragen und durch bohrendes Nachfragen, ob sie dabei bliebe. Folge Zeugin verunsichert blieb aber standhaft.

Eine Oberamtsanwältin hatte bereits das Einstellen des Verfahrens bekannt gegeben. Werde mir das nicht gefallen lassen. 

Kommentar von LuVinz ,

Ich hoffe es klappt noch irgendwie. Bleib dran! Und viel Glück noch!

Antwort
von pilot350, 29

Im Straßenverkehr gilt grundsätzlich der Stärkere muss dem schwächeren ausweichen. In diesem Fall ist der Fußgänger der Schwächere Verkehrsteilnehmer und der Radfahrer hätte sich so nicht verhalten dürfen.

Kommentar von ilohor ,

Hoffentlich sieht der Richter bei der kommenden Verhandlung das genauso, wünsche es mir schon aus Gründen, fair behandelt zu werden.

Leider war die Quantität der völlig ausserhalb des Geschehens beteiligten Zeugen weitaus höher als die Qualität. Mein Anwalt spricht von QUATSCH. Und die einzige Zeugin, die zugegen war, wird bei erneuter Vernehmung durch bohrendes Fragen unsicher gemacht. " Ein Südeuropäer dürfe schon 'mal so ausrasten!" 

Trotzdem entscheidet ein Richter so, obwohl vorher die Oberamtsanwältin das Verfahren eingestellt hatte. DANKE

Antwort
von FeeGoToCof, 23

Zweierlei!

Einerseits völlig richtig, dass ein Fahrradfahrer, der ERWACHSEN ist, NICHTS auf dem Fußweg verloren hat, wenn er sein Rad FÄHRT!

Andererseits hast Du, als Hundehalter IMMER die Verantwortung für Deinen Hund zu tragen. Da hilft jedoch eine Haftpflichtversicherung.

Du kommst wohl nicht um die Verhandlung herum.

Kommentar von ilohor ,

erstmal danke ich Dir, Haftpflicht vorhanden, tritt aber erst ein, wenn im Schuldfalle Schadenersatz zu entscheiden ist, davor macht sich die Versicherung einen schlanken Fuss

Antwort
von SplitterFX, 16

1.Fahrradfahrer dürfen nicht auf den Gehweg.
2. Wenn deine Aussagen stimmen und jemand sie bezeugen kann, hast du glaube ich gute Chancen bei der Polizei.

Kommentar von ilohor ,

Danke für den Kommentar. Hier geht es um eine anstehende Verhandlung, obwohl die Oberamtsanwältin den Fall bereits eingestellt hatte. 

Polizei versucht sogar meine Zeugin, die als einzige zugegen war, bei erneuter Befragung einzuschüchtern dergestalt, man müsse Temperamentsausbrüche bei einem Südeuropäer (Spanier) nachsehen und ob denn alles der Wahrheit entspräche durch bohrendes Befragen. 

Sie blieb standhaft, fühlte aber ungerechtfertigt viel Mistrauen. 

Antwort
von uschifragen, 17

Radfahrer (Ausnahme Kinder bis 8 Jahre) dürfen nicht auf Gehwegen fahren. 

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