Frage von Apfelsosse, 184

Wer ist näher mit menschen verwandt Katzen oder Hunde?

Laut der Evolutionstheorie und der neusten wissenschaftlichen Kenntnisse sind wir ja mit Schimpansen zu 99% genetisch gleich.

Nun wollte ich auf diese Theorie eine weitere Frage aufstellen:

Wie sehr sind die beiden oben genannten Tiere mit uns verwandt?

Jedes Säugetier hat viele Merkmale untereinander, die dem Menschen sehr ähneln.

Säugetiere haben vom Skelett her viele Ähnlichkeiten. Organe und Funktionsweise des Organismus sind ähnlich untereinander. Wir haben mehr mit einer Maus gemeinsam als mit einem Fisch oder einer Echse oder einer Schnecke.

Irgendwo muss es hier eine Erklärung dafür geben.

Haben alle Säugetiere einen gemeinsamen Vorfahren?

Bevor jetzt die Eiferer aufsschreien: Es ist eine Theorie und ich will nur weiter diese ausbauen. ^^

Danke für die Hilfe.

Antwort
von MarkusKapunkt, 96

Du hast dir die Frage ohne es zu wissen bereits selbst beantwortet. :-)

Alle Säugetiere haben tatsächlich einen gemeinsamen Vorfahren. Die ersten Säugetiere entstanden in der späten Trias vor ca. 225 Millionen Jahren, also in etwa zeitgleich mit den ersten Dinosauriern auf dem Superkontinent Pangaea. Von dort aus konnten sie sich auf allen Kontinenten ausbreiten, als diese im Laufe der Jahrmillionen auseinanderbrachen.

Der Mensch ging aus einer Gruppe kleiner Säugetiere hervor, welche die Wissenschaftler als Euarchontoglires zusammenfasst, während Hunde und Katzen zu einer anderen Gruppe, der sogenannten Laurasiatheria gehören. Beide Gruppen sind ebenfalls aus einem gemeinsamen Vorfahren hervorgegangen, der wahrscheinlich vor mehr als 85 Millionen Jahren in der oberen Kreidezeit lebte.

Im Laufe der Jahrmillionen etwickelten sich beide Linien unabhängig voneinander weiter. Beide Linien brachten die unterschiedlichsten Säugetierarten hervor, die Euarchontoglires neben den Primaten auch die Nagetiere, Hasenartigen und die Riesengleiter, die Laurasiatheria die Insektenfresser, Fledertiere, Unpaarhufer, Paarhufer, die Wale, die Schuppentiere und eben auch die Raubtiere (Carnivora), zu denen beide, sowohl Katzen als auch Hunde gehören.

Katzen und Hunde sind also beide in etwa gleich eng bzw. gleich weit entfernt mit uns Menschen verwandt, weil beide die Nachfahren eines gemeinsamen Vorfahren sind. Die ersten Hundeartigen (Canidae), zu denen auch die Schakale, Wildhunde und Füchse gehören, hatten ihre ersten Vertreter allerdings bereits im Eozän vor etwa 34 Millionen Jahren, während die ersten Katzenartige (Felidae) erst vor etwa 25 Millionen Jahren im Oligozän auftraten. Katzen haben sich also von von der gemeinsamen Stammlinie des Menschen erst später abgespalten als die Hunde, womit ganz streng genommen also die Hundeartigen dem Menschen geringfügig näher stehen. 

Kommentar von Apfelsosse ,

Erstmal vielen Dank für die Antwort die ich hören wollte!

Ich war der Annahme das Hunde und Menschen enger verwandt sind, da ihre ganze Biochemie miteinander perfekt harmoniert. 

Wenn Hunde und Menschen zusammen kommen ändert sich ihre Chemie und sie verstehen sich auf einer ebene wie es die wenigsten Tiere mit Menschen je könnten.

Aber gut, du hast auf jeden Fall mir weitergeholfen!

Kommentar von MarkusKapunkt ,

Das mit der Biochemie ist duch konvergente Evolution entstanden. Sowohl Hunde als auch Menschen haben sich zu opportunistischen Jägern und Rudeltieren entwickelt. Aber anstatt dass die beiden Spezies einander verdrängt haben, ist etwas ganz Außergewöhnliches geschehen: Sie sind eine Symbiose eingegangen. Der Hund profitierte durch den Einfallsreichtum und das Geschick des Menschen, das ihm zusätzliche Sicherheit vor noch größeren Rautieren wie Löwen oder Bären verschaffte, und der Mensch profitierte von der Ausdauer und der enormen Sinnesleistung, insbesondere des Geruchsinns des Hundes.
Diese Symbiose konnte sich bereits zu der Zeit entwickeln, als die ersten Menschen begannen, auf die Jagd zu gehen.

Die Symbiose zu den Katzen begann erst, als der Mensch sesshaft wurde und die Katze für den Menschen ein nützlicher kamerad war, der in den Scheunen und Kornspeichern auf Mäusejagd ging - auch dort, wo ein Hund nicht unbedingt hinkommt. Sogesehen stimmt die Biochemie zwischen Mensch und Katze auch - nur das Katzen weniger gesellschaftliche Tiere sind als Hunde.

Kommentar von Apfelsosse ,

Du weißt verdammt viel darüber! Ich bin dankbar das es Menschen wie dich gibt! :)

Kommentar von jiva87 ,

Habe mich zum Thema auch letztens Eingelesen, kann ich dir echt empfehlen! 

https://www.amazon.de/gp/product/3446245219/ref=oh_aui_detailpage_o03_s00?ie=UTF...

Kommentar von Comment0815 ,

nur das Katzen weniger gesellschaftliche Tiere sind als Hunde.

Wer weiß, wie das aussehen würde, wenn Mensch und Katze schon genau so lange zusammenleben würden wie Mensch und Hund.

Kommentar von MarkusKapunkt ,

Wahrscheinlich genauso. Zwar kann sich das Verhalten evolutionstechnisch schneller verändern als das Aussehen, aber Hunde waren bereits vor ihrer Domestizierung Rudeltiere, wogegen Katzen in der Regel Einzelgänger oder bestenfalls Kleingruppentiere sind.

Genetische Untersuchungen lassen vermuten, dass sich die Hunde bereits vor über 130.000 Jahren vom Wolf abspalteten, wohingegen es Belege für die Domestizierung von Katzen erst seit 9000 Jahren gibt. Diese Zeitspanne ist also in der Tat viel kürzer als das Zusammenleben von Mensch und Wolf/Hund, somit ist deine Theorie also nicht komplett von der Hand zu weisen. Vielleicht entwickeln die Katzen ja in den nächsten Jahrtauenden eine ähnlich starke Bindung und ein Hierarchieverhalten wie der Hund, aber das kann man heute noch nicht feststellen.

Übrigens: In Mitteleuropa ist die Katze erst seit weniger als 1500 Jahren als Begleiter des Menschen belegt. Hier war es nämlich zuerst das vom Iltis abstammende Frettchen, welches dem Menschen die Getreidespeicher mäusefrei hielt und ihm bei der Jagd auf Kaninchen und Vögel zur Seite stand. Die Katze verdrängte das Frettchen dann erst in den kommenden Jahrhunderten allmählich als das zweitgefragteste Haustier der Europäer.

Antwort
von soissesPDF, 55

Mit dem gewöhnlichen Schwein teilt der Mensch den größten gemeinsamen Genpool.
Siehe hierzu Organtranplantationen, etwa Herzen.

Kommentar von Apfelsosse ,

Das stimmt auch!

Kommentar von MarkusKapunkt ,

Nein, das ist Schwachsinn. Genetisch sind sie sich nämlich nicht sehr ähnlich. Die größten Gemeinsamkeiten im Genpoool hat der Mensch mit dem Schimpansen, dann mit dem Gorilla und schließlich mit dem Orang-Utan. Das Schwein steht von dort aus betrachtet noch sehr, sehr weit entfernt.

Schweineorgane sind nur durch konvergente Evolution mit dem Körper des Menschen kompatibler als das anderer Tiere, weil es sich bei beiden um Allesfresser handelt. Schweine gehören zu den Paarhufern, damit ebenfalls zu den Laurasiatheria und sind ähnlich entfernt verwandt mit den Primaten wie die Raubtiere.

Antwort
von 1900minga, 69

Im Großen und ganzen, wahrscheinlich gleich weit entfernt

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