Frage von BlackPearl3110, 32

Wer ist im Recht, Suizid-Vortäuschung?

Folgende Situation: Person A schreibt Person B er wird sich umbringen, schickt Bilder einer Brücke und verfasst einen Abschiedsbrief. Person B ruft nach mehreren gescheiterten Hilfeversuchen die Polizei an. Diese fährt zu Person B, die zu Hause ist und sich weigert, den Beamten den Chatverlauf zu zeigen. Die Polizisten fahren wieder, da keine Gefahr mehr besteht. Person A beschuldigt Person B sein Leben zerstört zu haben, zwingt sie zum Löschen der Nummer und sämtlicher Bilder inklusive dem Chat. Person B löscht nichts und möchte die anderen Person anzeigen. Welche Recht hat sie?

Antwort
von qbefrage, 29

Das frag ich mich ehrlich gesagt auch. Wäre nett wenn jemand antwortet :)

Expertenantwort
von TheGrow, Community-Experte für Polizei & Recht, 19

Hallo BlackPearl3110,

die meisten Menschen die  angeben sich umbringen zu wollen, tun dieses weil sie sich zumindest wirklich zumindest Gedanklich mit dem Gedanken befassen sich was anzutun.

Es ist völlig legitim, wenn sich die Person die diese Mitteilung erhalten hat, an die Polizei wendet.

Die Polizei geht der Sache dann auf dem Grund und nimmt Kontakt mit der Person auf die angegeben hat sich das Leben zu nehmen. Dann gibt es drei Möglichkeiten:

  1. Die Polizei stellt im Gespräch fest, dass die Person sich wirklich umbringen will, dann wird die Person in Gewahrsam genommen und der Psychiatrie zugeführt.
  2. Die Polizisten, können weder eine Suizidgefahr feststellen, noch ausschließen. In dem Fall liegt die Entscheidung wie es weitergeht bei den Polizeibeamten, meist erfolgt dann wie bei Punkt 1 die Zuführung in die Psychiatrie oder der sozialpsychiatrische Notdienst wird informiert und der trifft die Entscheidung wie es weitergeht
  3. die Polizisten stellen wie in Deinem Fall fest, dass keine Gefahr für die Person besteht. In dem Fall, führt die Polizei keine weiteren Maßnahmen durch.

In allen drei Fällen hat sich Niemand strafbar gemacht und auf Niemanden kommen irgendwelche Kosten zu.

Sollte die Polizei aber feststellen, dass die Person sich nur wichtig machen wollte, aber zu keiner Zeit Suizidabsichten bestanden, wird die Polizei von sich aus ein Strafverfahren gegen die Person einleiten die alles nur erfunden hat und zwar nach folgender Rechtsgrundlage:

************************************************************************************

§ 145 StGB - Mißbrauch von Notrufen und Beeinträchtigung von Unfallverhütungs- und Nothilfemitteln

(1) Wer absichtlich oder wissentlich

  1. Notrufe oder Notzeichen mißbraucht oder
  2. vortäuscht, daß wegen eines Unglücksfalles oder wegen gemeiner Gefahr oder Not die Hilfe anderer erforderlich sei,

wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft.

************************************************************************************

In der Regel muss derjenige auch die gesamten Einsatzkosten tragen. Neben den Polizeikosten können das auch die Kosten für evtl. angeforderten Rettungskräfte sein.

Aber weder hat Person A gegenüber B irgendwelche Rechte, noch umgekehrt.

Schöne Grüße
TheGrow

Antwort
von soissesPDF, 25

Nach der Beschreibung liegt keine Straftat vor.
Verbleiben die eventuellen Kosten für den Einsatz der Polizei. Diese wären eine zivilrechtliche Klage von B gegenüber A.
Allerdings, bei dieser Beschreibung fehlt die Klagebegründung, da muss schon mehr Fleisch ran.

Antwort
von AnglerAut, 32

Person A hat keine Straftat begangen, kann aber für alle durch die Aktion entstandenen Kosten haftbar gemacht werden (Polizeieinsatz ...).

Person B ist nicht verpflichtet Nachrichten oder Bilder zu löschen, auch hier besteht keine Straftat.

Insofern ist mir nicht klar, wer hier wen weswegen anzeigen wollen sollte.

Kommentar von BlackPearl3110 ,

Auf die Kosten wollte ich hinaus, dankeschön. 

Antwort
von Gwennydoline, 32

Warum will B A anzeigen?
Die Polizei war da. B hat richtig gehandelt
Kontakt abbrechen und gut ist

Kommentar von BlackPearl3110 ,

Person A will vor Gericht, da dieser eine Geldstrafe für den Fehlalarm bezahlen muss.

Kommentar von Gwennydoline ,

Wow... stopp... falsch gelesen... muss kurz nachdenken
Bin durcheinandergekommen mit A und B

Kommentar von Gwennydoline ,

Also... A soll eine Geldstrafe bekommen, obwohl die Polizei bei B war?
Warum hat sie nicht bei A zuhause vorbeigeschaut?
Ich blick nicht durch...
Sorry bin raus!

Derjenige, der Hilfe geholt hat trägt aufjedenfall keine Schuld... Braucht sich auch keine Sorgen zu machen.
Zur Not hat er ja fürs Gericht noch den Chatverlauf (wobei ich denke, dass es nie zu einer Anzeige kommt/diese abgelehnt wird)

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten