Wer ist hier Lehrer oder Lehrerin und kann mir etwas beantworten?

... komplette Frage anzeigen

4 Antworten

Ich bin kein Lehrer, aber ich kenne eine ganze Anzahl dieser Spezies.

Ich weiß, dass Lehrer einen schlechten Ruf haben. Er ist in der Regel ungerecht.

Natürlich machen sich Lehrer Sorgen, wenn sie feststellen, dass ein bisher guter oder wenigstens unauffälliger Schüler plötzlich keine Leistungen mehr erbringt. Gute Lehrer sprechen solche Schüler auch darauf an. Nicht immer gelingt es allerdings, dass der betreffende Schüler seinem Lehrer soviel Vertrauen entgegenbringt, dass dieser dem Schüler helfen kann. Oft finden sich die Probleme im Elternhaus des Schülers. Verweigern sich die Eltern einer sinnvollen Kommunikation und einer Mitwirkung, ist der Lehrer machtlos. Der Schüler ist der Leidtragende.Das bewegt jeden Lehrer, und er ärgert sich nicht selten über seine Machtlosigkeit.

Lehrer sind Menschen, die ihren Beruf deshalb ausüben, weil es ihnen Freude macht, den Heranwachsenden auf ihrem Weg in die Gesellschaft und ins Leben für einige Jahre hilfreiche und freundliche Begleitung anzubieten und ihnen Wissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten zu vermitteln, die sie in ihrem weiteren Leben nutzen können, sei es für den Beruf, sei es für ein Hobby, eine persönliche Passion. Daher erfreut es sie, wenn sich Schüler interessieren, im Unterricht mitarbeiten und gute Noten erzielen. Warum denn auch nicht?

Ein Lehrer ist natürlich nur ein ganz normaler Mensch. Daher sind ihm einige Schüler besonders sympathisch, einige ganz und garnicht. Das liegt natürlich auch am Verhalten der Schüler selbst. Und ja, es gibt Schüler, da würde der Lehrer beim Elternabend liebend gerne sagen: Sehr geehrte Frau und Herr XY, ihr Sohn Z - ein Dummkopf, wie er im Buche steht. Ein Wunder, dass er alleine zur Wohnungstür hinaus und zur Schule findet. Mein Rat: geben sie ihn ab und fangen sie noch einmal von vorne an. Er würde es gerne sagen, aber er ist viel zu mitleidig und tut es nicht. Denn wenn er die Eltern kennengelernt hat, dann bedauert er das arme Kind.  :-))

MfG

Arnold

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Nein.

Grundsätzlich kann es Lehrern egal sein, welche Noten die Schüler schreiben - wir haben einen sicheren Arbeitsplatz. ^^

So ist es aber (i. d. R.) nicht. Natürlich liegt es einem Lehrer am Herzen, dass die Schüler das Jahr schaffen und nicht wegen seinem Fach durchfallen.

Lehrer sind schließlich Lehrer, um Schülern etwas beizubringen - schlechte Noten zeigen, dass das (bei demjenigen Schüler) nicht möglich war.

Natürlich gibt es manchmal Schüler, die so respekt- und motivationslos sind, dass man sich nicht wundert, warum er schlechte Noten schreibt.

Manche Schüler sind mir mehr, manche weniger sympatisch.
Das - und das ist das Wichtigste am Lehrerjob - darf die Notengebung nicht beeinflussen!

Nur, weil ich einen Schüler nicht mag, darf ich ihn nicht schlechter werten! (deshalb bin ich auch kein Freund von mündlichen Schulaufgaben, aber das ist ein anderes Thema)

Schreibt ein Lehrer plötzlich schlechtere Noten, frage ich mich natürlich, was der Grund dafür ist.
Als Vertrauenslehrer spreche ich in solchen Situationen auch die Schüler auf das Thema an - wenn sie mit mir reden wollen, kann das Problem gemeinsam gelöst werden.

Wird ein Schüler plötzlich besser, freue ich mich - klar!
Vielleicht hat er die Motivation für das Fach gefunden, vielleicht ist der Unterricht besser geworden (oder er ist ein exzellenter Spicker ^^).

Dies kommt aber erfahrungsgemäß eher selten vor.

Öfter ist es der Fall, dass Schüler aufgrund eines bestimmten Themas schlechter werden.

Vor allem in Mathematik bekomme ich es sehr oft mit, dass Schülern ein Thema wie bspw. quadratische Funktionen sehr gut liegt, oder eines wie Volumenberechnung überhaupt nicht.
Das zeigt sich auch an den Schulaufgabenschnitten.

Es liegt aber imho nicht daran, dass Themen schwieriger oder einfacher als andere sind.

Meiner Meinung nach liegt es einfach daran, dass die Themen immer anders sind - Grundlagen werden immer benötigt.

Dass viele Schüler das Thema Volumenberechnung nicht mögen, hat mehrere Gründe. Einer davon ist aber mit Sicherheit das (bei manchen Schülern) fehlende räumliche Vorstellungsvermögen.
Manche Schüler mögen das Thema hingegen wieder - jeder ist individuell.

Den Gedanken "Oh Gott, ist der dumm?" habe ich selten, häufiger frage ich mich, ob und wie der Schüler lernt, warum er das Thema nicht versteht, oder warum er so einen Unsinn schreibt.

Kommunikation mit anderen Lehrern ist hierbei auch wichtig.
Ist ein Schüler in anderen Fächern auch nicht "der Beste", so kann davon ausgegangen werden, dass es an der Lernmethode liegt.
Ist ein Schüler in anderen Fächern allerdings Klassenbester, und steht nur in einem Fach auf einer schlechten Note, so muss man sich fragen, wer daran schuld ist. Liegt es am Thema, am Fach, am Schüler, am Lehrer, am Unterricht?

Hierbei sollten - und das sollte auch im Interesse des Schülers sein - die Hintergründe der schlechten Leistungen hinterfragt werden.

Um also noch einmal kurz auf deine Frage zurückzukommen:

Fragt ihr euch manchmal, was es wohl für Hintergründe gibt , wenn ein Schüler plötzlich schlechter wird?

Ja, definitiv.

Freut ihr euch für einen, wenn er gut ist?

JA!

Denkt ihr manchmal, Oh Gott ist der dumm?

Nein.

Oder überhaupt manchmal eher fies ?

In diesem Satz fehlt ein Prädikat, insofern ist er nicht verständlich. ;)

Zusammenfassen kann ich also sagen, dass sich Lehrer durchaus Gedanken über Schüler machen - einer der Gründe, warum sie Lehrer geworden sind. ^^

Ich hoffe, ich konnte dir helfen; wenn du noch Fragen hast, kommentiere einfach.

LG Willibergi

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Es gibt auch unter Lehrern Lehrer mit Herzblut und Lehrer, die nur ihr Ding durchziehen, so, wie in jedem anderen xbeliebigen Beruf.

Lehrer, die nicht nur den Stoff durchpauken und sich nicht nur auf den starken Kern konzentrieren, bekommen auf alle Fälle mit, wenn ein Schüler Probleme hat oder anderweitig auffällt. Solche Lehrer sind auch nicht blind und taub für das allgemeine Klassengefüge.

Sicher werden sie sich über gute Leistungen ihrer Schüler freuen und bei überwiegend schlechten Leistungen auch mal bei sich selbst schauen, wo im Vermitteln die Säge geklemmt hat.

Gute Lehrer halten sich nämlich nicht für unverbesserlich.

Dass es auch genug Schüler gibt, die die Schule mit einer Schweinesuhle verwechseln, indem sie ein unverhältnismäßig fragwürdiges Verhalten an den Tag legen, samt einer miserablem Lerneinstellung, sollte mittlerweile auch angehenden Lehrern bewusst sein.

Das beginnt heutzutage leider auch schon oft in der Grundschule und durchzieht dann alle weiteren Schulabschnitte. Der Lehrerberuf ist weit davon entfernt, ein leichter und "chilliger" Beruf zu sein. Ich persönlich möchte ihn nicht machen. Auch deshalb nicht, weil Lehrern gewisse Handhaben entzogen wurden. Alles muss heute erst beantragt und zehnfach begründet werden.

Die Lehrer meiner Töchter waren immer hinterher. Wo geholfen werden musste, wurde geholfen, wo durchgegriffen werden musste, wurde auch durchgegriffen.

Und was das

"Denkt ihr manchmal, "Oh Gott, ist der dumm?"

angeht, denke ich, auch aus rein persönlicher Elternerfahrung, dass sehr viel öfter gedacht wird: "Junge/Mädel, du bist so klug, warum bist du leider so oft so faul?"

Viele Schüler sind nämlich tatsächlich nicht dumm, machen aber leider oft nur Dienst nach Vorschrift oder insgesamt zu wenig. Damit stehen sie sich selbst im Weg. Vor allem, wenn sie selbst wissen, dass sie mehr auf dem Kasten haben!

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Lehrer ist vor allem ein Streßberuf: Viele Klassen, viele Unterrichtsstunden, viel Vorbereitung, viel Korrekturarbeit, viele Sondersachen.

Daher bewegt den Lehrer vor allem: "Wie komme ich selbst so einigermaßen durch das Schlamassel ohne ganz zu verschleißen?". Lehrer haben ja auch Familien und da fällt auch noch Beträchtliches an.

Deshalb befassen sich Lehrer mit dem Einzelschüler weit weniger als sich Schüler so ausmalen. Der Lehrer hat "Massenbetrieb". So lange ein Schüler sich im Normalbereich bewegt (Noten 2 bis 4) wird er vom Lehrer kaum beachtet.

Über Einser-Schüler freut sich jeder Lehrer, denn das bestätigt seinen Lehrerfolg und es bekundet Interesse. Und die Lehrer lieben ihre Fächer. D.h. "Liebe zum Fach, Liebe zum Lehrer, Liebe zum Schüler" fließen da etwas zusammen.

Und beim Gegenteil auch: Fünfer-Schüler lieben das Fach nicht, lieben den Lehrer nicht und der Lehrer liebt Fünfer-Schüler nicht. Dann ist der Lehrer - besonders wenn der Schüler noch durch Frechheiten/Unterrichtsstörungen etc. nervt, schon leicht dabei, sich durch schlechte Noten bzw. Durchfall-Entscheidungen zu "rächen".

"Ach, wie ist der Schüler dumm" - so wird kaum gedacht. Sondern eher: Aus welcher Räuberhöhle kommt der Schüler, daß da keine Leistungsbereitschaft ist - taugen da die Eltern gar nichts. D.h. der Lehrer hält manche Schüler nicht für dumm sondern für desorganisiert und schlecht erzogen.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Nashota
10.06.2016, 13:11

Über Einser-Schüler freut sich jeder Lehrer, denn das bestätigt seinen Lehrerfolg und es bekundet Interesse.

Nicht zwingend. Wer wie ich ein Auswendiglerner war, hatte auch gute Noten, wenn ihn das Fach wenig interessiert hat.

"Ach, wie ist der Schüler dumm" - so wird kaum gedacht. Sondern eher: Aus welcher Räuberhöhle kommt der Schüler, daß da keine Leistungsbereitschaft ist - taugen da die Eltern gar nichts. D.h. der Lehrer hält manche Schüler nicht für dumm sondern für desorganisiert und schlecht erzogen.

Und auch das ist oft in die falsche Richtung gedacht. Denn in erster Linie muss der Schüler lernen wollen und nicht seine Eltern. Und manche Eltern reißen sich ihren Arzsch für ihre Kinder auf und es kommt trotzdem kaum etwas dabei heraus.

0

Was möchtest Du wissen?