Wieso haben wir einen Weihnachtsmann, der wie eine exakte Kopie vom Nikolaus aussieht? Und warum haben wir kein Christkind, jedenfalls nicht im protestantischen Norden? Die Fragen sind ernst gemeint. Meine Frau (nicht in D aufgewachsen) und meine Tochter (3) wollen es wissen, aber ich kann es ihnen nicht erklären.
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Der Weihnachtsmann (im Norden) entspricht dem Christkind (im Rheinland) und hat auch dieselbe Funktion und Kompetenzen...ggg. Der Nikolaus (06.12.) ist eine Zusatz-Funktion im Weihnachtsorganigramm und hat mit Weihnachtsmann oder Christkind nichts zu tun. Ich kann deine Frau und Tochter gut verstehen; ich bin im Rheinland aufgewachsen und lebe jetzt in Hamburg. Da sollten mal die Hierarchie-Stufen im Sinne der EU-Gleichstellung bereinigt werden; zumal unter Berücksichtigung der Gleichstellung der Geschlechter.
Also, dieser Mann mit rotem Mantel ist eine Erfindung von CocaCola - reine Werbemaßnahme. Und Nikolaus (von Myra??) war meines Wissens nach ein Bischof, der hatte evtl. auch ein rotes Gewand, aber ich tippe eher auf gedecktere Farben und sicherlich hat er nicht immer das Gleiche getragen. Was nun mit dem Christkindl bei euch im Norden passiert ist, darauf hab ich nun keine Antwort. Bei uns (Südhessen) sieht man das Christkind aber auch selten. Es läutet nur die Glocken wenn der Weihnachtsmann die Geschenke gebracht hat ;-) Aber feiert Weihnachten doch mit allem was IHR mögt und lasst euch nicht von regionalen Sitten etwas vorschreiben. HOHOHO
kiramarie am 8. Dezember 2007 23:03 Stimmt nicht! Der Weihnachtsmann ist keine Erfindung von Coca Cola.Den gibts schon seit ca. 200 Jahren u. wurde von den Protestanten erfunden.Coca Cola benutzte ihn nur als Werbefigur, um Kinder als Kunden zu gewinnen.Die durften damals noch nicht direkt beworben werden. War zufällig vorgestern abend im WDR in "Lokalzeit".
regideur am 9. Dezember 2007 09:15 Richtig ist das es den Weihnachtsmann schon sehr lange gibt. Das Aussehen mit dem roten Mantel hat er aber von Coca Cola zu Werbezwecken bekommen. Vorher war er sehr schlicht gekleidet. Der Nikolaus hat sein rotes Gewand weil er Bischof gewesen ist.

Das ist der echte Nikolaus. http://de.wikipedia.org/wiki/NikolausvonMyra
Naja schon, aber es laufen dieser Tage zig Nikoläuse mit Weihnachtsmanngewand rum und die Schokonikoläuse sehen auch aus, wie der Weihnachtsmann. Ist am Ende alles ein Missverständnis?
Niklaus am 8. Dezember 2007 19:19 Der Nikolaus hat ein Bischofsmütze und einen Stab. Alle anderen sind Weihnachstmänner.
der Nikolaus hat am 6.12. Namenstag und war ein Bischof. Außerdem trägt er eine Bischofsmütze.
Klaus Nickel (1982-) führendes Mitglied der Untergrund Kaninchen Organisation "die Nickels" begann schon früh, die Bräuche und Gepflogenheiten der Menschen in seiner Umgebung zu unterwandern. Am häufigsten erinnert man sich heute an seinen Auftritt in rotem Mantel mit Webpelzbesatz. In dieser Maske ist er auch unter Nikolaus bekannt, was aber nur eine Verballhornung seines Namens ist.

In dem Werk Oosthoeks Encyclopedia heißt es: „Ursprung des [Nikolaus-]Festes zu Hause war das Kirchenfest (einschließlich der Überraschungen für die Kinder), das sich wiederum aus vorchristlichen Elementen zusammensetzte. Sankt Nikolaus, der über die Dächer reitet, ist der heidnische Gott Wodan [Odin]. . . . Sankt Nikolaus war auch der Anführer der Wilden Jagd, in der die Seelen der Verstorbenen die Erde besuchten.“ Die Germanen glaubten, daß ihr Hauptgott, Odin oder Wodan, während der „Zwölf Nächte“ — die Zeit zwischen Weihnachten und dem Dreikönigsfest (6. Januar) — die Seelen der Verstorbenen auf einem wilden Ritt durch die Lande anführte. Der darauf folgende Sturm trug nach ihrer Vorstellung den Samen der Feldfrüchte mit sich und förderte die Fruchtbarkeit. Was bedeuten die Äpfel, die Nüsse und die anderen Herbstfrüchte, die am „Nikolaustag“ verschenkt werden? Es sind tatsächlich Fruchtbarkeitssymbole. In alter Zeit glaubten die Menschen, sie könnten ihre Götter günstig stimmen, wenn sie ihnen während der kalten, dunklen Wintertage Geschenke machten; dadurch würde die Fruchtbarkeit der Menschen und Tiere sowie des Erdbodens gesteigert. Odin wurde von seinem Diener Eckart begleitet, der ebenfalls eine Rute trug und das Vorbild für den Schwarzen Piet war. Bis ins Mittelalter hielt sich der Volksglaube, daß bestimmte Bäume und Pflanzen Menschen fruchtbar machen könnten und daß eine Frau, die mit dem Zweig eines solchen Baumes geschlagen wurde, schwanger werde. Das Buch Feest-en Vierdagen in kerk en volksgebruik (Fest- und Feiertage in Kirche und Brauchtum) erwähnt weitere Parallelen zwischen Odin und „Sankt“ Nikolaus: „Auch Wodan füllte die Stiefel und Holzschuhe, die an den Schornstein gestellt wurden — allerdings mit Gold. Für Wodans Roß wurden Heu und Stroh in die Holzschuhe gelegt. Die letzte Garbe des Feldes war ebenfalls für das Pferd bestimmt.“ In dem Werk Sint Nicolaas von B. S. P. van den Aardweg wird auf einige andere auffallende Parallelen hingewiesen: „St. Nikolaus: eine große, kräftige Gestalt auf einem weißen Pferd. Er hat einen langen weißen Bart, trägt einen Bischofsstab in der Hand, hat eine Bischofsmütze auf dem Kopf . . . und ist mit einem weiten Bischofsgewand bekleidet. Wodan: eine Person von großer Statur mit einem weißen Bart. Er trägt einen Hut mit breiter Krempe, den er tief über die Augen gezogen hat. In der Hand hält er seine Zauberlanze. Bekleidet ist er mit einem weiten Mantel, und er reitet auf seinem treuen grauen Pferd Sleipnir. Es gibt noch weitere offensichtliche Parallelen: Wodan ritt auf seinem grauen Pferd durch die Luft, und die furchtsamen Menschen boten ihm gefüllte Kuchen sowie Fleisch und Feldfrüchte an. St. Nikolaus reitet über die Dächer, und die Kinder stellen Heu, Karotten und Wasser für das Pferd bereit. Ingwerwaffeln und die Rute waren schon Fruchtbarkeitssymbole, lange bevor das Nikolausfest eingeführt wurde.“ Warum haben diese Riten in das sogenannte Christentum Eingang gefunden? Weil die Missionare der Kirche in früheren Jahrhunderten von ihren Bekehrten nicht verlangten, das biblische Gebot zu befolgen: „Geht aus ihrer Mitte hinaus und sondert euch ab . . ., und hört auf, das Unreine anzurühren“ (2. Korinther 6:17). Statt heidnische Praktiken auszumerzen, haben die Missionare der Christenheit sie sogar beibehalten und weiterhin gepflegt, wenn auch in veränderter Form. Diese Bräuche haben sich dann über die ganze Welt verbreitet. So brachten niederländische Auswanderer das Nikolausfest mit nach Nordamerika. Im Laufe der Zeit wurde „Sankt Nikolaus“ in „Santa Claus“ abgeändert. Aus dem stattlichen Bischof wurde ein rotwangiger, beleibter Bursche in einem leuchtendroten Anzug. Die Bischofsmütze wurde gegen eine Zipfelmütze ausgetauscht und das weiße Pferd gegen einen von Rentieren gezogenen Schlitten. Santa Claus blieb ein Gabenbringer, auch wenn sein Besuch auf den Weihnachtsabend verschoben wurde. In protestantischen Gebieten Deutschlands ersetzte der neutralere „Weihnachtsmann“ den katholischen „Heiligen“ Nikolaus. Die heidnischen Elemente sind aber bis auf den heutigen Tag deutlich zu erkennen.
DH. (-: