Wer ist der Urheber eines Bildes das man im Unterricht erschaffen hat?

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5 Antworten

Um als Urheber eines geschützten Werkes im Sinne von UrhG § 2 Absatz 1 zu gelten, muss das geschaffene Werk die Bedingung von Absatz 2 erfüllen:

"(2) Werke im Sinne dieses Gesetzes sind nur persönliche geistige Schöpfungen."

Wenn nun der Kunstlehrer sagt, "Male mal einen Kreis auf ein Stück Papier", dann gehört das Werk zunächst dem, dem das Papier gehört. Der Urheber darf aber über die weitere Verwendung des Kreises mitbestimmen, wenn der Kreis wirklich eine "persönliche geistige Schöpfung" ist - was ja in der Kunst häufig umstritten ist, siehe die teils begnadeten Quadrate von Rothko und Co.!

Die nächste Frage ist, ob der Urheber einem Dritten - also der Schule oder dem Kunstlehrer - ein Nutzungsrecht an seinem Werk (wenn es denn eines ist) eingeräumt hat. Dazu schreibt UrhG § 31 Einräumung von Nutzungsrechten über sämtliche Streitfälle:

"(5) Sind bei der Einräumung eines Nutzungsrechts die Nutzungsarten nicht ausdrücklich einzeln bezeichnet, so bestimmt sich nach dem von beiden Partnern zugrunde gelegten Vertragszweck, auf welche Nutzungsarten es sich erstreckt. Entsprechendes gilt für die Frage, ob ein Nutzungsrecht eingeräumt wird, ob es sich um ein einfaches oder ausschließliches Nutzungsrecht handelt, wie weit Nutzungsrecht und Verbotsrecht reichen und welchen Einschränkungen das Nutzungsrecht unterliegt."

Liegt aber ein Vertrag vor, wenn nichts unterschrieben wurde? Möglich: Ein Vertrag kann auch mündlich zustande kommen und sogar stillschweigend, also konkludent.

Wenn etwa der Lehrer sagt, "Male mir ein Bild", und der Schüler tut das, dann hat der Schüler dem Lehrer stillschweigend ein Nutzungsrecht an dem Bild eingeräumt - möglicherweise sogar ein ausschließliches.

Und wenn der Lehrer oder der Schulleiter sagt, "Wollt ihr nicht für die Schule die Wand der Eingangshalle bunt bemalten?", dann hat natürlich die Schule ein Nutzungsrecht an dem Gemälde.

Das ändert allerdings nichts an Bestimmungen des UrhG wie 

§ 32 Angemessene Vergütung
§ 32a Weitere Beteiligung des Urhebers
§ 32b Zwingende Anwendung
§ 32c Vergütung für später bekannte Nutzungsarten

Gruß aus Berlin, Gerd

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Urheber ist immer der Schöpfer eines Werkes. Also du!

Aber da die Arbeit in den Schulräumen entstanden ist, kann die Schule die Nutzungsrechte für sich beanspruchen.

Das ist so, wie bei z.B. angestellten Fotografen, die machen Fotos im Auftrag ihres Chefs, also gehören die Bilder dem Chef. Der angestellte Fotograf ist aber trotzdem der Urheber. Benutzen und verkaufen darf die Bilder aber nur der Chef.

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Kommentar von Zathy
19.07.2016, 22:48

Ich bin mir da nicht so sicher.

Als Angestellter hab ich ja einen entsprechenden Vertrag unterschrieben, und bekomme mein Gehalt als Gegenleistung.

Würde sich in einer Schule das Nutzungsrecht nicht nur auf Notengebung beziehen?

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Wenn du nicht grade einen patentierten Bauplan nach Anweisung zeichnest und veröffentlichst wohl kaum... Wenn dir der/die Lehrer/in sagt du sollst einen Hasen malen kann er dir ja kaum nachweisen, dass du die Idee geklaut hast, und selbst wenn, Strafbar ist es sowieso nicht.

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Das stimmt nicht.

Also wenn dein lehrer zB sagt, ihr sollt die Mona-Lisa abmalen, dann kannst du es nicht als orginal mona-lisa verkaufen, logisch, aber es ist deine persönliche Interpretation. Natürlich gehört das dir.

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Kommentar von SayuriItachi
19.07.2016, 22:41

Aber theoretisch dürfte doch der Schüler dann sein Werk mit nach Hause nehmen, oder nicht? Weil er wäre ja der Urheber und jener darf bestimmen, was mit dem Werk geschieht....warum wird das dann aber von der Schule nur unter Umständen erlaubt?

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Nein, du bleibst trotzdem der Urheber des Bildes. 

Wenn du z.B. den Eiffelturm abmalst bist du ja auch der Urheber, obwohl der Eiffelturm nicht "deine Idee" war. 

MfG

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Kommentar von SayuriItachi
19.07.2016, 22:43

warum darf die schule das bild dann behalten?

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