Frage von Oldenburger2011, 69

Wer hat Tipps zum Verbessern der aktiven Hinterhand?

Vorab ein paar Daten zum Pferd, dann zu unserer ,,Problembeschreibung".

Bitte versteht es nicht falsch, ich möchte keinen ,,Trainer sparen", es mir lediglich um einen Erfahrungsaustausch.

Meine Stute ist 5 jährig, ehr solide geritten, heisst sie hat bisher kein Turnier gesehen, wurde im letzten Jahr verletzungsbedingt wenig geritten (Weideverletzung, keine Beeinträchtigung von Sehnen, Bändern, Bewegungsapparat) und erst seit dem Herbst wieder regelmäig gearbeitet. Sie steht im Lauf/Offenstall mit 24 Std Heu/Silage.

Sie wird unter dem Sattel ohne jedgliche Ausbinder geritten, bei der Longierarbeit mit Wienern, Doppellonge machen wir auch immer mal gerne.

Zur Problematik:

Ich finde unter dem Sattel die innere HH etwas schwach, merkt man das da mehr ,,kommen müsste", wobei optisch hier von unten nicht soviel zu erkennen ist, außer das die Hankenbeugung mehr sein könnte, sie pulvert quasi viel nach hinten heraus anstatt sich zu setzen. Wobei ich denke das dies einfach mit der Zeit kommt. Im Galopp macht sich das schon ehr bemerkbar, sie fällt gerade linke Hand gerne dann in den Kreuzgalopp, rechte Hand ist in Ordnung.

Was wir bisher gemacht haben.. .. wir haben 1-2x wöchentlich Doppellongenarbeit oder Longieren mit Standen dazugenommen. ..ich habe den Galopp runter reduziert, da ich finde wenn ich immer weiter daran rum ,,bohre" und es ein Kraftproblem ist, mache ich es ja nicht besser.

Vielleicht findet sich wer der ähnliche Erfahrungen gemacht hat :-)

Freue mich auf Tipps, etc. Danke!

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von WesternCalimero, 21

Um die HH aktiver zu bekommen, muss in zwei Schritten vorgegangen werden.

  1. Aufbau der Tragemuskulatur / Schnellkraftmuskulatur (anaerob)
  2. Ausbau der Tragezeit der Muskulatur (aerober Aufbau der Ausdauermuskulatur)

Die Kraftmuskulatur kann man durch enge Wendungen (2-3m) im Trab trainieren. Hierbei muss die innere HH weit untertreten und besonders viel Last aufnehmen. Nach Trainingslehre dürfen diese Übungen nur kurz durchgeführt werden. Dann Pause, bis Puls und Atmung wieder in Ruhe sind.

Die Ausdauermuskulatur wird erst dann in Angriff genommen, wenn genügend Schnellkraftmuskulatur aufgebaut wurde. Dann wird die Zeit der Anstrengung sukzessive erhöht. An dieser Stelle wird in den aeroben Muskelstoffwechsel über gegangen.

LG Calimero

Antwort
von Oldenburger2011, 14

Danke Calimero für deinen Beitrag :-) Habe mich sehr gefreut und war auch sehr schön beschrieben. @ Ponyfliege.. Ich muss sagen ich bin etwas irritiert würde Antwort, ich glaube auch das man an Hand meines Beitrag nicht erlesen konnte wie das Pferd eingeritten und gearbeitet wurde. Ich finde es auch etwas dreist es einfach so als unverantwortlich abzustempeln, da du eigentlich null Plan hast was mit dem Pferd gemacht wurde! Ich glaube auch nicht das es schädlich ist einmal pro Woche mit einem richtig verschnallten Hilfszügel zu arbeiten, und das auch nur in der Arbeitsphase und an der Longe.. Sie kann locker vor dir Senkrechte treten und ist nicht eingeschnürrt. Ich wäre dir sehr verbunden wenn du dir weitere Beitrage sparst, ich habe keine Lust mich abstempeln zu lassen und denke wir passen in diesem Punkt überhaupt nicht zusammen.

Expertenantwort
von ponyfliege, Community-Experte für Pferde & reiten, 37

ganz einfach:

die sch... hilfszügel weglassen (die sorgen dafür, dass dein noch sehr junges pferd auf die vorhand läuft)

das zweite: weichere hand und aktiveres reiterbein (nie klopfen, sondern flach ans pferd).

ich sehe das problem in einem wirkungslosen sitz des reiters mit diversen sitzfehlern.

sitzschulung und regelmässiger unterricht zur sitzkorrektur. die reiterin könnte auch mal einen orthopäden aufsuchen, die natürliche schiefe des reiters feststellen lassen und dazu gezielten ausgleichssport machen.

danach: erarbeiten einer korrekten "runden" oberlinie, damit das pferdchen lernt, den schwung in einer "rollenden" bewegung zu übertragen (vorwärts/abwärts in dehnungshaltung und mit körperspannung von reiter und pferd). zum finden der linie ist jede form des hilfszügels kontraproduktiv.

wenn dein pferd verletzungsbedingt lange pausiert hat und jetzt erst fünf ist, wurde es dreijähig nicht nur angeritten, sondern bereits "richtig" gearbeitet, d.h. durchgängig als reitpferd genutzt. das ist unverantwortlich.

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die bessere alternative gegenüber der oben genannten "schnellhilfe" wäre, zusätzlich zur sitzverbesserung und medizinischen "abklärung" des reiters noch einmal ganz von vorn zu beginnen, damit die bereits gemachten ausbildungsfehler beim pferd gar nicht erst festsetzen.

durch die hilfszügel und die nicht zu aktivierende hinterhand hast du in spätestens 10 jahren ein pferd mit massivem sehnenschaden oder einer fortgeschrittenen fehlbelastungsarthrose.

wiener zügel sind schon so ziemlich grausam - bei einem so jungen pferd sind sie brachial kontraproduktiv. wer hat die wiener empfohlen?

Kommentar von SinaMilly ,

ich komme mir hier grade ein bisschen dumm vor aber was sind wiener zügel?^^

Kommentar von ponyfliege ,

@sinamily: lies dir einfach die frage noch mal durch. und falls dir irgend ein begriff fremd sein sollte - dafür gibt es dann google.

die fragestellerin weiss sicher, was damit gemeint ist.

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