Frage von Simsek1997, 64

Wer hat Jura studiert , wie ist das Studium?

Bin für jede Antwort dankbar

Antwort
von 9T7I7M8, 17

Die Jobaussichten für Juristen sind unglaublich schlecht. Ca. 25 % bestehen nach 4,5 Jahren Studium plus einem Jahr Examensvorbereitung sowohl im 1., als auch im 2. Versuch das 1. Staatsexamen nicht. Am 2. Staatsexamen scheitern noch einmal 10 %. Insgesamt dauert es mindestens acht Jahre, bis man Volljurist ist und die Anwaltszulassung beantragen kann. 70 % der Leute, die bestehen, haben befriedigende und ausreichende Noten. Damit bekommt man keine Stellen im Höheren Dienst (Richter, Staatsanwalt, Laufbahnposten im hD). Die großen Anwaltskanzleien, die die wirklich guten Gehälter zahlen. Verlangen zwei vollbefriedigende Examina („Prädikatsexamina“) und eine abgeschlossene Promotion. Selbstständige Rechtsanwälte verdienen in den ersten Jahren so wenig, dass selbst ALGII-Empfänger teilweise mehr Geld zur Verfügung haben. Bei Angestellten sind Gehälter um 25.000 bis 30.000 Euro keine Seltenheit. Außerdem hat das Fach eine sehr hohe Abbrecherquote.

Jura zu studieren, ist heute eine sehr gewagte Entscheidung, welche ich so nicht treffen würde. Schau dir doch mal duale Studiengänge (Beamtenverhältnis) an, die den Abschluss Diplom-Verwaltungswirt haben. Die Länder, die Kommunen und der Bund bieten solche Studiengänge an. Auch dabei gibt es sehr große rechtswissenschaftliche Anteile und zudem einen sehr viel sicheren Job. 

Einen Top-Job mit entsprechender Bezahlung (und dennoch sehr hoher Arbeitsbelastung, außer bei Beamten der A-Besoldung) bekommt man nur, wenn man zu den besten 20 % gehört. Da die meisten Jurastudenten einen sehr großen Fleiß aufbringen, kann man kaum darauf spekulieren, zu diesen Top-Leuten zu gehören.

Antwort
von LeonardNeun, 42

Ist bei mir zwar schon etwas her, aber ich habe auch mal Jura studiert. Ich fand es sehr interessant, wobei mich nicht nur das geltende Recht, sondern auch Nebenfächer wie Rechtsgeschichte, Rechtsphilosophie, Kriminologie oder Rechtsmedizin sehr angesprochen haben. Du musst Dich auf jeden Fall damit anfreunden, ein Lesestudium zu absolvieren und sehr viel Zeit in Bibliotheken zu verbringen.

Außerdem ist es unheimlich hilfreich, recht frühzeitig Praktika zu machen und so viel Zeit wie möglich in Rechtsanwaltskanzleien, bei Gericht und in Behörden zu verbringen. Am Anfang hilft es schon sehr viel, mal ins Amts- oder Landgericht zu gehen und regelmäßig bei Verhandlungen zuzuschauen. Und natürlich unbedingt Studenten höherer Semester und Referendare anzusprechen.

Am Anfang wirst Du vieles nicht sofort verstehen - das ist völlig normal und sollte Dich nicht davon abhalten, weiter zu fragen. Viel Erfolg und Spaß!

Kommentar von Simsek1997 ,

Vielen Dank !

Antwort
von Morzarella, 29

aktuell dabei. es ist zwar recht trocken und viel lesen und schreiben, aber interessant ist es schon. du analysierst alltagsfälle bis ins Detail und lernst dadurch für die Zukunft, denn juristisches wissen wird immer immer wichtiger. z.b.: möchtest du mal selbstständig werden, musst du einfach unfassbar viele rechtliche Aspekte beachten. eigentlich ist echt jede Aktion mit rechtlichen folgen behaftet. bist du ein typ, der logisches analysierendes denken nicht scheut, dann kann ich es empfehlen. auch wenn du nach 1-2 Semestern sagst, dass es dir doch nicht gefällt, waren diese Semester keine rausgeschmissene zeit, denn auf kurz oder lang musst du dich damit im Alltag auseinander setzen.

lg

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