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Wer hat Hautprobleme aufgrund einer Glutenunverträglichkeit?

gefragt von fuerteritafuerterita am 11.06.2009 um 12:26 Uhr

Hab heute in "gutefrage.net" meine Premiere und stelle hiermit meine erste Frage:

Seit ca. 5 Jahren kämpfe ich mit Hautproblemen an den Armen. Diese Hautprobleme werden ausgelöst durch Juckreiz (mäßig bis stark, ohne Juckreiz so gut wie nie) anschließendem Kratzen, Folge davon Ekzeme, Entzündung der Ekzeme, Narben, jucken, kratzen, ein endloser Kreislauf. Komischerweise sind aber nur die Arme betroffen. Die Oberarme etwas stärker. Nachdem ich auf Fuerteventura lebe ist es da für einen Dermatologen natürlich ganz einfach zu behaupten dass es eine Sonnenallergie ist. Ich meide die direkte Sonne so gut es geht, ein Sonnenbad auch nur in den späten Stunden usw. Nachdem ich inzwischen festgestellt habe dass ich die Probleme genauso stark ohne Sonneneinstrahlung habe, habe ich im Internet recherchiert und bin auf den ImuPro-Test gestossen, bei dem Spätreaktionen (Allergie-Typ III) auf Nahrungsmittel gestestet werden. Bei dem vor 6 Wochen gemachten ImuPro 100 Test wurde eine Glutenunverträglichkeit festgestellt. Aufgrund von diesem Ergebnis halte ich mich jetzt sehr streng an glutenfreie Ernährung, was auch sehr gut klappt.. Und siehe da bereits nach der ersten Woche konnte ich eine Besserung des Hautbildes feststellen. Es gibt inzwischen wieder Tage da juckt die Haut erneut und ich muss wieder verstärkt kratzen. Was ist los? Wer hat ähnliche Erfahrungen gemacht?

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ernährung x 15.123 gluten x 37

anonym
beantwortet von guenter64 am 12. Juni 2009 00:11
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Hallo Fuerterita,

es gibt eine Hautkrankheit, die nennt sich Dermatitis herpetiformis Duhring (DHD). Dabei bildet sich ein Hautausschlag, der durch kleine, stark jukende Bläschen - daher herpetiformis - charakterisiert ist. Die Krankheit ist in Mitteleuropa ziemlich selten und daher kaum bekannt.

Nach neuesten Erkenntnissen handelt es sich um eine stille Form der Zöliakie, d.h. zöliakietypische Beschwerden und Symptome müssen nicht unbedingt auftreten. Die Diagnose erfolgt durch Entnahme einer kleinen Hautprobe, die dann im Labor untersucht wird. Behandelt wird DHD durch die strikte Einhaltung einer glutenfreien Diät. Auch der Konsum von Jod sollte verringert werden. Zusätzlich werden manchmal Medikamente verordnet, die den Wirkstoff Dapson enthalten (nicht unproblematisch).

Zur klassischen Zöliakie ist zu sagen, dass sie durch eine Untersuchung des Blutes auf zöliakietypische Antikörper UND eine Dünndarmbiopsie zur Untersuchung des Zustands der Dünndarmschleimhaut diagnostiziert wird. Die Untersuchung einer Stuhlprobe macht dagegen keinen Sinn.

Ich arbeite gerade an einer Seite zu glutenfreien Einkaufsmöglichkeiten, Restaurants und Hotels: http://www.glutenfrei-unterwegs.de/ Dort wird in einigen Tagen auch ein Wissensbereich rund um das Thema Zöliakie freigeschaltet, dem Du nähere Infos entnehmen kannst.

Viele Grüße und gute Besserung

Günter

Kommentar von Simple_avatar4smallfuerterita am 12. Juni 2009 15:21

Danke für den Supertipp! Bin schon mal vor einem halben Jahr auf das Thema "Morbus Duhring" gestoßen. Nachdem ich hierzu auch einige Bilder gesehen habe (schlimme Zustände) habe ich das Ganze wieder verworfen. Mir fehlte bisher der Zusammenhang zwischen Duhring und Glutenunverträglichkeit, denn auf den Seiten wo ich etwas über Duhring gelesen hatte, stand nichts in Bezug auf Gluten dabei, soweit ich mich erinnere. Habe jetzt im August hier auf Fuerte nochmals einen Termin beim Dermatologen (nachdem beim Alergologen nichts rauskam). Werde das Thema During auf jeden Fall ansprechen und darauf drängen dass eine Hautprobe gemacht wird. Ist es richtig dass eine Glutenunverträglichkeit in Zusammenhang mit Duhring nicht lebenslänglich ist? Bei der Bestimmung der Antikörper (IgG) wurde mir auch gesagt dass ich aufgrund der Reaktionsstärke 1 für den Zeitraum von 3 Monaten die glutenhaltigen Lebensmittel weglassen soll. Danach soll ich ganz langsam versuchen wieder glutenhaltgige Lebensmittel zu probieren. Aber ganz langsam, um zu sehen ob es irgendwelche Auswirkungen gibt. In meinem Fall ist es ja eigentlich nur die Haut. Normalerweise sollten sich in diesem Zeitraum die Antikörper abgebaut haben. Weißt du hierzu vielleicht auch noch etwas? Nachdem wie gesagt bei mir nur die Haut betroffen ist, kann ich auch definitiv behaupten dass ich kein Zöliakie bin. Nochmals vielen Dank für deine Antwort und lieben Gruß aus Fuerte

Kommentar von guenter64 am 12. Juni 2009 21:07

Hallo Fuerterita,

glücklicherweise sehen die wenigsten Duhring-Fälle so schlimm aus wie auf den von Dir erwähnten Bildern.

Aktueller Stand (meines Wissens nach) ist, dass Duhring immer mit einer (milden) Form der Zöliakie verbunden ist. Sprich die glutenfreie Ernährung ist lebenslang einzuhalten. Ich bin aber auch nicht der absolute Fachmann. Schau doch einmal hier: http://www.dzg-online.de/duhring.69.0.html . Einen interessanten, allerdings sehr wissenschaftlichen Artikel in dem auf die verschiedenen Formen der Zöliakie und auch Duhring eingegangen wird findest Du hier: http://www.aerzteblatt.de/v4/archiv/pdf.asp?id=29756 .

Viele Grüße

Günter

Kommentar von guenter64 am 19. Juni 2009 23:58

So, die erste Version des Wissensteils zu Zöliakie und Sprue ist jetzt online: http://www.glutenfrei-unterwegs.de/wissen/wissen.html .


fragile196
beantwortet von fragile196 am 11. Juni 2009 12:46
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Die Antwort eben versteh ich nicht ganz. Es liegt nicht am Mehl, sondern am Gluten. Es gibt sehr wohl Glutenfreies Mehl - Maismehl! Ich selbst habe Zöliakie und muss mich streng daran halten nichts mit Gluten zu mir zu halten. Auch kleinste Mengen können den ganzen Körper wieder krank machen. Direkte Verbindung zwischen Gluten und Haut gibt es meinens Wissens nicht ABER durch das jahrelange Essen von Glutenhaltigen Produkten baut der Körper Unverträglichkeiten gegen die verschiedensten Lebensmittel auf. Diese verschwinden irgendwann wieder, wobei es schon Jahre dauern kann. So vertrage ich kaum Zucker, keine Eier, kein Geflügel, keine Paprika und und und... wenn ich diese Sachen zu mir nehme bekomme ich Neurodermitis. Achte also darauf was du an den Tagen (oder 1-2 Tage vorher) gegessen hast bevor der Ausschlag wieder ausbricht... Ich hoffe ich konnte ein wenig helfen, wenn du noch mehr Fragen hast stehe ich gern zur Verfügung.

Kommentar von 4b71eef759bed37ac75d761d38dfbfb8smallanonym09 am 11. Juni 2009 12:53

Es liegt nicht nur am Gluten, mittlerweile ist nachgewiesen, das Getreide verschiedene Eiweiße hat, die eine Unverträglichkeit auslösen können. Das kann bei jedem Menschen anders sein.

Meine Tochter wurde auf Gluten getestet, alles in Ordnung. Trotzdem "blüht" sie auf, sobald sie etwas aus Mehl isst, egal ob Weizen oder Dinkel, Roggen oder Hafer.

Alles muss ausgetestet werden, bei uns zu Hause steht mittlerweile Maismehl, Kastanienmehl und Bucheckernmehl.

Einfach ist es nicht, denn es gelüstet jeden Menschen mal nach einem Brötchen, einem Stück Kuchen oder Brot.

Wenn man Vorfahren durch Darmkrebs verloren hat, macht man sich so seine Gedanken und will keine Risiken eingehen.

Kommentar von Df0e753dd7b9869e10d9169148071853smallfragile196 am 11. Juni 2009 12:55

Sowohl in Weizen, Dinkel, Roggen und Hafer ist Gluten! Gluten ist ein Getreideeiweis. Klar, einfach ist das nicht, aber ich habe jetzt seit 3 1/2 Jahren nichts Glutenhaltiges angefasst, da ich weiß wie es mir geht wenn ich es doch tue. Hin und wieder passt man nicht genau auf und es wurde mir doch etwas hineingemischt - die nächste Tage habe ich dafür bezahlen müssen

Kommentar von Df0e753dd7b9869e10d9169148071853smallfragile196 am 11. Juni 2009 13:00

wie wurde die Tochter denn auf Gluten bzw. Zöliakie getestet?

Kommentar von 4b71eef759bed37ac75d761d38dfbfb8smallanonym09 am 11. Juni 2009 13:26

Bluttest. 2 mal. Nie was gefunden.

Kommentar von Df0e753dd7b9869e10d9169148071853smallfragile196 am 11. Juni 2009 18:16

Zöliakie kann man nicht über einen Bluttest feststellen, sondern nur über eine Stuhlprobe. Deswegen fragte ich, weil es mir komisch vorkam...


anonym09
beantwortet von anonym09 am 11. Juni 2009 12:29
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Alle Lebensmittel mit Mehl solltest du meiden, auch Nudeln. Ja, es kommt vom Mehl, es ist nicht mal so selten, wie man meint.

Kommentar von Simple_avatar4smallfuerterita am 11. Juni 2009 12:36

Ich bin ja überrascht dass so schnell eine Antwort kam. Würde mich jetzt noch interessieren ob du auch damit belastet bist oder nur so allgemein geantworet hast. Gruß fuerterita

Kommentar von 4b71eef759bed37ac75d761d38dfbfb8smallanonym09 am 11. Juni 2009 12:45

Bei uns zieht sich das durch die Familie. Meine Tochter hatte ähnliche Probleme wie du, dazu kamen Herzrasen, Schweißausbrüche, letztendlich Pilzbefall und so kamen wir drauf, durch weglassen von Kohlehydraten und testen, was sie essen kann.

Tests beim Arzt ergaben rein gar nichts.

Bei mir äußert es sich, indem ich Aphten im Mund bekomme und unheimlich müde werde, nach einer gewissen Zeit sieht man mir an, das etwas nicht stimmt. Ich werde bleich, bekomme Augenringe, Magenschmerzen, mein Immunsystem leidet, ich werde schneller krank.

http://www.ernaehrung.de/tipps/zoeliakie/

http://www.ernaehrung.de/tipps/zoeliakie/

Lies dich mal durch.

Es gibt noch mehr Symptome und wir haben auch noch mehr auf Lager, lach, aber ich will ja hier keine Bücher schreiben.

Das ist mir einfach zu öffentlich.


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