Frage von innerscream, 69

Wer hat es eigentlich weiter verbreitet,dass Magersucht nichts mit dem Gewicht zu tun hat?

Wikipedia zeigt zwei Formen davon. Und bei Anorexia Nervosa steht entweder 15% oder 85% unter dem zu erwartenden Gewicht.

Das andere ist der restriktive Typ (der auf hochkalorische Speisen verzichtet)und das andere der Purging Typ (was ich beides bei Krankheitsbild gelesen hab)..

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Anorexia_nervosa

Also könnte man höchstens von einer Essstörung sprechen,wenn der/die noch Normalgewicht hat. Aber dieses Wort ist ja auch irgendwie lächerlich,weil entweder man hätte jetzt Bulimie,Magersucht oder Binge Eating oder nicht. Und finde es auch dumm,dass es angeblich Kombinationen geben kann... wäre ja genauso als hat jemand Windpocken und Durchfall zusammen.

Das nervt mich irgendwie richtig. Denkt ihr dasselbe?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von askbenli, 64

nein..

Antwort
von EinNarr, 69

Ich glaube du hast da etwas falsch gelesen. 15% unter dem zu erwartendem Gewicht zu sein oder 85% vom zu erwartendem Gewicht ist beides erst einmal dasselbe. Es handelt sich dabei auch nicht um zwei verschiedene Formen. DSM und ICD sind Diagnoseklassifikationen, die festlegen unter welchen Umständen eine Diagnose gestellt werden kann. Sie beschreiben also jeweils die Symptome, die diese Krankheiten ausmachen.

Die beiden Typen, die der DSM-IV unterscheidet, können sich auch natürlich überlappen. Ich kann ja auch meine Nahrungsaufnahme drastisch reduzieren und gleichzeitig auch mit [zum Beispiel] selbstinduziertem Erbrechen und Abführmitteln weiter die Kalorienaufnahme behindern. Damit würde ich beide Untergruppen, gemäß dem DSM-IV, bedienen. Auch kann ich gleichzeitig noch Bulimie haben, dass heißt unter extremen Heißhungerattacken leiden, die ich dann versuche über erbrechen zu Kompensieren. Natürlich haben dann beide Diagnosen Schnittstellen aber es ist durchaus möglich und auch völlig korrekt, dort beides, in manchen Fällen, zu diagnostizieren.

"Also könnte man höchstens von einer Essstörung sprechen,wenn der/die noch Normalgewicht hat."

Wie du darauf kommst verstehe ich nebenbei überhaupt nicht. Da wäre eine Erklärung nochmal sehr hilfreich.

Liebe Grüße.

Kommentar von innerscream ,

Ja,weil wenn der/die noch nicht untergewichtig ist ist die Person ja noch nicht mager..also nicht magersüchtig

Kommentar von Seanna ,

Demnach hätte also auch ein starker  Drogenkonsument keine Drogensucht, nur weil das Maß des Konsums einen Prozentsatz X nicht übersteigt?

Antwort
von Seanna, 64

Es gibt auch die atypische Anorexie F50.1, bei der einige Anzeichen vorliegen, zb sek. Amenorrhoe, extrem restriktives Essen, extrem viel Sport, ständiges beschäftigen mit essen und Gewicht usw - ABER kein Untergewicht besteht (auch dauerhaft!).

Insofern ist Untergewicht nicht zwingend ein Kriterium, und wenn man zb bei 161cm von 120 kg kommt, ist auch in den nächsten Monaten kein Untergewicht zu erwarten. Auch keine sek. Amenorrhoe oder Lanugobehaarung - und dennoch besteht eine Anorexie, evtl sogar vom restriktiven typ.

Aber was regt dich daran so auf!?

Kommentar von innerscream ,

Dass übergewichtige und normalgewichtige auch magersüchtig sein können.Das ist ja völlig abartig. Weil sie nicht dünn oder dürr sind und sich nicht so bezeichnen können.

Kommentar von EinNarr ,

Deswegen auch "atypisch", also abweichend von dem, was eigentlich erwartet wird. Das heißt, dass einige Faktoren und Symptome einer Anorexia Nervosa gegeben sind aber nicht alle. Zumal "Magersucht" auch keine korrekte Übersetzung ist und die "Sucht nach dem mager sein" also die Angst vor dem "Dick sein" nur einen Teil der Diagnose darstellt. Dementsprechend ist die Stellung der Diagnose "atypische Anorexia nervosa" völlig legitim, auch bei Normalgewicht.

Kommentar von Seanna ,

Ach so - und wenn die Lanugobehaarung oder die sek. Amenorrhoe noch nicht eingesetzt haben, darf derjenige sich dann auch nicht "Magersüchtig" nennen oder genannt werden? Das ist der Krankheit und kein Orden, den man sich an die Brust hängt.

Kommentar von Viooluu ,

eine Essstörung ist eine rein psychische Krankheit! Da geht es nicht um das Gewicht, sondern um das Denken, das ist ja das Schlimme an dieser Krankheit!!!! Untergewicht ist eine mögliche FOLGE von einer Essstörung, KEIN KRITERIUM!!!!

Kommentar von greulinchen ,

Aber ihr Verhaltensbild entspricht dem eines magersüchtigen Menschen und wie Seanna schon sagte, wenn jemand 120kg wiegt kann er dennoch atypisch anorektisch sein, auch wenn man es ihm lange (noch) nicht ansieht. Werden diese Verhaltensweisen beibehalten und verfestigt ist es nur eine Frage der Zeit, bos man jemanden die Magersucht auch äusserlich ansehen kann. Innere Schäden können sich durch die fehlerhafte Ernährung aber schon viel eher einstellen.

Kommentar von innerscream ,

Das haben aber nur untergewichtige. ;-)

Kommentar von Seanna ,

Nö. Auch atypische im Normalgewicht. sek Amenorrhoe setzt bei ca 23% KFA ein und das kann durchaus noch im Normalgewicht bei zb 52kg/161cm liegen.Aber nochmal: was regt dich so auf? Magersucht ist ne Krankheit und kein Orden!

Kommentar von innerscream ,

Ja genau DAS regt mich auf! Dass es dicke magersüchtige geben kann.Bei Depressionen oder sonst was wäre es mir eigentlich vollkommen egal,wie das Gewicht da steht. Aber hierbei nicht,ist irgendwie so.

Kommentar von Seanna ,

Selbst Mager(süchtig) und stolz drauf, so dass "die anderen" sich nicht so nennen dürfen (sollen)? Nur geraten...

Kommentar von innerscream ,

Nein

Kommentar von Seanna ,

Dann sag doch, WAS dich aufregt. Ein Alkoholsüchtiger ist ja auch süchtig, selbst wenn er nicht (mehr) konsumiert.

Kommentar von Seanna ,

Lt ICD ist Untergewicht sogar das erste Kriterium der Anorexia Nervosa (F50.0). Keine Folge, sondern Kriterium!

Antwort
von Lollyyy98, 30

Ohne Sche*** 360 fragen zu dem Thema hast du jetzt schon gestellt? Ohne Therapie wäre das nicht nötig gewesen! Mach doch endlich eine...

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