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wer hat erfahrung mit der vorzeitigen einschulung von kindern?

gefragt von shanti am 22.02.2007 um 13:55 Uhr

also, so mit 5,5 jahren. die entwicklung geht ja auf jeden fall dahin. bin aber denoch nicht 100%ig von der richtigkeit überzeugt. wäre sehr an euren erfahrungen interessiert!


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anonym
beantwortet von Boldtbregu am 22. Februar 2007 14:20
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Hallo, das hängt ganz individuell vom Kind ab. Ich gehe davon aus, dass es vom Intellekt her so weit ist, dass es zur Schule könnte. Ich würde mir aber darüber hinaus noch mindestens zwei weitere Fragen stellen: wie groß ist das Kind? Wenn es eher klein und zierlich ist, würde ich das eher als Indiz fürs Abwarten nehmen. Noch wichtiger: wie sieht es mit der emotionalen Reife aus? D.h. wie gut kann es sich schon disziplinieren, dass es auch über längere Zeit etwas tut, das ihm vielleicht keinen Spaß macht? Wie gut kann es sich in einen Klassenverband integrieren? Das ist ja nochmal etwas anderes als der Kindergarten... in jedem Fall würde ich die Empfehlung von dem Schulpsychologen (oder wer auch immer das Kind gegebenenfalls begutachtet) ernst nehmen. Ist es ein Junge oder Mädchen? Nach meiner Erfahrung neigen Jungen oft dazu, sich das Jahr der früheren Einschulung später noch zu holen (mit einer Ehrenrunde). Wir haben in unserer Familie beide Varianten gehabt, frühe Einschulung und den Fall, dass noch ein Jahr gewartet wurde. Mein Fazit aus den Erfahrungen ist: Vorsicht vor Pauschalempfehlungen ("unbedingt immer später, noch ein Jahr mehr Kindheit"usw., "unbedingt immer früher, wenn es schon schreiben kann"usw.) und vor eigenem Ehrgeiz bzw. unrealistischen Einschätzungen des eigenen Kindes, sucht das ernsthafte Gespräch mit Fachleuten, die das Kind unter einem anderen Aspekt, nämlich von außen und im Vergleich mit vielen anderen Kindern beurteilen. Viel Glück!


anonym
beantwortet von Rolfe am 22. Februar 2007 19:09
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Generell bin ich dagegen, Kinder zu früh in die Schule zu schicken. Selbst wenn die o.g. Kriterien von Boldtbrequ erfüllt sind, hätte ich Bauchschmerzen und irgendwie ein schlechtes Gewissen, meinem Kind ein kleines Stück seiner Kindheit beraubt zu haben. Unsere Tochter "durfte" erst mit 7 Jahren in die Schule, obwohl wir sie hätten schon mit 6 Jahren einschulen lassen können. Aber in der ersten Klasse war sie eben nicht die "Kleine" und musste nicht gegen die Mitschüler "kämpfen" und sich durchsetzen. Ja, es hängt immer individuell vom Kind ab, aber unabhängig davon: es gibt bestimmte Berufe, für die man ein bestimmtes Alter haben muss oder eben ein oder 2 Jahre etwas anderes (soziales Jahr oder jobben) tun muss, um dafür überhaupt in Frage zu kommen. Dann soll meine Tochter lieber in ganz jungen Jahren noch ein wenig länger Kind bleiben dürfen...

Kommentar von Boldtbregu am 22. Februar 2007 22:39

Ich weiß nicht, gerade das mit dem "Kindheit rauben" sehe ich sehr skeptisch...die Kindheit ist ja in der Schule nicht vorbei, und im Kindergarten kann man sich schon auch irgend wann schier zu Tode langweilen...das weiß nicht jeder zu schätzen, mit der verlängerten Kindheit!


nane205
beantwortet von nane205 am 22. Februar 2007 23:51
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inzwischen geht der trend ja "eher zur vorzeitigen" einschulung, pisa-schock sei dank? mitnichten. viele kinder beginnen einfach, sich in den kitas und kindergärten zu langweilen, da das dort gebotene sich mitunter auf einem recht niedrigen niveau bewegt.

ich glaub auch nicht an "nachholen" von vermeintlich verpasstem via ehrenrunde in der oberschule... sondern an die möglichkeit, dass wir einfach versuchen sollten, unsere kids selbst besser zu beobachten und zu verstehen und ggf. gemeinsam mit experten die richtigen entscheidungen zu treffen....


krucker
beantwortet von krucker am 23. Februar 2007 10:01
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Es gibt einen Einschulungstest den Kinder machen müssen oder können, wenn sie vorzeitig eigeschult werden sollen. Meine Tochter hat ihn mit 5 1/2 Jahren prima bestanden und hat den Vorsprung den sie gewann, bis zum Ende des Studiums nicht mehr aus der Hand gegeben. Es versteht sich von selbst, dass Kinder die körperlich unterentwickelt sind, auf besondere Schwierigkeiten gefasst sein müssen.


demosthenes
beantwortet von demosthenes am 22. Februar 2007 20:02
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Wenn Kinder früher eingeschult werden, auch wenn sie es selbst wollen und alle Kriterien erfüllt sind, holen sie sich nach meiner Erfahrung die Zeit später wieder durch Sitzenbleiben.

Und das nicht, weil sie zu dumm oder faul, sondern einfach weil sie noch etwas verträumt sind und deshalb irgendwann einmal die Kurve nicht ganz kriegen.


Kommentar von Boldtbregu am 22. Februar 2007 22:42

Einspruch, bin selbst auch vorzeitig eingeschult worden und habe diesen "Vorsprung" nie wieder hergegeben (bis zum Uniabschluss). War auch immer sehr froh darum, und ich war auch nicht die Einzige, bei der das so funktioniert hat. Aber das, was du "etwas verträumt" nennst, ist eben der Aspekt der psychischen Reife, der neben der intellektuellen Reife stimmen muss, und wenn der vernachlässigt wird, dann kommt es zu der beschriebenen Ehrenrunde, da stimme ich zu.


secari
beantwortet von secari am 28. September 2008 09:31
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Ich wurde selbst früh eingeschult, bin niemals sitzengeblieben und niemals schlecht gewesen. Meine Tochter wurde ebenfalls mit 5 Jahren eingeschult, obwohl der Kindergarten sich pauschal dagegen ausgesprochen hat. Relevant war für uns jedoch die Meinung des Kinderarztes, des Schularztes und der Lehrer. Da sie beim Schulreifetest ein überdurch-schnittliches Ergebnis erzielte stand der Einschulung nichts im Wege.

Ob ein Kind klein und zierlich ist sollte für eine Einschulung nicht ausschlaggebend sein. Mein Sohn bsw. war bei der regulären Einschulung auch drei Köpfe kleiner als alle anderen- es gibt nicht nur große Menschen.

Als wichtig empfinde ich folgende Aspekte:

Möchte das Kind zur Schule? Ist die Schule auf so junge Kinder eingestellt? Ist ein Entwicklungsvorsprung vorhanden? Wie gut sind die feinmotorischen Fähigkeiten ausgebildet (wobei dieser Aspekt alleine kein k.o. Kriterium sein sollte)? Wie groß ist das Interesse an schulischen Inhalten? Wird das Kind in seiner Entwicklung gebremst wenn es nicht eingeschult wird?

Diese Entscheidung muss individuell getroffen werden. Du solltest dabei unbedingt auf dein Bauchgefühl hören.


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Nachteil frühe Einschulung
Nachteil frühe Einschulung: Relativ früh eingeschulte Kinder wechseln seltener auf ein Gymnasium. Das haben Untersuchungen des ZEW (Zentrum für Europäische Wirschaftsforschung) in Zusammenarbeit mit der Universität Hannover ergeben.

Ziel der Forschungsarbeiten war es, eine empirisch gesicherte Aussage darüber zu treffen, wie sich das Alter bei der Einschulung auf die weitere Bildungskarriere der Kinder auswirkt. Dafür wurden mehrere umfangreiche Schülerdatensätze ausgewertet. Die Untersuchungen belegen, dass sogenannte Kann-Kinder, die auf Grund von Stichtagsregelungen früh eingeschult werden, am Ende der Grundschulzeit im Durchschnitt deutlich schlechter abschneiden als ihre älteren Mitschülerinnen und Mitschüler.




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