Frage von paranomaly, 81

Wer hat Erfahrung mit der Einnahme von Antidepressivum Mirtazepin und Citalopram dura?

Da ich seit längerem Schlafstörungen habe wurde mir dagegen heute Mirtazepin vom Arzt verschrieben und zusätzlich Citalopram dura als Serotoninaufnahmehemmer.

Ich habe den Arzt gefragt welche Nebenwirkungen diese Medikamente haben, er meinte aber dass beide Medikamente keine Nebenwirkungen haben. Aber da ich bereits in der Vergangenheit von einem Arzt Medikamente verschrieben bekommen habe und ich dann unter den Nebenwirkungen litt, der Arzt aber nichts davon gesagt hat, habe ich dem Ganzen nicht so getraut.

Derzeit schlafe circa. 3 - 5 Stunden, schlafe nicht durch und es dauert 2 - 3 Stunden bis ich einschlafe, habe auch ab und an Albträume. Seelisch geht es mir auch nicht so gut. Bin wegen des geringen Schlafs auch schon sehr gereizt, habe Kopfschmerzen.

Ich habe mich dann nach den Nebenwirkungen erkundigt bei Mirtazepin stand: Zittern, Übelkeit, Hautausschlag, Angst, Schlafstörungen, Albträume, Suizidgedanken, Verschlechterung der Depression,

Bei Citalopram dura stand: Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen, aussetzender Herzschlag, vermehrtes Schwitzen, Angst, Migräne, Zittern, Nasennebenhöhlenentzündung, Erbrechen, Verstopfung, Durchfall, Menstruationsbeschwerden, Gewichtszunahme.

Die Nebenwirkungen sind die die eher häufiger auftreten, die ich gerade aufgezählt habe.

Was meint ihr, wäre es ratsam dann die Medikamente zu nehmen? Denn ich habe da so meine Zweifel.

Oder was habt ihr schon ausprobiert und hat gut geholfen, wenn möglich mit Medikamenten mit weniger starken Nebenwirkungen.

Danke im Voraus.

Expertenantwort
von samm1917, Community-Experte für Depression, 43

Ich habe beides schon probiert (allerdings nicht in Kombination).

Mirtazapin ist ein tetrazyklischen Antidepressivum, welches stark sedierend (schlafanstossend) wirkt. Durch Mirtazapin konnte ich schlafen wie ein Murmeltier. Teilweise schlief ich sogar in meinen Kleidern ein.

Du nennst auch Nebenwirkungen, welche sehr selten vorkommen. Nebenwirkungsangaben sind in in Häufigkeiten gegliedert. Diese werden in wissenschaftlichen Studien mit Probanden bestimmt. Bei Mirtazapin sind sehr häufige Nebenwirkungen (bei mehr als 10% der Studienteilnehmer): Gewichtszunahme, Schläfrigkeit, Kopfschmerzen und Mundtrockenheit.

Mehr zu Mirtazapin und Nebenwirkungen inkl. Häufigkeitsangaben findest du hier: http://www.deprohelp.com/mirtazapin/

Citalopram ist ein Antidepressiva der SSRI-Klasse und somit eher antriebssteigernd (muss desshalb am morgen genommen werden). Citalopram ist also nicht für Schlafstörungen gedacht, sondern ein klassisches Antidepressivum bei Antriebslosigkeit, Freudlosigkeit, Hoffnungslosigkeit usw.

Auch bei Citalopram nennst du Nebenwirkungen, die sehr selten vorkommen. Gemäss diverser wissenschaftlichen Studien sind bei den sehr häufigen (also bei mehr als 10% der Studienteilnehmer) Nebenwirkungen folgende aufgelistet: Vermehrtes Schwitzen, Mundtrockenheit, Übelkeit, Schlaflosigkeit. Ein weiteres häufiges Problem ist der Libidoverlust.

Mehr zu Citalopram hier: http://www.deprohelp.com/citalopram/

Wichtig zu wissen ist, dass niemand alle Nebenwirkungen entwickelt. Menschen reagieren sehr individuel auf diese Medikamente. Als ich jeweils die Packungsbeilage durchgelesen habe wurde mir fast schlecht. Hätte ich alle diese Nebenwirkungen gehabt wäre ich längst tod.

Lass sich von den Nebenwirkungen nicht durcheinander bringen. Die meisten Nebenwirkungen verschwinden nach 3-4 Wochen. Probiers einfach aus und wenns nicht geht kontaktiere deinen Arzt.

Antwort
von Negreira, 43

Ich habe beide Medikamente genommen und auch in meiner Praxiszeit verschrieben.

In einem Beipackzettel müssen rein aus rechtlichen Gründen sämtliche jemals festgestellten Nebenwirkungen aufgeführt sein. Die beiden Medis sind bewährt, lang erprobt und haben schon vielen Leuten bei Depressionen geholfen. Mir allerdings nicht.

Mirtazapin z. B. wirkt bei einer höheren Dosierung eher nicht dämpfend sondern aufputschend. Solltest Du also jemals der Meinung sein, statt einer Tablette 4 oder 5 zu nehmen, wirst Du die Nacht wohl eher schlaflos verbringen.

Im übrigen ist jeder Patient verschieden, nicht alle Mittel wirken bei allen Leuten gleich, da solltest Du schon Deinem Arzt vertrauen. Es gibt kein Mittel ohne Nebenwirkungen, selbst von einem Butterbrot kannst Du Durchhfall oder Atemnot bekommen.

Antwort
von Rendric, 46

Es gibt kein Medikament ohne Nebenwirkungen. Jede Vitamintablette hat auch Nebenwirkungen und jeder Tee.

Im Allgmeinen ist von Schlafmedikamenten abzuraten, da sie einen unnatürlichen Schlaf, der nicht erholsam ist, herbeiführen.

Es gibt andere Schlaffördernde Maßnahmen wie beruhigende Tees, Fußbäder... Oder auch wirklich mal 48 Stunden durchwachen. Dann kann man meistens sehr gut schlafen.

Beide Medikamente sollten erst niedrig dosiert angesetzt werden und dann gesteigert zur gewünschten Dosis. Sprich sie sollten eingeschlichen werden.

Außerdem sollte man beide Medikamente nicht auf Dauer nehmen und beim Absetzen auch wieder ausschleichen.

Auf keinen Fall einfach so absetzen. 

Übrigens sind beides bewährte Medikamente bei Depression. 

Ich hoffe, ich konnte etwas helfen.

Kommentar von paranomaly ,

Ich frage mich bloß, wenn als Nebenwirkungen Schlafstörungen dort stehen, ob es dann ratsam ist sie zu nehmen, da ich ohnehin kaum schlafe.

Und es kam schon einmal vor dass ich einmal gar nicht geschlafen habe, am Tag ging es mir zwar dementsprechend, aber besser schlafen konnte ich deswegen auch nicht.

Kommentar von Rendric ,

Nicht alle Nebenwirkungen treffen zu. Es ist eher selten, dass jemand das hat.

Und fast jedes Medikament hat auch das als Nebenwirkung, gegen das es eigentlich helfen soll z.B. Aspirin kann Kopfschmerzen auslösen.

Sprich noch mal mit deinem Arzt.

Kommentar von paranomaly ,

Der hat schon am Anfang gesagt, dass es nichts besseres gibt. Von den Nebenwirkungen an sich er gar nichts erwähnt, nur als ich ihn darauf angesprochen habe.

Expertenantwort
von Chillersun03, Community-Experte für Medikamente & Medizin, 30

Noch eine Ergänzung zu den Nebenwirkungen: über 90% der Nebenwirkungen beziehen sich auf die ersten Tage, wenn man mit der vollen Dosis startet!!

Schleicht man langsam ein, oder ist man an den Wirkstoff gewöhnt, treten i.d.R. kaum mehr Nebenwirkungen auf. Was beim Citalopram auftritt sind Orgasmus- und Libidostörungen und sonst üblicherweise nichts. Beim Mirtazapin bleigt ggf. die Müdigkeit auch tagsüber bestehen und man kann an Gewicht zunehmen. Die anderen Nebenwirkungen verschwinden auch hier.

Gruß Chillersun

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