Frage von schreiadler16, 31

Wer hat Erfahrung mit dem Krebs der Seele,schwere Depression und Trauma, der einem von Jahr zu Jahr immer mehr Kraft raubt und einen langsam dahinsterben läßt?

Jahrzehnte lange Behandlung, stationär und ambulant. In den ganzen Jahren immer wieder Flashbaks, die dann voll reinhauen, und man kanns selber nicht beeinflussen. Ich meine damit nicht, leichte Verstimmungen oder Burnout, das ist was Anderes. Das ist doch ein Grund jederzeit Schluss zu machen mit dem"Leben" Oder? Es bleiben nur sehr wenige schöne Zeiten, schöne Momente. Das Schwere überwiegt und der Krebs macht ganze Arbeit. Es ist jedes Mal die Hölle, ein paar Tage oder Wochen. dann ist der Spuk wieder vorbei, bis zum nächsten Mal. Wer das liest, sollte es richtig lesen und nicht mit irgendwelchen Naturmittelchen kommen oder sonstigem harmlosen Mist. Ich hab alles ausprobiert, was helfen könnte. Ich weiß wovon ich rede und ich bin nicht der Einzige, dem es so geht. Vielleicht kann mir ein Betroffenner erzählen, wie er damit umgeht!?

Antwort
von Chriyovime, 16

Jutta Winkelmann: "Ich falle auf die Liege auf der Terrasse vor unserem Hotelzimmer und kann nur noch Heulen. Ich schleppe mich in mein Zimmer und falle aufs Bett. Das ist nun wirklich das Ende. Ich muss aufgeben. Ich kann keine Heilige werden, nicht den Krebs in einem Amoklauf besiegen, nicht erzwingen, dass mich irgendjemand liebt. Ich gebe auf. Ich kann nicht mehr. Und langsam fühlt sich das ganz schön an. Ganz friedlich. Es ist Friede."



Wie jetzt, keep your head up und du steckst ihn in den Sand?

Nein, ich habe keine Erfahrung wie du damit, wie sich das anfühlt. Ich weiß nur dass ich mein Päckchen zu tragen habe und jeder Mensch ein eigenes hat.

Das ist auf jeden Fall ein Grund sein Leben zu beenden, aber sicher kein guter. Dieser Grund bringt dich zum Selbstmord und nicht zum Freitod. Du wählst so nicht aus freien Stücken den Tod, sondern ermordest dich selbst, also gegen deinen eigentlichen Willen.


"Dem Edlen ist ein früher oder später Tod nicht zweierlei. Er pflegt seine Person und wartet sein Los ab und festigt dadurch sein Schicksal."

"Weglaufen hilft vielleicht für eine Weile, aber dieser unsägliche Schmerz holt einen wieder ein und die einzige Art ihn los zu werden ist, ihn auszuhalten, nur so geht es."

"Nun, der Schmerz, wenn er vergeht, wird zur Weisheit. Lass den Schmerz ziehen und bewahre die Weisheit."

Dr. Joseph Murphy hat es so gesehen: "In Wahrheit ist Unwissen die einzige Sünde. Leid und Schmerzen sind keine Strafe, sondern die konsequente Folge des Missbrauchs ihrer inneren Kraft."


Es bleiben nur sehr wenige schöne Zeiten, schöne Momente.

"Das Schicksal der Menschen ist auf glückliche Augenblicke, aber nicht auf glückliche Zeiten eingerichtet." Hatte Nietzsche erkannt.

"Ich wünsche mir mehr zu sagen an meinem jüngsten Tag, als vom Mutterleib ins Grab, ne gute Zeit gehabt." (M. Herre)

Dalai Lama: "Freude lässt sich erlernen. Üben wir uns darin. Der entscheidende Schlüssel zum Glück ist, mit dem zufrieden zu sein, was man im Augenblick ist und hat. Diese innere Zufriedenheit verändert ihren Blick auf die Dinge, sodass ihr Geist in Frieden verweilen kann. Das größte Glück erfahren wir, wenn wir ohne Erwartung einer Gegenleistung geben und nicht im Gegenzug Liebe oder Zuneigung fordern. Die Grundlage der Ethik ist stets dem anderen nützlich zu sein. Denn die lebenden Wesen können nur durch eine Kraft vereint werden. Durch die Liebe. Seien Sie ihren Feinden gegenüber dankbar. Sie sind ihre größten Meister. Ihre Feinde lehren sie, sich dem Leiden zu stellen und Geduld, Toleranz und Mitgefühl zu entwickeln, ohne etwas dafür zu verlangen.

Für deinen Schmerz gibt es keinen Trost. Auch wenn ich dein Leid nicht nachempfinden kann, rate ich dir diesen Schmerz als einen Teil von dir anzunehmen. Wenn du dein Kreuz, eine so gewaltige Bürde trägst, dann wirst du alle überragen die du kennst, denn du hast wahre Einsicht erfahren. Du wirst deinen Lohn erhalten.

Kommentar von schreiadler16 ,

Ich brauch keinen Lohn. Es ist nur ein Bruchteil was ich geschrieben habe von dem ,was ich alles an Schrecklichem erlebt habe.Ich kann und will auch net mehr dieses Leben ertragen müssen. Der Tod ist die Erlösung dieses unerträglichen Lebens. ich werde irgendwann den Mut dazu haben.

Kommentar von Chriyovime ,

Den Mut wirst du irgendwann brauchen, um in den Tod zu gehen, wie jeder von uns. Momentan erträgst du es freiwillig, denn du könntest gehen. Dass du noch hier bist, zeigt jedoch deinen wahren Mut. Bis deine Zeit kommt, nutze diesen Mut, für diejenigen die keinen haben.

Es ehrt dich, dass du keinen Lohn brauchst und auch dass du noch hier bist. Doch wenn Leute wie du einfach verschwinden, was sollen dann Leute wie ich hier alleine ausrichten. Deine Brüder im Geiste brauchen Leute wie dich, die eine echte Last tragen können. Wenn dein Leid so ist wie du es beschreibst, dann weißt du ganz sicher, dass die meisten daran schon längst zerbrochen wären.

Lass dich nicht unter kriegen!

Mach es wie dein Bruder der Phoenix, Schreiadler. Er ermordet sich nicht, er feiert nur immer wieder seine Auferstehung.

Am dunkelsten ist die Nacht vor der Dämmerung.

Kommentar von schreiadler16 ,

Ich bin schon lange zerbrochen. Kann fast keinem Menschen mehr trauen, es geht einfach nicht.

Kommentar von Chriyovime ,

"Notzeiten sind das Gegenteil von Erfolg. Aber sie können zu Erfolg führen, wenn sie den rechten Menschen treffen. Wenn ein starker
Mensch in Not kommt, so bleibt er trotz aller Gefahr heiter, und
diese Heiterkeit ist die Grundlage späterer Erfolge. Sie ist die
Beständigkeit, die stärker ist als das Schicksal. Wer sich durch
Erschöpfung innerlich brechen lässt, der hat freilich keinen Erfolg. Aber wen die Not nur beugt, in dem erzeugt sie eine Kraft der Gegenwirkung, die sicher mit der Zeit ans Licht kommt."

Nein nicht zerbrochen, nur stark gebogen...so wie Bambus oder Grashalme!

"Zu viel und zu wenig Vertrauen sind Nachbarskinder." Sagte Wilhelm Busch

Friedrich Kayssler meinte: "Wenn du Vertrauen hast, öffne dich. Aber enthülle dich nicht."

Es kommen wieder andere Zeiten, nur Geduld!

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