Ich hab das Buch gelesen und bin hin- und hergerissen. Unsere Kleinen schlafen allein ein (ich leg sie wach hin), aber in der Nacht wachen sie noch einige Male auf. Meistens holen wir sie dann in unser Bett und da schlafen sie weiter. Ich denke sie brauchen einfach unsere Nähe. Auf der anderen Seite wäre es toll, mal wieder durchschlafen zu dürfen.

Dass die Kinder nachts aufwachen ist völlig normal! Es ist auch richtig, dass sie dann die Nähe der Eltern brauchen - sie zu sich ins Bett zu holen halte ich trotzdem für einen Fehler (wenn man nicht voll dahinter steht und abwarten will bis das Kind von alleine wieder im eigenen Bett durchschlafen will!)!
Ich habe die ersten beiden Wochen auf einer Schlafcouch im Zimmer meines Sohnes geschlafen, da es auch für mich bequemer war, ihn nachts neben mir liegend zu stillen!
Nach den ersten beiden Wochen wollte ich aber auch mal wieder gerne neben meinem Mann schlafen - ich bin dann nur noch rüber, wenn mein Sohn aufgewacht ist! Das wurde immer weniger, da das Kind immer weniger Hunger hatte und besser durchschlief!
Nach einiger Zeit - die Schlafcouch musste aus Platzgründen weichen - habe ich mir dann einen Schlafsessel ins Zimmer gestellt. Tagsüber liest der Kleine auf dem Sessel und wenn er wirklich mal krank ist oder ähnliches kann ich auch bei ihm im Zimmer schlafen. Ein positiver Nebeneffekt ist, dass mein Mann durchschlafen kann und morgens ausgeruht zur Arbeit gehen kann!
Natürlich wird der Kleine auch mit 2 noch ab und zu nachts wach, weil er etwas verschnupft ist, schlecht träumt oder als die Zähne Probleme machten. Dann gehe ich an sein Bett, beruhige ihn, mache die Spieluhr wieder an und lege ihn wieder in sein Bett! Das akzeptiert er, da er weiss, dass er in seinem Bett schläft und sonst nirgens! Das große Bett ist Mama und Papa vorbehalten und wird nur für die "Kuschelorgien" am Wochenende von der ganzen Familie mit Genuß genutzt!
Ja ja, das ist wirklich bei vielen ein leidiges Thema!! Also ich kenne einige Mütter, die nach dem Buch gehandelt haben und wirklich KEINE Ausnahmen durchgelassen haben. Das hat auch geklappt. Aber ich habe auch nach Durchlesen des Buches (was von Prinzip her super ist, keine Frage!) leider nicht durchgehalten!! Ich bin einfach zu weich. Wenn man einmal wieder nachlässt, ist das ganze Buch und auch die ganzen Rituale für die Katz! Und das ist bei uns passiert. Ich kann Dich beruhigen: Nach einigen Jahren wollen die lieben Kleinen sowieso alleine im Bett schlafen. Aber ich glaube, jeder muss das für sich selbst entscheiden und auch verantworten. Ich stehe auch dazu, daß unser Sohn auch heute noch (wirklich selten) mit 9 Jahren zu uns kommt und ich habe meine Ruhe ;-) Alles Gute Andrea

Ich finde es toll, dass Ihr Eure Kinder dann zu Euch holt. In der heutigen Zeit haben es Kinder viel schwerer, weil sie von Anfang an ein eigenes Zimmer haben. So wird schon das Baby täglich alleine gelassen und "verlassen". Ein Baby oder Kleinkind weiß ja nicht, dass die mami nebenan im Zimmer ist, es fühlt sich alleine und einsam. Dadurch werden Verlustängste in Kindern geweckt, die sich später oft als Eifersucht zeigen (Eifersucht ist ja eine Verlustangst). Wenn möglich sollte jedes Baby und Kleinkind bis zum 3. Lebensjahr bei den Eltern sein, auch im Schlafzimmer.
UlfDunkel am 4. April 2007 16:27 Super!

Das Schlafthema und auch das genannte Buch wird sehr kontrovers, ja schon fast fanatisch diskutiert. Die Betroffenen holen sich hier und da Rat ein und sind dann auch nicht schlauer, weil jeder "sein" Modell vertreten will.
Ja, für Kinder ist es min. in den ersten 24 Monaten gut Nähe, auch Nachts, zu den Eltern zu spüren. Die moderne Bindungsforschung hat das vielfältig schon beweisen. Aber Nähe muss nicht immer das Bett von den Eltern sein. Und auch als Elternteil hat man Anspruch seine eigenen Bedürfnissen anzumelden. Es gibt Eltern, die kein Problem damit haben, dass die Kinder lange im Elternbett schlafen. Für andere ist es keine Lösung.
Daher müssen sich die Eltern individuell darüber Gedanken machen, nach welchem Modell sie leben wollen und diese Frage angehen. Das hat dann immer zwei Seiten, aber dies ist nicht nur beim Thema Schlafen so. Das geht in anderen Themen dann auch weiter. Daher sollten Eltern sich die Zeit nehmen, offen miteinander das Thema zu besprechen, Ängste äußern, aber gemeinsam EINE Entscheidung treffen.
Und im Nachhinein verblasst eh die Erinnerung an die durchwachten Nächte und alles erscheint einfach leicht und schön :-)