Frage von apalipali, 95

Wer haftet, wenn vom Vermieter beauftragte Firma, ein in der Garage abgestelltes KFZ beschädigt?

Hallo zusammen,

folgender Umstand:

Herr M mietet eine Garage beim Vermieter V an. Im Mietvertrag schließt V jegliche Schäden durch andere Mieter oder Dritte aus. Und es sei dem Mieter überlassen, sich gegen alle Gefahren ausreichend zu versichern...

Nun beauftragt V eine Firma X für die Renovierung der Garagen. Während der Renovierung werden Schmutz und Laub mit Laubpustern in die Garagen geblasen und dann die Garagentore mit Lackierpistole grundiert und lackiert. Hierbei ist M Zeuge.

Nach etwa einer Woche, als M sein KFZ wieder auf eine Spritztour nehmen will, bemerkt er, dass die ganze Garage verstaubt und verdreckt ist. Nach mehreren telefonischen Beschwerden bei V lässt M es sein und beschliesst das KFZ und die Garage selbstständig zu reinigen. Mangels Zeit für's Hobby wird alles abgedeckt und bleibt für 1 Jahr unberührt. Als M sein KFZ wieder aus der Garage holt und auf Trapp bringen möchte, bemerkt er, dass der einjährige Staub und Schmutz nicht ohne Weiteres zu entfernen sind. Es stellt sich heraus, dass es gar kein Staub war, sondern richtig fieser Sprühnebel von den Lackierarbeiten an den Garagentoren von vor 1 Jahr.

Herr M hatte damals alles mit Fotos dokumentiert und es nur deshalb ein ganzes Jahr ruhen lassen, weil er annahm, es wäre "nur" Schmutz gewesen. Sprühnebel vom Lackieren ist eine Nummer zu groß für Herr M und dürfte auch viel teurer Werden als eine kleine Wäsche. Es sind viele neblige Sprühstellen sowohl auf dem Boden vor den Garagen als auch auf den Wänden vorhanden. Die, damals beauftragte, Firma ist bekannt und das Fahrzeug ist Teilkasko-versichert.

Kann M trotz einjährigen Stillstands noch dagegen vorgehen? Die Nanopartikel (Sprühnebel) auf dem Lack sehen genauso aus, wie die neue Farbe der Tore und der mitlackierten Stellen auf dem Boden. Doch wie soll M beweisen, dass dieser Sprühnebel überhaupt von Firma X verursacht wurde? Teure Lackschicht-Analysen kann sich M nicht leisten. An wen wären Forderungen zu stellen? Wäre V durch den Mietvertrag von der Haftung befreit? Wie soll M vorgehen und wie gut/schlecht sind seine Chancen?

Vielen Dank im Voraus und frohe Weihnachtsfeiertage Euch allen! Liebe Grüße

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Antwort
von Segnbora, 67

M hat Pech. Er hätte gleich reklamieren müssen und der Verursacher hätte gehaftet (Betriebshaftpflicht, die jeder vernünftige Betrieb hat)

Jetzt ist M in der Beweispflicht, und das wird ihm nach der langen Zeit nicht gelingen nachzuweisen, daß die beauftragte Firma der Schuldige ist.

V hätte so oder so nicht gehaftet, da er nicht der Verursacher ist

Kommentar von Georg63 ,

Ich wäre da nicht so sicher. Ob die Lackspuren mit denen am Garagentor identisch sind, lässt sich auch nach einem Jahr noch feststellen, wenn der Wagen nie benutzt wurde.

Der Vermieter ist erstmal der Ansprechpartner, denn der hat die Arbeiten beauftragt.

Antwort
von Georg63, 58

Falls der Mieter über die Arbeiten an den Garagen rechtzeitig informiert wurde, wird er kaum Anspüche durchsetzen können, da er die Möglichkeit hatte, das Fahrzeug während der Zeit anderweitig unterzubringen.

Ohne Info würde ich die, mit einem Kostenvoranschlag belegte Forderung an den Vermieter richten. Beweise sind er bei einem Rechtsstreit nötig und so wie sich das darstellt, dürfte das kein Problem sein.

Expertenantwort
von imager761, Community-Experte für Recht, 35

Ich gehe davon aus, das der VM die notwendigen Arbeiten fristgerecht angekündigt hat..

Das gab dem M Gelegenheit, geeignte Massnahmen zu treffen, etwa sein Fahrzeug anderweitig abzustellen oder es abzudecken bzw. das Tor von innen abzukleben.

G imager761

Antwort
von Automatik1, 13

Meiner Ansicht nach verdienen hier nur mehr Rechtsanwälte. Zu spät dran, die Dokumentation an Bilder von vor einem Jahr wird vor Gericht nicht viel taugen, weil damals nicht bestätigt wurde, dass es tatsächlich so war.

Als Gegner würde ich als Strategie der Verteidigung alles ablehnen Euch schön arbeiten lassen und Geld ausgeben. So das ganze zwei Jahre weiter ziehen und das Auto könnte nicht einmal verkauft werden. 

Antwort
von anja199003, 48

Das ist ein typischer Fall für einen Anwalt. Ausgang des Verfahrens allerdings ungewiss. 

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