Frage von millinuke, 90

Wer haftet wenn ein Handwerker den Schaden eines anderen findet für die Kosten der Fehlersuche?

Wir haben vor 2 Jahren unser Haus, welches über einen Bauträger errichtet wurde, übernommen. Für Gewährleistungsprobleme wurde uns freigestellt direkt auf die Handwerker des Bauträgers oder auf den Bauträger selbst zu zugehen.

Unsere Fußbodenheizung ließ sich nicht regulieren (es war November), also holten wir direkt den Heizungsbauer um den Mangel während der Gewährleistung beheben zu lassen.

Nach 2 Besuchen und dem Austausch eines Regelverteilers stellte der Heizungsbauer fest, dass die Fußbodenheizung gar nicht elektrisch angeschlossen war! Die Heizung "funktionierte" nur, weil die Ventile in einer "halb offen" Stellung war und der Druck der Fernwärme ausreichte eine Zirkulation herzustellen. Eine Regelung war aber nicht möglich. Um den Mangel an der Elektrik zu beheben, holten wir dann den Elektriker, der feststellte dass die Elektrische Versorgung zur Fußbodenheizung nicht richtig angeschlossen war!

Mittlerweile hat mir der Heizungsbauer für seine Fehlersuche ca. €500 in Rechnung gestellt.

Wer muss für die Kosten der Fehlersuche aufkommen? Ich, der Bauträger oder der Elektriker?

Antwort
von Simko, 51

Für alle Leistungen, die zur Beseitigung von Mängeln notwendig sind, ist allein der Verkäufer (BT) zuständig und auch der alleinige Ansprechpartner.
Für einen nachträglich beauftragten, externen Handwerker sieht das deutlich anders aus. Sein Gläubiger ist ausschließlich der direkte AG.
Daher sollte man solche Konstrukte vermeiden, denn der Handwerker fordert völlig rechtens, dass seine Leistungen auch vergütet werden.

Was das hier für eine "Fernwärme" sein sollte, ist mir schleierhaft.
Üblicherweise ist bei Fernwärmeversorgung der primäre von dem sekundären Kreis völlig bewußt hydraulisch entkoppelt. Daher kann der Druck im primären, anliefernden Kreis keinerlei Heizwasserumwälzung im sekundären, nutzenden Kreis erzeugen.

Antwort
von realistir, 42

Mir erscheint das was du da geschrieben hast ein wenig zweifelhaft.

Vor zwei Jahren .... bedeutet, ihr reklamiert jetzt erst etwas was vor 2 Jahren hätte reklamiert werden müssen und ich habe deshalb so meine Zweifel an Euch und euerer Darstellung.

Fraglich ist, wieso die Elektrik der Heizung nicht ordnungsgemäß fertig gestellt wurde. Denkbar wäre, es wurde nicht vergessen sondern auf Wunsch nicht ausgeführt weil vielleicht jemand gesagt hat, diese Einzelraumregelung bei Fussbodenheizung sei nur Geldmacherei und kaum sinnvoll.

Logisch ist doch auch, beauftragt Ihr irgendeine Firma, dann hat diese Firma -also egal welche Art- ein natürliches Interesse Geld verdienen zu wollen.
Ob dann eine Firma sagt, dies und das sei nicht sinnvoll oder nicht nötig, bleibt fraglich.

Ich habe selbst eine Fussbodenheizung ohne diese Regelung und könnte mir solch eine Regelung selbst einrichten. Für mich ist solcherlei aber ein Luxus in Sachen Einbildung, auf den ich gerne verzichten kann.

Es macht genau genommen keinen Sinn mit Einzelraumregelung bei Fussbodenheizung weil dieses System erstens sehr träge ist, zweitens der aufgewärmte Estrich wie ein Wärmespeicher wirkt. Es also einige Stunden dauern kann, bis eine Regelungskorrektur erfolgt ist.

Überlegt mal, ob solcherlei Luxus etwas bewirken kann, wenn man mal etwas erlebte wie ich. Im Dezember 2008 fing meine Heizung an zu spinnen. Mal heizte die nur bis 18 Grad am Tag, mal bis 25. 

Zur Fehlersuche hatte ich die Heizung an einem Tag ausgeschaltet an dem es im Haus 25 Grad waren. Ich brauchte zwei Tage also 48 Stunden bis ich wieder einschalten konnte. Vorher noch ein Blick auf die Raumtemperaturen, und da konnte ich 23 Grad ablesen.

Also gab es hier nur einen Temperaturverlust von 2 Grad in 48 Stunden. Was auch sinngemäß bedeuten würde, hätte ich einen Raum von 21 Grad auf 19 haben wollen, würde das eventuell einen Tag oder gar zwei Tage brauchen.

Das anschließen der Regelventile macht nur für den Elektriker Sinn, er verdient daran. Du kannst nicht erwarten dass dich jemand über Vorteile oder Nachteile gewisser Techniken aufklärt. Kein Hersteller sagt was in den Mogelpackungen drin ist, und Mogelpackungen gibt es nicht nur im Lebenmittelsektor.

Zurück zur Sache, dein Heizungsbauer ist nicht völlig frei, denn der hat für eine funktionierende Heizung zu sorgen! Sollte dieser die notwendigen Arbeiten an der Elektrik nicht selbst ausführen dürfen, hat er eine entsprechende Stelle damit zu beauftragen!

Antwort
von Chefelektriker, 20

Die Heizung dürfte von Anfang an nicht funktionert haben,mir schleierhaft,weshalb Ihr das erst nach 2 Jahren bemängelt.

Expertenantwort
von Peppie85, Community-Experte für Elektrik, 40

schlussendlich wird der bauträger haften. er ist schließlich dafür verantwortlich, dass die heizung nicht vertragsgemäß arbeitet...

das mit dem direkt an die handwerker wenden ist so ne sache. für gewährleistung ist der bauträger zustänidg...in deinem fall bleibt dir nur, erst mal in vorleistung zu treten und das geld von bauträger wieder einzufordern. vermerke aber bitte UUUUNBEDINGT, dass du unter vorbehalt bezahlst.

und by the way: 500 € dafür, dass der heizungsbauer festgestellt hat, dass die regelung garnicht angeschlossen ist, das ist ein bisschen bisschen viel viel...

selbst bei einem stundensatz von 75 €, der seeeehr hoch angesetzt ist, wären das schon knappe 8 stunden.und wer um das raus zu finden so lange braucht, der ist einfach inkompetent!!!

rechnet mal damit dass noch wesentlich mehr mängel auftauchen werden.

lg, Anna

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community