Frage von lema0002, 75

Wer haftet für halb eigenverschuldetes, aufgequollenes Laminat?

Hallo! Also ich habe da mal eine Frage, ich weiß nämlich nicht was ich machen soll. Gestern waren Freunde von mir da, und ich habe Wäsche gewaschen. Ich stecke immer den Schlauch in die Toilette da mein Anschluss irgendwie undicht ist (und ja, ich hätte es schon längst dem Vermieter melden sollen, aber das habe ich nicht weil ich erst seit 2 Monaten in der Wohnung wohne und noch nicht so oft gewascht habe). Nun war meine Freundin auf der Toilette denn sie dachte ich hätte schon fertig gewaschen. Sie meint die Waschmaschine wäre noch nicht gelaufen, ich meine doch. Auf jeden Fall, hat sie den Schlauch einfach in die daneben liegende Badewanne gehängt, welcher natürlich durch den beim Abpumpen entstehenden Durck dort ,,rausgesprungen'' ist und mein ganzes Bad überflutet hat. Sie hat es dann irgendwann gemerkt als sie durch den Gang gelaufen ist und dort eine Pfütze war. Lang kann es noch nicht gestanden haben, aber jetzt haben ich und meine Mitbewohnerin Ansgt, es könnte Wasser unters Laminat gekommen sein. Außerdem hatte bzw. hat das Laminat an Stellen vor dem Bad so ,,Abschürfungen'', dh dort fehlt ein Stück Beschichtung, und es ist teilweise minimal lückenhaft verlegt. Genau dort ist der Laminat jetzt auch aufgequollen. Nun meint meine Freundin, sie habe nur halb Schuld, sie könne ja nicht wissen das ich noch Waschen würde oder aus meiner Sicht, gewaschen habe. Was soll ich jetzt machen? Würde meine Hapftpflicht das übernehmen? Ich hab bei sowas nämlich keine Ahnung, weil ich ja eigentlich jetzt die Schuldige bin (obwohl ich doch garnichts gemacht hab :'( ) und der Laminat ja auch gemietet ist.

Antwort vom Anwalt erhalten
Anzeige

Schneller und günstiger Rat zum Mietrecht. Kompetent, von geprüften Rechtsanwälten.

Experten fragen

Antwort
von bwhoch2, 17

Fakt ist, es ist Wasser ausgetreten und in größerer Menge unter den Fußboden gesickert. Der Schaden muss behoben werden. Wer das dann zahlt, steht noch nicht auf der Tagesordnung.

1. Unbedingt so schnell wie möglich den Vermieter informieren. Dieser muss den Schaden seiner Wohngebäudeversicherung melden. Es handelt sich um bestimmungswidrig ausgetretenes Leitungswasser. Was schuld war, ist erst einmal zweitrangig. Es ist kein umgestoßener Eimer und auch kein Regen. Auch wenn das Wasser schon in der Waschmaschine verwendet wurde, ist es Leitungswasser, das eigentlich über eine Leitung entsorgt werden sollte. Ob z. B. der Ablaufschlauch geplatz ist oder, wie hier, nicht korrekt angeschlossen war, spielt zunächst keine Rolle.

2. Die Wohngebäudeversicherung will den genauen Schadensumfang ermitteln. Dazu gehört auch, dass der Boden raus genommen wird und nachgesehen wird, wie es unterhalb aussieht. Das ist wohl kein allzu großer Aufwand und falls nur ein paar Streifen des Laminats betroffen sind, könnten diese beim Wiederverlegen gegen evtl. noch für solche Zwecke gelagerte oder neu beschaffte ausgetauscht werden. Damit hielte sich der Schaden in engen Grenzen.

3. Die Wohngebäudeversicherung wird anschließend wissen wollen, wer für den Wasseraustritt verantwortlich ist und das bist zunächst einmal Du selbst. Auch wenn Du erst seit zwei Monaten in der Wohnung wohnst, hättest Du unter diesen gefährlichen Umständen die Waschmaschine nicht betreiben dürfen. Möglicherweise wird man also bei Dir Regress nehmen wollen. Dann wäre Deine Privathaftpflichtversicherung gefordert. Deshalb solltest Du dieser den Schaden ebenfalls vorsorglich anmelden, um keine Fristen zu versäumen.

4. Falls nun aber die Haftpflichtversicherung meint, die Freundin ist schuld, weil sie niemals den Schlauch hätte anders verlegen dürfen, ohne ihn nachher nicht wieder zurück zu legen, wird sie ggf. die Schadensübernahme ablehnen und auf sie verweisen. Also sollte auch die Freundin vorsorglich die Privathaftpflichtversicherung informieren.

Dann abwarten, was im Einzelnen alles unternommen wird und gefordert wird.

Keinen vorzeitigen Krach mit der Freundin anfangen, sondern erst einmal abwarten, was wirklich an Schaden ermittelt wird und wer als Verursacher in Anspruch genommen werden soll.

Die Freundin oder Du sollten am Ende akzeptieren, wenn aufgrund sehr guter Begründung sie oder Du oder beide verantwortlich gemacht werden.

Der Schaden ist nun mal passiert, aber er ist keine Katastrophe.

Antwort
von Apolon, 11

Ich stecke immer den Schlauch in die Toilette da mein Anschluss irgendwie undicht ist (und ja, ich hätte es schon längst dem Vermieter melden sollen, aber das habe ich nicht weil ich erst seit 2 Monaten in der Wohnung wohne und noch nicht so oft gewascht habe).

Was hat der Vermieter damit zu tun? Handelt es sich um eine möbilierte Wohnung und die Waschmaschine gehört ihm, dann hättest du recht.

Ansonsten bist du für den Waschmaschinenanschluss zuständig!

Die Schadensverursacherin ist ganz eindeutig deine Freundin, denn sie hat den Schaden verursacht in dem sie das Ableitungsrohr der Waschmaschine in die Badewanne legte.

Bedeutet, ihr müsst den Hauseigentümer über den Schaden informieren.

Dieser wird den Schaden seiner Gebäudeversicherung melden und diese wird den Schaden beheben lassen und dann die Schadensverursacherin (also deine Freundin) in Regress nehmen. Sollte deine Freundin den Schaden nicht ersetzen können (wenn sie z.B. keine Haftpflichtversicherung hat) wird man die Mieterin der Wohnung in Regress nehmen (also dich).

Deine Freundin sollte den Schaden ihrer Privathaftpflichtversicherung melden.  Vorsorglich solltest auch du dies als Mieterin deiner PHV melden.

Gruß N.U.

Antwort
von BS3BM, 15

Für Schäden am Mietobjekt ist in erster Linie der Mieter gegenüber dem Vermieter haftbar - das gilt auch, wenn die Schäden durch Besucher etc. verursacht wurden.

Ich denke nicht, dass hier eine Haftpflichtversicherung den Schaden reguliert - egal ob es die deiner Freundin oder deine eigene ist. Die WS wurde nicht ordnungsgemäß angeschlossen. Wenn du nun dafür eine alternative Handhabung ergreifst, hättest du auch entsprechend die WS überwachen müssen, d. h. nach Benutzung des WCs nachschauen müssen, ob der Schlauch wieder wie zuvor eingehängt wurde.

Sollte das Laminat bereits eine Lebensdauer von über 10 Jahre hinter sich haben, kann der Vermieter ohnehin dafür keinen Ersatz verlangen bzw. die Versicherung würde hier auch nichts bezahlen.

Bleibt dir, dich sofort um einen ordnungsgemäßen Anschluss deiner WS kümmern und ggf. das Laminat trockenlegen.


Antwort
von Petz1900, 33

am besten wäre es, wenn deine Freundin eine Haftpflichtversicherung hat.

Ich bin kein Versicherungsfreak, aber eine Haftpflichtversicherung ist ein absolutes Muss für jeden Menschen !

Kommentar von lema0002 ,

Die hat sie auch, aber wenn sie ihrer Haftpflicht eben das so sagt wie es in ihren Augen gewesen ist, dann zahlen die doch bestimmt eh nichts..

Kommentar von bwhoch2 ,

Die zahlt schon deshalb nichts, weil es ein Schaden ist, der durch die Wohngebäudeversicherung abgedeckt ist. (Bestimmungswidrig ausgetretenes Leitungswasser.)

Kommentar von Apolon ,

Soweit richtig - nur wird die Wohngebäudeversicherung die Schadensverursacherin in Regress nehmen!

Antwort
von schelm1, 23

Melden Sie den Schaden Ihrer Haftpflichtversicherung.

Für Schäden haftet stets der Verursacher.

Kommentar von lema0002 ,

Die Frage ist nur, wer ist der Verursacher?

Meine Freundin oder ich? Ich hab nämlich keine Ahnung. Ich habe ihr zwar gesagt ich wasche Wäsche (Was ein anderer Freund auch bezeugen kann) aber sie meinte ja die Waschmaschine lief nicht. In meiner Errinerung, lief sie aber sehr wohl.

Kommentar von schelm1 ,

Diese Entscheidung treffen Sie!

Antwort
von Eisenkatze, 34

haftpflicht haftet nur bei schäden anderer. für deine schäden brauchst du hausrat versicherung.

Kommentar von lema0002 ,

Auch wenn der Laminat nicht mir gehört sondern dem Vermieter?

Kommentar von Petz1900 ,

Das ist ja egal. Wenn ein Schaden entstanden ist muss der Verursacher das zahlen. Wem das gehört ist ja egal.
Wenn du den Schaden verursacht hast und du hast auch eine Haftpflichtversicherung, dann übenrimmt deine Haftpflichtversicherung das.

Kommentar von bwhoch2 ,

Die Hausratversicherung zahlt nicht den Boden, der dem Vermieter gehört.

Die Haftpflichtversicherung haftet nur, wenn auch grobe Fahrlässigkeit eingeschlossen ist, aber sowieso erst dann, wenn die Wohngebäudeversicherung Regress nimmt oder die Schadensübernahme ablehnt.

Kommentar von Apolon ,

Eigenartige Antwort.

Aus welchem Grund sollte die Wohngebäudeversicherung den Schaden ablehnen?

Sie wird auf jeden Fall den Schadensverursacher, oder den Mieter in Regress nehmen.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community