Frage von summerlove01, 95

Wer haftet bei einem Unfall mit einem Leihwagen?

Hallo,

es geht um folgenden Fall:

Eine Frau hat ihren Wagen einem Kumpel verliehen. Dieser leiht es wiederum einem Freund, der daraufhin einen Unfall baut.

Wer trägt nun für den Unfall die Kosten? Kennt sich jemand in diesem Bereich aus und kann mir die Gesetzeslage nennen?

Vielen Dank im Voraus! :)

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Antwort
von Interesierter, 26

Zunächst mal musst du zwischen den Schäden am eigenen Fahrzeug und Schäden, die Dritten verursacht wurden, unterscheiden. 

Einen Fremdschaden wird die KFZ-Haftpflicht-Versicherung decken. Die hieraus erwachsenden höheren Beiträge für die Zukunft kann der Halter vom Entleiher und dieser wiederum vom tatsächlichen Fahrer einfordern. Falls der Fahrer keinen Führerschein hat, kann die Versicherung Regress fordern, der vom Halter auf gleichem Wege eingefordert werden kann. 

Den Schaden am eigenen Fahrzeug trägt erst mal, soweit vorhanden, die Vollkasko-Versicherung. Den Selbstbehalt sowie die Beitragserhöhung aus der Rückstufung kann der Halter ebenfalls über den Entleiher vom Fahrer einfordern. Hat der Fahrer keinen Führerschein, wird die Kasko die Regulierung verweigern und der Halter kann die kompletten Kosten über den Entleiher vom Fahrer fordern. 

Zusätzlich schwierig könnte es werden, wenn der Entleiher vom Halter zwar das Auto geliehen hat, aber nicht berechtigt war, das Auto weiter zu verleihen oder wenn der tatsächliche Fahrer bei der Versicherung nicht als Fahrer eingetragen war. 

Antwort
von peterobm, 49

Das Fahrzeug ansich ist Haftpflichtversichert NICHT der Fahrer. 

Der Halter wird hochgestuft und bleibt auf dem Eigenschaden, sofern keine Vollkasko abgeschlossen ist, auf dem Schaden sitzen. 

Das sollte der letzte Fahrer eigentlich übernehmen. 

Kommentar von DerHans ,

Trotzdem steht dem Eigentümer natürlich ein Schadensersatzanspruch zu. Es ist eine andere Frage, ob man den dann auch durchsetzen kann.

Antwort
von BenniXYZ, 21

Angenommen der Freund vom Kumpel fährt einen Radfahrer um. Dann merkt sich der Radfahrer das Kennzeichen. Über das Kennzeichen bekommt man die Versicherung des Fahrzeuges raus und kann sich direkt an die Gesellschaft wenden. Das nennt sich Direktanspruch und schützt unschuldige Leute gegen z.B. Fahrerflucht oder wenn der Halter kein Geld hat. Das ist (grob gesagt) der Sinn einer KFZ Haftpflichtversicherung. Man wendet sich an die Versicherung des Fahrzeuges, nicht an den Kumpel oder die Frau oder den Freund. Die Frau ist wahrscheinlich froh, daß sie die Behandlungskosten nicht selbst tragen muß, sie wird "nur" hochgestuft. Diese Höherstufung kann sie sich von ihrem Kumpel ersetzen lassen, wenn....

Kasko ist eine andere Baustelle, die ist keine Pflicht. Also wenn das Auto jetzt eine Beule hat, dann gibt es mehrere Möglichkeiten. Man kann sich den Schaden von seiner Kaskoversicherung ersetzen lassen oder an den Kumpel wenden. Der Freund vom Kumpel ist außen vor (für die Frau).


Antwort
von DerHans, 45

Erst einmal ist es eine absolute Unverschämtheit, ein geliehenes Fahrzeug weiter zu verleihen.

Selbstverständlich hat die Eigentümerin ein Recht ein Auto wieder zu bekommen, dass genau so in Ordnung ist, wie sie es abgegeben hat. Wie die beiden anderen Beteiligten sich da einigen, ist ihre Sache.

Kommentar von summerlove01 ,

Gibt es hierfür eine rechtliche Vorschrift? Also ist sowas beispielsweise im BGB festgehalten?

Kommentar von DerHans ,

Das sollte einem die Logik sagen. Wenn ich mit etwas ausleihe, muss ich es genau so wieder zurück geben, oder eben Schadensersatz leisten.

Kommentar von BenniXYZ ,

Moin Hans, im ersten Teil stimme ich zu. Im 2. Teil deiner Aussage liegst du rechtlich gesehen daneben.

Wir wissen nicht mal ob der Unfall die KFZ Haftpflicht oder die Kasko betrifft. Wer sein Auto verleiht, muß damit rechnen, daß ihm die Schadenfreiheitsklasse zerfahren wird. (Hochstufung)

Kommentar von DerHans ,

Trotzdem steht dem Eigentümer natürlich ein Schadensersatzanspruch zu. Es ist eine andere Frage, ob man den dann auch durchsetzen kann.

Der eigentliche Entleiher hat hier in Eigenmacht das Fahrzeug weiter verliehen. Das macht ihn auf jeden Fall haftpflichtig.

Antwort
von kim294, 43

Die Schäden am verliehenen Auto trägt die Vollkasko-Versicherung des Fahrzeugs, falls vorhanden.

Die Frau kann versuchen, sich die Kosten vom Verursacher zurück zu holen.

Die Schäden  bei Dritten zahlt ihre KFZ-Haftpflichtversicherung.

Kommentar von Interesierter ,

Und wer trägt die höheren Beiträge durch die Rückstufung im Schadenfreiheitsrabatt? Wer trägt die Kosten am eigenen Fahrzeug, wenn keine Vollkasko-Versicherung vorhanden ist? Wer trägt die Kosten, wenn der Fahrer keinen Führerschein hat oder nicht als Fahrer bei der Versicherung eingetragen ist?

Antwort
von frischling15, 59

Ich denke , dass d e r die Kosten tragen muss , der den ihm anvertrauten Wagen gewissenlos weiterverliehen hat !

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